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Nikon D800

Fotografie, Mitgemacht, People

Peoplefotografie – Mein erstes, zweites Mal….

8. September 2013

Fast genau vor zwei Jahren bin ich durch Zufall das erste Mal in Berührung mit Peoplefotografie gekommen. Damals noch als Location-Scout für Hamburg gebucht, durfte auch ich ein, zweimal auf den Auslöser drücken um mit Blitz und Model arbeiten. War schon ne geile Sache…allerdings hatte ich damals gerade mal zwei Jahre intensiv fotografiert und mein Fokus lag auf Reisen, Reisen und nochmehr Reisen…

Um eines gleich vorweg zu nehmen, ich werde mich auch weiterhin der Urbanen- und Landschaftsfotografie widmen, auch wenn der Fokus jetzt ersteinmal auf Peoplefotografie gerichtet ist. Die Frage nach dem „Warum“ ist ganz leicht zu beantworten. Auf meiner letzten Reise ist mir aufgefallen, dass ich meine Landschaftsaufnahmen hauptsächlich mit der analogen 4×5 inch Fachkamera gemacht habe. Die D800 war irgendwie nur ein Zweitbody, welcher mehr Zeit im Rucksack als auf dem Stativ verbracht hat. Da ich meine D800 aber um keinen Preis hergeben möchte, braucht Sie eine neue Aufgabe und was würde sich für 36Megapixel besser eignen als die Menschenfotografie.

Weil ich damals schon die Arbeit mit Blitzen usw… sehr geil fand, musste natürlich noch Equipment eingekauft werden. Das bedeutete Recherche und noch mehr Recherche. Ich glaube aber auch, dass ich zum richtigen Zeitpunkt eingekauft habe, denn mit den Produkten vom Chinaman konnte ich mir das nötige Equipment wenigstens leisten ohne zig Tausende ausgeben zu müssen. Hey, sicherlich muss man in Sachen Verarbeitungsqualität Abstriche machen, aber für mich ist zunächst wichtig, dass das Zeug funktioniert. Für den Anfang tuts das auf jeden Fall.

Für dieses erste Shooting habe ich entweder mit dem vorhandenen Licht oder zusätzlich mit der 60er Softox von SMDV* gearbeitet. Zum Auslösen der Blitze kamen meine neuen Yongnuo TTL-Funkauslösern 622N (Bei Amazon gerade mal um die 70 Tacken) und der Metz MB 58 AF-2* zum Einsatz. Ach, und mangels einem Standardzoom habe ich zwei Festbrennweiten  – 50mm und 85mm verwendet. Das wars eigentlich schon von der technischen Seite. Im Grunde ist die verwendete Aussattung ja auch zweitrangig, die Schwierigkeit besteht vielmehr bei der richtigen Kommunikation mit dem Model oder besser gesagt überhaupt die Kommunikation mit dem Model. Ich bin ja selbst noch der totale Anfänger und muss mich erstmal auf Einstellungen usw… konzentrieren. Reden soll ich da mit dem Menschen da vorne auch noch?? Für nen Mann ganz schöne viele Dinge auf einmal. Das muss erstmal in Fleisch und Blut übergehen. Weitere Schwierigkeit – Posen für das Model, gerade wenn sie selbst noch nie richtig vor der Kamera stand. Wahrscheinlich ist es hier leichter, erstmal mit erfahrenen Modelen zu arbeiten. Die wissen und kennen ihre Posen und man kann sich ein wenig mehr aufs Fotografieren konzentrieren.

Apropos Kommunikation, Rückmeldung braucht das Model ja auch noch. Ich könnt euch sicherlich vorstellen, nachdem man etliche Fotos gemacht hat und zwischendurch einen Blick aufs Display wirft und sein Gesicht verzieht, weil das Bild so eigentlich nicht hätte ausschauen sollen. Nicht, dass das mir passiert wäre – hehe! Es gibt da ne ganz einfache Lösung, die ich bei meiner Suche über Peoplefotografie gefunden habe. Hätte man natürlich auch so draufkommen können…. Mann solle einfach sagen „komm wir probieren noch was anders aus“ oder „lass uns mal die Location wechseln“ usw.. Es gibt da sicherlich noch mehr Sprüche, die in diesem Augenblick helfen. Mir reichten diese 🙂 hauptsache positiv bleiben..

