Schlagwort

Photography

Fotografie, Mitgemacht

Die Wahl der Qual…

17. Januar 2014

BlogTimes-_RRP4083

Oh man jetzt sitze ich hier seit Tagen fast ununterbrochen vor meinem Portfolio und wähle Aufnahmen aus, die ich drucken lassen möchte. Ich muss mich beeilen, den die Fertigung und Lieferzeit beträgte mehr als zwei Wochen. Immer weider verwerfe ich mein Konzept, weil sie nicht zusammen passen..

Warum das alles? Es sind die Vorbereitungen für eine kommende Kunstmesse in Toronto (The Artist Project 2014) für die ich ausgewählt wurde. Nach drei Ausstellungen in Paris mache ich das zwar nicht zum ersten Mal, aber der Umfang dieser Veranstaltung ist erheblich größer und zeitaufwendiger als zuvor. Ich bekomme drei große, hohe Wände (was nach derzeitigen Stand ungefähr 30 Aufnahmen unterschiedlicher Formate bedeutet) und muss mich zwischen Formaten, Motiven und Präsentation entscheiden. Was stelle ich aus? Welche Motive nehme ich? Breiter Querschnitt oder eine einzige Serie?

Bevor ich jetzt weiterschreibe, warum das ganze? Nun, der eine oder andere von euch wird vielleicht auch mal vor dieser Herausforderung gestellt werden, sei es im Rahmen einer Ausstellung, Vernissage oder eben einer Kunstmesse und da kann es ja nicht schaden mal einen Einblick zu erhalten. Im Grunde kennt man doch sein Portfolio, wenn auch nicht im absoluten Detail. Man weiß aber wie viele Aufnahmen der absolute Knaller sind, wie viele an zweiter Stelle kommen und diejenigen, die man am liebsten niemanden zeigen möchte. Mit diesem Gedanken im Kopf beginnt für mich als ersters das grobe Layout. Das bedeutet, welche Formate ich nehme, welche Größe die einzelnen Aufnahmen haben sollen und wo diese plaziert werden sollen.

Ein kleiner Schritt kommt noch zuvor –  Serie oder Querschnitt? Eigentlich gibt es für mich kein oder sondern nur ein UND. Ich will ja die unterschiedlichsten Geschmäcker treffen und gerade bei Kunstmessen könnte das entscheidend für einen Bildkauf sein. Dennoch darf man nicht die Stärke einer Serie unterschätzen, denn so bekommt der Betrachter einen viel tieferen Einblick in die Arbeitsweise des Fotografen. Aus diesem Grund zeige ich innerhalb meines Querschnitts eine Serie die aber mit dem kompletten Layout harmonieren soll. Vereinfacht bedeutet das, dass ich beispielsweise 4 Chicago Aufnahmen auswähle, diese dann allerdings nur Street Motive enthalten. Diese werde dann komplettiert mit NYC, ebenfalls Street und vielleicht Architektur einer anderen Reise. So erhalte ich einen Querschnitt meines Portfolios, zeige aber dennoch eine Serie „Street und Architektur“. Am wichtigsten ist es, dass der Betrachter nicht aus diesem Zusammenspiel herausgerissen wird, beispielsweise durch eine reine Landschaftsaufnahme, die rein gar nichts mit dem Rest der Aufnahmen zu tun hat. Problem ist dann, dass der Betrachter dann nur auf diese Aufnahme schaut, weil sie einfach nicht ins Layout passt. Natürlich kann das auch gewollt sein… ich mags nicht!

Ich bezeichne mein Layout als geordnetes Chaos. Ich zeige also verschiedene Formate, wobei die in meinen Augen wichtigsten Aufnahmen den größten Platz bekommen. So kann ich einen Akzent setzen und die Blicke des Betrachters auch aus der Ferne auf mich locken. Bei einer Kunstmesse geht es natürlich auch um den Verkauf und so kann ich es mir nicht leisten, nur viele kleineformatige Fotografien zu präsentieren. Ich möchte ja ein breites Publikum anziehen, auch jenes welches nicht primär der Fotografie zugeneigt ist. Meine größten Aufnahmen habe ich aus diesem Grund zwischen 100 und 130cm drucken lassen.

