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Negativ

Fotografie, Großformat, Unterwegs

Chasing Icebergs – 49°39′N,54°46′W

13. August 2014

Es geht in die zweite Runde. Für alle, die erst jetzt mitlesen. Ich war im Juni, also vor knapp 2 Monaten in Neufundland unterwegs. Knapp 15 Kilo Kamerazeugs hab ich als Handgepäck ins Flugzeug mitgenommen und keiner hats gemerkt. Das ist das gute (Achtung Werbung) an meinen F-Stop Tilopa. Der kann sich nämlich zweiteilen und passt somit überall rein und glaubt mir die innerkanadischen Verbindungen haben Gepäckfächer von der Grüße einer Schuhschachtel. Im Grunde passt dort gar nichts rein… Ich werde bei meinen Reisen, neben anderen Passieren – die denken, dass man einen 23 Kilo Koffer auch als Handgepäck mitnehmen kann, immer mal wieder aufgefordert auch meinen (Foto) Rucksack neben dem Rollfeld abzustellen, damit dieser noch als letztes Gepäckstück in den Stauraum passt. Das ignoriere ich natürlich immer freundlich mit einem nicht-verständnisvollem Lächeln. Einfach mal auf Dumm machen – dann gehts schon.  Bisher hats auch immer funktioniert.

Die Hauptstadt Neufundlands – Naja, was soll ich sagen – gibt so gut wie gar nichts her. Ich will ehrlich sein, die Stadt ist schon bunt aber mehr als ein paar Instagrams sind nicht raus gekommen. 3 Nächte war ich bei Beginn meiner Reise hier. Nope, totale Zeitverschwendung.  Am 4. Tag ging es weiter nach Trinity – einem kleinen beschaulichen Fischerdorf zum ausspannen, denn wie sollte es auch anders sein, Regen und Nebel haben mir im wahrsten Sinne des Wortes die Sicht verdorben. Doch immerhin hatte ich auf meiner Fahrt dort hin ein geiles Erlebnis. Wenn man schon in Kanada ist, dann sollte man wenigstens Mal mit einem Wasserflugzeug geflogen sein, aber natürlich nicht irgendeinem. Es sollte schon ne 67er DeHavilland Beaver sein. Bekannt auch als das Arbeitstier unter den kanadischen Buschfliegern. Ich natürlich vorher gegoogelt und siehe da auf meiner Fahrtroute befindet sich Clarenville Aviation – ein kleiner Familiengeführterwasserflugzeugbetrieb!

Eigentlich wollte ich nur mal Fragen, aber nach ner halben Stunde quatschen und überlegen (soll ich oder soll ich nicht) saß ich im Flieger und unter mir klatschte das Wasser an die „Kufen“ Ähm, wie sagt man eigentlich zu den Dingern, die unter Wasserflugzeugen angebracht sind? Na, wie dem auch sei… Es platschte und klatschte ordentlich und schon hob das Teil mit mir ganz alleine ab. Für den Preis hätte ich übrigens noch zwei weitere Passagiere für Umme mitnehmen können. Da aber niemand weit und breit zu finden war, hab ich das Teil alleine gemietet. Auch wenn ich vielleicht nur ein einziges Bild verwende, aber einmal dabei sein – unbezahlbar!

Es war bedeckt, genau das richtige Wetter für Eisberge fotografieren. Was ich auf keinen wollte, war Sonnenschein., denn dieser lässt die Eisberge einfach nur weiß erscheinen und die türkisblauen Farben werden einfach nicht sichtbar. Das ist auch schon der erste Tipp. Eisberge nur bei wolkenverhangenem Himmel fotografieren. Alles andere lohnt sich nicht. Aber was erzähl ich das euch – das wisst ihr sicherlich schon.

