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Reise

Fotografie, Großformat, Unterwegs

Chasing Icebergs – 49°39′N,54°46′W

13. August 2014

Es geht in die zweite Runde. Für alle, die erst jetzt mitlesen. Ich war im Juni, also vor knapp 2 Monaten in Neufundland unterwegs. Knapp 15 Kilo Kamerazeugs hab ich als Handgepäck ins Flugzeug mitgenommen und keiner hats gemerkt. Das ist das gute (Achtung Werbung) an meinen F-Stop Tilopa. Der kann sich nämlich zweiteilen und passt somit überall rein und glaubt mir die innerkanadischen Verbindungen haben Gepäckfächer von der Grüße einer Schuhschachtel. Im Grunde passt dort gar nichts rein… Ich werde bei meinen Reisen, neben anderen Passieren – die denken, dass man einen 23 Kilo Koffer auch als Handgepäck mitnehmen kann, immer mal wieder aufgefordert auch meinen (Foto) Rucksack neben dem Rollfeld abzustellen, damit dieser noch als letztes Gepäckstück in den Stauraum passt. Das ignoriere ich natürlich immer freundlich mit einem nicht-verständnisvollem Lächeln. Einfach mal auf Dumm machen – dann gehts schon.  Bisher hats auch immer funktioniert.

Die Hauptstadt Neufundlands – Naja, was soll ich sagen – gibt so gut wie gar nichts her. Ich will ehrlich sein, die Stadt ist schon bunt aber mehr als ein paar Instagrams sind nicht raus gekommen. 3 Nächte war ich bei Beginn meiner Reise hier. Nope, totale Zeitverschwendung.  Am 4. Tag ging es weiter nach Trinity – einem kleinen beschaulichen Fischerdorf zum ausspannen, denn wie sollte es auch anders sein, Regen und Nebel haben mir im wahrsten Sinne des Wortes die Sicht verdorben. Doch immerhin hatte ich auf meiner Fahrt dort hin ein geiles Erlebnis. Wenn man schon in Kanada ist, dann sollte man wenigstens Mal mit einem Wasserflugzeug geflogen sein, aber natürlich nicht irgendeinem. Es sollte schon ne 67er DeHavilland Beaver sein. Bekannt auch als das Arbeitstier unter den kanadischen Buschfliegern. Ich natürlich vorher gegoogelt und siehe da auf meiner Fahrtroute befindet sich Clarenville Aviation – ein kleiner Familiengeführterwasserflugzeugbetrieb!

Eigentlich wollte ich nur mal Fragen, aber nach ner halben Stunde quatschen und überlegen (soll ich oder soll ich nicht) saß ich im Flieger und unter mir klatschte das Wasser an die „Kufen“ Ähm, wie sagt man eigentlich zu den Dingern, die unter Wasserflugzeugen angebracht sind? Na, wie dem auch sei… Es platschte und klatschte ordentlich und schon hob das Teil mit mir ganz alleine ab. Für den Preis hätte ich übrigens noch zwei weitere Passagiere für Umme mitnehmen können. Da aber niemand weit und breit zu finden war, hab ich das Teil alleine gemietet. Auch wenn ich vielleicht nur ein einziges Bild verwende, aber einmal dabei sein – unbezahlbar!

Es war bedeckt, genau das richtige Wetter für Eisberge fotografieren. Was ich auf keinen wollte, war Sonnenschein., denn dieser lässt die Eisberge einfach nur weiß erscheinen und die türkisblauen Farben werden einfach nicht sichtbar. Das ist auch schon der erste Tipp. Eisberge nur bei wolkenverhangenem Himmel fotografieren. Alles andere lohnt sich nicht. Aber was erzähl ich das euch – das wisst ihr sicherlich schon.