Nachdem nun das Layout steht, kommt die Frage nach der Präsentation. Früher, ja früher war vieles einfacher. Da gab es Papier und einen Rahmen. Heute gibt Acrylglass, Directprints auf Alu, Ausbelichtungen, Prints und mein absolut verhasstes Leinwand. Sorry, wenn jetzt jemanden auf die Füsse trete, aber Leinwand ist sowas von OUUUUT. Ok, Ok ich bin ja schon ruhig. Ich hatte mich zunächst für eine Ausbelichtung auf Fotopapier und anschließende Kaschierung auf Alu hinter Acrylglas entschieden, alles umgeben von einem Floating Frame um die Präsenation noch ein wenig zu steigern. Das ganze kalkuliert und kam zu dem Schluss – Scheiße viel zu teuer! Also wieder zurück gerudert und von vone angefangen. Ich präsentiere jetzt meine ausbelichteten Aufnahmen im minimalistischen Stil,  in einem schlichte schwarzen Holzrahmen unterschiedlicher Breite abhängig der Formate.

Das ist jetzt der aktuelle Stand der Vorbereitungen. Als nächstes werden weitere Visitenkarten gedruckt, Postkarten (ohne Rückaufdruck) als Give-aways erstellt. Weiter kommen noch Säurefrei Aufkleber hinzu, die auf die Rückseite des Drucks geklebt werden und neben Bildtitel usw.. auch die Editionzahl beinhalten. Echtheitszertifikate für die analogen 4x5inch Aufnahmen werden auch noch angefertigt. Die Rahmen sind übrigens Selbstbau-Holzrahmen um die Herstellungkosten weiter zu reduzieren…. Bin mal gespannt, wie das Zeug aussieht. Das alles folgt dann aber im nächsten Beitrag, sobald ich die Lieferung erhalten habe.

Na, wer von Euch hat sich auch schon mal mit einer eigenen Austellung beschäftigt?

Fotografie, Mitgemacht, Unterwegs

Gewinner des Iceland 2012 Kalenders

16. Oktober 2011

Vor knapp zwei Wochen hattet ihr die Möglichkeit einen der limitierten Island 2012 Kalender zu gewinnen.

Im Rahmen der Vorstellung des Kalenders habe ich ein Exemplar hier auf BlogTimes verlost. Im Grunde war es ganz einfach. Folgende Frage musste beantwortet werden. “Wie heißt der wasserreichste Wasserfall Europas? Jeder Teilnehmer hatte die in meinen Augen vermeintlich richtige Antwort gefunden – Der Dettifoss in Island! Doch leider ist er das überhaupt gar nicht. Der wasserreichste Wasserfall befindet sich nämlich in der Schweiz. Es ist der Rheinfall bei Schaffhausen. Da ich selber darauf r(h)eingefallen bin und lasse ich natürlich alle falschen Antworten gelten… Auch wenn der Dettifoss nicht der wasserreichste ist, so ist er dennoch der energiereichste Wasserfall Europas.

Der Gewinner des Kalenders heißt Peter Brückner. Er erhält zudem das erste Exemplar der signierten und limitierten Auflage von 99 Stück. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.

Iceland 2012 Limited Fine Art Edition  – Bestellung

Interviews

Fotograf Chris Ruiz im Interview

26. Januar 2011

Das letzte Fotografen Interview ist bereits ein paar Tage her, daher freue ich mich heute besonders über die Vorstellung von Chris Ruiz. Seines Zeichen Musiker und Fotograf.

Als Musiker ist er die Zweitstimme bei der bekannten deutschen Syntpop Band AND ONE und als Fotograf kennen ihn die meisten von seinen ausdrucksstarken schwarzweiß Aufnahmen.

Obwohl seit den Anfängen der digitalen Fotografie verschrieben, unternimmt er auch immer wieder Ausflüge in die analoge Welt der Fotografie. Dabei überlässt er nichts dem Zufall. So kann es auch mal passieren, dass er in Frankreich einer alten Dame folgt, nur um den richtigen Moment für das passende Foto abzuwarten.


