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Fotografie

Analoge Langzeitbelichtungen – So klappts auch mit den Negativen

3. Dezember 2013

Siegessäule,*4x5 - 018 GER 2013

Seit mehr als einem Jahr beschäftige ich mich jetzt nun mit dem analogen Großformat und was soll ich sagen, ich finds immer noch affengeil. Bin sogar mehr denn je fasziniert von der analogen Fotografie, als zu Beginn meiner fotografischen Karriere. Kleinbild oder gar Mittelformat finde ich dagegen nicht so spannend. Mittelformat eventuell mit der richtigen Kamera und ein paar netten Objektiven.

Wie dem auch sei, der Grund für den Artikel sind Leserfragen und daher möchte ich euch im Rahmen eines Beitrags meine Antwort geben. Im Großen und ganzen drehen sich die Fragen, wie ich denn die korrekte Belichtungszeit bei meinen analogen Langzeitbelichtungen ermittle, welche Filme und welche Hilfsmittel ich verwende. Was für den Planfilm einer Großformatkamera, gilt natürlich auch für Aufnahmen im Mittel,- oder Kleinbildformat. Daher bitte nicht daran stören, dass ich in den nächsten Zeilen immer vom Großformat sprechen werde.

Folgende Filme kommen derzeit bei mir zum Einsatz

Schwarzweiß-Negativ
Kodak T-Max 100*
Ilford FP 4 Plus* (125 Iso)

Farbnegativ
Kodak Portra 400*
Kodak Ektar 100
*

Farbdiapostiv
Fuji Velvia 100*
Fuji Provia 100F*

Gerade am Anfang steht man vor der Frage, welche Belichtungszeit ich nehmen soll, denn auch wenn die Filme unterschiedlicher nicht sein könnten, eines haben Sie gemeinsam. Die Reziproziät auch Schwarzschildeffekt genannt. Es bedeutet, dass mit zunehmender Belichtungszeit die Lichtempfindlichkeit des Filmes abnimmt. Wann diese Reziprozität beginnt, hängt vom verwendeten Film ab. Sie kann bereits bei 1 Sekunde (SW-Negative) oder aber erst bei 2 Minuten (Farbdiapositiv) zuschlagen. Wie lange die anschließende „Zusatzbelichtung“ dauert hängt ebenso vom verwendeten Film ab.

Wie ihr seht, sind hier viele Fehlerquellen möglich, die einem die analoge Aufnahme gründlich versauen könnte. Da Planfilme sehr teuer sind, wollte ich mir natürlich eine lange Try and Error Phase ersparen. Also habe ich mich auf die Suche nach Infos gemacht, doch gefunden habe ich nur sehr wenig. Hauptgrund ist, dass die Hersteller hierüber wenig Infos rausgeben, da man sie sonst zur Rechenschaft ziehen könnte, wenn es mit der Belichtungszeit doch mal nicht klappen sollte und der Film hinüber ist. Wir kennen ja alle den Fall, bei dem eine Amerikanerin ihre Katze in der Mikrowelle getrocknet hat stand ja nicht explizit in der Anleitung, dass man das nicht machen sollte. Gut, jetzt findet man einen Warnhinweis.

Tempodrom,*4x5 - 021 GER 2013

Zurück zum Thema. Die Korrektur der Belichtungszeiten sind meine ganz persönlichen Erfahrungen, mit denen ich aber immer gut gefahren bin. Bisher habe ich noch keinen Planfilm dermaßen unterbelichtet, dass er nicht zu retten gewesen wäre. Ziel einer korrekten Belichtung von analogen Bildmaterial sollte immer auf die Schatten gehen. Ist hier keine Zeichnung vorhanden, geht nichts mehr mit aufhellen. Schwarz bleibt schwarz. Dagegen sind die Lichter genügsam. Das ist auch der große Vorteil von Negativfilm. Selbst wenn auf dem Negativ zu wenig Zeichnung zu sehen ist… hier geht immer etwas. Ausnahme bilden Farbpostive. Diese sind in Sachen korrekte Belichtungszeit etwas zickig. Sie benötigen schon genauere Belichtungswerte.

