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Graufilter

Equipment, Fotografie

Es gibt sie wieder – Die ND-Filterkarte

14. November 2014

BlogTimes ND-Filterkarte

Nachdem nun endlich der größte Teil meines Umzugs erledigt ist und auch mein Foto-Equipment seinen Platz gefunden hat, kann ich mich wieder mehr um den Blog kümmern. Seit der letzten Auflage und dem diesjährigen Workshop in Europa, gab es wieder sehr viele Nachfragen bezüglich der Filterkarte.  Ob und wann sie wieder erhältlich ist. Gute Neuigkeiten – es gibt wieder, allerdings in begrenzter Anzahl. Genau genommen gibt es 50 Karten inkl. Band und Versand (weltweit)

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Fotografie, Testberichte

Unfreiwilliger Test eines Vario ND-Filters

23. August 2011

In einem meiner letzten Foto-Workshops zum Thema  Langzeitbelichtung mit Graufiltern und Nachtfotografie kam der eine oder andere Teilnehmer mit sogenannten Vario-ND Filtern zum Workshop – leider wurde er so zum unfreiwilligen Tester mit ungewissem Ausgang!

Die Idee, die sich hinter den Vario ND-Filtern verbirgt, hört sich eigentlich gut an – die Umsetzung allerdings, ist leider nur halbherzig gelungen. Mit Absicht habe ich hier „Hersteller“ verwendet, denn die Probleme sind bei verschiedenen Anbietern aufgetreten.  Das Funktionsprinzip ist schnell erklärt. Durch den Einsatz von zwei Filterglasscheiben, wovon eine drehbar ist wird die Lichtdurchlässigkeit reduziert. Ein ähnliches Phänomen kann man beobachten, wenn man zwei Polfilter ineinander verdreht.

Problem Nr. 1 – Die Markierung
Da die Filterwirkung mit Verdrehen zunimmt, benötigt man zur Ermittlung der tatsächlichen Belichtungszeit , eine genaue Einteilung/Skala auf der man die Werte der Blendenstufen ablesen kann. Leider erfolgt das bei den verwendeten Filter der Marke LCW ( Fader) und Hama (Vario), nur über viele verschieden große Punkte/Kästchen. Je größer die Markierungen, desto größer ist die Filterwirkung. Das Problem ist allerdings, dass man nicht weiß, bei welcher Blendenstufe und somit Stärke der Filter sich gerade befindet. Das Zählen der Kästchen/ Punkte bringt ebenfalls nichts, weil es mehr gibt, als die Zahl der verfügbaren Blendenstufen es zulassen würde.

Problem Nr. 2 – Filterwirkung
Das erste Problem kann man vielleicht noch durch „Trial and Error“ in den Griff bekommen. Viel schlimmer ist allerdings die Filterwirkung, die zum einen nicht linear und gleichmäßig mit Verdrehen zunimmt und zum anderen eine extreme Auswirkung auf die Belichtung hat. Gerade Letzteres geht gar nicht…. Sobald der Filter in der Max Stellung ist, wird das Bild quasi irgendwie belichtet. An vielen Stellen entweder total unter- oder überbelichtet, wie man sehr schon an diesem Foto erkennen kann.

Problem Nr. 3 – Schärfe
Ich arbeite schon seit längerer Zeit mit einem B&W ND3 Filter und einen Schärfeabfall in den Aufnahmen konnte ich bis heute nicht feststellen. Das krasse Gegenteil ist der HAMA Vario Filter. Das Wort Schärfe kennt dieser Filter offenbar nicht. Ganz besonders schlimm ist der Schärfeabfall in den Ecken und Seiten. Leider habe ich keine passende Testaufnahme vom LCW Fader und kann daher die Schärfeverteilung hier nicht feststellen.

