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Neutraldichtefilter

Fotografie

ND-Filter in Verbindung mit Canon Live-View – aktualisiert

30. Juni 2010

Vor einiger Zeit war ich mit Namensvetter Ronny Behnert gemeinsam auf Phototour und zwar in der nördlichsten Ecke Deutschlands – auf Sylt.

Da wir beide Verfechter von Langzeitbelichtungen sind, durfte der ND-Filter (Graufilter) natürlich nicht fehlen. Die Erkenntnis des Tages – Der LiveView-Modus von Canon ermöglicht eine Fokussierung mit aufgeschraubten ND-Filter.

Während ich mit einer Nikon D300 fotografiere, ist Ronny eher dem Canon Lager zugetan. Zum Einsatz kommt hier eine Canon EOS 40D.

Wer schon einmal mit einem Graufilter gearbeitet hat, der weiß, dass es neben verschiedenen Filterherstellern auch unterschiedliche Filterstärken gibt. Für die Langzeitbelichtungen (LZB) am Tag benötigt man, je nach Tageslichtintensität einen starken Graufilter. Zum Einsatz kam ein ND 3 Graufilter , welcher die Belichtungszeit um den Faktor 1000 (+10 Blendenstufen) verlängert. Weiterlesen

Fotografie

Der ND-Filter (Neutraldichte- oder Graufilter)

19. Juli 2009

Update vom 27.10.2012
Auch wenn dieser Beitrag schon etwas älter ist, aber anhand der Besucherzahlen ist er immer noch up-to-date. Um euch allerdings etwas neues in Richtung der Verwendung eines Graufilters zu geben, folgt einfach dem Link – Voilà, darf ich vorstellen – Mein Buch zum Thema Langzeitbelichtung und Nachtfotografie.

Einen großen Teil meiner derzeitigen Aufnahmen realisiere ich mit einem Neutraldichtefilter (ND-Filter), auch bekannt als „Graufilter“. Da ich oft gefragt werde, ob ich denn die Dynamik der Wolken oder den „Nebeleffekt“ bei Wasser in meinen Fotografien mit Hilfe der Bildbearbeitung erstelle und ich dann antworte: „Das ist so fotografiert“, ernte ich erste einmal verwunderte und fragende Blicke.

Mit diesem kleinen Beitrag möchte ich Euch über die Verwendung eines Neutraldichtefilters informieren und meine daraus entstandenen Erfahrungen mitteilen.

Was ist ein ND-Filter und wofür verwendet man ihn?

Ein ND-Filter reduziert die einfallende Lichtmenge in das Objektiv. Die daraus resultierenden veränderten Verschlusszeiten erlauben größere Blendenwerte (> f32), die ohne Filter für Langzeitbelichtungen am Tag nicht zu erreichen wären. Der Filter spielt uns also eine veränderte Lichtsituation vor. Je nach Stärke des Filters (ND-Werte von 0,3 -4,0) können bei verschiedenen Tageszeiten unterschiedliche „Effekte“ ohne Bildbearbeitung erzeugt werden.

Durch die Verwendung eines ND-Filters entsteht der Effekt der schnell ziehenden Wolken oder fließendes oder nebelartiges Wasser bei Flüssen, Seen und Wasserfällen.

Welche Stärken von ND-Filter gibt es?

Unterschiedliche Lichtsituationen brauchen verschiedene Filterstärken. Möchte man die Bewegungsunschärfe eines Wasserfalls erzeugen, ist der Einsatz eines Filter mit der Stärke 0,3 nicht gerade sinnvoll. Hier wird man es sehr schwer haben, dem Fluss das „Fliessen“ beizubringen. Man benötigt je nach Intensität des Lichts mindestens eine  Stärke ab ND 2,0 aufwärts.  Bei Verwendung dieser Filter muss allerdings die Belichtungszeit manuell errechnet werden, denn die starke „Graufärbung“ des Filters lässt hier keine von den Sensoren richtig ermittelte Belichtung zu.  Die einfallende Lichtmenge reicht einfach nicht mehr aus.

Stärke des ND-Filter Verlängerungsfaktor Blendenstufen
0,3 2x 1
0,6 4x 2
0,9 8x 3
1,2 16x 4
1,8 64x 6
2,0 100x 6,66
3,0 1000x 10
4,0 10.000x 13

Tabelle zur Berechnung der Belichtungskorrekturen

Wie verwende ich einen ND-Filter richtig?