 Trinity war ein nettes kleines Fischerdörfchen zum Entspannen, aber aufgrund des Nieselregens nichts für die Kamera. Ich hatte mir selbst nur 9 Tage Zeit für die fotografische Erkundung Neufundlands gegeben. Eigentlich reicht das auch, wenn das Wetter mitspielen würde. Wer jetzt sagt, man kann doch bei jedem Wetter fotografieren. Yep, das stimmt aber nicht wenn man mit genauen Vorstellungen auf die Reise geht. Wie sagte Feininger einmal. „Bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder unfotogenen Motiven ist es eine Kunst, NICHT auf den Auslöser zu drücken“- Recht hat er.  Sollte man öfters mal machen…

Natürlich hab ich nicht die ganze Zeit in meinem kleinen Kabuff in Trinity gesessen. Hab das Auto geschnappt und bin ans Kap Bonavista gefahren und es hat sich gelohnt. Der Himmel klärte ein wenig auf, sodass zumindest kein Nebel und Nieselregen in der Luft lag. Die Gunst der Stunde habe ich genutzt und gleich mal die Dicke Berta ausgepackt und ein paar 4×5 Aufnahmen geschossen. Die Negative liegen gerade vor mir – müssen aber noch eingescannt und bearbeitet werden. Da ich mich aber gerade in einer kleinen häuslichen Umstrukturierung befinde, musste ich erstmal mein ganzes Scannerzeugs wegpacken. Ich werde mich wohl erst nach meiner Workshop-Tour darum kümmern können. Gar nicht gut, denn eigentlich kann ich es kaum erwarten die Bilder zu sehen.

Nach Trinity folgt Twillingate, mein nördlichstes Ziel der Reise. Twillingate liegt an der sogenannten Iceberg Alley, die sich von Labrador runter nach St. John’s erstreckt. Allerdings hat Twillingate eine Besonderheit – auch die ganz großen Eisberge laufen hier auf Grund. Bedenkt man das rund zwei Drittel unter Wasser sind, dann sind das ganz schöne Brocken. Auf meiner Zodiac-Tour konnte ich aus nächster Nähe damit Bekanntschaft machen. Beeindruckend sag ich euch, doch natürlich nicht ganz ungefährlich. Wer jetzt aber denkt, dass Eis abfallen und das Boot treffen könnte, hat nur teilweise recht. Viel schlimmer ist es, wenn der Eisbergs durch herabfallendes Eis aus dem Gleichgewicht gerät und sich dreht. Dann kommen nämlich die zweit Drittel Unterwassereis zum Vorschein und dann gibts richtig eins auf die Zwölf.

Wieder an Land musste ich natürlich auch ein paar Langzeitbelichtungen aufnehmen, denn durch die Verankerung im Wasser steht der Eisberg wie ne Eins und bewegt sich nicht. Einzig das Abschmelzen über einen längeren Zeitpunkt würde zu einer Bewegung führen, aber das passiert ja nicht in fünf Minuten. Ich also mein ganzes Zeug gepackt und mich auf die Suche nach ufernahen Eisbergen gegeben. Einen ungefähren Anhaltspunkt gab mir der sogenannte Eisbergfinder, also ne Karte wo sich die Eisberge derzeit aufhalten. Ist zwar extrem ungenau, aber immerhin etwas.

Ich also losmarschiert und ich kann euch sagen, da läuft man ein Weilchen. Durch Zufall und weil ich mir in der Gegend um Twillingate einen der höchsten Punkte gesucht habe, konnte ich in einer Bucht einen dieser Riesen finden und war ganz allein. Kein Touristen, gar nichts – Nur ich, die Kamera und das Rauschen der Wellen in rund 60 Meter Tiefe. Dort, wo jetzt ein Nikon Objektivdeckel und ne Carbon Abdeckung meiner Großformatkamera liegt. Besser natürlich als ich…

Ich wollte natürlich unbedingt eine Großformataufnahme machen, doch weil ich in Anbetracht des Wetters nicht soviel Zeit hatte, musste erstmal meine DSLR für ein Foto herhalten. Außerdem konnte ich so den Bildausschnitt überprüfen, ob der mir gefällt. Nachdem ich das Foto im Kasten hatte, kam ein Windstoß und ruckzuck flog mir der Objektivdeckel aus der Hand, den ich eigentlich wieder aufs Objektiv schrauben wollte. Ich mir gesagt, scheiß egal. Kannste wieder kaufen. Nachdem ich kurz geflucht hatte, hab ich mit die 4×5 Kamera geschnappt und aufgebaut. Anschließend Licht gemessen, ein bisschen herum gerechnet aufgrund des entstehenden Schwarzschildeffekts in Verbindung mit dem Graufilter. Alles war für den ersten Schuss fertig und dann kams DICKE. Nebel zog auf und in Bruchteilen von Sekunden war die ganze Bucht vernebelt und ich stand am 60 Meter tiefen Abgrund. Na, dass war vielleicht ein Scheißgefühl.