Mein Fazit:
In Anbetracht der unkoordinierten Filterwirkung beider Exemplare kann ich diese nicht für den Einsatz bei Langzeitbelichtungen empfehlen. Hinzu kommt außerdem das Schärfeproblem des Hama Vario Filters. Meine Workshop Teilnehmer waren allesamt sehr verärgert über die extrem schlechten Ergebnisse, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Aus diesem Grund empfehle ich euch den Einsatz eines hochwertigen Filter von z.B. von B&W mit einer festen Filterstärke. Auch wenn der Preis auf den ersten Blick etwas abschreckend wirkt, so werdet ihr dennoch sehr viel mehr Freude mit diesem Filter haben.

In diesem Zusammenhang möchte ich euch ebenfalls daraufhin weisen, dass nicht jeder Filterhersteller die gleichen Angaben zur Kennzeichnung der Filterstärke nutzt. Bitte nehmt daher Abstand von Filtern, die um die 30-50 Euro kosten (bezieht sich auf einen Filterdurchmesser von 77mm und mehr) und angeblich über ND3 (1.000 fach=10 Blendenstufen) oder ND4 (10.000 fach=13 Blendenstufen) verfügen. Bei den günstigeren Modellen ist die Bezeichnung oft irreführend. Soweit ich weiß, kennzeichnen sie damit nur den Verlängerungsfaktor (ND4=4x=2 Blendenstufen = irrführend). Daher empfiehlt es sich die Produktbeschreibung vorher genau durchzulesen um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen.

Bei Fragen zu Filterprodukten, bei denen ihr euch nicht sicher seit, könnt ihr diese gerne hier mit Link und kurzen Kommentar posten. Im Übrigen hat Fotograf und Blogger Stefan Groenveld (danke für das Artikelbild) diesen Filter ebenso getestet und kommt im Großen und Ganzen zum gleichen Ergebnis – erschreckend, dass so etwas verkauft wird!!!

Testberichte

Der Lee BIG STOPPER im Test

9. August 2011

Im Grund genommen gibt es zwar nicht viel zum Big Stopper zu schreiben und es ist auch schon ein paar Tage her, als ich den Big Stopper vom britischen Filterhersteller Lee testen konnte, dennoch möchte ich euch meinen persönlichen Eindruck mitteilen. 

Der Lee Big Stopper ist ein Neutraldichtefilter (allg. Graufilter) mit einem Verlängerungsfaktor von 10 Blendenstufen. Das bedeutet, dass sich die Belichtungszeit durch den Einsatz des Filters um das 1000fache verlängert. Aus diesem Grund wird er hauptsächlich bei Langzeitbelichtungen zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen ND3 (10 Blendenstufen) Einschraubfilter für das Objektivgewinde, die man vor jeder Aufnahme abschrauben muss, um den Bildausschnitt, Belichtungszeit und Fokus zu ermitteln, bedient sich dieser Filter eines anderen, viel funktionelleren Systems. Mit Hilfe eines Objektivadapters wird der Filterhalter auf das Objektiv befestigt. Hier hält der Filterhersteller für jeden gängigen Objektivdurchmesser diverse Adapter bereit. Der eigentliche Filter besteht aus einer dicken, stabilen Glasscheibe mit einer entsprechend starken Graufärbung um auf einen Verlängerungsfaktor von 10 Blendenstufen zu kommen. Zudem besitzt er auf der einen Seite eine schaumstoffartige Dichtung, die eine völlige Abdunkelung zwischen Halterung und Glassscheibe schafft. So werden potentielle Streulichter eliminiert.

Der Filter sowie der Filterhalter fühlen sich sehr wertig an und rechtfertigen somit auch den höheren Preis gegenüber vergleichbare Einschraubfilter. Den Vorteil des Filters sehe ich klar in seiner Funktionalität. So muss ich nicht ständig den Filter an- und abschrauben um mich auf die unterschiedlichen Motive, Lichtsituationen usw. zu konzentrieren. Dafür schieb ich den Big Stopper einfach in seiner Halterung nach oben, nach unten oder nehme ihn komplett heraus. Den weiteren Vorteil sehe ich im Filterhaltersystem. So lassen sich je nach erworbenen Filterkit mehrere Filter miteinander kombinieren und unterschiedliche Effekte erzielen.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch und das ist nicht der hohe Preis, sondern die sehr lange Lieferzeit von derzeit 6 Monaten. Das Problem ist, dass alle Lee Filter in Handarbeit hergestellt werden. Selbst der Grauverlauf bei den Verlaufsfiltern wird per Hand realisiert. Aus diesem Grund und der ernorm hohen Nachfrage sind derzeit Lieferzeiten von einem halben Jahr keine Seltenheit. Wer sich davon nicht abschrecken läßt, kann gerne ein Pre-Order abgeben und sich auf die Wartelistensetzen lassen.

