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Kreativ

Bücher, Fotografie

Buchrezension: „Places“ – Jim Krause

12. November 2011

Die heutige Rezension dreht sich um das Buch von Jim Krause. Es trägt den Titel „Places – Jim Krause – Ideen und Inspiration für kreative und eindrucksvolle Bilder“ und ist eines von mehreren Index-Bänden des mitp-Verlages.

Auf den ersten Blick, beim ersten Durchblick macht das über 350 Seiten starke im Panorama-Format gedruckte Buch durchaus einen interessanten Eindruck. Bevor ich mir ein Buch genauer anschaue, blättere ich es in der Regel beim ersten Mal einfach wahllos durch. Das mache ich aus dem ganz einfachen Grund, weil unsere Wahrnehmung in den meisten Fällen von bruchteilen von Sekunden entscheiden kann, ob uns ein Foto gefällt oder nicht. Und genau das ist meiner Meinung nach bei einem Fotografiebuch/Bildband, wie Places es sein möchte, das Wichtigste – Es muss gefallen…

Auszug der angesprochenen Themen:

  • Das große Ganze
  • Lebensraum für Menschen
  • Szenen des Alltags
  • Details
  • Schilder
  • Minimaler Raum
  • Am Straßenrand
  • Wald, Feld und Park
  • usw…

Das Buch wird wie folgt beschrieben…

…places ist ein Fotografie-Buch wie kein anderes. Anstatt sich auf langatmige Schritt-für-Schritt Anleitungen zu konzentrieren und Sie zum Kauf einer sündhaft teuren Profi-Ausrüstung zu anmieren….Schwerpunkt des Buches, Sie zu eigenen Meisterwerken zu inspirieren…. Perspektiven erforschen….wie sie mit Standard-Equipment beeindruckende Fotos schießen….Sie werden in die Lage versetzt, selber einzigartige Aufnahmen zu machen und faszinierende Bildkompostionen zu kreieren…. usw, usw….

Tja, soweit so gut. Hier mein zweiter Eindruck. Erstens ich habe bisher noch ein Fotobuch gelesen, welches mich zum Kauf einer sündhaft teuren Profi-Ausrüstung verleitet hat. Zweitens jeder von uns interpretiert „Standard“ anders. Wenn ich über genug Kohle verfüge, warum sollte ich mir dann nicht ein Profi-Gerät kaufen? Nur weil ich mich vielleicht im Anfangsstadium der Fotografie befinde, heißt es nicht, dass ich nur eine Einsteiger Kamera kaufen darf. Zudem wird im Buch leider nicht beschrieben, welches Standard Equipment vom Fotograf benutzt wird. Da heißt es zum einen, für diese Aufnahme hab ich ein Weitwinkel benutzt und für das andere eine Kompaktkamera. Toll, was bitte soll der Leser hier herauslesen können. Gut man sollte die Kirche im Dorf lassen, es geht bei diesem Buch in erster Linie um die Fotos und Bildkomposition und nicht um die Ausrüstung. Drittens „Sie werden in die Lage versetzt, selber einzigartige Aufnahmen zu machen und faszinierende Bildkompositionen zu kreieren…“ Ja, wenn ich an den Orten wäre, wo diese Bilder entstanden sind, ist das auch nicht soschwer. Diese wurden nämlich in den USA, Kanada und Italien aufgenommen, vorwiegend an sehr pittoresken Orten und Städtchen.  Kreativ sind die Aufnahmen, zumindest ein Großteil. Dennoch tue ich mich schwer mit diesem Buch anzufreunden, oder es gar für eigene Ideen zu nutzen. Zum einen sind es meiner Meinung nach viel zu viele Bilder und zum anderen stelle ich mir die Projektion dieser Ideen auf die eigenen Aufnahmen eher schwierig vor. Warum – ist irgendwie ein Bauchgefühl.

Zudem stört mich ein wenig die Aufteilung des Buches, denn es werden zunächst in einem Kapitel alle dazugehörigen Fotos gezeigt. Anschließend werden die einzelnen Aufnahmen in einer thumbnail Ansicht kurz besprochen. Ehrlich gesagt, hat mir das nicht gefallen. Zum einen ist die Schrift sehr klein, sodass man sich beim Lesen sehr anstrengen muss und zum anderen muss ich für die Großansicht der Bilder immer wieder ein paar Seiten vor blättern. Auf Dauer und bei knapp 320 ist mir das einfach zu lästig. Die Absicht des Autors ist, dass man sich zunächst auf die Bilder konzentriert. Das verstehe ich zwar, dennoch hätte ich mir unterhalb des Bildes die entsprechende Beschreibung gewünscht um es direkt mit dem Bild vergleichen zu können.“

Im Hinblick auf die Beschreibung der einzelnen Aufnahmen setzt der Autor auf jeden Fall vorhandene Kenntnisse in der Bildbearbeitung voraus. Diese werden nämlich nur rudimentär angesprochen. Entgegen der Aussagen des Autos bin ich der Meinung, dass sich hier Einsteiger eher schwer tun, ihre Kreativität aus den Bilder herauszuziehen, da diese im Buch grundsätzlich in der finalen Version zu sehen sind und ich der Meinung bin, dass diese erst durch die Bearbeitung wirken – nicht alle aber viele!