Meine Faustregel bei S/W und Farbnegativen ist immer 2-4x Mal solange belichten wie ihr die ursprüngliche Belichtungszeit ermittel habt. Im Bereich von 1-5 Sekunden würde ich immer doppelt solange belichten. Das reicht hier dicke aus. Errechne ich einen Ausgangswert ab 15  Sekunden belichte ich grundsätzlich 4 mal länger. Meine längste Aufnahme kam so auf 8 Minuten, wobei der Belichtungsmesser ursprünglich 120 Sekunden angezeigt hatte.

The Gate - San Fransisco,*4x5 - 018 - USA 2013

Die „neuen“ Farbdiapositive haben wirklich excellente Belichtungseigenschaften. Hier gibt der Hersteller Fuji sogar an, dass bei Belichtungszeiten von bis zu 2 Minuten kein Schwarzschildeffekt auftritt , also auch keine Verlängerung der Belichtungszeit nötig ist. Das ist natürlich super, da man sich keine Gedanken über die korrekte Zeit machen muss. Ab zwei Minuten wird die doppelte Belichtungszeit vorgeschlagen. Mehr als 8 Minuten sollte man allerdings keine Diapositive belichten. Hier kommt es dann zu Farbschiebungen usw….

Apropos Belichtungsmesser. Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen, die keinen Belichtungsmesser ala Sekonic usw.. verwenden. Ich nutze nach wie vor mein Iphone und betrachtet man die Bilder, kann ich mich nicht beschweren. Zumal mit die passenden Iphone-App (Pinhole Assist) auch für viele Filmtypen die Reziprozität berechnet. So habe ich zumindest einen guten Anhaltspunkt für die Belichtungszeit. Erscheint mir die berechnete Zeit zu wenig, geb ich einfach noch 10-30 Sekunden dazu. Bei Belichtungen im Minutenbereich ist das der Aufnahme sowieso egal. Hauptsache nicht unterbelichten, denn absaufende Schatten im Negativmaterial ist für den Betrachter viel störender als ausfresseden Lichter sofern sie überhaupt auftreten.

Achja, bevor ich es vergesse. Bei allen Filmherstellern finden sichimmer noch passende Korrekturfilter für lange Belichtungzeiten. Ich verwende keinen Filter, auch den berühmten Centerfilter fürs Großformat nicht. Die gerade beim Weitwinkel enstehende natürlich Vignettierung nutze ich entweder als Gestaltungsmittel oder aber ich retouchiere sie in PS raus…

Ich hoffe, ich konnte dem einen oder analogen Fotografen etwas weiterhelfen. Fragen einfach in Form eines Kommentars posten. Dann haben alle Leser etwas davon.

Two Cars - San Francisco,*4x5 -- 020 USA 2013

Lights - San Francisco,*4x5 - 017 USA 2013

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Making of Bild der Siegessäule in Berlin…

Equipment, Fotografie, Testberichte

Sigma 35mm f1.4 Art Serie – Erfahrungsbericht

14. Juni 2013

Sigma 35mm 1.4 Art-SeriesSigma war so nett mir ein 35 mm f/1,4 DG HSM* aus ihrer neuen Art Serie zum Test zur Verfügung zu stellen. Der Objektivhersteller führt gerade drei neue Produktlinien ein, die auf die den Namen Art, Contemporary und Sports hören. Das 35mm ist das erste aus der Art Serie und soll dem Profi- und Hobbyfotografen für künstlerische Zwecke dienen. Die Objektive aus diesen Serien sind mit einem optionalen USB Dock kompatibel. Über eine Software kann die Firmware aktualisiert, der Fokus und Bildstabilisator angepasst werden. Diese Möglichkeiten gab es so noch nie. So viel erstmal zum Werbetext.

DxOMark und andere Tests/Meinungen im Internet sprechen dem Objektiv eine hervorragende optische Leistung, auch für hochauflösende Kameras, zu. So war ich also gespannt das Objektiv selbst mal auszuprobieren.Zwei Wochen war das Sigma nun fast durchgängig an meiner Nikon D800. Durch das Weitwinkel und die große Blende ergibt sich eine besondere Optik. Einerseits hat man viel auf dem Bild und trotzdem geht der Hintergrund schön in die Unschärfe über. Mein erster Eindruck war überraschend wie weitwinkelig 35mm doch sind. Verstärkt wurde der Eindruck sicherlich adurch, dass ich in letzter Zeit fast nur das 105mm Macro auf der Kamera hatte.