 Trinity war ein nettes kleines Fischerdörfchen zum Entspannen, aber aufgrund des Nieselregens nichts für die Kamera. Ich hatte mir selbst nur 9 Tage Zeit für die fotografische Erkundung Neufundlands gegeben. Eigentlich reicht das auch, wenn das Wetter mitspielen würde. Wer jetzt sagt, man kann doch bei jedem Wetter fotografieren. Yep, das stimmt aber nicht wenn man mit genauen Vorstellungen auf die Reise geht. Wie sagte Feininger einmal. „Bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder unfotogenen Motiven ist es eine Kunst, NICHT auf den Auslöser zu drücken“- Recht hat er.  Sollte man öfters mal machen…

Natürlich hab ich nicht die ganze Zeit in meinem kleinen Kabuff in Trinity gesessen. Hab das Auto geschnappt und bin ans Kap Bonavista gefahren und es hat sich gelohnt. Der Himmel klärte ein wenig auf, sodass zumindest kein Nebel und Nieselregen in der Luft lag. Die Gunst der Stunde habe ich genutzt und gleich mal die Dicke Berta ausgepackt und ein paar 4×5 Aufnahmen geschossen. Die Negative liegen gerade vor mir – müssen aber noch eingescannt und bearbeitet werden. Da ich mich aber gerade in einer kleinen häuslichen Umstrukturierung befinde, musste ich erstmal mein ganzes Scannerzeugs wegpacken. Ich werde mich wohl erst nach meiner Workshop-Tour darum kümmern können. Gar nicht gut, denn eigentlich kann ich es kaum erwarten die Bilder zu sehen.

Nach Trinity folgt Twillingate, mein nördlichstes Ziel der Reise. Twillingate liegt an der sogenannten Iceberg Alley, die sich von Labrador runter nach St. John’s erstreckt. Allerdings hat Twillingate eine Besonderheit – auch die ganz großen Eisberge laufen hier auf Grund. Bedenkt man das rund zwei Drittel unter Wasser sind, dann sind das ganz schöne Brocken. Auf meiner Zodiac-Tour konnte ich aus nächster Nähe damit Bekanntschaft machen. Beeindruckend sag ich euch, doch natürlich nicht ganz ungefährlich. Wer jetzt aber denkt, dass Eis abfallen und das Boot treffen könnte, hat nur teilweise recht. Viel schlimmer ist es, wenn der Eisbergs durch herabfallendes Eis aus dem Gleichgewicht gerät und sich dreht. Dann kommen nämlich die zweit Drittel Unterwassereis zum Vorschein und dann gibts richtig eins auf die Zwölf.

Wieder an Land musste ich natürlich auch ein paar Langzeitbelichtungen aufnehmen, denn durch die Verankerung im Wasser steht der Eisberg wie ne Eins und bewegt sich nicht. Einzig das Abschmelzen über einen längeren Zeitpunkt würde zu einer Bewegung führen, aber das passiert ja nicht in fünf Minuten. Ich also mein ganzes Zeug gepackt und mich auf die Suche nach ufernahen Eisbergen gegeben. Einen ungefähren Anhaltspunkt gab mir der sogenannte Eisbergfinder, also ne Karte wo sich die Eisberge derzeit aufhalten. Ist zwar extrem ungenau, aber immerhin etwas.

Ich also losmarschiert und ich kann euch sagen, da läuft man ein Weilchen. Durch Zufall und weil ich mir in der Gegend um Twillingate einen der höchsten Punkte gesucht habe, konnte ich in einer Bucht einen dieser Riesen finden und war ganz allein. Kein Touristen, gar nichts – Nur ich, die Kamera und das Rauschen der Wellen in rund 60 Meter Tiefe. Dort, wo jetzt ein Nikon Objektivdeckel und ne Carbon Abdeckung meiner Großformatkamera liegt. Besser natürlich als ich…

Ich wollte natürlich unbedingt eine Großformataufnahme machen, doch weil ich in Anbetracht des Wetters nicht soviel Zeit hatte, musste erstmal meine DSLR für ein Foto herhalten. Außerdem konnte ich so den Bildausschnitt überprüfen, ob der mir gefällt. Nachdem ich das Foto im Kasten hatte, kam ein Windstoß und ruckzuck flog mir der Objektivdeckel aus der Hand, den ich eigentlich wieder aufs Objektiv schrauben wollte. Ich mir gesagt, scheiß egal. Kannste wieder kaufen. Nachdem ich kurz geflucht hatte, hab ich mit die 4×5 Kamera geschnappt und aufgebaut. Anschließend Licht gemessen, ein bisschen herum gerechnet aufgrund des entstehenden Schwarzschildeffekts in Verbindung mit dem Graufilter. Alles war für den ersten Schuss fertig und dann kams DICKE. Nebel zog auf und in Bruchteilen von Sekunden war die ganze Bucht vernebelt und ich stand am 60 Meter tiefen Abgrund. Na, dass war vielleicht ein Scheißgefühl.