Wie dem auch sei, zurück zu meinem Shooting. Die ganze Geschichte dauerte ungefähr zwei Stunden und ich habe etwas über 100 Aufnahmen gemacht. Diejenigen unter euch, die mich schön länger kennen wissen, dass ich grundsätzlich wenige Aufnahmen mache. Kommt wahrscheinlich noch von meinen analogen Zeit und der Landschaftsfotografie. Im Nachhinein allerdings hätte ich mal mehr machen sollen – kostet ja nix. Außerdem verpasst man so keine Gelegenheit eventuell noch bessere Aufnahmen zu erhalten. Dennoch bin ich mit der Ausbeute zufrieden und mein Model war es letzten Endes auch – das zählt!

In Sachen Bearbeitung habe ich überwiegend auf S/W gesetzt, zum einen weil bei den meisten Aufnahmen eine dicke Wolkendecke über der Location prangte und zum anderen wiel ich diesen matten S/W Stil ganz cool finde. Für die Farbaufnahmen hab ich das Crossprocessing verwendet – allerdings sind das keine Presetst von VSCO oder Co… (die werde ich mir trotzdem mal zulegen – kann ja nicht schaden).

So, genug geschaffelt hier die Bilder. Vielen Dank an dieser Stelle an die liebe Christina, die sich für mein erstes Shooting zur Verfügung gestellt hat. Ach, der Blitz inkl. Softbox kam hauptsächlich als Aufheller zum Einsatz. Für den typischen Porty-Look hatte ich meinen Jinbei FL-II 500 noch nicht – der hat mehr Power als die Systemblitze! Nächstes Mal dann…

Christina_01
Nikon D800 – 85mm f2,8 – 1/400sec – ISO 50 – Metz AF58 + SMDV60

Christina_02
Nikon D800 – 50mm f4,5 – 1/250sec – ISO 50 – Metz AF58 + SMDV60

Christina_04
Nikon D800 – 50mm f2,8 – 1/150sec – ISO 50

Christina_05
Nikon D800 – 85mm f2,0 – 1/250sec – ISO 50 – Metz AF58 + SMDV60

Christina_03
Nikon D800 – 50mm f3,5 – 1/250sec – ISO 50 – Metz AF58 + SMDV60

Christina_06
Nikon D800 – 50mm f2,0 – 1/250sec – ISO 50 – Metz AF58 + SMDV60

Christina_08
Nikon D800 – 50mm f2,0 – 1/250sec – ISO 50 – Metz AF58 + SMDV60

Christina_07
Nikon D800 – 85mm f2,8 – 1/400sec – ISO 50 – Metz AF58 + SMDV60

Christina_09
Nikon D800 – 50mm f2,2 – 1/320sec – ISO 50 – Metz AF58 + SMDV60

Christina_10
Nikon D800 – 50mm f2,2 – 1/320sec – ISO 50 – Metz AF58 + SMDV60

Equipment, Fotografie

LCDVF von Kinotehnik – Einfach nur ein geiles Teil

2. September 2013

BlogTimes-LCDVF - Lieferumfang

Vor zwei Wochen hatte ich auf meiner FB-Page gefragt, ob sich ein Blitzbelichtungsmesser lohnt und durch darauf folgende Kommentare kamen wir dank Christian Horn von Synczeit.de auf ne Display-Lupe.

Ich wollte mir eigentlich schon immer eine kaufen, denn wer kennt das Problem nicht, dass man beim anschließenden Blick aufs Display nach der Aufnahme immer blöde Spiegelungen hat. Der Display-Schutz bei Nikon Kameras verstärkt den ganzen Mist noch ein wenig mehr. Ich hab mich also auf die Suche gemacht und bin über die Hoodman Hoodloupe*, den arschteuren Zacuto Z Finder Pro* auf den LCDVF Viewfinder* von Kinotehnik gekommen. Wer glaubt, dass ich mich verschrieben habe, der irrt sich. Die Firma Kinotehnik hat ihren Sitz in Estland und vielleicht wird der Begriff „Technik“ dort so geschrieben – keine Ahnung.