Regen kam auch noch dazu, was mich dazu drängte alles in Windeseile zusammen zu packen. Macht das mal mit 4×5 Equipment! In der Eile flog natürlich auch noch die leichte Carbonabdeckung davon und die kostet. Shit! Wie dem auch sei, hab mich dann auf den Rückweg zum Auto gemacht und auf ne Wetterbesserung gewartet. In den darauf folgenden 5 Stunden bin ich immer wieder mal losgezogen um vielleicht doch noch das Foto zu bekommen. Letzten Endes hab ich es dann beim 5 Anlauf geschafft. Glücklich, zufrieden und mit wenig Equipmentverlust bin ich anschließend zurück zu meinen B&B.

Am nächsten Tag ging es mit einer Fahrzeit von knapp 9 Stunden wieder zurück nach St. Johns für meine Rückflug am kommenden Tag um 5 Uhr morgens. Zweck der Reise war Eisberge zu fotografieren. Das ist mir gelungen, auch wenn dies eine Reise mit den wenigsten Aufnahmen bisher war. Doch Quantität ist ja bekanntlich nicht alles.

Eisberg Saison ist von Anfang Mai bis Mitte/Ende Juni, danach fängt die Wal-Saison an. Während meiner Reise Anfang Juni waren Temperaturen Schwankungen am Tage von bis zu 15 Grad keine Seltenheit. Das Auto-Thermometer sprang regelrecht hin und her. Ich hatte Höchsttemperaturen von knapp 30 Grad und Tiefsttemperaturen um den Gefrierpunkt. Funktionskleidung ist hier am Besten geeignet!

Zum Abschluss gibts noch ein paar Bildchen, die alle mit der D800 und verschiedenen Objektiven (16-35mm und 85 AF-D) aufgenommen wurden.

Frozen-History-IV - Newfoundland

Frozen-History-VI - Newfoundland

Frozen-History-VII - Newfoundland

Two Benches - Newfoundland

Twillingate - Newfoundland

Ice Brigde - Newfoundland

Frozen-History-I - Newfoundland

Dies und Das, Fotografie, Nachgedacht

Wenn es mal etwas länger dauert…

27. Mai 2014

IMG_1066

Ich dachte, ich würde es noch schaffen ein, zwei Artikel nach dem letzten und diesem hier dazwischen zu schieben Nunja…. hmmm hat nicht geklappt – Schuld gebe ich jetzt mal meiner Tastatur, die nachdem ich sie gereinigt hatte nicht mehr so richtig funktionieren will. Ne neue, Solar Tastatur* von Logitech ist unterwegs!

Wie ihr wisst ist BlogTimes seit 5 Jahren online und hier schreibe ich mit einer kleiner Ausnahme zu Beginn der Bloggerzeit ausschließlich über meine ganz persönlichen Sichtweise zur Fotografie und die Art und Weise wie ich damit umgehe. Die Beitragsfrequenz hat in letzter Zeit etwas abgenommen, was vor allem daran liegt, weil ich mich aktuell verstärkt auf meine Offline-Präsenz konzentriere. Hier und da hatte ich das bereits in  einigen Artikeln verwurstet, vor allem wenn es sich um die Präsentation und die Vermarktung von Aufnahmen dreht. Seite mehr als zwei Wochen sitze an mein Resin Edition, die ich für eine Art-Festival vorbereite. Kleben, Schleifen, Lackieren, Poliere usw… Artikel über das Resin hatte ich euch ja versprochen und kommt noch. Ist schon fast fertig geschrieben.

In den letzten drei Jahren habe ich so einiges gesehen fotografiert, angefangen hatte es mit Island, England, Vereinigte Arabische Emirate. Ich war in Toronto, Montreal, New York , Chicago, San Francisco, Seattle, Las Vegas und mehr als einen Monat außerhalb des Großstadtdschungels im Westen der USA unterwegs. Zwischenzeitlich habe die analoge Großformat Fotografie angefangen und werde mich künftig auch noch mit dem neuen 4×5 Polaroid anfreunden. Ein Großteil der sowohl digital als auch analogen Aufnahmen ist bearbeitet, allerdings gibt es noch die eine oder andere Aufnahme, dich sich gerne von einem RAW oder Scan in etwas brauchbares verwandeln würde.

