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Fotografie, Nachgedacht

Fazit nach zwei Jahren Bilder verkaufen…

28. November 2013

Kamera-Warenkorb - via Shutterstock

Vor etwas mehr als zwei Jahren habe ich drei Beiträge über das Thema “Die eigenen Fotografie vermarkten – keine Stockfotografie” geschrieben. Grund genug mal ein Resüme zu ziehen und auch zu hören, wie es euch in dieser Zeit mit dem Verkauf der eigenen Werke so ergangen ist.

Um es gleich vorweg zu nehmen, natürlich lässt sich meine Erfahrung der letzten zwei Jahre nicht pauschalisieren und es gibt mittlerweile vielleicht auch alternative Vertriebsmöglichkeiten als die, die ich euch damals vorgestellt habe.

Als ich mit der Fotografie angefangen habe und mich selbst sicher genug fühte, dass meine Bilder auch in anderen Wohnzimmern hängen sollten, habe ich mich damals beim noch relativ frischen Online-Verkaufsdienst fineartprint.de angemeldet und die ersten Aufnahmen hochgeladen. Obgleich ich anfangs noch relativ viele Aufnahmen für den Verkauf angeboten habe, hält sich die Größe meines derzeitigen Portfolios in Grenzen. Etwas mehr als 50 Aufnahmen stehen zum Verkauf, wobei seit bestimmt einem Jahr keine aktuellen Aufnahmen mehr hinzugekommen ist. Hauptgrund ist vor allem die geänderte Preisstruktur, die sich negativ auf die Künstlerprovision auswirkt. Da mein Free-Account kein Geld kostet, lösche ich ihn aber auch nicht. Es trudeln immer mal wieder Verkäufe ein, die aber die eigentliche Provision nicht wert sind.

Andere Online-Plattformen, wie Seenby.de, Whitewall oder Artflakes  verfolgen das gleiche Schema und auch wenn die Provision hier höher ist, die schiere Anzahl der verfügbaren Aufnahmen lässt einem kaum die Chance sich über gute Ausschüttungen zu freuen. Wenngleich sich beispielsweise Seenby rühmt, dass 90 Prozent der eingereichten Aufnahmen nicht zum Verkauf zugelassen werden, so finden sich immer noch abertausende sehr gute Fotografie im gesamten Portfolio. Das macht es für den einzelnen, der vielleicht gerade mal 5 Aufnahmen zum Verkauf anbietet, unheimlich schwer überhaupt etwas zu verkaufen. Ich selbst nutze die Plattformen mittlerweile hauptsächlich um im Web  gefunden zu werden. Sollte ein Verkauf rausspringen. Ok, gerne! Ansonsten sehe ich es als kostenlose Werbung meiner eigenen Aufnahmen.

Gerade für diejenigen unter euch, die sich mit der Fotografie ein nettes Zubrot verdienen wollen um sich hier und da etwas Equipment kaufen zu können oder auch anstehende Reisen zu finanzieren, sind die derzeitigen Online-Anbieter in meinen Augen keine Anlaufadresse mehr. Die Portfolio sind geradezu übersättigt mit sehr guten Aufnahmen und wenn man selbst nicht extrem auffallende Werke produziert, geht man einfach in der Masse unter.

Einen kleinen Lichtblick gibt es vielleicht. Haltet Ausschau nach neuen Vermarktern, bei denen ihr zu den ersten im Portfolio gehört. Auch wenn sich das nur auf die Anfangsphase bezieht, hier werdet ihr die eine oder andere Aufnahme verkaufen können. Bilder über die eigene Webseite zu verkaufen halte ich persönlich für Zeitverschwendung, außer ihr seit bekannt wie ein bunter Hund in der Fotowelt. Dann könnte sich das natürlich lohnen. Ich selbst und hier kann ich offen sprechen, verkaufe nur sporadisch über meine eigene Webseite. Mag vielleicht daran liegen, dass ich kein Shop-System integriert habe. Ist mir aber ehrlich gesagt egal.

Wie verkaufe ich denn jetzt und wo!? Nun, es gehört auch ein wenig Glück dazu und am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Ich glaube, ich hatte Glück einer von sehr wenigen ausgewählten Fotografen zu sein, die mit dem Premiumdienst von Shutterstock “Offset” zusammen arbeiten können. Verkauft werden hier hochpreisige Bilder-Downloads, dessen Provision äußerst fotografenfreundlich gestaltet ist. Ich darf euch leider nicht sagen, wie hoch die Provision ist. Sie stellt aber alles in den Schatten, was ich bis dato erhalten habe. Hierauf werde ich zukünftig mein Hauptaugenmerk in Sachen Bildverkäufe richten. Wie lange das läuft und ob es gut läuft ist noch nicht abzusehen. Der Premiumdienst startete erst vor ein paar Wochen offiziell.

Ja, wie ihr seht, es ist alles andere als rosig mit den Verkauf der eigenen Aufnahmen. Es braucht zum einen viel Zeit und der Zufall spielt ebeneso eine große Rolle. Den besten Tipp, denn ich euch geben kann, ist versucht euren eigenen Aufnahmen und den Namen so weit wie möglich zu streuen. Sei es in Fotocommunities, auf Online-Verkaufsplattformen oder auf den Social Media Kanälen. Die Reichweite wird euch vielleicht den zukünftigen Erfolg bringen, auch wenn man davon sicherlich nicht reich wird. Ich hoffe, dass ich euch jetzt keine Illusion genommen habe…

Wie sind eigentlich eure Erfahrunen in Sachen Bildervekäufe? Verkauft ihr schon oder überlegt ihr noch?

*Beitragsbild von Shutterstock