Bereits beim Auspacken fällt einem das schicke Aussehen des Objektivs auf. Es ist schön schlicht und in schwarz gehalten, fühlt sich gut und hochwertig an. Es sieht aus, als ob es komplett aus Metall gefertigt wurde – ist es aber nicht. Objektiv Mittelteil und Filtergewinde sind aus Kunststoff. Das wird sich wahrscheinlich aber nur auf die Langlebigkeit auswirken. Der Fokusring ist schön griffig, läuft aber doch recht schwergänig. Gelegentlich fotografiere ich am Boden sitzend der liegend oder halte die Kamera akrobatisch fest. Dabei macht sich die Schwergängigkeit doch bemerkbar. Nikon Objektivbesitzer müssen sich übrigens umgewöhnen, den Drehrichtung um den Fokus von Nah-Fern ist genau anders herum (Canon User dagegen nicht….). Der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier und so drehe ich immer wieder in die falsche Richtung. Ein Blick ins Handbuch sagt mir außerdem, dass keine Wetterfestigkeit vorhanden ist. Naja, immerhin wird es gleich anfangs erwähnt ohne später böse Überraschungen erleben zu müssen. Wie auch beim Nikon Pendant geht die kleinstmögliche Blende bis f16. Auch wenn Diffraction (Beugungsunschärfe) schon ab Blende 11 los geht, so möchte man gelegentlich im Kampf um längere Belichtungszeiten die Blende noch weiter schließen. Zum Lieferumfang gibt es noch eine gut funktionierende Tasche und eine Sonnenblende.

Der erste Ausflug mit dem Sigma ging in den Wald. Vormittags war es vom nächtlichen Regen noch recht feucht, wo ich mir normalerweise keine Gedanken drüber mache, musste ich nun aufpassen kein Wasser auf das Objektiv zu bekommen. Als ich die Kamera mit dem aufgesetzten Sigma aus dem Rucksack hole, ist kein Deckel mehr drauf. Das ist mir mit den Nikon Deckeln noch nicht passiert. Keine große Sache, aber vielleicht sollte man den Sigma Deckel einfach gegen einen von Nikon tauschen. Ich ließ es mir nicht nehmen, die ersten Bilder mit f1.4 aufzunehmen schöne Freistellung. Um aber eispielsweise einen Baum im Wald vom „Hintergrund“ zu trennen, sind längere Brennweiten besser geeignet.Weiter ging es zu einigen kleinen Buschwindröschen. Die Naheinstellgrenze liegt bei ca. 30 cm, reicht aber in Verbindung mit einer offenen Blende völlig aus um ein schönes Bokeh zu erhalten. Der Autofokus liess mich jedoch im Stich. Er war zu keiner Scharfstellung zu bewegen und fuhr nur hin und her, obwohl eine helle Blüte im dunklen Waldboden genügend Kontrast liefern sollte. In letzter Zeit habe ich in solchen Situationen öfters mit Live View gearbeitet, hier den Schärfebereich an die gewünschte Stelle verschoben und ausgelöst. Doch auch im Live View wollte der Sigma Autofokus nicht. Ich musste den Fokus auf Manuell umstellen, das Live View Bild zwei, drei Stufen vergrößern und erst in der Vergrößerung konnte ich per Hand die Schärfe gezielt setzen. Dann zum Test noch ein wenig gegen und in die Sonne fotografiert, Blendenflecke auf dem Bild muss man schon absichtlich herbei führen. Farbränder an starken Kontrastkanten sind eigentlich nicht vorhanden oder konnte ich nicht erkennen. Das erste Fazit war eine sehr schöne Schärfe schon bei f1.4 und ein etwas schwacher Autofokus im Naheinstellbereich.