Ich wurde letztens gefragt, ob ich mal wieder etwas neues zeigen oder mehr Beiträge schreiben könnte. Ja, das würde ich gerne nur lässt es aktuell die Zeit einfach nicht zu. Ich weiß, jeder ist busy auf die eine oder andere Weise und vielleicht ist der Ausdruck „Dafür habe ich gerade keine Zeit“ nur eine Ausrede weil man nicht organisiert genug ist. Könnte natürlich sein…

Nun, auch wenn ich mir damit keine Freunde mache, Fotografie ist nicht alles und daher pflege ich natürlich noch anderen Beschäftigungen um einen Ausgleich herzustellen, vielleicht auch neue Inspiration zu bekommen. Wenn es die Bedingungen zulassen bin ich im Wildwasser-Kanu unterwegs, steige ab und zu aufs Wakeboard, gehe zum Bogenschießen (Take Down – Recurve 51 lbs) um mich auf komplett auf etwas anderes zu konzentrieren, gehe mehrmals in der Woche zum Sport, im Winter zum Snowboarden oder zum Langlauf um mich fit zu halten und arbeite schon seit langem mit einem befreundeten Fotografen an einer Galerie und beschäftige mich mit Elektronic Music (DJ-Stuff usw…)

Beiträge für Blogtimes zu schreiben ist zeitintensiv und daher bitte nicht ärgern, wenn der Zeitraum zwischen den Artikel mal etwas länger dauert und mich das eigentlich auch ärgert. Ich könnte euch zwar mit belanglosen Artikeln ala „Neues Firmware Update für die D800“ zumüllen, aber das wäre nicht in meinem und sicherlich auch nicht in eurem Interesse.

Apropos Interesse. Ich nehme den Artikel hier gleich mal zum Ansatz nach euren Wünschen und Interessen zu fragen. Was vermisst ihr auf BlogTimes, was könnte man besser gestalten und welche Themen würden euch interessieren. Ich bin für alles offen. Vielleicht gibt es ein Thema, was euch brennend interessiert und ihr dazu gerne eine weitere Meinung hören wollt. Zweites Apropos: Ausgleich! Was macht ihr  eigentlich so, wenn mal nicht die Kamera um euren Hals baumelt?

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Foto-Workshops, Fotografie, Unterwegs

Chicago und warum ich am liebsten wieder nach Hause geflogen wäre…

28. Januar 2014

Office Lights - Chicago,*686 USA

Krass, wie die Zeit vergeht. Vor etwas mehr als 4 Wochen war ich für eine Woche in Chicago. Kurzerhand hatte sich noch Andreas (war schon einmal dieses Jahr auf Tour mit mir im Südwesten der USA) eingeklingt. Super, hab ich mir gedacht dann hab ich jemand zum quatschen.

Eigentlich hatte ich für diesen Trip im Dezember keine Zeit und so war die Reise eigentlich eher ein Lastminute Ding. Es musste aber sein, da es mein Location Check für den kommenden Workshop war. Außerdem bin ich nur knapp 2 Flugstunden von der Windy City entfernt – da überlegt man nicht zweimal! So saß ich dann eine Woche vor Weihnachten im Flieger um eine der bekanntlich schönsten Städte der USA einen Besuch abzustatten.

Ich war schon früh im Hotel, hatte das Hardrock über lastminutetravel gebucht und satte 50 Prozent gegenüber dem reglulären Preis gespart. Andreas kam mit einer Nachtmittagsmaschine aus Deutschland und wir ließen den Abend bei einem schönen, dicken Steack im Hotelrestaurant ausklingen. Das Hotel befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Loop und dem Chicago River. Im Grunde kann man alles zu Fuss erreichen oder die öffentlichen Busse vor der Hoteltüre nutzen. Apropos öffentlicher Nahverkehr. Der Flughafen O’Hare liegt extrem weit draußen. Man benötigt durchschnittlich rund eine Stunde mit der Metro in die Stadtmitte. Dauert zwar ein bisschen, ist aber die günstigste Möglichkeit in die Stadt zu kommen, Ich hatte mir ein 7-Tagespass für 27 Dollar gekauft. Hier sollte man am besten Bargeld dabei haben, denn die deutschen Kreditkarten funktionieren nicht bei den Fahrkartenautomaten. Interessant war anschließend der Tagespass, der aus der Maschine geworfen wurde – Ne Kreditkarte, welche sogar etliche Jahre gültig ist und auch eine Zahlungsfunktion enthält (Nach Aufladung versteht sich natürlich). Echt kein Wunder, dass hier jeder verschuldet ist, wenns die Teile schon am Automaten gibt!!!