Wie dem auch sei, ich natürlich gleich mal Kinotehnik angeschrieben und nach ein paar Mails konnte ich denen so ein Teil abschwatzen. Die Lieferung dauerte nicht lange und kam just in Time für ein Porträtshooting noch am selben Tag. Geliefert wurde die aus Kunststoff bestehende Lupe mit zwei verschiedenen Halterungen, welche über einen Metallrahmen verfügen. Das ist auch notwendig, denn die Lupe selbst wird durch vier kleine Magneten am Display gehalten. Eine der Halterungen ist sogar ein direkter Nachbau des Nikon Displayschutzes. Eigentlich super praktisch, allerdings hat der Nachbau keine Schutzfunktion. Es ist quasi nur der Rahmen. Wer den Nikon Displayschutz eh nicht verwendet, dem kann das aber egal sein. Ich dagegen hab das Orignalteil immer drauf und wenn ich es so anschaue, dann ist es auch nötig.

Anstatt also den Kinotehnik Nachbau zu verwenden, nutze ich nur den selbstklebenen Metallrahmen für den bereits bestehenden Displayschutz. Weiter im Lieferumfang findet sich noch ein Aufbewahrungsbeutel, ein Microfasertuch und eine belederte Augenmuschel. Gerade letzteres findet man bei anderen Herstellern überhaupt nicht. Die Lupe ist übrigens nicht nur eine simple Plastikkontruktion die einfallendes Licht vom Display abhält. Nein, sie vefügt über eine leichte Vergrößerung für eine bessere Bildbeurteilung. Das ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz, den auch die anderen vergrößern den Bildausschnitt. Allerdings ist die Magnifikation so gut gewählt, dass man mit einem Blick das komplette Display sieht – was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Der schweineteure Zarcuto Z Viewfinder hat ein noch höhere Vergrößerung, welche aber zu stark ist um das ganze Display mit einem Blick zu beurteilen. Auf Vimeo (Comparing the Viewfiner) gibt es hier ein schönes Vergleichsvideo.

Der Viewfinder von Zacuto kam für mich auch nicht in Frage, weil die passende Halterung am Stativanschluss befestigt wird und bei der Nutzung eines Battergriffs die Höhe nicht mehr passt. Außerdem ist mir die ganze Geschichte zu schwer. Die Hoodman Loupe hat ebenfalls ein Befestigungsproblem. Sie hat nämlich keine, außer ein komisches Gummiband, dass man über die gesamte Kamera stülpt… sehr strange.

Der Vorteil des LCDVFs liegt eindeutig bei der Verwendung von leichten Magneten und der großen Augenmuschel, was es super angenehm für die anschliesende Bildbeuteilung macht. Den LCDVF Viewfinder* gibt es abhängig der Displaydiagonalen in verschiedenen Größen, sowohl für Nikon- als auch für Canon Modelle sowie andere Kamerahersteller. Mit knapp 120 Euro (für die D800!) ist das Teil zwar nicht ganz günstig, kostet aber nur ein Drittel des Zacuto Z Viewfinders. In meinen Augen also jeden Cent wert  – Extrem empfehlenswert und nicht nur für Menschenfotografie geeignet!!

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BlogTimes-LCDVF - Kinotehnik 1
Die leichte Verzeichnung kommt durch die Aufahme mit dem iPhone…

*Amazon link

Dies und Das, Fotografie, Nachgedacht

Aufgepasst bei Langzeitbelichtungen mit der Nikon D800 – Streifen und Punkte!

7. August 2013

Eigentlich wollte ich diesen kleinen Beitrag schon viel früher schreiben, aber akute Sommertemperaturen, Camping, Wakeboarden usw.. lassen mir nicht gerade viel Zeit fürs Fotografische. Ich glaube, dass muss auch mal sein. Kann ich ja nicht immer vor der Kiste hängen.

Der Titel sagt eigentlich schon alles, naja fast. Ich beschäftige mich ja nicht erst seit kurzem mit dem Thema, aber mit meiner alten Nikon D300 und mit der analogen Großformatkamera war und sind Langzeitbelichtungen kein Problem. Dem Aufnahmeprozess mit der Nikon D800 sollte man aber ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken. Im Großen und Ganzen geht es um einen ungewollten Lichteinfalldurch den Prismensucher der Kamera und um die Verwendung von mehreren LEE Einsteckfiltern.

