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Equipment, Fotografie, Großformat

Equipment fürs Großformat – weiter gehts…

20. Februar 2013

Im ersten Teil drehte sich alles um die Kamera und Objektive. Doch, dass ist längst nicht alles was zu einer Großformat-Ausrüstung gehört. Ich lasse jetzt mal die Filme weg, denn das versteht sich ja von selbst. Ok, man könnte noch ein digitales Rückteil anschließen, aber lassen wird das.

Planfilmkassetten:
Im Grunde gibt es hier nicht viel zu sagen, außer dass es aktuell nur noch einen einzigen Hersteller gibt – nämlich Ilford. Ganz genau, der Film- und Papierhersteller. Die Fidelity Kassetten bestehen auch Kunststoff und verfügen über zwei Film-Kammern. Das bedeutet ihr könnt mit einer Kassette zwei Planfilme laden. Auch wenn es der einzige Massenhersteller der Filmkassetten ist, so gibt es doch immer wieder auch die Möglichkeit sich individuelle Planfilmkassetten zu beschaffen. Die Gebrauchtpreise für Fidelity Kassetten liegen übrigens weit unter dem derzeiten Neupreis von knapp 55 Euro pro Stück. Auf Ebay und Co findet man sie zu hauf. Zurück zur Individualität. Ich mag ja den ganzen Kunststoff-Mist nicht und daher hatte ich beim Kauf meiner Großformat Kamera gleich beschlossen, auch dessen Filmkassetten (Chamonix) zu kaufen. Zum einen sehen sie stylish aus, fühlen sich extrem hochwertig an und sind aufgrund der verwendeten Materialien (Holz und Carbon) viel leichter als die Plastik-Teile. Da ich ja nicht nur eine, sondern fünf von den Teilen mit mir rumschleppe, macht sich diese Gewichtersparnis doch bemerkbar.

Die Fokussierlupe:
Nachdem das Motiv gefunden, der Bildausschnitt eingestellt ist und eine erste grobe Fokussierung auf der Mattscheibe vorgenommen wurde, möchte man natürlich die Schärfe überprüfen und auch nachjustieren. Eine Fokussierlupe ist daher der ständige Begleiter. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass diese Teile mittlerweile schwer zu finden sind. Auf Ebay findet man hier und da auch ein paar neue Exemplare aus China, allerdings haben diese meist das Problem, dass die Magnifikation (also die Vergrößerung) einfach zu stark ist – 6x und mehr. Aus einer ganzen Reihe von Recherchen habe ich mich letzten Endes für eine 4x Vergrößerung entschieden. Empfohlen wurde mir Schneider Kreuznach und Fuji. Erstere sind arschteuer und letztere sind extrem schwer zu finden. Allerdings hatte ich mal wieder bei meinen Großformat-Ausstatter Keh.com Glück und eine nagelneue Fuji 4x Fokussierlupe gefunden. Wer keine Lupe zur Hand hat, der muss nicht den Kopf in den Sand stecken. Es gibt ne Alternative, sofern man eine 50er Festbrennweite daheim rumliegen hat. Einfach umgedreht durchschauen und voila da ist die Lupe. Die Vergrößerung liegt zwischen 2 und 3-fach und reicht eigentlich aus. Man muss hier nur darauf achten, dass man zunächst so nah an die Mattscheibe geht, dass die Gitterlinien scharf erscheinen. Danach kann man sich der Fokussierung des Motivs widmen. Das diese Lösung natürlich eine friemelei ist, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Komfortabler gehts natürlich mit einer richtigen Fokussierlupe.

Einstelltuch oder engl. Blackjacket
Ja, das liebe Einstelltuch. Meine ersten Versuche hab ich noch ohne Einstelltuch gemacht, weil es lange Zeit nicht lieferbar war. Ihr merkt schon, dass ich mal wieder etwas Spezielles gesucht habe. Ich hätte natürlich auch einfach ne Decke über meine Birne schmeißen können – tuts auch! Wie schon gesagt, es musste natürlich wieder was Vernüftiges sein. Geringes Packmaß, leicht und absolut lichtdicht. Aus diesem Grund habe ich mich für das Hybrid Blackjacket von Quietworks aus den USA entschieden. Im Gegensatz zu ihrem Standard Eintelltuch ist das Hybrid atmungsaktiv, was es gerade in wärmeren Regionen einfach angenehmer macht. Ich hab leider keinen Vergleich zu anderen Herstellern, also ist das meine einzige Empfehlung an dieser Stelle.