Einsatz01_01

Einsatz01_03 Einsatz01_02

Der zweite Einsatz lies nicht lange auf sich warten. Ich habe ein paar Bilder von meinem Nachwuchs gemacht. Hier bin ich etwas über der Naheinstellgrenze, bei ca 40 cm. Der Nachwuchs zappelt hin und her und es werden bei Blende 1.4 ungefähr zwei drittel der Bilder scharf. Der Autofokus hängt wieder einige Male oder sitzt nicht schnell genug dort wo er soll und einige Situationen gehen leider verloren. Die Meinungen im Internet loben die hohe AF Geschwindigkeit, ich empfinde sie eher als Ok bis langsam. Mein Vergleich sind hier Nikon Objektive mit f2.8, die durch die kleinere Blende aber auch etwas schneller arbeiten sollten. Am Nachmittag geht es raus zum Familienspaziergang, es fängt kurz vorm Ziel an zu regnen. Wieder muss ich mir Gedanken um das Objektiv machen. Zum Glück haben Frauen immer eine Handtasche dabei. Die D800 mit Batteriegriff und L-Winkel ist nicht so wirklich handlich, aber es passt grad so.

Der nächste Einsatz sah wie folgt aus, ich stehe kurz nach vier Uhr morgens auf und werde als verrückt erklärt. Doch mit einer halben Stunde Fahrt plus 10 Minuten Fußweg zum Ziel und Sonnenaufgang um ca 05:20 Uhr passt alles genau. Das Ziel ist ein Feld mit Schachbrettblumen. Pünktlich um 05:20 mache ich mit den Nikon Objektiven die ersten Fotos, es ist bedeckt und noch recht dunkel, der Sonnenaufgang lässt auf sich warten, die ISO muss hoch auf 800. Nach einer Stunde sind die ersten Fotos im Kasten. Der Sonnenaufgang war unspektakulär und schleichend, es ist schon deutlich heller und die ISO wieder runter gedreht. Da war ja noch das Sigma Objektiv im Rucksack. Also voller Erwartung auf eine neue Perspektive die 35mm drauf gesetzt. Die Kamera liegt meist direkt auf dem Boden oder zwischen dem morgendlich feuchtem Grass. Das bedeutet also wieder aufpassen. Die Tropfen auf dem nassen Grass erzeugen nette kleine Kreise. Die Schachbrettblumen sind relativ gross, das Objektiv sollte also nicht allzu sehr an der Naheinstellgrenze kämpfen, doch der Autofokus direkt durch den Sucherund im Live View ist nur am hin und her fahren. Ich nutze wieder die vergrößerte Live View Ansicht und mache in ca 20 Minuten genau vier Bilder. Ich habe noch einige Ideen im Kopf und keine Lust und Zeit auf das mühselige arbeiten mit dem Sigma, es darf wieder in den Rucksack. Ich wechsele auf das 70-200mm f2.8 plus 2-fach Konverter und stelle zielgenau durch einigen Ebenen Grass mit dem Autofokus scharf. Nach drei Stunden war es durch den schlappen Autofokus ein kurzer Auftritt des Sigmas.

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Wieder unterwegs geht es zum Hamburger Hafen, eigentlich möchte ich Möwen mit kurzer Verschlusszeit, am besten noch gegen den blauen Himmel fotografieren. Nachdem der erste Schreck über den verloren geglaubten Objektivdeckel vergangen ist, kann es losgehen. Morgens am Hamburger Hafen schlafen die Möwen scheinbar noch. Es sind nur ein paar Tauben zu entdecken die doch recht schüchtern sind. Der Autofokus steht diesmal auf continuous/servo die Tauben sind ca 2 Meter entfernt und es passen die meisten Schüsse, also gibt es hier nichts zu meckern. Noch ein liegendes Schiff fotografiert, die Details sind der Hammer, die Megapixel der D800 blühen voll auf..