Fazit:
Ihr könnt euch wahrscheinlich schon denken was aufgrund des eher nicht ganz so positiven Tenors von mir kommt. Eine klare Kaufempfehlung kann ich dem Buch leider nicht aussprechen. Für Einsteiger ist das Buch nicht unbedingt gedacht, wenngleich sich die Fortgeschrittenen unter euch die einen oder anderen Ideen für eine kreative Bildkomposition rausziehen können. Die angesprochenen Themenbereiche sind durchaus interessant, allerdings werden sie mir zu undifferenziert und zu kurz angesprochen. Zudem hat mich die Aufteilung und das Layout des Buches nicht überzeugen können. Ich mag es einfach nicht, wenn man bei einem Fotografiebuch (bei dem man vielleicht noch etwas lernen könnte) immer wieder vor und zurück blättern muss. Knapp 30 Euro kostet das Buch Places – Jim Krause (Amazon Link) und bewegt sich zwar noch im Rahmen, aber überzeugen konnte es mich nicht – sorry!

Kennt ihr dieses Buch oder besitzt es vielleicht der eine oder andere von euch?

Fotografie

Kreativ mit dem Weitwinkel

7. Juni 2011

Seit mittlerweile zwei Jahren benutzte ich fast ausschließlich mein 17-55mm. An sich ist daran nichts besonderes, denn durch den Brennweitenbereich zählt es ja zu den Standard-Objektiven bei Crop-Sensoren.

Allerdings benutze ich das Objektiv zu 90 Prozent bei 17mm, was umgerechnet knapp 28mm sind. Ein ausgewachsenes Weitwinkel ist es zwar nicht, aber mit seinen 28mm zählt es zumindest schon dazu. Ab und an wünsche ich mir noch ein paar mm weniger, aber in ein neues DX Objektiv möchte ich, kurz bevor ich auf Vollformat (ich hoffe die D800 kommt bald…..) umsteige, nicht mehr investieren. Aus diesem Grund habe ich mich letzten Monat sehr gefreut, als ich mit BlogTimes Leser Nils unterwegs war und sein Nikon 10-24mm Objektiv v benutzen konnte.

Bei 10mm ist es gar nicht so leicht den richtigen Bildausschnitt zu finden, denn durch den großen Bildwinkel muss man unheimlich auf die Belichtungmessung achten. Gerade bei Motiven, die viele unterschiedliche Lichtverhältnisse beinhalten, stößt die Kamera mit ihrem „geringen“ Kontrastumfang doch schnell an ihre Grenzen. Da ich kein Fan von HDR-Aufnahmen bin, habe ich mir daher angewöhnt bei schwierigen Lichtsituationen die Belichtung um max. 1 1/2 Blenden nach unten zu korrigieren. Allerdings sollte man dies nur bei RAW Aufnahmen machen, denn diese lassen sich nachträglich noch bis zu 2 Blendenstufen verändern.

Das Weitwinkel erreicht durch die Brennweite nicht nur einen großen Bildwinkel, sondern auch eine viel größere Tiefenwirkung als Standard-Objektive. Gerade bei Landschafts- oder Architekturaufnahmen ist das ein entscheidender Vorteil,  den ich gerne ausnutze. Außerdem kann ich mit einem Weitwinkel relative lange Verschlusszeiten benutzen (auch jenseits der magischen 1/50 Sek.). Bei 17mm habe ich es zumindest mal geschafft eine 1/15 Sekunde freihand zu halten. Der dadurch erzielte Verwisch-Effekt bei bewegten Motiven gibt dem Bild eine zusätzliche Dynamik.

Auch die viel verhasste perpektivische Verzeichnung oder die mögliche sichtbare Vignettierung, die bei Weitwinkelobjektiven normal ist, kann als kreatives Stilmittel eingebunden werden und so den fotografischen Horizont erweitern.

So genug über das Weitwinkel sinniert. Wie kreativ seit ihr mit dem Weitwinkel? Gerne könnt Ihr Euren Kommentar mit einem Bildbeispiel versehen. Wie das funktioniert könnt ihr hier lesen -> Bilder zu einem Beitrag hinzufügen

PS: Hmm, obwohl die Aufnahmen fürs Web nachgeschärt wurden, erscheinen sie hier ein wenig unscharf – komisch!? Wer weiß Rat?