Regen kam auch noch dazu, was mich dazu drängte alles in Windeseile zusammen zu packen. Macht das mal mit 4×5 Equipment! In der Eile flog natürlich auch noch die leichte Carbonabdeckung davon und die kostet. Shit! Wie dem auch sei, hab mich dann auf den Rückweg zum Auto gemacht und auf ne Wetterbesserung gewartet. In den darauf folgenden 5 Stunden bin ich immer wieder mal losgezogen um vielleicht doch noch das Foto zu bekommen. Letzten Endes hab ich es dann beim 5 Anlauf geschafft. Glücklich, zufrieden und mit wenig Equipmentverlust bin ich anschließend zurück zu meinen B&B.

Am nächsten Tag ging es mit einer Fahrzeit von knapp 9 Stunden wieder zurück nach St. Johns für meine Rückflug am kommenden Tag um 5 Uhr morgens. Zweck der Reise war Eisberge zu fotografieren. Das ist mir gelungen, auch wenn dies eine Reise mit den wenigsten Aufnahmen bisher war. Doch Quantität ist ja bekanntlich nicht alles.

Eisberg Saison ist von Anfang Mai bis Mitte/Ende Juni, danach fängt die Wal-Saison an. Während meiner Reise Anfang Juni waren Temperaturen Schwankungen am Tage von bis zu 15 Grad keine Seltenheit. Das Auto-Thermometer sprang regelrecht hin und her. Ich hatte Höchsttemperaturen von knapp 30 Grad und Tiefsttemperaturen um den Gefrierpunkt. Funktionskleidung ist hier am Besten geeignet!

Zum Abschluss gibts noch ein paar Bildchen, die alle mit der D800 und verschiedenen Objektiven (16-35mm und 85 AF-D) aufgenommen wurden.

Frozen-History-IV - Newfoundland

Frozen-History-VI - Newfoundland

Frozen-History-VII - Newfoundland

Two Benches - Newfoundland

Twillingate - Newfoundland

Ice Brigde - Newfoundland

Frozen-History-I - Newfoundland

Analog, Fotografie, Großformat, Unterwegs

Chasing Icebergs…

7. Juli 2014

Floatplane - Newfoundland

Kanada ist groß, das zweitgrößte Land der Erde, was man schon daran sieht, dass es sich über 4 Zeitzonen erstreckt. Bereits im letzten Jahr entstand die Idee einer Reise nach Neufundland & Labrador. Die nur 500.000 Einwohner starke Provinz im nordöstlichen Teil Kanadas ist jedes Jahr von Ende April bis Mitte Juni Schauplatz der Arktischen Eisberge, die sich nach dem Winter von den Gletschern lösen und langsam vorbei an Labrador in Richtung Neufundland ziehen, schließlich ganz abtauen und eins werden mit dem Atlantischen Ozean.

Ja, genau Eisberge wollte ich sehen, aber vor allem fotografieren. Eigentlich ist Island daran schuld. Hier habe ich vor mehr als 3 Jahren das erste Mal richtige Eisberge gesehen und wollte die Teile fotografieren, was aber mir aber irgendwie gar nicht gelungen ist. Ich gebe jetzt mal den kleinen Gletscher-Eisbergen die Schuld, die quasi nur in ihrem eignen Saft See treiben. Völlig frei und ohne störenden Hintergrund findet man sie hier nie. Zwar faszinierend aber für mich nicht fotografierbar. Die Idee hatte mich dennoch nie richtig losgelassen.

Eisberge = Antarktis. Pinguine gibts dort auch. Na, dann flieg ich eben dort hin!… Ähmm, ja hüstel – scheiß teuer der Trip. Also wieder zurück auf den Boden der Tatsachen und neues Ziel suchen. Ein bisschen recherchiert und siehe da Neufundland und Labrador liegt an der sogenannten Eisberg Allee und die ist nur zwei Flugstunden von mir entfernt. Sehr gut!

Nachdem ich letztes Jahr schon etliche Reisen hinter mir und auch der Zeitraum nicht gepasst hatte, war es dieses Jahr endlich soweit! Einige Tage vor Abreise wollte ich die Tour schon wieder absagen, weil ich für ein Kunstfestival noch viel vorbereiten musste und mir einfach die Zeit davon rannte. Doch, wenn nicht jetzt, dann wahrscheinlich nie…So stand ich nun Anfang Juni mit Wintersachen im Gepäck am Flughafen und wartete auf meinen Abflug in die Provinzhauptstadt St. John’s.