Als Bezugsquelle kann ich euch robert white empfehlen, einen britischen Online Fotozubehör Anbieter. Soweit ich weiß, gibt es auch einige deutsche Händler. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass diese sicherlich nicht bei Verfügbarkeit zuerst beliefert werden.

Zum Zeitpunkt des Tests habe ich natürlich auch Beispielaufnahmen gemacht. Leider sind diese aufgrund eines Dateifehlers nicht lesbar. Ich kann euch aber schon soviel sagen, dass sie sich von anderen Langzeibelichtungen nicht unterscheiden. Einzig die Handhabung und die Funktion des Filters steht hier im Vordergrund.

PS: Danke an Nils für die zur Verfügungstellung des Filters.

Hier noch ein Video, dass die Handarbeit in der „Filterfabrik“ von Lee zeigt. Fotograf Mike Browne hat sich besucht…

Hat einer von Euch den Filter im Einsatz? Wenn ja, dann könnt ihr in den Kommentaren gerne ein paar Beispielaufnahmen posten.

Fotografie

Welche Objektiv-Filter sind sinnvoll?

14. Juni 2011

Die Verwendung von Objektiv-Filtern ist fast so alt wie die Fotografie selbst und obwohl es Photoshop und Co gibt, sind sie dennoch nicht ausgestorben. Doch welche Filter sind im digitalen Zeitalter noch sinnvoll?

Zu analogen Zeiten gab es neben dem klassischen UV-Filter und den speziellen Filtern für die schwarzweiss Fotografie auch Effektfilter (Gitterfilter, Weichzeichner, Vignettierung usw.) Wer gewisse Effekte in seinen Fotografien verwenden wollte, dem blieb der Einsatz dieser Filter nicht erspart.

Ich weiß zwar nicht, wie es bei Euch war, aber ich hatte selbst zu analogen Zeiten nur zwei Filter verwendet. Einen UV-Filter und einen Orange-Filter. Letzteres diente vorallem dazu den Kontrast bei schwarzweiss-Aufnahmen zu verstärken.

Beim Umstieg auf die digitale Fotografie habe ich mir drei Filter gekauft. Natürlich wieder einen UV-Filter (passend für jedes Objektiv), einen Polarisationsfilter (der Einfachheit halber Polfilter) und einen Neutraldichte-Filter oder einfach Graufilter genannt. Das sind im Übrigen auch die Filter, die ich guten Gewissens jedem empfehlen kann, der fotografiert.

Der UV-Filter: (korrekt eigentlich UV-Sperrfilter):
Dieser Filter erfüllt für mich eigentlich nur eine einzige Aufgabe und das ist der Schutz der vordersten Linse des Objektives. Der eigentliche Zweck, die Sperrung von UV-Licht zur Vermeidung von Unschärfen und Chromatischer Abberationen ( Farbsäume bei kontrastreichen Übergängen) wird durch die fortgeschrittene Entwicklung und Vergütung der Linsen bereits durch das Objektivglas erledigt. In diesem Zusammenhang möchte ich aber noch auf den Skyline-Filter hinweisen. Der macht übrigens nichts anderes als ein UV-Filter… Schützt quasi das Objektiv!

