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Dies und Das, Fotografie, Nachgedacht

Aufgepasst bei Langzeitbelichtungen mit der Nikon D800 – Streifen und Punkte!

7. August 2013

Eigentlich wollte ich diesen kleinen Beitrag schon viel früher schreiben, aber akute Sommertemperaturen, Camping, Wakeboarden usw.. lassen mir nicht gerade viel Zeit fürs Fotografische. Ich glaube, dass muss auch mal sein. Kann ich ja nicht immer vor der Kiste hängen.

Der Titel sagt eigentlich schon alles, naja fast. Ich beschäftige mich ja nicht erst seit kurzem mit dem Thema, aber mit meiner alten Nikon D300 und mit der analogen Großformatkamera war und sind Langzeitbelichtungen kein Problem. Dem Aufnahmeprozess mit der Nikon D800 sollte man aber ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken. Im Großen und Ganzen geht es um einen ungewollten Lichteinfalldurch den Prismensucher der Kamera und um die Verwendung von mehreren LEE Einsteckfiltern.

Steht die Kamera ungünstig zur Sonne oder fällt während der Aufnahme seitliches Streulicht auf den Sucher, kommt es zu diesen häßlichen violetten Streifen im Bild. Das tükische daran ist, diese lassen sich durch den Blick aufs Kameradisplay vor Ort nicht sofort erkennen. Erst in dunkler Umgebung oder am Computer Monitor kommen sie ungetrübt zum Vorschein. Meistens ist es dann für einen zweiten Anlauf zu spät. Abhilfe schafft bei der D800 der kleine winzige Hebel nebem dem Sucher-Okular. Durch Betätigung wird eine Lichtschutzblende vor das eigentlich Prisma geschoben. Ist ja logisch, sagt vielleicht jetzt der eine oder andere. Mag sein, aber ich habe hierauf nie geachtet, weil ungewollter Lichteinfall mit der Nikon D300 sowieso kein Problem war. Warum sollte ich dann meine Gewohnheit ändern…Nun, dass muss ich jetzt wohl, wenn ich die D800 für Langzeitbelichtungen einsetze. Gerade bei meinen letzten USA-Reisen habe ich natürlich nicht immer daran gedacht und wurde dann natürlich gleich bestraft. Solltet ihr nun versehentlich doch mal einen violetten Streifen im Bild haben, dann ist nicht alles verloren. Eine nachträgliche Konvertierung in S/W macht es euch in der Bildbearbeitung leicht diesen „Farbstich“ zu korrigieren, denn hier arbeitet ihr ausschließlich mit Helligkeitswerten. (Klick macht groß)

Original RAW-Aufnahme Nach anschließender Bildbearbeitung

Das zweite Problem, welches bei meinem Fotobuddy Till aufgetreten ist, lässt sich nicht so einfach lösen. Zumindest haben wir bisher keine wirkliche Erklärung dafür gefunden um der ganzen Geschichte auf den Grund zu gehen. Till hatte bei einigen seiner Aufnahmen sowohl den LEE Big Stopper und einen LEE 0.9 Hard Grad Filter verwendet. Dieses Setup kommt dann in Frage, wenn einfach noch zu viel Licht vorhanden ist und ein Filter alleine keine ausreichend lange Belichtungszeiten ermöglicht. Lasst euch von dem blauen Farbstich nicht täuschen. Das ist bei LEE Filtern normal und lässt sich nachträglich wieder korrigieren. Wenn ihr aber genau hinschaut, fallen euch sofort die Lichtreflexe in den Aufnahmen auf. Wie schon gesagt, wir haben im Moment keine blassen Schimmer, was diese Fehler hervorrufen könnte. Das Filterglas war frei von Staub und Wassertropfen haben wir auf dem Filter auch nicht gefunden. Letzteres hätte sich auf der Aufnahme zudem anders bemerkbar gemacht. Ich kann an dieser Stelle nur jedem raten, der mit LEE Filter arbeitet – na, sagen wir grundsätzlich mit Filtern arbeitet – diese immer so gut wie möglich zu reinigen.

