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Bücher, Fotografie, Testberichte

Buchrezension – 52 Fotografische Projekte

28. Oktober 2011

Anfang Oktober habe ich euch das erste Buch „Digitale Landschaftsfotografie – Fotografieren wie Ansel Adams und Co.“ vorgestellt. Während gerade weitere Bücher vom mitp-Verlag auf dem Weg zu mir sind, dreht sich heute alles um das Buch „52 Fotografische Projekte – Kreative Foto-Arbeiten für experimentierfreudige Bildkünstler„.

Die Zahl 52 hab ich doch schon mal irgendwo gehört. Genau, das Jahr hat 52 Wochen und somit habe ich automatisch an Wochenprojekte gedacht – sind es aber nicht. Es handelt sich genauer gesagt um 52 Themenbereiche (Miniworkshops wie es der Autor nennt) sowohl für die digitale als auch für die analoge Fotografie. Auf knapp 300 Seiten zeigen 21 Fotografen (angefangen vom Autodidakt bis hin zum Profi) ihre kreativen Bildideen und deren Umsetzung. Der Auszug beschreibt das Buch als Ideengeber für die wöchentliche  Inspiration für Fotografen. Hmm, ich sehe das anders. Für mich sind es eben nur Themengebiete, auch aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Kameratechnik – Analog und Digital.

Wer gerade mit der Fotografie angefangen hat und sich bereits mit den grundlegenden technischen Eigenschaften der Kamera vertraut gemacht hat, für den bietet das Buch wertvolle Tipps um etliche interessante fotografische Ansätze zu verfolgen. Nachfolgend eine Auswahl der behandelten Themengebiete.

  • Lightpainting
  • Alltägliche Motive
  • Froschperspektive
  • Reflexionen
  • Silhouetten
  • Landschaften
  • Touristenklischees vermeiden
  • Minimalismus
  • Redscale Fotos
  • Cross-Entwicklung
  • Lochkamera
  • Polaroid
  • usw…

Die Themengebiete werden relativ knapp auf zwei-drei Seiten beschrieben, was für einige völlig ausreichend ist. Bei anderen wiederum hätte ich mir auf jeden Fall mehr Inhalt zum Thema gewünscht – z.B. das Thema S/W- oder Porträtfotografie. So komplexe Themen auf drei-vier Seiten zu quetschen finde ich nicht gerade passend. Hier empfiehlt es sich dann weitere, fachspezifischere Fotografiebücher zu lesen. Ein paar neue Sachen war allerdings auch für mich dabei – die Redscale Fotografie zum Beispiel. Bei dieser analogen Technik wird ein Film verkehrt herum belichtet. Je nach Lichtintensität und Belichtungsdauer erzeugt diese Aufnahmeprozess eine rötliche oder gelbliche Färbung des Filmmaterials. Zusammen mit einer Doppelbelichtung kommen hier meiner Meinung nach echt coole Ergebnisse raus.

Fazit:
Im Grunde finde ich das Buch nicht schlecht, es ist jetzt aber nicht der Überflieger. Dafür werden mir persönlich zu viele Themenbereiche auf einmal angeboten. Klar, natürlich bin ich kein Einsteiger mehr und konzentriere mich auf bestimmte Genres in der Fotografie – hier muss ich dann auch die Kirche im Dorf lassen. Ich denke daher, wie auch schon oben beschrieben, dass gerade Anfänger mit diesem Buch genug Inspiration für den eigenen fotografischen Weg finden werden.

Für Fortgeschrittene sehe ich das Buch eher als Zusatzwerk an, um vielleicht die eine oder andere Sache mal zu testen und auszuloten ob einem diese oder jene fotografische Stilrichtung gefällt. Mit knapp 35 Euro ist das Buch 52 Fotografische Projekte (Amazon Link) zwar kein Schnäppchen, in Anbetracht der Fülle der Infos aber durchaus wert.

Jetzt kommt wieder die übliche Frage an euch. Kennt ihr dieses Buch oder besitzt es vielleicht der eine oder andere von euch?

Fotografie

Kameras machen Leute…?

24. Februar 2011

Wir kennen ja alle den Spruch… Kleider machen Leute, aber gilt das im übertragenen Sinne eigentlich auch für unsere Kamera? Fotografieren wir eigentlich besser mit professionellen und/oder neuem Equipement?

Es vergeht fast kein Tag, der uns nicht über irgendwelche Kameraneuheiten informiert. Bei manchen Herstellern könnte man denken, dass der Produktzyklus an die Jahreszeiten gekoppelt ist – so oft kommt ein neues Modell auf dem Markt. Dieses  ist dann natürlich wieder vieeeel besser als der Vorgänger. Mir stellt sich hier die Frage, was man mit neuen Modellen kann, was die „alten“ nicht konnten – oder muss man die Frage  anders stellen? Macht eine bestimmte Kamera einen professionellen Fotografen aus dir?

Ich bin mir durchaus bewusst, dass man das überhaupt nicht pauschalisieren kann. Der bekannte Spruch, die Kamera ist nur Mittel zum Zweck passt an dieser Stelle nur zu gut. Warum streben wir (nicht alle, mich aber eingeschlossen)  nach den neuen Modellen. Weil uns die Hersteller suggerieren, dass das neue Model eben besser ist, oder weil wir uns dadurch „bessere, kreativere“ Bilder erhoffen, die uns zum Pro machen könnten?

Wie ihr seht, Frage über Fragen…

Ich für mich kann sagen, und nein jetzt kommt nicht, dass ich mit ner fünf Jahre ollen Digiknipse fotografie und zufrieden bin. Ich für mich kann sagen, dass ich es kaum noch erwarten kann, bis Nikon eine neue Kamera auf dem Markt bringt. Ob es jetzt eine Crop- oder in meinem Fall eine Vollformatkamera ist, sei mal dahingestellt. Das ich mit diesem Modell professioneller werde, verspreche ich mir nicht. Ich sehe mehr die Möglichkeiten, die mir dieses verbesserte Technik bringt. Das kann zum einen die bessere Fokussierung sein, oder eine größere Auswahl an Messfeldern, eine bessere Belichtungssteuerung um die Spanne beim Motivkontrast zu erhöhen. Das kann aber genausso gut die Größe des Sensors sein, die mich in der Nachbearbeitung kleinere und dennoch sehr gute Ausschnitte erstellen lässt, usw..

Wie verhält es sich bei euch? Neue Kamera – bessere Bilder, oder steckt vielleicht doch mehr dahinter?

Die Bilder sind übrigens mit einer Nikon D300 aufgenommen – just for info!