„Das richtige Bild hat man genau dann, wenn man die Kamera nicht dabei hat.“ Chris Ruiz


BlogTimes: Wie ist Dein Interesse an der Fotografie geweckt worden?
Chris Ruiz: Da ich als Musiker recht viel in der Welt herum komme, kam es mir irgendwann in den Sinn, die Gelegenheit bei Schopfe zu packen und die vielen Orte auf Speicherkarte festzuhalten. Am Anfang hatte ich noch gar keinen richtigen Blick für die Dinge und fotografierte wild darauf los…aber es packte mich irgendwann richtig und ich wollte mehr als nur Erinnerungsfotos. Also fing ich an, erst einmal die Kamera von jpeg auf raw umzustellen. Alles weitere ist  bis heute ein Lernprozess.

BlogTimes: Was für eine Kamera verwendest Du und warum hast Du Dich für diese Kamera entschieden? 
Chris Ruiz: Ich verwende eine Nikon D300. Angefangen hab ich mit der D40, bin aber in kürzester Zeit auf die D80 und dann auf die D300 umgestiegen. Die reicht mir vorerst. Vielleicht wechsele ich auch später einmal auf das Vollformat um – mal sehen. Dass ich Nikon verwende, war für mich von vornherein klar. Die haben auch schon zu analog Zeiten gute Kameras gebaut.

Aber eigentlich ist mir die Marke egal. Für kurze Trips habe ich noch eine Sigma DP2. Das ist ein puristisches Ding mit einer Hammerschärfe. Ich habe aber als Zweitkamera schon ein Auge auf die Fuji Finepix X100 geworfen, die im Frühjahr erscheint…

Ab und an packt mich auch das analog Fieber und ich nehme meine alte Rolleiflex T mit. Die Negative lasse ich dann entwickeln und scanne sie mit meinem CanonScan 8800F ein. Das ist immer wieder ein spannender Moment zu sehen, was daraus geworden ist.

BlogTimes: Hast Du schon immer digital fotografiert?
Chris Ruiz:
Eigentlich ja. Vor zehn Jahren hatte ich eine Zeit lang eine Pentax P30, mit der habe ich damals meinen ersten USA Trip festgehalten.

BlogTimes: Wie wichtig ist Dir die digitale Bildbearbeitung bei Deinen Aufnahmen?
Chris Ruiz: Sehr wichtig. Was aus der Kamera kommt ist nur der Anfang eines langen Prozesses. Da ich mich vorwiegend auf schwarzweiss Fotografie festgelegt habe, ist eine digitale Bearbeitung unumgänglich. Verwirklichen tue ich meine Vorstellungen am iMac. Sodann gebe ich meinen Bildern einen eigenen „touch“ . Gefällt mir ein Ergebnis nicht, kommt es in den Papierkorb und ich fange wieder und wieder von vorne an bis mir das Ergebnis gefällt.

BlogTimes: Welcher Themenbereich fasziniert Dich mehr – Architektur- oder Streetfotografie?
Chris Ruiz:
Mich faszinieren eigentlich viele Themenbereiche. Street – und Architekturfotografie sind nur zwei davon. Ich bin ebenso fasziniert von Langzeitbelichtungen wie es Levin oder Kenna machen.

Ich will mich da auch überhaupt nicht festlegen. Fotografie ist ein weites Feld und ich stehe noch am Anfang der Wiese. 😉 Worauf ich mich gern festlege ist die vorwiegend monochrome Umsetzung und oftmals der Versuch den Fotos  eine Art melancholische Stimmung zu geben.

BlogTimes: Woher nimmst Du Deine Ideen für die Streetfotografie?
Chris Ruiz
: Oftmals verbringe ich eine ganze Weile an demselben Ort und warte auf den richtigen Moment. Letztens in der Bretagne bin ich einer älteren Dame quer durch die Stadt gefolgt, um den richtigen Moment zu erhaschen. Meine Freundin hat sich halb kaputt gelacht dabei. Die Dame hat es glücklicher Weise nicht bemerkt, ansonsten hätte sie sich noch ernsthaft verfolgt gefühlt …… Ich versuche so oft wie möglich eine Kamera dabei zu haben,  um so wenig wie möglich zu verpassen.