Wechselsack- oder Zelt
Gerade auf Reisen oder wer keine Dunkelkammer daheim hat, der muss ja irgendwie die Planfilme in die Kassetten einlegen und hier kommt dann der Wechselsack oder eben das -zelt zum Einsatz. Ich persönlich habe mich für das Calumet-Wechselzelt entschieden. Aus dem einfachen Grund, da ich in diesem „Raum“ die Hände frei bewegen kann. Mit einem Wechselsack geht das schlecht. Es ist ungefähr so, also würde man unter einer Decke versuchen irgendetwas aus Einzelteilen zusammenzubauen. Die Decke wäre hier immer im Weg. Nachteil vom Zelt ist das Packmaß. Obwohl man es gut zusammenfalten kann, benötigt es doch erheblich mehr Platz – beispielsweise im Koffer. Ich kann damit aber gut leben und wird mich daher auf meiner ersten Reise dieses Jahr begleiten.

Hmm, eigentlich wars das schon. Ich brauche ja nicht zu erwähnen, dass sowohl ein stabiles Stativ und ein guter Kopf bei der Großformat-Fotografie verwendet werden müssen. Ich werde jetzt so nach und nach meine Fototasche mit meinem analogen Equipment aktualisieren – so habt ihr dann eine Gesamtübersicht. Falls ihr noch Fragen habt, nur zu!

Equipment, Fotografie, Großformat

Equipment fürs Großformat…

27. Januar 2013

Auch wenn ich mich erst seit ein paar Monaten mit der Großformat Fotografie beschäftige, so gibt es vielleicht den einen oder anderen unter Euch, der sich mit dem Gedanken trägt ins Großformat einzusteigen und noch ein paar Equipment-Tipps sucht. Da es ermüdend ist, soviel Text auf einmal zu lesen, werde ich daraus wohl eine kleine Artikelreihe machen. Mehr als zwei vielleicht drei werden es aber auf keinen Fall.

Angefangen von der Idee bis hin zur ersten Aufnahme hat sich der Kauf meiner Ausrüstung hat sich über Monate hinweggezogen. Hauptgrund war vor allem die zeitaufwendige Recherche was genau benötigt wird, was sinnvoll ist usw… den es gilt auf unzählige Dinge zu achten. Selbst Kleinigkeiten, wie der Durchmesser der Objektivplatte spielt eine Rolle. Natürlich sollte auch das Preis/Leistungsverhältnis passen und welche Anlaufstellen für den Kauf in Frage kommen.

Die Kamera:
Ich habe mich für eine klassische Laufbodenkamera entschieden, die man zusammenklappen kann. Für mich waren Gewicht und Funktionalität entscheidend. Ich wollte auf keinen Fall einen großen Alu- oder Holzklotz mit mir rumschleppen. Im Rennen waren die Hersteller Toyo und die China-Fabrikate wie Shen Hao und Chamonix. Es gab noch ein paar andere Hersteller, dessen Namen ich allerdings vergessen habe. Im Grund sind die auch unwichtig, denn entschieden habe ich mich letzten Endes für die Chamonix, die direkt aus China geliefert wird. Sie wird entweder aus kanadischen Ahorn oder aus Walnuss-Holz gefertigt. Das macht die Kamera im Gegensatz zu ihren Aluminum-Pendant wesentlich leichter. Knapp 1400 Gramm wiegt sie ohne Objektiv und damit zählt sie zu den leichtesten 4x5inch Kamera auf dem Markt.

