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Polfilter

Fotografie

Welche Objektiv-Filter sind sinnvoll?

14. Juni 2011

Die Verwendung von Objektiv-Filtern ist fast so alt wie die Fotografie selbst und obwohl es Photoshop und Co gibt, sind sie dennoch nicht ausgestorben. Doch welche Filter sind im digitalen Zeitalter noch sinnvoll?

Zu analogen Zeiten gab es neben dem klassischen UV-Filter und den speziellen Filtern für die schwarzweiss Fotografie auch Effektfilter (Gitterfilter, Weichzeichner, Vignettierung usw.) Wer gewisse Effekte in seinen Fotografien verwenden wollte, dem blieb der Einsatz dieser Filter nicht erspart.

Ich weiß zwar nicht, wie es bei Euch war, aber ich hatte selbst zu analogen Zeiten nur zwei Filter verwendet. Einen UV-Filter und einen Orange-Filter. Letzteres diente vorallem dazu den Kontrast bei schwarzweiss-Aufnahmen zu verstärken.

Beim Umstieg auf die digitale Fotografie habe ich mir drei Filter gekauft. Natürlich wieder einen UV-Filter (passend für jedes Objektiv), einen Polarisationsfilter (der Einfachheit halber Polfilter) und einen Neutraldichte-Filter oder einfach Graufilter genannt. Das sind im Übrigen auch die Filter, die ich guten Gewissens jedem empfehlen kann, der fotografiert.

Der UV-Filter: (korrekt eigentlich UV-Sperrfilter):
Dieser Filter erfüllt für mich eigentlich nur eine einzige Aufgabe und das ist der Schutz der vordersten Linse des Objektives. Der eigentliche Zweck, die Sperrung von UV-Licht zur Vermeidung von Unschärfen und Chromatischer Abberationen ( Farbsäume bei kontrastreichen Übergängen) wird durch die fortgeschrittene Entwicklung und Vergütung der Linsen bereits durch das Objektivglas erledigt. In diesem Zusammenhang möchte ich aber noch auf den Skyline-Filter hinweisen. Der macht übrigens nichts anderes als ein UV-Filter… Schützt quasi das Objektiv!

Gerade wenn ich sage, dass ich den Filter als Objektivschutz betrachte, gibt es natürlich hier und da Stimmen, die den Einsatz eher negativ betrachten. Die Abbildungsleistung des Objektivs würde sich verschlechtern oder reflektiertes Licht welches von Filter auf die Linse zurückgeworfen  wird, führt zu unschönen Lichtreflexionen usw… Ich selbst konnte bisher keinen Unterschied in Sachen Bildqualität feststellen und auch die Lichtreflexionen hielten sich bei mir stark in Grenzen. Gerade letzteres ist stark abhängig vom Lichteinfallswinkel und auch von der Verwendung der Gegenlichtblende – auch Sonnenblende genannt. Übrigens können Lichtreflexionen auch ohne die Verwendung eines Filters auftreten. Für mich bleibt er jedenfalls immer drauf.

Der Polfilter:

Was macht der Pol-Filter? Für die, die es noch nicht wissen! Die Aufgabe des Polfilter ist das Filtern von unerwünschten Reflexionen von nicht- metallischen Oberflächen wie Wasser, Glas, Kunststoffe usw…). Falls ihr mal in einen Reiseveranstaltungskatalog schaut und ihr wundert euch, warum ihr bei Meer/Strandaufnahmen bis auf den Meeresboden schauen könnt. Nun, das Bild wurde mit einem Pol-Filter erstellt. Zudem kann er auch das Himmelsblau bei entsprechenden Einfallswinkel der Sonne verstärken. Die Aufnahmen aus Island vom Wikinger-Denkmal Sólfaral zeigen das sehr gut (übrigens direkt „out-of-the-cam)

Der Einsatz eines Polfilters kann je nach Handhabung nicht nur unerwünschte Reflexionen vorbeugen, er kann sie natürlich auch verstärken. Zum Beispiel bei einer Spielgelung im Bergsee. Der Einsatz ist vielfältig und nicht nur für farbenfrohe Urlaubsbilder gedacht. Bitte achtet beim Kauf eines Pol-Filters auf die Zusatzbezeichung „zirkular“. Ich bin mir gar nicht sicher, aber ich glaube es gibt sowieso nur noch diese.

Einen kleinen Wermutstropfen haben Polfilter. Je nach Filtergröße sind sie verdammt teuer!

Der ND- oder Graufilter:
Das ist mein wichtigster (Effekt)Filter. Wie ihr sicherlich wisst, bin ich absoluter Fan von Langzeitbelichtungen. Entsprechend eingesetzt entwickeln die Aufnahmen eine Dynamik, die ich ohne Filter nur schlecht einfangen kann.

Ein ND-Filter reduziert die einfallende Lichtmenge in das Objektiv. Die daraus resultierenden veränderten Verschlusszeiten erlauben größere Blendenwerte (> f32), die ohne Filter für Langzeitbelichtungen am Tag nicht zu erreichen wären. Der Filter spielt uns also eine veränderte Lichtsituation vor. Je nach Stärke des Filters (ND-Werte von 0,3 -3,0) können bei verschiedenen Tageszeiten unterschiedliche “Dynamikeffekte” ohne Bildbearbeitung erzeugt werden.

Bei Verwendung der Filter ab einer Stärke von ND 2,0 ist nur noch eine manuelle Einstellung der Belichtungszeit möglich. Grund ist, dass die einfallende Lichtmenge einfach nicht mehr für die kamerainterne Belichtungsmessung ausreicht. Die Verwendung eines Stativs zur Erstellung von Langzeitbelichtungsaufnahmen versteht sich, denke ich, von selbst. Wer mehr über den Einsatz von Graufiltern wissen möchte, der kann sich auch gerne meinen Beitrag “Der ND-Filter (Neutraldicht- oder Graufilter)” anschauen. Neben einer Umrechnungstabelle für Belichtungszeiten findet ihr hier alles Wissenswerte über diesen Filter.

Das wars eigentlich schon. Sicherlich gibt es noch unzählige Effektfilter. Die brauch aber meiner Meinung nach kein Mensch mehr. Das lässt sich besser per Bildbearbeitung umsetzen.

Der Beitrag wäre nichts ohne die Kommentare meiner Leser. Verwendet ihr auch Filter und wenn ja, welchen?! Gerne könnt Ihr Euren Kommentar mit einem Bildbeispiel versehen. Wie das funktioniert könnt ihr hier lesen -> Bilder zu einem Beitrag hinzufügen