Aber „das“ Bild hat man sowieso immer genau dann, wenn man natürlich keine Kamera dabei hat.

BlogTimes: Streetfotografie und Fotorecht – Wie verhältst Du Dich?
Chris Ruiz:
Gar nicht (lach)! Ich bearbeitete meine Fotos oft so, das man Gesichter nicht erkennen kann. Personen sind nur in ihrer Form zu erkennen, aber nicht deren Persönlichkeit. Wo Personen zu erkennen sind, habe ich auch die Genehmigung,

Eine echte Alternative gibt es aber doch eh nicht. Würde man die Person vorher fragen, wäre jegliche natürliche Situation tot. Nachher würden so ziemlich alle aus Unwissenheit und Angst eine Genehmigung nicht freigeben. Sollte sich jemand auf meinen Fotos wieder erkennen, kann er gern ein Abzug bekommen. 😉

BlogTimes: Welches war Dein schönstes Erlebnis beim Fotografieren?
Chris Ruiz: Sobald ich wieder in meinem geliebten Frankreich unterwegs bin, ist es rundum ein schönes Erlebnis. Ansonsten ist es jedes mal ein wundervoller Moment, wenn ich wieder etwas fotografiere, wonach ich schon seit geraumer Zeit gesucht habe. Auch die Bearbeitung zu hause am Rechner ist immer wieder ein schöner Moment, wenn das Bild im Kopf verwirklicht wird.

BlogTimes: Gab es einen Moment in dem Du die Kamera gerne dabei gehabt hättest?
Chris Ruiz: Ich ärgere mich oft eher darüber, dass ich später, wenn ich wieder am Rechner sitze und im Lightroom die Raw’s sichte,  nicht noch die eine oder andere Perspektive mehr fotografiert habe…

BlogTimes: Was, Wen oder Wo würdest Du gerne mal fotografieren?
Chris Ruiz: Ganz oben auf der Liste steht die Semana Santa. Das ist die heilige Woche um Ostern in Spanien, in der es faszinierende Prozessionen gibt. Am liebsten in Andalusien. Ich hoffe, dass ich es dieses Jahr verwirklichen kann. Auch immer wieder gern Frankreich. Als nächsten steht ein Trip nach La Rochelle und Umgebung an, da freu ich mich schon drauf.

BlogTimes: Kannt Du Dir ein Leben ohne Kamera vorstellen?
Chris Ruiz: Nö. Du?

BlogTimes: Welches ist Deine Lieblingsaufnahme und warum?
Chris Ruiz: Einige Fotografien vom Mont Saint Michel zählen zu meinen Lieblingsbildern. Da wollte ich schon immer mal hin und war ganz erstarrt als ich davor stand. Eigentlich die meisten Bilder aus der Bretagne. Eine fantastische Landschaft! Dort wird es mich immer wieder hinziehen.

Auch die kleine “ la femme au parapluie“ Serie mag ich sehr, sowie die Bilder aus meiner alten Heimat in der ich aufgewachsen bin, im ostwestfälischen, zählen zu meinen Favoriten.

BlogTimes: Profi,- oder Amateurfotograf – Wird es auch in Zunkunft einen Unterschied geben?
Chris Ruiz: Nun, ich bin heilfroh mein Geld nicht ausschließlich mit der Fotografie zu verdienen. Was ein Graus –  den ganzen Tag nur Auftragsarbeiten und istockphoto Bilder zu machen;) Für mich ist es in erster Linie ein Weg, mich künstlerisch auszudrücken. Wenn ich damit die eine oder andere „Mark“ verdiene, nehme ich das gerne in Kauf….

 

Ich danke für dieses sehr interessante Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg in Deinem Werdegang. Hier gehts zur Webseite von Chris Ruiz.

Ein Aufruf an alle hobby-, amateur-, semiprofessionelle- oder professionelle Fotografen. Wenn auch Ihr auch ein sehenswertes Portfolio aufweisen könnt, dann meldet Euch mit Link zum Portfolio und einer kleinen Beschreibung an folgende Mailadresse: interview(at)blogtimes.info.