In Sachen Einstellmöglichkeiten habe ich darauf geachtet, dass die Kamera über die gängigsten Verstellwege verfügt. Rise, Fall, Swing, Shift und Tilt. Das alles lässt sich über die Front- und Heckstandarte einstellen. Einzig Rise und Fall lässt sich Hinten nicht verstellen (also das nach oben und unten schieben). Das ist aber für meine Zwecke nicht erforderlich. Wichtig sind aber der Balgen und die Objektive, die damit verwendet werden können. Der Universelle Balgen der Chamonix beispielsweise reicht von 52mm bis 392mm Brennweite. Das bedeutet, dass ihr auch bei sehr weitwinkligen Objektive keinen speziellen WW-Balgen verwenden müsst. Grundsätzlich sollte die Kamera über ein Graflok-Back verfügen. Diese Abmessungen erlauben euch auch die Verwendung von Rollfilm-Kassetten und digitalen Rückteilen, auch wenn letzteres sicherlich eine nicht ganz günstige Angelegenheit sein dürfte.

Gebrauchte Laufbodenkameras finden sich hauptsächlich auf Ebay. Vor dem Kauf sollte man sich allerdings vergewissern, wie alt die Kamera ist, wie oft sie genutzt wurde, sind alle Verstellwege leichtgängig. Ganz wichtig, ist der Balgen dicht. Lassen sich ohne Probleme auch weitwinklige Objektive nutzen. Das Grundglas sollte über eine Fresnel-Linse verfügen. Diese gewährleistet eine bessere Ausleuchtung über das gesamte Einstellbild. Ohne Fresnel-Linse ist immer eine Vignettierung des Motivs auf dem Grundglas (Einstellbild) zu sehen. Von dem Kauf einen Prismen-Suchers rate ich ab. Zwar erscheint das Bild dann richtig herum, allerdings schlucken diese riesigen Teile bis zu zwei Blenden Licht. Zudem wird die ganze Fokussierungs-Geschichte auch erschwert, da man das Teil für die Fokuslupe immer wieder abnehmen muss. Besser ist hier das klassische Einstelltuch.

Das Objektiv:
Nun, genau wie bei unseren digitalen Kameras, finden sich auch zahlreiche Objektivhersteller für das Großformat. Allerdings mit einem entscheidenen Vorteil. Es können so ziemlich alle Großformat-Objektive verwendet werden, unabhängig des Herstellers. Hier kommt es nämlich auf den Verschluss an. Dieser sitz am Objektiv und nach dessen Durchmesser richtet sich die Größe des Lochs der Objektivplatte. Hier gibt es verschiedene Verschlusshersteller. In der Regel ist dieser auch beim Kauf eines Objektives dabei und wird beispielsweise mit Copal 0, 1 oder 3 bezeichnet. Die Zahl steht dabei für den Durchmessers den Verschluss. Copal 0 steht für 35mm. Beim Kauf von Objektivplatten, wenn nicht schon dabei, müsst ihr also immer angeben für welchen Verschluss ihr die Platte benötigt. Unterschiedlich Brennweiten haben übrigens auch verschiedene Verschlüsse. So kann es gut sein, dass ein 150mm (Normalobjektiv) einen Copal 0 Verschluss verwendert, ein 210er aufgrund der Größe einen Copal 1. Hier braucht ihr dann verschiedene Objektivplatten. Ich kenne nicht alle Großformat -Objektivhersteller, aber die gängigsten wie Fuji, Nikon, Sinar, Rodenstock, Scheider, Voigtländer und Zeis. Dennoch war es keine Leichtigkeit, den für mich richtigen Hersteller zu finden. Unzählige Objektivtests und Beispielbilder habe ich durchforstet bis ich letzten Endes meinen Objektiv-Hersteller gefunden habe. Wichtig für mich ist neben der Abbildungsleistung auch das Preis/Leistungsverhältnis und hier hat mich Rodenstock einfach überzeugt. In den USA ist der Markt an gebrauchten Rodenstock-Objektiven sehr groß, auch abseits von Ebay und Co. Natürlich muss man bei einem Kauf in Übersee noch die Einfuhrsteuer in Deutschland beachten. Trotzdem hab ich die Erfahrung gemacht, dass sich der Kauf durchaus lohnt, auch einfach vor dem Hintergrund, dass der Markt in den Staaten viel größer ist. Empfehlen kann ich hier Keh.com und Igorcamera.com. Bei beiden habe ich schon bestellt und nur beste Erfahrung damit gemacht.

