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Laufboden

Equipment, Fotografie, Großformat

Equipment fürs Großformat…

27. Januar 2013

Auch wenn ich mich erst seit ein paar Monaten mit der Großformat Fotografie beschäftige, so gibt es vielleicht den einen oder anderen unter Euch, der sich mit dem Gedanken trägt ins Großformat einzusteigen und noch ein paar Equipment-Tipps sucht. Da es ermüdend ist, soviel Text auf einmal zu lesen, werde ich daraus wohl eine kleine Artikelreihe machen. Mehr als zwei vielleicht drei werden es aber auf keinen Fall.

Angefangen von der Idee bis hin zur ersten Aufnahme hat sich der Kauf meiner Ausrüstung hat sich über Monate hinweggezogen. Hauptgrund war vor allem die zeitaufwendige Recherche was genau benötigt wird, was sinnvoll ist usw… den es gilt auf unzählige Dinge zu achten. Selbst Kleinigkeiten, wie der Durchmesser der Objektivplatte spielt eine Rolle. Natürlich sollte auch das Preis/Leistungsverhältnis passen und welche Anlaufstellen für den Kauf in Frage kommen.

Die Kamera:
Ich habe mich für eine klassische Laufbodenkamera entschieden, die man zusammenklappen kann. Für mich waren Gewicht und Funktionalität entscheidend. Ich wollte auf keinen Fall einen großen Alu- oder Holzklotz mit mir rumschleppen. Im Rennen waren die Hersteller Toyo und die China-Fabrikate wie Shen Hao und Chamonix. Es gab noch ein paar andere Hersteller, dessen Namen ich allerdings vergessen habe. Im Grund sind die auch unwichtig, denn entschieden habe ich mich letzten Endes für die Chamonix, die direkt aus China geliefert wird. Sie wird entweder aus kanadischen Ahorn oder aus Walnuss-Holz gefertigt. Das macht die Kamera im Gegensatz zu ihren Aluminum-Pendant wesentlich leichter. Knapp 1400 Gramm wiegt sie ohne Objektiv und damit zählt sie zu den leichtesten 4x5inch Kamera auf dem Markt.

In Sachen Einstellmöglichkeiten habe ich darauf geachtet, dass die Kamera über die gängigsten Verstellwege verfügt. Rise, Fall, Swing, Shift und Tilt. Das alles lässt sich über die Front- und Heckstandarte einstellen. Einzig Rise und Fall lässt sich Hinten nicht verstellen (also das nach oben und unten schieben). Das ist aber für meine Zwecke nicht erforderlich. Wichtig sind aber der Balgen und die Objektive, die damit verwendet werden können. Der Universelle Balgen der Chamonix beispielsweise reicht von 52mm bis 392mm Brennweite. Das bedeutet, dass ihr auch bei sehr weitwinkligen Objektive keinen speziellen WW-Balgen verwenden müsst. Grundsätzlich sollte die Kamera über ein Graflok-Back verfügen. Diese Abmessungen erlauben euch auch die Verwendung von Rollfilm-Kassetten und digitalen Rückteilen, auch wenn letzteres sicherlich eine nicht ganz günstige Angelegenheit sein dürfte.

Gebrauchte Laufbodenkameras finden sich hauptsächlich auf Ebay. Vor dem Kauf sollte man sich allerdings vergewissern, wie alt die Kamera ist, wie oft sie genutzt wurde, sind alle Verstellwege leichtgängig. Ganz wichtig, ist der Balgen dicht. Lassen sich ohne Probleme auch weitwinklige Objektive nutzen. Das Grundglas sollte über eine Fresnel-Linse verfügen. Diese gewährleistet eine bessere Ausleuchtung über das gesamte Einstellbild. Ohne Fresnel-Linse ist immer eine Vignettierung des Motivs auf dem Grundglas (Einstellbild) zu sehen. Von dem Kauf einen Prismen-Suchers rate ich ab. Zwar erscheint das Bild dann richtig herum, allerdings schlucken diese riesigen Teile bis zu zwei Blenden Licht. Zudem wird die ganze Fokussierungs-Geschichte auch erschwert, da man das Teil für die Fokuslupe immer wieder abnehmen muss. Besser ist hier das klassische Einstelltuch.

Das Objektiv:
Nun, genau wie bei unseren digitalen Kameras, finden sich auch zahlreiche Objektivhersteller für das Großformat. Allerdings mit einem entscheidenen Vorteil. Es können so ziemlich alle Großformat-Objektive verwendet werden, unabhängig des Herstellers. Hier kommt es nämlich auf den Verschluss an. Dieser sitz am Objektiv und nach dessen Durchmesser richtet sich die Größe des Lochs der Objektivplatte. Hier gibt es verschiedene Verschlusshersteller. In der Regel ist dieser auch beim Kauf eines Objektives dabei und wird beispielsweise mit Copal 0, 1 oder 3 bezeichnet. Die Zahl steht dabei für den Durchmessers den Verschluss. Copal 0 steht für 35mm. Beim Kauf von Objektivplatten, wenn nicht schon dabei, müsst ihr also immer angeben für welchen Verschluss ihr die Platte benötigt. Unterschiedlich Brennweiten haben übrigens auch verschiedene Verschlüsse. So kann es gut sein, dass ein 150mm (Normalobjektiv) einen Copal 0 Verschluss verwendert, ein 210er aufgrund der Größe einen Copal 1. Hier braucht ihr dann verschiedene Objektivplatten. Ich kenne nicht alle Großformat -Objektivhersteller, aber die gängigsten wie Fuji, Nikon, Sinar, Rodenstock, Scheider, Voigtländer und Zeis. Dennoch war es keine Leichtigkeit, den für mich richtigen Hersteller zu finden. Unzählige Objektivtests und Beispielbilder habe ich durchforstet bis ich letzten Endes meinen Objektiv-Hersteller gefunden habe. Wichtig für mich ist neben der Abbildungsleistung auch das Preis/Leistungsverhältnis und hier hat mich Rodenstock einfach überzeugt. In den USA ist der Markt an gebrauchten Rodenstock-Objektiven sehr groß, auch abseits von Ebay und Co. Natürlich muss man bei einem Kauf in Übersee noch die Einfuhrsteuer in Deutschland beachten. Trotzdem hab ich die Erfahrung gemacht, dass sich der Kauf durchaus lohnt, auch einfach vor dem Hintergrund, dass der Markt in den Staaten viel größer ist. Empfehlen kann ich hier Keh.com und Igorcamera.com. Bei beiden habe ich schon bestellt und nur beste Erfahrung damit gemacht.

Abschließende noch etwas zum Thema Bildkreis. Wer bis dato mit Digitalkameras unterwegs war, hat wahrscheinlich nicht nie etwas von dem Bildkreis gehört. Die Größe dieses Kreises entscheidet im Grunde bis zum welchem Negativformat ihr das Großformat-Objektiv  ohne Probleme verwenden könnt. Mein 150mm Rodenstock hat einen Bildkreis von 231mm und kann bis zum Format 4x5inch verwendet werden. Für größeres Negativformat ist dieses Objektiv nicht geeignet, da es hier zur Vignettierung kommt. Damit ihr mit eurer Objektiv-Entscheidung nicht allein gelassen werdet, geben die Hersteller diese Informationen natürlich immer mit an. Je größer beispielsweise der Bildkreis ist, desto größer sind natürlich auch die Verstellmöglichkeiten beim empfohlenen Negativformat ohne dass es zur Abschattung kommt.

Im nächsten Teil gehts dann um Planfilmkassetten, Filme und Zubehör…