Steht die Kamera ungünstig zur Sonne oder fällt während der Aufnahme seitliches Streulicht auf den Sucher, kommt es zu diesen häßlichen violetten Streifen im Bild. Das tükische daran ist, diese lassen sich durch den Blick aufs Kameradisplay vor Ort nicht sofort erkennen. Erst in dunkler Umgebung oder am Computer Monitor kommen sie ungetrübt zum Vorschein. Meistens ist es dann für einen zweiten Anlauf zu spät. Abhilfe schafft bei der D800 der kleine winzige Hebel nebem dem Sucher-Okular. Durch Betätigung wird eine Lichtschutzblende vor das eigentlich Prisma geschoben. Ist ja logisch, sagt vielleicht jetzt der eine oder andere. Mag sein, aber ich habe hierauf nie geachtet, weil ungewollter Lichteinfall mit der Nikon D300 sowieso kein Problem war. Warum sollte ich dann meine Gewohnheit ändern…Nun, dass muss ich jetzt wohl, wenn ich die D800 für Langzeitbelichtungen einsetze. Gerade bei meinen letzten USA-Reisen habe ich natürlich nicht immer daran gedacht und wurde dann natürlich gleich bestraft. Solltet ihr nun versehentlich doch mal einen violetten Streifen im Bild haben, dann ist nicht alles verloren. Eine nachträgliche Konvertierung in S/W macht es euch in der Bildbearbeitung leicht diesen „Farbstich“ zu korrigieren, denn hier arbeitet ihr ausschließlich mit Helligkeitswerten. (Klick macht groß)

Original RAW-Aufnahme Nach anschließender Bildbearbeitung

Das zweite Problem, welches bei meinem Fotobuddy Till aufgetreten ist, lässt sich nicht so einfach lösen. Zumindest haben wir bisher keine wirkliche Erklärung dafür gefunden um der ganzen Geschichte auf den Grund zu gehen. Till hatte bei einigen seiner Aufnahmen sowohl den LEE Big Stopper und einen LEE 0.9 Hard Grad Filter verwendet. Dieses Setup kommt dann in Frage, wenn einfach noch zu viel Licht vorhanden ist und ein Filter alleine keine ausreichend lange Belichtungszeiten ermöglicht. Lasst euch von dem blauen Farbstich nicht täuschen. Das ist bei LEE Filtern normal und lässt sich nachträglich wieder korrigieren. Wenn ihr aber genau hinschaut, fallen euch sofort die Lichtreflexe in den Aufnahmen auf. Wie schon gesagt, wir haben im Moment keine blassen Schimmer, was diese Fehler hervorrufen könnte. Das Filterglas war frei von Staub und Wassertropfen haben wir auf dem Filter auch nicht gefunden. Letzteres hätte sich auf der Aufnahme zudem anders bemerkbar gemacht. Ich kann an dieser Stelle nur jedem raten, der mit LEE Filter arbeitet – na, sagen wir grundsätzlich mit Filtern arbeitet – diese immer so gut wie möglich zu reinigen.

Flares - Verwendung von zwei LEE-Filter mit der Nikon D800  - Original RAWs Flares - Verwendung von zwei LEE-Filter mit der Nikon D800  - Original RAWs

An die D800 – Besitzer. Den violetten Streifen schon mal im Bild gehabt? An die LEE-Filter Besitzer  – Erzeugt die Verwendung von zwei Filtern bei euch auch solche Flares?

Analog, Fotografie, Großformat, Nikon D800

Nikon D800 vs 4×5 Großformat Negativ…

15. Dezember 2012

Ich hatte bereits angekündigt die Aufnahmen der Nikon D800 mit dem 4×5 inch goßen Negativ meiner neuen Großformatkamera in Sachen Auflösung, Schärfe, Details und Bildwirkung zu vergleichen. Ich möchte an dieser Stelle vorwegnehmen, dass der Vergleich im Grunde kein Vergleich sein kann, denn  sonst könnte man auch genauso gut Apfel mit Birnen vergleichen. Ich werde auch in den nächsten Zeilen nicht zu sehr in die technische Tiefe gehen. Wir können das aber gerne mit Hilfe der Kommentarfunktion gestalten – gezielte Fragen lassen sich so besser beantworten. Ach, und ja ich werde meine D800 behalten!