Flares - Verwendung von zwei LEE-Filter mit der Nikon D800  - Original RAWs Flares - Verwendung von zwei LEE-Filter mit der Nikon D800  - Original RAWs

An die D800 – Besitzer. Den violetten Streifen schon mal im Bild gehabt? An die LEE-Filter Besitzer  – Erzeugt die Verwendung von zwei Filtern bei euch auch solche Flares?

Testberichte

Der Lee BIG STOPPER im Test

9. August 2011

Im Grund genommen gibt es zwar nicht viel zum Big Stopper zu schreiben und es ist auch schon ein paar Tage her, als ich den Big Stopper vom britischen Filterhersteller Lee testen konnte, dennoch möchte ich euch meinen persönlichen Eindruck mitteilen. 

Der Lee Big Stopper ist ein Neutraldichtefilter (allg. Graufilter) mit einem Verlängerungsfaktor von 10 Blendenstufen. Das bedeutet, dass sich die Belichtungszeit durch den Einsatz des Filters um das 1000fache verlängert. Aus diesem Grund wird er hauptsächlich bei Langzeitbelichtungen zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen ND3 (10 Blendenstufen) Einschraubfilter für das Objektivgewinde, die man vor jeder Aufnahme abschrauben muss, um den Bildausschnitt, Belichtungszeit und Fokus zu ermitteln, bedient sich dieser Filter eines anderen, viel funktionelleren Systems. Mit Hilfe eines Objektivadapters wird der Filterhalter auf das Objektiv befestigt. Hier hält der Filterhersteller für jeden gängigen Objektivdurchmesser diverse Adapter bereit. Der eigentliche Filter besteht aus einer dicken, stabilen Glasscheibe mit einer entsprechend starken Graufärbung um auf einen Verlängerungsfaktor von 10 Blendenstufen zu kommen. Zudem besitzt er auf der einen Seite eine schaumstoffartige Dichtung, die eine völlige Abdunkelung zwischen Halterung und Glassscheibe schafft. So werden potentielle Streulichter eliminiert.

Der Filter sowie der Filterhalter fühlen sich sehr wertig an und rechtfertigen somit auch den höheren Preis gegenüber vergleichbare Einschraubfilter. Den Vorteil des Filters sehe ich klar in seiner Funktionalität. So muss ich nicht ständig den Filter an- und abschrauben um mich auf die unterschiedlichen Motive, Lichtsituationen usw. zu konzentrieren. Dafür schieb ich den Big Stopper einfach in seiner Halterung nach oben, nach unten oder nehme ihn komplett heraus. Den weiteren Vorteil sehe ich im Filterhaltersystem. So lassen sich je nach erworbenen Filterkit mehrere Filter miteinander kombinieren und unterschiedliche Effekte erzielen.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch und das ist nicht der hohe Preis, sondern die sehr lange Lieferzeit von derzeit 6 Monaten. Das Problem ist, dass alle Lee Filter in Handarbeit hergestellt werden. Selbst der Grauverlauf bei den Verlaufsfiltern wird per Hand realisiert. Aus diesem Grund und der ernorm hohen Nachfrage sind derzeit Lieferzeiten von einem halben Jahr keine Seltenheit. Wer sich davon nicht abschrecken läßt, kann gerne ein Pre-Order abgeben und sich auf die Wartelistensetzen lassen.

Als Bezugsquelle kann ich euch robert white empfehlen, einen britischen Online Fotozubehör Anbieter. Soweit ich weiß, gibt es auch einige deutsche Händler. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass diese sicherlich nicht bei Verfügbarkeit zuerst beliefert werden.

Zum Zeitpunkt des Tests habe ich natürlich auch Beispielaufnahmen gemacht. Leider sind diese aufgrund eines Dateifehlers nicht lesbar. Ich kann euch aber schon soviel sagen, dass sie sich von anderen Langzeibelichtungen nicht unterscheiden. Einzig die Handhabung und die Funktion des Filters steht hier im Vordergrund.

PS: Danke an Nils für die zur Verfügungstellung des Filters.

Hier noch ein Video, dass die Handarbeit in der „Filterfabrik“ von Lee zeigt. Fotograf Mike Browne hat sich besucht…

Hat einer von Euch den Filter im Einsatz? Wenn ja, dann könnt ihr in den Kommentaren gerne ein paar Beispielaufnahmen posten.