Mein Flug mit Air Canada von Ottawa sollte eigentlich Non-Stop nach St. John’s gehen, so auch die Aussage der Air Canada Mitarbeiterin bei der Flugbuchung. Ich hatte mich bei der Buchung nämlich gewundert warum der Hinflug ne knapp Stunde länger dauert als der Rückflug. Das hat mit der Zeitverschiebung zu tun, so der Air Canada Customer Service. Aha… Ich natürlich, deutsch wie ich bin… zehnmal nachgefragt! Immer das gleiche – Zeitverschiebung. Ok, Ok…. Ist ja schon gut! Habs verstanden! Am Abflugtag hatte ich natürlich dann die Gewissheit. Zwischenstop in Halifax und anschließend mit der gleichen Maschine Weiterflug nach Neufundland. Arrrrhgggg! Doch recht gehabt!

Interessant war, dass in Halifax 90 Prozent der zugestiegenen Passagiere Männer waren. Wie ich später erfahren habe, sind das Arbeiter die in Alberta auf den Ölsandfeldern arbeiten. Willkommen ihr Umweltverschmutzer, hab ich mir danach gedacht!!

Wie dem auch sei, mein Ziel der Reise war es die ankommenden Eisberge aus verschiedenen Perspektiven sowohl mit der digitalen als auch mit meiner analogen Großformatkamera zu fotografieren. Leichter gesagt als getan, den die Eisberg-Saison ist jedes Jahr ein bisschen anders. Mal mehr, mal weniger, mal größerere, mal nur ganz kleine. Ich hatte mal wieder ne ordentlich Portion Glück im Gepäck und als ich ankam, versicherten mir meine ersten Gastgeber, dass ich dieses Jahr definitiv auf meine Kosten kommen würde. Der straffe und lange Winter bescherte Neufundland und Labrador einer der größten Ansammlungen von Eisbergen der letzten 15 Jahre. Geile Sache, sagte ich mir! Es bestätigte auch schon meine Recherche mit dem Eisbergfinder, der mir jeden Tag in Echtzeit vor und während meiner Reise die Standorte der Eisberge anzeigte.

Neufundland zählt zu den noch am wenigsten fotografierten Orten der Welt. Das sieht man vor allem daran, dass nur wenige Fotos auf 500px und Co existieren. Wahrscheinlich weil für viele das Wetter einfach nicht so der Fall ist oder aber die Anreise zu weit…Keine Ahnung!. Für mich jedenfalls ganz gut, denn das bedeutet unberührte Fotonatur…..

So, das wars erstmal! Weiter geht’s im zweiten Teil der Beitragsserie Chasing Icebergs… Hier lest ihr dann meine fotografischen Erfahrung mit den Eisbergen. Warum ich ein Wasserflugzeug angemietet habe, meiner Zodiac-Tour, warum ich 5 Stunden für ein Foto benötigte und warum Fotozubehör jetzt irgendwo im Atlantik schwimmt und ich nicht!! Ach und Fotos sind dann hoffentlich auch schon zu sehen. Tipps für alle, die ebenfalls mal eine fotografische Reise nach Neufundland planen. Tipps, wann und wie man Eisberge fotografieren kann, was man noch so alles in Neufundland erleben kann …

Von Euch jemand schon mal in der Ecke gewesen?

Some Ice - Bonavista - Newfoundland

Zodiac Twillingate - Newfoundland

Somewhere in Newfoundland

St John's - Newfoundland

Large Format - Iceberg

Iceberg Bonavista - Newfoundland

Analog, Fotografie, Nachgedacht

Warum analoge Fotografie im digitalen Zeitalter?

26. November 2012

Ich weiß, die Artikelüberschrift hört sich zwar ein wenig abgedroschen an, aber ich möchte auch mal meinen Senf darüber abgeben. Immer wieder lese ich davon, wie analoge Fotografie den gesamten Aufnahmeprozess verlangsamt und aus euch einen „besseren“ Fotografen usw macht. Auch wenn ich mich wiederhole, ich hasse übrigens den Begriff Entschleunigung. Ich weiß echt nicht, wer sich diesen Mist ausgedacht hat….lassen wird das.