Ich glaube man sollte sich auch völlig von dem typischen Gedanken frei machen man könnte analoges Filmmaterial mit digitalen Aufnahmen in Sachen Megapixel, Auflösung usw. vergleichen. Es sind zwei komplett verschiedene Aufnahmemedien und so sollten sie auch betrachtet werden. Natürlich schwingt auch immer der Gedanke der Auflösung/Details im Raum, aber beide Medien lassen Vergrößerungen und Drucke zu, die weit ab von den typsichen 20x30cm Abzügen sind. Hinzu kommt außerdem, dass ein 4×5 Negativ-Scan seine völlige Auflösung nur mit Trommelscannern erreicht, dessen Anschaffung allerdings liegt fernab jeglicher finanziellen Preisvorstellungen. Je nach Anzahl der einzuscannenden Negative kann selbst ein Scanservice zu einem extremen Kostenfaktor werden. In der Realtität nutzen daher viele einen Flachbettscanner, wie den Epson V700 und ich sage, das reicht auch!

Ich habe versucht einen identischen Bildausschnitt beider Aufnahmen zu wählen. Das ist gar nicht mal so einfach, denn um an das 4×5 Format (was ziemlich geil ist…) heranzukommen, müsste man entweder zwei/drei digitale Aufnahmen der D800 zusammen basteln oder aber ein größeres Weitwinkel nehmen und hieraus den 4×5 Ausschnitt wählen. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Vorteil bei Verwendung eines starken Weitwinkel ist, man benötigt nur eine Aufnahme. Nachteil, man verliert Auflösung beim anschließenden Beschnitt des Bildes. Vorteil der ersten Variante mit mehreren Aufnahmen ist, das man eine erhöhte Auflösung der Gesamtaufnahme erhält, aber eben doch einiges mehr in der Bearbeitung ins Bild investieren muss. Auch während der Aufnahme muss man einiges beachten. Ich wollte nicht ewig mit der Bildgestaltung verbringen, also kam für mich nur ersteres in Betracht, also die Verwendung des Weitwinkels mit einer einzigen Aufnahme. Letzten Endes hat die digitale Aufnahme durch den Anschnitt etwas mehr als 30 Megapixel – immer noch völlig ausreichend.

Ihr seht schon, dass die Aufnahmen im direkten Vergleich im Bildinhalt nicht 100 prozentig identisch sind. Das geht auch gar nicht, da ich bei der digitalen Kamera kein Tilt-Shift Objektiv habe, welches mir bereits bei der Aufnahme die stürzenden Linien entfernt. Durch den niedrigen Aufnahmestandort kommt es bei der Verwendung eines normalen Weitwinkelobjektivs immer zu stürzenden Linien, wenn die Kamera nach oben ausgerichtet wird. Ergo, muss ich es nachträglich in der Bearbeitung machen und hier kann es dann zur Proportionsverschiebung kommen siehe Brückenpfeiler. Die Fachkamera kann dagegen durch die Verstellwege des Balgens usw.. diese Sachen ausgleichen. Ehrlich gesagt ist das aber auch völlig wurscht, denn der Betrachter sieht eh nur das finale Bild und kann gar nicht wissen, ob der Pfeiler jetzt dicker oder dünner ist. Das 4×5 Negativ habe ich übrigens mit 24Bit und 3200dpi eingescannt und anschließend von 85 Megapixel bei 400MByte auf etwas über 45 Megapixel und 130MByte verkleinert. Der Grund der anschließenden Verkleinerung liegt darin, dass ich dadurch im späteren Verlauf der Bearbeitung eine bessere Schärfe erreiche.  Sicherlich könnte man auch eine höhere dpi Zahl nutzen, allerdings bläht das nur die Aufnahmen in Sachen Megapixel auf und einen wirklichen Qualitätssprung zu 4800dpi oder gar 6400dpi konnte ich jetzt nicht feststellen. Die Datenmenge wird nur größer und ehrlich gesagt hab ich auf 1 Gig Dateien keine Lust. Da kann ich mir ja gleich ne Serverstation in die Wohnung stellen.