Gerade wenn ich sage, dass ich den Filter als Objektivschutz betrachte, gibt es natürlich hier und da Stimmen, die den Einsatz eher negativ betrachten. Die Abbildungsleistung des Objektivs würde sich verschlechtern oder reflektiertes Licht welches von Filter auf die Linse zurückgeworfen  wird, führt zu unschönen Lichtreflexionen usw… Ich selbst konnte bisher keinen Unterschied in Sachen Bildqualität feststellen und auch die Lichtreflexionen hielten sich bei mir stark in Grenzen. Gerade letzteres ist stark abhängig vom Lichteinfallswinkel und auch von der Verwendung der Gegenlichtblende – auch Sonnenblende genannt. Übrigens können Lichtreflexionen auch ohne die Verwendung eines Filters auftreten. Für mich bleibt er jedenfalls immer drauf.

Der Polfilter:

Was macht der Pol-Filter? Für die, die es noch nicht wissen! Die Aufgabe des Polfilter ist das Filtern von unerwünschten Reflexionen von nicht- metallischen Oberflächen wie Wasser, Glas, Kunststoffe usw…). Falls ihr mal in einen Reiseveranstaltungskatalog schaut und ihr wundert euch, warum ihr bei Meer/Strandaufnahmen bis auf den Meeresboden schauen könnt. Nun, das Bild wurde mit einem Pol-Filter erstellt. Zudem kann er auch das Himmelsblau bei entsprechenden Einfallswinkel der Sonne verstärken. Die Aufnahmen aus Island vom Wikinger-Denkmal Sólfaral zeigen das sehr gut (übrigens direkt „out-of-the-cam)

Der Einsatz eines Polfilters kann je nach Handhabung nicht nur unerwünschte Reflexionen vorbeugen, er kann sie natürlich auch verstärken. Zum Beispiel bei einer Spielgelung im Bergsee. Der Einsatz ist vielfältig und nicht nur für farbenfrohe Urlaubsbilder gedacht. Bitte achtet beim Kauf eines Pol-Filters auf die Zusatzbezeichung „zirkular“. Ich bin mir gar nicht sicher, aber ich glaube es gibt sowieso nur noch diese.

Einen kleinen Wermutstropfen haben Polfilter. Je nach Filtergröße sind sie verdammt teuer!

Der ND- oder Graufilter:
Das ist mein wichtigster (Effekt)Filter. Wie ihr sicherlich wisst, bin ich absoluter Fan von Langzeitbelichtungen. Entsprechend eingesetzt entwickeln die Aufnahmen eine Dynamik, die ich ohne Filter nur schlecht einfangen kann.

Ein ND-Filter reduziert die einfallende Lichtmenge in das Objektiv. Die daraus resultierenden veränderten Verschlusszeiten erlauben größere Blendenwerte (> f32), die ohne Filter für Langzeitbelichtungen am Tag nicht zu erreichen wären. Der Filter spielt uns also eine veränderte Lichtsituation vor. Je nach Stärke des Filters (ND-Werte von 0,3 -3,0) können bei verschiedenen Tageszeiten unterschiedliche “Dynamikeffekte” ohne Bildbearbeitung erzeugt werden.

Bei Verwendung der Filter ab einer Stärke von ND 2,0 ist nur noch eine manuelle Einstellung der Belichtungszeit möglich. Grund ist, dass die einfallende Lichtmenge einfach nicht mehr für die kamerainterne Belichtungsmessung ausreicht. Die Verwendung eines Stativs zur Erstellung von Langzeitbelichtungsaufnahmen versteht sich, denke ich, von selbst. Wer mehr über den Einsatz von Graufiltern wissen möchte, der kann sich auch gerne meinen Beitrag “Der ND-Filter (Neutraldicht- oder Graufilter)” anschauen. Neben einer Umrechnungstabelle für Belichtungszeiten findet ihr hier alles Wissenswerte über diesen Filter.

Das wars eigentlich schon. Sicherlich gibt es noch unzählige Effektfilter. Die brauch aber meiner Meinung nach kein Mensch mehr. Das lässt sich besser per Bildbearbeitung umsetzen.

Der Beitrag wäre nichts ohne die Kommentare meiner Leser. Verwendet ihr auch Filter und wenn ja, welchen?! Gerne könnt Ihr Euren Kommentar mit einem Bildbeispiel versehen. Wie das funktioniert könnt ihr hier lesen -> Bilder zu einem Beitrag hinzufügen