Einsatz05_01

Es ist trocken draussen, es hat nichtmal über Nacht geregnet, das Sigma kann also unbesorgt raus. Der morgendliche Ausflug geht wieder in den Wald und als ich ankomme scheint die Sonne bereits durch die Bäume. Der Teil Wald ist frisch gepflegt was meistens dazu führt, das dort relativ wenig Pflanzen wachsen. Das warme Licht scheint schön auf den Waldboden, ich suche mir ein paar Pflänzchen aus. Auf diese lege ich den Fokus und die Unschärfe im Hintergrund ist wunderbar. Wie immer stellt der Autofokus nicht von allein scharf und ich muss per Hand im Live View nachhelfen. Danach stelle ich die Blende auf f16 und fotografiere in die Sonne was einen schönen Sterneffekt ergibt. Dann ist dort plötzlich ein kleines Tier am Waldboden, ich stelle den Fokus auf Automatik, gehe extra einen Schritt zurück damit er bessere Chancen hat zu greifen, aber er lässt mich im Stich. Dann versuche ich mich an ein paar Wischern und Doppelbelichtungen. Bei den Doppelbelichtungen fällt mir auf, dass es schnell passiert, dass helle Kreise sehr stark ins Bild stechen oder sehr stark überlagern. Schaut Euch zur Verdeutlichung ie hellen Bereiche des Beispielbildes an. Einen solchen Effekt habe ich bei meinenanderen Objektiven bei weiten noch nicht so stark gesehen, selbst wenn eine Aufnahme extrem unscharf und aufgeblendet gemacht wurde. Ich weiß nicht, ob es an der kurzen Brennweite oder der großen Blende liegt, auf jedenfall muss man mit dem Sigma besonders aufpassen.

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Kommen wir zum Fazit nach dem zwei wöchigen Einsatz. Erst einmal die Punkte die mir weniger gut gefallen haben. Größter Minuspunkt ist der schwache Autofokus im Nahbereich. Mein D800 Fokus wurde übrigens nachgestellt und arbeitet mit Nikon Objektiven einwandfrei. Die Meinungen im Internet gehen auseinander, einige haben AF-Probleme andere nicht. Die Verarbeitungsqualität und Lebenserwartung ist bei den 35mm Objektiven von Nikon/Canon sicher höher anzusetzen wie bei Sigma. Bedenken sollte man auch, dass es mit neueren Kameragehäusen, die noch nicht auf dem Markt sind, mit Dritthersteller Objektiven zu Problemen kommen kann. Durch das optionale USB Dock könnte man vielleicht sein Sigma selber updaten. Mich stört zusätzlich die nicht vorhandene Wetterfestigkeit. Immer wieder bin ich mit dem feuchten Nass in Kontakt gekommen. Es muss aber nicht immer Wasser sein, auch Sand kann zum Problem werden. Positiv für das Sigma sprechen die überragende Bildqualität die sich durch gute Schärfe, Auflösung und Farbwiedergabe, wenig Verzerrung und CA’s wieder spiegelt. Alle Tests bei denen es um die reine Abbildungsleistung geht gewinnt das Sigma und lässt die Konkurrenten von Nikon/Canon hinten an stehen. Das Sigma ist ein spezielles Objektiv, da muss jeder individuell entscheiden ob es für ihn in Frage kommt oder nicht. Ich würde empfehlen das Objektiv im Fachhandel mit Eurer Kamera auszuprobieren. Dann seht Ihr ob der AF funktioniert wie er soll und Ihr bekommt gleich einen Eindruck von der Optik. Ich hoffe der Bericht macht Euch die Entscheidung leichter.

Wer von Euch hat eigentlich dieses Objektiv oder plant dessen Anschaffung?

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Dies und Das, Fotografie, Nachgedacht

So viel wie möglich und so wenig wie nötig…Welches Objektiv für welches Reiseziel?

26. April 2013

Nikon 16-35mm f4.0Der Grund dieser Überlegung geht eigentlich auf den Beitrag von Thorsten Muehlbacher (Clickpix.eu) zurück. Er wollte wissen welches Objektiv auf seinen letzten Reisen durchschnittlich öfter zum Einsatz kam. Die Metadaten in Lightroom gaben ihm einen schnellen Überblick – es war das EF 24-105mm 1:4,0*. Ein Interessanter Gedanke, doch ich fand die Aufstellung der genutzten Objektive nach Reiseziel interessanter.