Die Schärfe beider Aufnahmen sind für sich genommen nicht zu beanstanden. Ich kann hier keinen Unterschied feststellen. Sowohl die D800 als auch das 4×5 Negativ liefern klasse Ergebnisse. Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass die digitale Aufnahme mit dem 16-35mm f4 Nikon Objektiv (Man ließt ja immer wieder, wie schlecht das Teil ist –  ich kann mich aber nicht beschweren) und analoge Aufnahme mit einer 75mm Festbrennweite von Rodenstock (bekannt durch hervorragende Abbildungsleistung) aufgenommen wurde. Ja, ich muss zugeben, ich hätte ehrlich gedacht das Rodenstock-Objektiv würde in Sache Schärfe noch einen drauf legen – Ist aber nicht der Fall. Hier spielt natürlich auch noch die Filmkörnigkeit und die Scan-Auflösung eine Rolle. Während die digitale Aufnahme bei ISO 400 natürlich kein Helligkeitsrauschen aufweist, so zeichnet das sehr ferne Korn des Kodak Portra 400 die Flächen ein wenig unsauberer (ist vielleicht das falsche Wort mir fällt aber grad nichts besseres ein). Beim Film ist das ja normal. Ich denke ein 100er ISO Film wird hier nochmal um einiges besser sein. Die Kantenschärfe dagegen ist tadellos. Ich komme zu dem Schluss, die Schärfe beider Aufnahmmedien lässt sich nur bedingt vergleichen, sagt also in meine Augen nichts darüber aus, welche Medium die bessere Bildqualität bietet.

Kommen wir nun zu den Details im Bild. Nach dem ersten Scan vom Labor war ich ein wenig überrascht, vielleicht auch etwas enttäuscht, dass die Mehr-Details (die ich mir von einem Negativ erhofft habe) gegenüber dem digitalen Pendant nicht festzustellen war. Ist die D800 wirklich so gut wie ein Großformatnegativ? Nun, seit ein paar Tagen habe ich den Epson V700 und auch wenn ich ihn nicht mit einem Trommelscanner vergleichen kann, hatte ich doch ein kleines Wow-Erlebnis. Hier war er nun, auch wenn er sehr klein ist, – der Detail/Dynamik-Vorsprung gegenüber der digitalen Kamera. Nicht, dass ich ihn erzwingen wollte aber es ist eine Art Bestätigung, dass so sehr ich meine D800 auch schätze, sie nicht an ein Großformat-Negativ in Sachen Details/Dynamik heran kommt. Wohlgemerkt an dieser Stelle, der Scan mit einem Flachbettscanner! Mit einem Trommelscanner lässt sich natürlich noch einiges mehr rausholen. Auch muss man sagen, dass die Aufnahmen nacheinander aufgenommen wurden und daher die Lichtbedingungen unterschiedlich waren. Natürlich werde ich jetzt meine D800 deswegen nicht in die Tonne kloppen..

Auch wenn ich sowohl Auflösung,Qualität als auch die Schärfe beider Medien nur bedingt vergleichen kann,so gibt es noch einen weiteren Faktor, der für mich ebenfalls eine Rolle spielen. Die Bildwirkung beispielsweise? Ganz genau, es ist die Wirkung des Bildes auf den Betrachter, aber reicht das um sagen zu können 4×5 schlägt die D800 oder umgekehrt!? Ehrlich gesagt ich kann diese Frage nicht mit einem Ja oder Nein beantworten, denn dies muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich persönlich gewinnt die analoge Aufnahme die Bildwirkung, weil Sie in meinen Augen dreidimensionaler und authentischer wirkt. Mit dem Kontrastumfang hat das weniger zu tun. Hier würde ich glatt sagen, dass sich beide Medien nichts nehmen, auch wenn jetzt irgendwelche Rechenschieber behaupten das Negativ kann mehr. Wenns so ist, schön – mir egal. Die D800 schafft mehr als 14 Blendenstufen und das ist schon ne Hausnummer. Ich bin mir gar nicht sicher, ob das Negativ mehr kann. Bekanntermaßen verläuft die Verlaufskurve der Tonwerte des Negativs nicht liniar von Schwarz nach Weiß, sondern läuft dem jeweiligen Ende der Tonwertskala eher bogenförmig zu. Rechnet man diese auf das Zonensystem um, zeigt sich dies in der  feineren Darstellung der Tonwerte in den Zonenwerten von 8-9 (nicht ganz reines Weiss) und 1-2 (nicht absolutes Schwarz). Diesen, ich drücke es mal vorsichtig aus, vermeintlichen Vorteil kommt nur in während der Bildbearbeitung zum Zug. Rein subjektiv war der Bearbeitungspielraum beim Negativ ein wenig höher. Damit meine ich die  beispielsweise, dass die Regler für Helligkeit und Kontrast sich viel stärker verstellen ließen um den gewünschten Effekt auch beim digitalen Pendant zu erreichen.

