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Niagara falls

Fotografie, Unterwegs

Meiner erster Fototrip – Niagara Falls

2. Juni 2012

Letztes Woche war es endlich soweit. Ich habe die Niagara Fälle auf der kanadischen, sowie auf der amerikanischen Seite besucht. Mein erster Eindruck – Krass. Mein zweiter – Es ist alles andere als einfach, dort mit einem Stativ durch die Gegend zu rennen.

Zwei Tage war ich bei den Fällen um die für mich besten Fotomöglichkeiten zu finden. Eigentlich wollte ich noch ein, zwei Nachtaufnahmen machen, da die Niagarafälle nachts beleuchtet sind, aber bei dem Ansturm an Menschen war das einfach unmöglich. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich zu einem relativ ungünstigen Zeitpunkt dort war. Die Amerikaner feierten gerade ihren Memorial Day und aufgrund dessen war auf beiden Seiten die Hölle los. Hotel und Motels gibt es wie Sand am Meer und wer eine Übernachtung plant, dann würde ich euch die kanadische Seite empfehlen. Die ist nach meinem Eindruck schöner gestaltet und bietet dem Besucher mehr Auswahl an Hotels, Restaurants und Nachtleben. Apropos Nachtleben, eigentlich kann man es schon als das (kleine) Las Vegas Kanadas bezeichnen…

Wie dem auch sei, ich war ja zum Fotografieren dort und unter den sprichwörtlichen Milliarden von Menschen war ich so ziemlich der einzige mit einem Stativ, was mich doch sehr gewundert hat. Ich dachte es wären viel mehr unterwegs um ein paar Langzeitbelichtungen von den Fällen zu machen. Ehrlich gesagt, hatte ich es mir leichter vorgestellt ein paar schöne S/W Bilder mit nach Hause zu nehmen. Das Problem ist die aufsteigende Gischt der Wasserfälle, die je nach Windverhältnisse entweder entlang des Flusses treibt –  was gut ist, oder an den Felsseiten nach oben gedrückt werden – was schlecht ist. Hat man letzteres, kann man im Grunde das Fotografieren vergessen. Entweder die Kamera wird derart nass oder aber die Wassertropfen werden durch die Langzeitbelichtung auf der Aufnahme extrem stark sichtbar. In Photoshop kann man das nur schwer korrigieren.

Wer überlegt die Fälle zu fotografieren, dem kann ich auf der kanadischen das Plateau direkt darüber empfehlen und/oder eine Fahrt mit dem Aufzug durch das Felsengestein nach unten, neben den Wasserfällen. Die „Attraktion heißt hier „Journey behind the falls“ und kostet knapp 15 kanadische Dollar. Lohnt sich, wenn man vorher ein wenig auf die Windverhältnisse achtet. Auf der amerikanischen Seite gibt es eigentlich nur einen guten Spot und der ist links von den Wasserfällen.

Da ich im Grunde der einzige mit Stativ war, wurde mir das auch öfters zum Verhängnis. Irgendwie dachten die Menschen wohl um mich herum, naja – wenn der ein Stativ hat, dann kann man von dort bestimmt am Besten fotografieren. So kam es dann auch – Egal wo ich stand war ich von etlichen Indern, Chinesen und Japanern umzingelt, die sich immer dann an meinem Stativ vorbeigeschoben haben, als gerade die Aufnahme lief. Ich hätte kotzen können…. Hier ein Sorry, da ein sorry… wenn die mal wieder mein Stativ zum Abstützen genutzt haben. Was bringt mir das, wenn die Aufnahme im Nachhinein verwackelt ist, arrrgh.

Das Beste war, als ich gerade meine Standort verändern wollte. Ich hatte die Stativbeine zu diesem Zweck nicht eingefahren, die Kamera in der anderen Hand und den Rucksack über eine Schulter hängen. Da kommt ein junges Paar auf mich zu und fragt mich, ob ich ein Foto machen könnte. Sag mal, haben die keine Augen im Kopf!!! Ich vollbepackt! Naja, ich bin ja dann auch nicht so, hab mein ganzes Equipment wieder in den Rucksack verpackt um ein Foto der Beiden zu schiessen….

Wer also von Euch mal plant im Rahmen einer NY-Reise einen kurzen Abstecher zu den Niagarafällen zu machen – macht es auf jeden Fall, ich kann es nur empfehlen. Falls ihr nicht ganz soviel Zeit habt und einen Fotoguide für die Hotspots vor Ort benötigt, dann lasst es mich wissen. Ich selbst werde wahrscheinlich nochmal im Herbst/Winter dort sein. War eigentlich einer von Euch schon mal da!?
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