Am nächsten Tag ging es nach einem tiefen Schlaf im wirklich zugigen Hotelzimmer fürs Frühstück ins Cafe um die Ecke. Durch den supergünstigen Übernachtungstarif war Wifi leider nicht im Hotelpreis inbegriffen und so haben wir uns kurzerhand für den morgendlichen Email-Check, Cafes mit Wlan rausgesucht. Das Netz an kostenlosen Möglichkeiten ist so dicht, dass wir teilweise sogar auf der Straße einen Wlan-Spot gefunden haben. So war wenigstens auch für die Kommunikation nach Hause gesorgt.

Vorgenommen hatte ich mir eigentlich hauptsächlich mit der Dicken Analogen zu fotografieren. Tja, am Ende waren es leider nur ne Handvoll Negative, die ich bisher nicht eingescannt habe. Hinzu kommt außerdem, dass ich einen meiner Filmehalter in der Minibar vergessen habe. Bin mal gespannt, ob und wann der bei mir wieder eintrifft. Argggh, wie kann man nur so blöd sein. Die Teile sind nämlich aus Holz und Carbon. Super leicht, aber auch super teuer.

Der Beitragstitel „Warum ich am liebsten wieder nach Hause geflogen wäre“ beschreibt die ersten 5 Tage in Chicago am besten. Ich hätte kotzen können, überall wo man hinkommt wird man vor irgendwelchen selbsternannten Wachmännern mit seinem Equipment für einen Feind gehalten, weil man ja „sein“ Gebäude fotografieren möchte und das dies verboten sei. Die erste Diskussion mit so einem Spacken zauberte uns noch ein Lächeln ins Gesicht. Die darauffolgenden waren schon eher nervig, weil wir schon auf „das Verbot“ hingewiesen wurden, obwohl wir unser Equipment quasi noch in der Fototasche hatten. Wie soll ich denn hier einen Street und Architektur Workshop abhalten, wenn wir überall wieder verjagt werden? Innerlich hatte ich schon damit abgeschlossen und wäre wie schon geschrieben am liebsten wieder abgereist. Doch wie es der Zufall wollte, änderte sich die Situation am folgenden Wochenende schlagartig. Gut, dass unser Trip von Wochenmitte zu Wochenmitte ging, ansonsten wären wir ohne Ergebnisse nach Hause gekommen. Tatsächlich steht das Security Personal nur während der normalen Bürozeiten im Foyer und kümmert sich um die unliebsamen Fotogäste. Am Wochenende ist es wie ausgestorben, nahezu perfekt für die Urbane und Architektur Fotogafie.

Chicago bietet aber nicht nur durch seine Architektur genügend Fotomöglichkeiten, sondern ist auch für Streetfotografie wirklich gut geeigent. Da ich grundsätzlich den Minimalismus bevorzuge, sind mir die kalten Monate einfach lieber. Weniger Menschen…. Dezember allerdings ist schon eine arschkalte Veranstaltung. Den Kameras macht das nichts aus – selbst bei knapp minus 30 Grad haben die Teile ohne Probleme funktioniert. Die Finger sind hier das Problem. Wer hier Tipps für mich hat? Gerne! Ich hab schon alle Möglicheeiten durch. Bisher ohne Erfolg.

Ach ja, der Workshop, welcher für Ende Oktober 2014 geplant ist, wird also stattfinden. Oktober aus dem einfachen Grund, weil hier das Wetter schlechter ist um mit besseren Ergebnissen (gerade im Hinblick auf die Langzeitbelichtung) zurückzukommen. Die Details zum Workshop muss ich noch ausarbeiten, dennoch möchte ich euch schon ein paar Infos geben. Der Workshop wird von Mittwoch (Anreise) bis Montag (Abreise) gehen. Themen sind die Urbane und Architekturfotografie inkl. Langzeitbelichtung und Nachtfotografie. Der Sonntag Nachmittag wird dann im Zeichen der Bildbearbeitung stehen. Es stehen genau fünf Workshop-Plätze zur Verfügung. Ich bin gerade dabei das Formular für die Registrierung zu erstellen. Dauert aber noch ein wenig. Wer von Euch war eigentilch schon mal in Chicago??

