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Küste

Fotografie, Unterwegs

Oregon – eine Enttäuschung!?

5. Juni 2013

Westcoast - Oregon

Der Titel mag zwar auf den ersten Blick ein wenig übertrieben klingen, aber ehrlich gesagt hatten wir uns mehr von der restlichen Küste Oregons abseits der Küstenstadt Astoria, welche ganz im Norden kurz vor der Grenze zu Washington liegt, erhofft.

Für viele (Landschafts) Fotografen ist Oregon ein heiß-begehrtes Reiseziel, gerade wegen der Küstenlinie. Hey, keine Frage die Küste ist wirklich atemberaubend und immer wieder faszinierend anzuschauen aber das wars dann auch schon. Anschauen ist meistens alles, was wann man südlich bis runter nach Kalifornien machen kann. Natürlich gibt es hier und da ein paar Ecken, die sich fotografisch gelohnt haben aber jaaa, das wars auch schon.

Vor vier Tagen haben wir Astoria verlassen, nachdem wir am Abend zuvor noch das Schiffswrack von Peter Iredale fotografiert haben. Danach sollte eigentlich Cape Kiwanda, Yaquina Head Lighthouse und Thor’s Well folgen. Als Alternativprogramm waren noch ein paar Wasserfälle östlich von Portland vorgesehen, bedeuteten aber im Zweifelsfall eine sehr lange Fahrt. Cape Kiwanda war einfach nur Sch…. also vom fotografischen Standpunkt her gesehen. Es gab für Surfer und Bootsfreunde ein breites Angebot aber für Landschaftsfotografen – Nope, es war nach unseren Vorstellungen nicht fotografierbar. Also gings noch auf der Fahrt nach Newport zum nächsten Ziel – Dem Leuchtturm. Hier wollte einfach nicht das Wetter mitspielen und auch die Lage des Turm hätte nur ein „Urlaubsfoto“ zu Tage gebracht. Auf zum nächsten Fotopunkt. Noch während der Fahrt dahin dachten wir an unsere kommenden Übernachtungen in einem der langweiligsten Orte an der Westküste. Wir beschlossen daher einen kurzen Abstecher zum Hotel zu machen und nur eine Nacht zu bleiben und die weiteren zu stornieren.

Thor’s Well bot uns an diesem Tag ein positives Kontrastprogramm zum eher mauen fotografischen Vor- und Nachmittag. Wir können gut und gerne behaupten, dass wir zum richtigen Zeitpunkt dort waren, vorallem vor den später hinzukommenden Fotografen, die dieses relativ unspektakuläre „Loch“ an der Küste quasi tot fotografierten… Einer aus der Nähe stammende Fotograf erzählte uns wie er beim letzten Mal seine 5D MKII hier versenkt hatte. Es kam wohl plötzlich ne Springflut und hatte Ihn und die Kamera total aus seinen Gummistiefeln gehauen. Er nahm es offensichtlich ganz gelassen, denn er hatte sich gerade eine neue MarkIII gegönnt. Ich wäre im Dreieck gesprungen…. Wie dem auch sei, Thor’s Well war an diesem Tag das einzige Motiv, welches wir tatsächlich auch fotografierten.

Bereits am nächsten Tag ging es nach Bandon Beach. Auch hier wollten wir ursprünglich zwei Tage verbringen, doch haben uns letzten Endes dagegen entschieden. Schuld war hier nicht unser vermeintliches Unvermögen, sondern die Gezeiten. Die haben einfach nicht gepasst. Bei Bandon Beach hätten wir Abends gerne Ebbe gehabt und bei Cape Arago Flut am Mittag/Nachmittag. Es war natürlich – logisch wie sollte es auch sein, anders herum. Seit wir Astoria verlassen hatten, haben wir gerade mal eine Handvoll Aufnahmen gemacht, die aber auch nur notgedrungen…

Auf unserem weiteren Weg nach San Francisco hatten wir noch eine Übernachtung im Trinidad State Park eingelegt und verbringen anschließend nun ca. 30KM vor San Francisco die letzte Nacht bevor wir uns für restliche Reisezeit in einer der schönsten Städte Kaliforniens aufhalten werden. Immerhin können wir nun durch die neu gewonnene Zeit fast 6 Tage SF unsicher machen. Ich glaube hier gibt es so einiges an Motiven…. Doch nicht nur das, hier gönne wir uns auch etwas Ruhe – nach fast 1800 Meilen haben wir uns das verdient.

Morgen gehts daher erst mal zum Film-Entwicklungsdienst. Ich habe heute beschlossen, dass ich in SF meine bisher gemachten Großformat-Aufnahmen entwickeln werde. Die kann ich dann beruhigt durch den Scanner der Sicherheitskontrolle am Flughafen laufen lassen. Sind ja schon entwickelt. Außerdem bekomme ich so schon einmal die ersten Dia-Aufnahmen zu Gesicht und kann berurteilen ob ich bei der Aufnahme alles richtig gemacht habe. Daumen drück!!

Also mit diesem Beitrag wollte ich euch nicht zwangsläufig einen Trip an den nördlichen Teil des Pazifiks versauen aber darauf hinweisen, dass es keine Leichtigkeit ist hier zu fotografieren. Das Wetter muss mitspielen, die Gezeiten müssen passen und es darf nicht zu viel Publikums-Verkehr an den fotografischen Hotspots herrschen. Wir wurden beispielsweise am Bandon Beach von einer Horde Wildlife-Aktivsten und Enthusiasten überrascht. Infos über Fische, Vögel, Natur usw…. wollten wir uns eigentlich nicht anhören. Unser Equipment haben wir wieder eingepackt.

Die meisten (guten) Aufnahmen, die ihr in Fotocommunities oder bei der Google Suche von Oregon finden könnt, wurden von Ortsansässigen gemacht. Diese haben es natürlich einfacher und können sich raussuchen, wann es auf Tour geht.

Mein Fazit – nein unser Fazit lautet. Versprecht euch nicht zuviel (fotografisch gesehen) von Oregon.