So, Puls wieder normal. Mein Grund des Artikels ist eigentlich nicht der Aufnahmeprozess oder dergleichen, sondern die Analoge Fotografie in der heutigen Zeit. Macht es noch Sinn damit anzufangen? Bringt es einen fotografisch gesehen in Bezug auf Bildgestaltung, Wirkung und Darstellung überhaupt weiter? Diese oder ähnliche Fragen zu stellen macht durchaus Sinn. Warum? Nun, viele von euch sind „Kinder“ der digitalen Fotografie. Haben vielleicht mit einer Kompaktkamera angefangen, sich später die erste DSLR gekauft usw… quasi nie mit einer analogen Kamera fotografiert. Ehrlich gesagt, warum auch – es gab keinen Anlass dafür! Einige von euch sind aber mittlerweile an dem Punkt angekommen oder überlegen zumindest einen Schritt in Richtung analog zu gehen. Dickes WARUM? Weil andere Fotografen es tun? Weil ich dann ein „besseres“ Verständnis für die Fotografie entwickle? Weil ich faszinierende Aufnahmen mit analogen Equipment machen kann? Weil so die Rückbesinnung zur eigentlichen Fotografie unterstreicht wird? Weil analoge Fotografie aus mir einen „besseren“ Fotografen macht? Meine ehrliche Meinung dazu… alles totaler Quatsch. Was kann ich mit einer analogen Kamera, was ich nicht auch mit der Digitalen kann? Nichts kann ich besser! Beide nehmen „Licht“ auf – einziger Unterschied, die eine auf Film, die andere auf eine Pixelfläche. Herauskommen zwei Fotografien, die im Grunde identisch sind und doch würde vielen die analoge Aufnahme besser gefallen. Warum ist das so? Was ist denn nun so faszinierend an der analogen Fotografie, dass uns zum Nachdenken anregt in diese Richtung zu gehen…

Ich kann an dieser Stelle nur für mich sprechen, denn es würde anmaßend klingen, würde ich euch meine Überlegungen und Gedanken zur analogen Fotografie vorschreiben. Ich bin, sagen wir kein „Kind“ der digitalen Fotografie. Als ich 2006 begann mich mit der Fotografie zu beschäftigen, war meine erste Kamera eine analoge Nikon F3 HP. Aufgrund des Entwicklungsprozesses, denn jeder irgendwann durchmacht, habe auch ich meine Kamera gewechselt, nur dass ich sie zudem noch gegen eine digitale Ausgabe eingetauscht habe. Sagen wir grob, ich hatte keine Lust mehr auf Wasser, Chemie.  Dieser Entwicklungsprozess schritt nun soweit voran, dass ich mir wieder eine analoge Kamera gekauft habe. Den ersten Planfilm hatte ich letztens entwickeln lassen und als ich das eingescannte Negativ auf dem PC Monitor ansah wusste ich was die analoge Fotografie für mich bedeutet. Es ist ganz allein die Wirkung, dessen Dreidimensionalität, die mich als Betrachter einfach fesselt – also quasi das Endergebnis. Der Aufnahmeprozess, angefangen von der manuellen Belichtungsmesser über die Fokussierung bis hin zum manuellen aufziehen des Verschlusses ist mir dabei völlig egal. Sicherlich es macht Spaß so zu arbeiten, aber für mein eigentliches Endergebnis ist das nicht entscheidend. Auch dachte ich immer, dass Schärfe und super viele Details für mich gerade beim Großformat am wichtigsten wären. Nein, es ist das Bild an sich – die Gesamtwirkung. Man kann die analoge Fotografie einfach nicht auf bestimmte Bestandteile reduzieren.

Ich persönlich kann jedem empfehlen, wer sich mit dem Gedanken trägt in Richtung analoge Fotografie zu gehen, es auch zu machen. Wartet nicht endlos und überlegt, ob und wann der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ist die Welt der anlogen Fotografie ist. Mein ganz persönlicher Tipp sind Mittel- und Großformatkameras. Gerade vor letzterem braucht man überhaupt keine Angst haben. Das Negativ ist nur größer!!! Sobald sich dann das erste analoge Bild, sei es auf dem PC oder gar im Druck zeigt, dann werdet ihr sehen, was ich mit der Bildwirkung meine. Ich würde mich freuen, wenn ich sich auf BlogTimes weitere Analog-Fotografen finden…

Wer von euch fotografiert denn noch analog oder hat es zumindest vor – egal ob Kleinbild, Mittel- oder gar Großformat? Das Equipment würde mich natürlich auch interessieren…