ND-Filter entfalten ihre Stärke bei schwachen bis starken oder sehr starken Tages,- oder Kunstlicht. Bei Nachtaufnahmen zeigen diese Filter sehr wenig (Dämmerung/Blaue Stunde – Einsatz eventuell noch möglich) bis keinerlei Wirkung (Nachtstunden). Zudem sind aufgrund der vorherrschenden Lichtverhältnisse Langzeitbelichtungen bereits ohne Filter möglich.

Bei Verwendung der Filter ab einer Stärke von ND 2,0 ist wie oben beschrieben nur noch eine manuelle Einstellung der Belichtungszeit möglich. Die Verwendung eines Stativs zur Erstellung von Langszeitbelichtungsaufnahmen versteht sich, denke ich, von selbst.

Folgende Schritte sind hierbei zu beachten:

1. Motiv auswählen und ohne Filter mit Hilfe des AF fokussieren.
2. Die ermittelte Belichtungszeit merken oder aufschreiben
3. Den AF der Kamera ausschalten
4. Filter aufschrauben
5. Fernauslöser anbringen oder die Zeit des Selbstauslösers einstellen.
6. Spiegelvorauslösung einstellen – Bei manchen Kameras kann bereits das Hochklappen des Spiegels bei der Aufnahme zur ungewollten Unschärfe führen.
7. Veränderte Belichtungszeit berechnen
8. Auslösen und Freuen auf eine gelungene Langzeitbelichtung.

Kleiner Tipp:
Bei sehr starkten ND-Filter und sehr langen Belichtungszeiten lassen sich keine helleren Aufnahmen erzielen – Belichtungszeit und zunehmende Dunkelheit heben sich dann nämlich auf.


Stärke Ohne Filter Filter ND0,3 Filter ND0,9 Filter ND1,8 Filter ND2,0 Filter ND3,0
Blendenfaktor 0 -1 -3 -6 -6,66 -10

Verlängerungs-
faktor

0 2x 8x 64x 100x 1000x
Belichtungszeit 1/4000 s 1/2000 s 1/500 s 1/60 s 1/40 s 1/4 s
-ll- 1/2000 s 1/1000 s 1/250 s 1/30 s 1/20 s 1/2 s
-ll- 1/1000 s 1/500 s 1/125 s 1/15 s 1/10 s 1 s
-ll- 1/500 s 1/250 s 1/60 s 1/8 s 1/5 s 2 s
-ll- 1/250 s 1/125 s 1/30 s 1/4 s 1/2 s 4 s
-ll- 1/125 s 1/60 s 1/15 s 1/2 s 1 s 8 s
-ll- 1/60 s 1/30 s 1/8 s 1 s 2 s 16 s
-ll- 1/30 s 1/15 s 1/4 s 2 s 3 s 33 s
-ll- 1/15 s 1/8  s 1/2 s 4 s 7 s 1 min 6 sek
-ll- 1/8 s 1/4 s 1 8 s 13 s 2 min 12 sek
-ll- 1/4 s 1/2 s 2 16 s 25 s 4 min 24 sek
-ll- 1/2 s 1 s 4 30 s 50s 8 min 48 sek
-ll- 1 s 2 s 8 1 min 4 sek 1 min 40 sek 17 min
-ll- 2 s 4 s 16 2 min 8 sek 3 min 20 sek 34 min
-ll- 4 s 8 s 30 4 min 16 sek 6 min 40 sek 1 std 10 min
-ll- 8 s 16 s 1 min 4 sek 8 min 32 sek 13 min 20 sek 2 std 20 min
-ll- 16 s 30 s 2 min 8 sek 17 min 27 min 4 std 40 min

Tabelle mit veränderten Belichtungszeiten (ca. Angabe)

Tipps zur Verwendung eines Graufilter:

  • Es ist wichtig die Belichtungszeit bereits bei der ersten Aufnahme richtig zu errechnen – es könnte sein, dass man sonst das gewünschte Motiv nicht mehr fotografieren kann.
  • Es ist darauf zu achten, dass die Blendenwerte (> f 16) nicht zu hoch eingestellt werden. Je nach Qualität des Objektivs führt das zu einer minderwertigen Auflösung und Schärfe.
  • Nur hochwertige Filter benutzen und keine billigen „Glasscherben“. Empfohlene Anbieter sind B+W
    , Heliopan, Hoya und Filterscheiben von Cokin und Singh-ray (spezieller Adapter notwendig)
  • Langzeitbelichtungen erfordern Geduld und Übung – nicht bereits bei den ersten Aufnahmen verzagen.

Frozen-History-IV - Newfoundland

Fuller-Buildung-NYC-645-USA-2012

Auf meiner Webseite ronnyritschel.com findet Ihr noch weitere Bildbeispiele zum Thema Langzeitbelichtungen. Solltet Ihr Fragen zum Thema haben – nur zu!