Betrachte ich selbst meine Aufnahmen der letzten Jahre komme ich zu dem Entschluss, dass ich als Referenzperson für diese Frage vielleicht gar nicht tauge. Ich arbeite zu 90 Prozent mit einem Weitwinkel Objektiv derzeit mit dem 16-35mm 1:4G ED VR* von Nikon oder bei der Großformatkamera mit einem 75mm Rodenstock Grandagon f6,8. Ich bin mir aber sicher, dass ihr ein ganz anderes Nutzungsverhalten in Sachen Objektive habt. Für mich ist immer wichtig mit so wenig wie möglich und so viel Equipment wie nötig zu reisen. Sollte ich meine ganzen Objektive mit auf Reisen nehmen, dann bräuchte ich nen Scherpa.

Ich würde diesen Beitrag gerne zum Anlass nehmen eine Art „Übersicht“ zu erstellen, welche Objektive für welches Reiseziel sinnvoll sind und welche man getrost zu Hause lassen kann. Gerade in meinen fotografischen Anfängen war ich immer wieder auf der Suche nach Infos darüber, da ich nicht mein gesamtes Equipment mit mir rumschleppen wollte. Das ganze hier ist noch ausbaufähig, aber ich fang mal mit meinen Reisen an…Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch eure Erfahrungen schildern könnt.

Noch eines… sicherlich ist die Verwendung eines bestimmten Objektivs immer auch etwas subjektives. Die Vorschläge sind daher eher als Überlegung und Denkanstoß zu werten, dienen als Anhaltspunkt und geben meine Erfahrung wieder. In der Regel reise ich pro Kamera nur mit max. zwei Objektiven. Auch wenn ich Objektive oder vielmehr Brennweiten hier und da von meinen Reisen ausschließe, bedeutet das nicht, dass ihr sie nicht verwenden dürft. Ich halte es aber nach Motto „Maximale Bildausbeute für minimale Reisezeit“. Maximal bedeutet aber in jedem Qualität statt Quantität.

Godafoss,* 509 - Iceland 2011

Island:
Hauptsächlich kommt hier Landschaftsfotografie zum tragen. Daher empfehle ich den Einsatz eines Weitwinkel Objektives. Bei FX würde ich bei 16mm anfangen. Bei DX bei 10 oder 12mm Brennweite. Zusätzlich könnte man noch ein leichtes Tele zwischen 105 oder 120mm mitnehmen.Den mittleren Zoombereich habe ich bei meinen eigenen Reisen nicht benötigt. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Island speziell auf Weitwinkel ausgelegt ist um wirkungsvolle Landschaftsaufnahmen zu erzielen. Details zur Aufnahme: Entstanden mit einem Nikon 17-55mm* bei 17mm – D300.

Sheikh Zayed Mosque,#544 U.A.E.2011

Dubai:
Wer hier die Stadtsilhouette fotografieren möchte kommt auch hier über die Nutzung eines Weitwinkel nicht vorbei Zudem würde ich auf jeden Fall (gerade für Detailaufnahmen und Streetfotografie) auch einen Zoomer im mittleren Brennweitenbereich empfehlen. Natürlich könnte man auch ein starkes Telezoom mitnehmen, allerdings sind hier die Einsatzmöglichkeiten sehr begrenzt. Ich selbst würde mich so ein schweres Teil daher nicht in den Rucksack packen. Details zur Aufnahme: Entstanden mit Nikon 12-24mm* bei 24mm Brennweite – D300.

The-Cobb,#580 - GB 2012

Südküste England:
Wir sind mal wieder in der Landschaftsfotografie. Also auf jeden Fall Weitwinkel wie in Island. Ziel ist es die Landschaft hier möglichst im Bezug auf die Größenverhältnisse darzustellen um den Betrachter ein „durchwandern“ des Bildes zu ermöglichen. Eine Teleobjektiv habe ich bei meiner Reise nicht vermisst und auch der mittlere Brennweitenbereich kam nur extrem selten zum Einsatz. Letzteres ist daher Geschmacksache. Details zur Aufnahme: Pentax SMC-FA 35mm Festbrennweite – 645D.