Irgenwie kann man es wenden und drehen wie man will, aber gerade die Möglichkeiten der Bildbearbeitung relativieren meiner Meinung nach auch wieder die so tolle Tonwertkurve des Negativs, da ich in diese Werte eingreife und diese nach meinem Geschmack verändere. Schlussendlich kann ich als Betrachter den Unterschied in der Tonwertkurve zwischen Analog und Digital sowieso nicht sehen. Zuviel hab ich hier in der Bildbearbeitung eingriffen. Im Druck verhält sich das vielleicht wieder ganz anders und man sieht eventuell einen feinen Unterschied in den Lichtern und Schatten. Meine Erfahrungswerte halten sich hier aber in Grenzen, sodass ich hier keine Aussage treffen kann.

Mein Fazit ist also. Es gibt keinen Verlierer sondern nur zwei Gewinner. Was übrig bleibt ist die individuelle Wahrnehmung/Wirkung jedes Einzelnen auf das Bild – egal ob es sich dabei um ein digitales oder analoges Bild handelt. Vielleicht spielt beim Analogen auch noch der Gedanke der anfänglichen Fotografie mit – So wurden schon vor 100 Jahren Aufnahmen gemacht? Ich weiß es nicht. Was ich allerdings weiß ist, dass ich zukünftig beide Medien nutzen werde. Mal sehen ob sich früher oder später mehr eine Richtung ins Digitale oder Analoge abzeichnet. Eines ist aber sicher, wenn jemand von Euch mit den Gedanken spielt in Richtung analoge Fotografie zu gehen, dann wartet nicht allzulange damit. Es kann gut sein, auch wenn es nicht vollständig vom Markt verschwinden wird, das Filmmaterial immer schwerer zu bekommen sein wird. Günstiger wird es sicherlich auch nicht mehr. Fangt auch nicht mit dem 35mm Film an das wird euch nicht glücklich machen. Es sollte mindestens Mittelformat, wenn nicht Großformat sein. Erst hier zeigt sich der WOW-Effekt beim Betrachten der Bilder. Erst beim Großformat zeigt sich auch in Bezug auf eine D800 ein Unterschied. Das analoge Mittelformat steckt die locker weg.

Ich muss zugeben, ein wenig überrascht vom Ergebnis, wie gut doch die D800 bildqualitätstechnisch gegenüber so einem fetten Negativ abschneidet, war aber ich schon. Nach längerem Betrachten, bin ich aber überzeugt, dass sich gerade für meine (Stadt) Landschaften der analoge Brummer besser eignet. Hinzu kommt außerdem der Faktor „Hey, mit was für eine Kamera fotografierst du denn da….“ Ihr versteht sicherlich, was ich damit ausdrücken möchte. Zukünftig werde ich wohl noch ein wenig mit verschiedenen Filmtypen experimentieren müssen um das für mich richtige Wahl zum passenden Motiv zu finden.

Wer sich jetzt die Frage stellt, soll ich auch mit der analogen Fotografie, beispielsweise dem Großformat anfangen? Mein Antwort ist „Ja“, aber beachtet dabei, dass es zum einen zeitaufwendig ist und das Equipment in der Preislage einer erstklassigen Digitalkamera (inkl. Scanner) liegt. Ich werde in den nächsten Tage versuchen mein Großformat-Equipment in meine Fototasche aufzunehmen. Dort könnt ihr euch dann ein Bild vom Umfang machen, was für den Start benötigt wird.

Oh man, eigentlich mag ich gar nicht so lange Texte schreiben, geschweige denn lesen. Ich wollte es aber auch nicht in zwei Teile aufteilen…