Abschließende noch etwas zum Thema Bildkreis. Wer bis dato mit Digitalkameras unterwegs war, hat wahrscheinlich nicht nie etwas von dem Bildkreis gehört. Die Größe dieses Kreises entscheidet im Grunde bis zum welchem Negativformat ihr das Großformat-Objektiv  ohne Probleme verwenden könnt. Mein 150mm Rodenstock hat einen Bildkreis von 231mm und kann bis zum Format 4x5inch verwendet werden. Für größeres Negativformat ist dieses Objektiv nicht geeignet, da es hier zur Vignettierung kommt. Damit ihr mit eurer Objektiv-Entscheidung nicht allein gelassen werdet, geben die Hersteller diese Informationen natürlich immer mit an. Je größer beispielsweise der Bildkreis ist, desto größer sind natürlich auch die Verstellmöglichkeiten beim empfohlenen Negativformat ohne dass es zur Abschattung kommt.

Im nächsten Teil gehts dann um Planfilmkassetten, Filme und Zubehör…

Equipment, Fotografie, Nachgedacht

Fotogeschäft oder Online-Händler?

4. November 2011

Immer wenn es um den Kauf von Fotografie-Equipment geht, dann stelle ich mir die Frage ob ich es online im Internet oder im Fotogeschäft meines Vertrauens kaufen soll.

Für mich spielen hier drei Faktoren eine Rolle. Was will ich kaufen? Wie teuer ist es und brauche ich es sofort? Nach diesen Kriterien wähle ich dann entweder den Online-Kauf oder eben den Kauf im Fotogeschäft. Die drei Faktoren hängen natürlich irgendwie zuammen. Wenn ich zum Beispiel ein neuen Kamerabody kaufe, dann mache ich das in erster Linie im Fotogeschäft. Klar, das dieser einen höheren Preis verlangt als der Online-Händler, allerdings habe ich zum einen in Sachen Garantie ein persönlichen Ansprechpartner und zum anderen kann ich mein gebrauchtes Equipment eintauschen und auch über den zu erwartenden Preis verhandeln. Zudem erhalte ich in einem guten Fotogeschäft auch eine ausführliche Beratung.  Das kann ich bei einem Online-Händler nicht. Hier würde mir der persönliche Kontakt fehlen, für den ich aber gerne bereit bin ein wenig mehr zu bezahlen.

Für den Kauf bei einem Online-Händler spricht in der Regel der günstige Preis. Diesen nutze ich hauptsächlich wenn ich Zubehör, wie Foto-Taschen, Akkus, Speicherkarten, Stative, Kugelköpfe usw… kaufen möchte. Da ich hier keine Beratung benötige – dank des Internets und der zahlreichen Webseiten (Blogs…:-)) bin ich hier bestens bedient.

Es gab lange keine neue Umfrage auf BlogTimes. Daher will ich diesen Beitrag dazu nutzen und wissen wie ihr das Ganze seht. Zwar bin ich mir bewußt, dass man die Umfrage nicht auf nur zwei Auswahlmöglichkeiten reduzieren sollte, aber es geht hier ja nur um die grobe Richtung. Ihr könnt natürlich und das würde mich freuen, eure Wahl mit Hilfe der Kommentarfunktion differenzieren – Kamera und Objektive im Fachgeschäft; Zubehör beim Online Händler oder aber euch geht es allein um den besten Preis?!

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Ach ja, bevor ich es vergesse. Wenn ihr in eurer Stadt einen Tipp für ein gutes Fotofachgeschäft oder aber auch einen guten Online Händler (außer Amazon) kennt, dann nur zu! Für Hamburg habe ich schon mal einen Tipp – Photohaus Colonnaden, selten so viel Service am Kunden gesehen.