[Yellow Cab- NYC],*646 - USA 2012

New York City:
Um in dieser Stadt möglichst flexibel unterwegs zu sein und viele Motivmöglichkeiten zu nutzen – Weitwinkel und mittlere Brennweite bis 120/150mm für maximale Bildausbeute. Tele – nope, nicht für mich! Wer plant sich in NYC mit der Streetfotografie zu beschäftigen, dem rate ich auch zum Weitwinkel Objektiv. Vieles passiert hier so plötzlich und blitzschnell das man nachträglich durch den Einsatz eines Weitwinkel einfach besser den Ausschnitt wählen kann. Details zur Aufnahme: Nikon 16-35mm bei 16mm – D800.

[Joshua Tree - Death Valley],*4x5 - USA 2013

Südwesten der USA Death Valley und Canyons:
Hmm, jetzt schlage ich euch ja schon wieder das Weitwinkel vor… ist aber mit Abstand das am meistgenutzte Objektiv für diese Art Fotomotive. BlogTimes Leser Andreas mit dem ich hier auf Fotoreise war kann das bestätigen. Obwohl er ein 24-105mm Objektiv dabei hatte, wünschte er sich hier und da ein paar Millimeter Brennweite mehr nach unten. Sicherlich kann man versuchen die Perspektive, den Standort oder gar den Ausschnitt zu verändern. Doch in meinen Augen geht doch nichts über die „Dramatik im Bild“, die ein Weitwinkel Objektiv erzeugen kann. Details zur Aufnahme: Rodenstock Grandagon-N 75mm (21mm im KB-Format) – Chamonix 045N-2.

Das wars jetzt erstmal von mir…. Jetzt ist doch eingetreten, was ich Anfangs bei diesem Beitrag befürchtet hatte. Die Nutzung des Weitwinkels hat sich so dermaßen in mein Hirn eingebrannt, dass ich ohne gar nicht mehr kann. Ich bin mir aber sicher, dass ihr auch andere Brennweiten nutzt. Bin gespannt auf eure Fotoreisen und welche Objektive bei euch überwiegend zum Einsatz kommen. Auch wenn es, wie schon gesagt sehr subjektiv ist, dennoch gibt es den einen oder anderen Leser, der sicherlich dankbar für Foto-Objektiv-Reisetipps ist.

Also was nutzt Ihr den so??

*Amazon Links

Equipment, Fotografie, Großformat

Equipment fürs Großformat – weiter gehts…

20. Februar 2013

Im ersten Teil drehte sich alles um die Kamera und Objektive. Doch, dass ist längst nicht alles was zu einer Großformat-Ausrüstung gehört. Ich lasse jetzt mal die Filme weg, denn das versteht sich ja von selbst. Ok, man könnte noch ein digitales Rückteil anschließen, aber lassen wird das.

Planfilmkassetten:
Im Grunde gibt es hier nicht viel zu sagen, außer dass es aktuell nur noch einen einzigen Hersteller gibt – nämlich Ilford. Ganz genau, der Film- und Papierhersteller. Die Fidelity Kassetten bestehen auch Kunststoff und verfügen über zwei Film-Kammern. Das bedeutet ihr könnt mit einer Kassette zwei Planfilme laden. Auch wenn es der einzige Massenhersteller der Filmkassetten ist, so gibt es doch immer wieder auch die Möglichkeit sich individuelle Planfilmkassetten zu beschaffen. Die Gebrauchtpreise für Fidelity Kassetten liegen übrigens weit unter dem derzeiten Neupreis von knapp 55 Euro pro Stück. Auf Ebay und Co findet man sie zu hauf. Zurück zur Individualität. Ich mag ja den ganzen Kunststoff-Mist nicht und daher hatte ich beim Kauf meiner Großformat Kamera gleich beschlossen, auch dessen Filmkassetten (Chamonix) zu kaufen. Zum einen sehen sie stylish aus, fühlen sich extrem hochwertig an und sind aufgrund der verwendeten Materialien (Holz und Carbon) viel leichter als die Plastik-Teile. Da ich ja nicht nur eine, sondern fünf von den Teilen mit mir rumschleppe, macht sich diese Gewichtersparnis doch bemerkbar.