Quarter-past-five---Chicago-682-USA-2013

Winter-Skyline----Chicago-680---USA-2013

Birds - Chicago;*686 USA

Wabash - Chicago;*685 USA

Three - Chicago;*684 USA

Trump Tower - Chicago;*683 USA

Fotografie, Nachgedacht

Mein Foto aus 2013

3. Januar 2014

The Wave - Dog

So, es ist wieder soweit. Wie jedes Jahr im Januar begebe ich mich auf die Suche nach deinem Foto aus dem vergangen Jahr und wie immer suche ich nicht nach dem schönsten, besten oder coolsten Shot, sondern nach dem, welches euch am meisten fasziniert oder bewegt hat.

Ich bin absolute kein Fan von Quantität und diejenigen, die ne gebrauchte Kamera von mir gekauft haben, können das anhand der Auslöseanzahl erkennen. Selbst mit meiner aktuellen D800, die ich seit Mitte 2012 habe, bewege ich mich erst um die 6000 Klicks… Natürlich sagt die Auslöseanzahl nichts über den die Qualität aus, sondern ist nur ein Anhaltspunkt, dass man sich ein wenig mehr Gedanken macht bevor man auf den Auslöser drückt. Es kommt aber auch auf den Genre an. Bestes Gegenbeispiel – Hochzeitsfotografie. Hier benötige ich schon ein stattliche Anzahl um daraus die potenziellen Kandidaten auszuwählen.

Was ich eigentlich sagen möchte ist, dass wir in den Fotocommunites, auf Facebook, Twitter, Instagram und Co täglich tausende Fotos sehen und wir oft selbst betrebt sind, immer wieder Fotos hochzuladen. Um diesem Trend mal ein wenig entgegen zu wirken suche ich zumindest einmal im Jahr nach deinem Foto, welches für dich und für das Jahr 2013 am Bedeutensten war oder eine Geschichte erzählt.

Neben all dem analogen und digitalem Zeugs, welches ich immer mit mir rumschleppe habe ich mein Foto des letztens Jahres mit dem iPhone aufgenommen. Das Fotos stammt von der Wave oder vielmehr von einem Hund, der sich auf den langen Weg dorthin gemacht hatte. Bei der Wave handelt es ist eine Gesteinsformation irgendwo zwischen der Grenze Arizona/Utah im Südwesten der Staaten. BlogTimes Leser Andreas hatte mich zwei Wochen auf diesem Trip in die USA begleitet und wir werden niemals vergessen, was diese Tour für ein Abenteuer war. Für uns war es eine „Once in a lifetime chance“, die so schnell nicht wieder kommt. Unzählige bewerben sich jeden Monat für einen der begehrten 20 Plätze pro Tag. Wer es schafft ausgelost zu werden, erwartet eine nicht ganz ungefährliche Reise durch eine extrem faszinierende Landschaft. Erst vor ein paar Monaten ist ein Pärchen in dieser Gegend ums Leben gekommen. Der Hinweg ist meistens kein Problem, doch der Rückweg hat schon des öfteren einen Search and Rescue Einsatz ausgelöst. Gerade im Sommer zählt jede Stunde, da es kein Wasser im Umkreis von etlichen Meilen gibt.

Umso beeindruckender fand ich es, dass dieser Hund es sogar bis hier hin geschafft hatte. Immerhin benötigte jeder von uns knapp 5 Liter Wasser für 13Km… Was das Herrchen wohl alles geschleppt hat um seinen Hund in dieser brütenden Hitze heil von A nach B und zurück zu bringen…..? Naja, mehr gibts dazu eigentlich zu erzählen, muss ja nicht immer ein Roman sein. Die Erinnerung sind viel intensiver und bedeutender ALS der Text um es ausführlicher zu beschreiben.

So und nun seit ihr aber an der Reihe. Was ist “Dein Foto aus 2013″? Welches hat dich selbst am meisten beeindruckt? Ich möchte das Ganze unter anderem als eine Art Blogparade aufziehen. Diejenigen unter Euch, die einen eigenen Blog haben, schreiben einfach einen Beitrag über Ihr Foto aus 2013. Damit ich das Ganze natürlich auch mitbekomme, verlinkt ihr auf diesen Blogeintrag. Diejenigen unter Euch ohne eigenen Blog können gerne ein Beitragsbild zum Kommentar hinterlassen. Die ganze Aktion läuft bis zum 10 Januar.