Die Fokussierlupe:
Nachdem das Motiv gefunden, der Bildausschnitt eingestellt ist und eine erste grobe Fokussierung auf der Mattscheibe vorgenommen wurde, möchte man natürlich die Schärfe überprüfen und auch nachjustieren. Eine Fokussierlupe ist daher der ständige Begleiter. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass diese Teile mittlerweile schwer zu finden sind. Auf Ebay findet man hier und da auch ein paar neue Exemplare aus China, allerdings haben diese meist das Problem, dass die Magnifikation (also die Vergrößerung) einfach zu stark ist – 6x und mehr. Aus einer ganzen Reihe von Recherchen habe ich mich letzten Endes für eine 4x Vergrößerung entschieden. Empfohlen wurde mir Schneider Kreuznach und Fuji. Erstere sind arschteuer und letztere sind extrem schwer zu finden. Allerdings hatte ich mal wieder bei meinen Großformat-Ausstatter Keh.com Glück und eine nagelneue Fuji 4x Fokussierlupe gefunden. Wer keine Lupe zur Hand hat, der muss nicht den Kopf in den Sand stecken. Es gibt ne Alternative, sofern man eine 50er Festbrennweite daheim rumliegen hat. Einfach umgedreht durchschauen und voila da ist die Lupe. Die Vergrößerung liegt zwischen 2 und 3-fach und reicht eigentlich aus. Man muss hier nur darauf achten, dass man zunächst so nah an die Mattscheibe geht, dass die Gitterlinien scharf erscheinen. Danach kann man sich der Fokussierung des Motivs widmen. Das diese Lösung natürlich eine friemelei ist, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Komfortabler gehts natürlich mit einer richtigen Fokussierlupe.

Einstelltuch oder engl. Blackjacket
Ja, das liebe Einstelltuch. Meine ersten Versuche hab ich noch ohne Einstelltuch gemacht, weil es lange Zeit nicht lieferbar war. Ihr merkt schon, dass ich mal wieder etwas Spezielles gesucht habe. Ich hätte natürlich auch einfach ne Decke über meine Birne schmeißen können – tuts auch! Wie schon gesagt, es musste natürlich wieder was Vernüftiges sein. Geringes Packmaß, leicht und absolut lichtdicht. Aus diesem Grund habe ich mich für das Hybrid Blackjacket von Quietworks aus den USA entschieden. Im Gegensatz zu ihrem Standard Eintelltuch ist das Hybrid atmungsaktiv, was es gerade in wärmeren Regionen einfach angenehmer macht. Ich hab leider keinen Vergleich zu anderen Herstellern, also ist das meine einzige Empfehlung an dieser Stelle.

Wechselsack- oder Zelt
Gerade auf Reisen oder wer keine Dunkelkammer daheim hat, der muss ja irgendwie die Planfilme in die Kassetten einlegen und hier kommt dann der Wechselsack oder eben das -zelt zum Einsatz. Ich persönlich habe mich für das Calumet-Wechselzelt entschieden. Aus dem einfachen Grund, da ich in diesem „Raum“ die Hände frei bewegen kann. Mit einem Wechselsack geht das schlecht. Es ist ungefähr so, also würde man unter einer Decke versuchen irgendetwas aus Einzelteilen zusammenzubauen. Die Decke wäre hier immer im Weg. Nachteil vom Zelt ist das Packmaß. Obwohl man es gut zusammenfalten kann, benötigt es doch erheblich mehr Platz – beispielsweise im Koffer. Ich kann damit aber gut leben und wird mich daher auf meiner ersten Reise dieses Jahr begleiten.

Hmm, eigentlich wars das schon. Ich brauche ja nicht zu erwähnen, dass sowohl ein stabiles Stativ und ein guter Kopf bei der Großformat-Fotografie verwendet werden müssen. Ich werde jetzt so nach und nach meine Fototasche mit meinem analogen Equipment aktualisieren – so habt ihr dann eine Gesamtübersicht. Falls ihr noch Fragen habt, nur zu!