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San Francisco

Analog, Fotografie

Von zwei Minuten und was ich von Diafilm noch so alles lerne…

9. April 2014

Es ist mal wieder an der Zeit einen Beitrag zur analogen Fotografie rauszuhauen. Hab ja lange nichts mehr darüber geschrieben. Mehr oder weniger davon inspiriert wurde ich vom PhotoKlassik Magazin, welches ich hier zwar nicht lesen und somit auch nicht beurteilen kann, aber die Tatsache, dass sich ein Photomagazin ausschließlich mit analogen Fotografie beschäftigt zeigt mir wieder einmal, dass analoge nicht tot ist. Sie wird uns also weiterhin begleiten wunderbar!

Aber darum geht es heute gar nicht, auch wenn es mal wieder ein schönes Fotostammtisch Thema wäre.

Ende 2012, eigentlich viel mehr Anfang 2013 habe ich mit der Großformat Fotografie begonnen, einerseits aufgrund der Herausforderung, andererseits weil mich die analogen Fotografie nie richtig losgelassen hat. Mittelformat hatte ich seinerzeit übersprungen, weil ich hier für mich keinen richtigen Bedarf sah – auch wenn ich gerade überlege mir doch eine MF Kamera zu holen um später vielleicht einmal ein digitales Rückteil dran zu packen. Bis es soweit ist, erfreue ich mich erstmal immer aufs neue über die großen Negative, die ohne Probleme auch als Postkarte durchgehen könnten. Apropos Großformat, es juckt auch in den Fingern 8×10 zu fotografieren. Allerdings müsste ich hier neben den sehr teuren Filmen, auch Kamera und Objektive erneuern… Träumen kann man ja!

Was meine ich mit zwei Minuten? Meinen LZB Aufnahmeprozess mit Filmmaterial. Jeder, der sich schon mal mit mit der analogen Fotografie beschäftigt hat, der stolpert zwangsläufig über den Schwarzschildeffekt. Bei Negativ Filmmaterial, egal ob Schwarzweiß oder Farbe, setzt dieser bereits ab 1 -2 Sekunden ein. Hier gibt es dann herstellerspezifische Hinweise zu beachten um letzten Endes ein richtig belichtetes Negativ zu erhalten. Bei Verwendung eines Diafilms ist das ganze allerdings Nebensache, da dieser Effekt erst ab zwei Minuten Belichtungszeit eintritt. Ab zwei Minuten muss die doppelte Belichtungszeit genommen werden. Bei 8 Minuten ist Schluss! Der Diafilm stößt hier ganz einfach an seine Grenzen und die Farben sind  dann einfach nicht mehr zu gebrauchen.

Für meine analogen Langzeitbelichtungen arbeite ich in der Regel im Zwei-Minuten Bereich. Das reicht in Verbindung mit zwei Graufiltern (zusammen 13 Blendenstufen) für eine ausgewogene Langzeitbelichtung und eine schöne Zeichnung vorbeiziehender Wolken aus. Hier mal ein paar analogen Zwei-Minuten…. Aufgenommen mit der 4×5 Großformatkamera, einem 75mm Rodenstock Objektiv und dem Velvia 100.

Lights---San-Francisco,4x5-017---USA2013

China-State-Park---California-,4x5---USA

Trinidad-Beach---California-,4x5-013-USA2013

Two-Cars---San-Francisco---fail

Golden-Gate,-4x5--022---San-Francicso-2013

Telegraphy-Hill---San-Francisco-,4x5-014-USA2013

Neben dem Velvia 100 nutze ich noch den Provia 100 F, aber im Grunde ist es mir egal, welche Diafilme ich nutze. Beide haben die gleichen Eigenschaften in Bezug auf die Belichtungszeit. Der Velvia ist vielleicht ne Spur wärmer und der Provia ein wenig kälter von den Farben. Ist mir aber wurscht, da ich meine Aufnahmen sowieso einscanne und anschließend in PS bearbeite. Das interessante am Diafilmaterial ist aber, dass es nahezu kein Korn gibt und die Tatsache ein „Positiv“  dieser Größen in den Händen zu halten ist einfach unbezahlbar.

Großer Nachteil von Diafilmen ist der eingeschränkte Einsatz. Hat das zu fotografierende Motiv ein zu großen Kontrastunterschied, muss man sich für oder gegen die Zeichnung in den Schatten entscheiden. Der relative geringe Dynamikumfang ist Schuld daran. Dieser ist nämlich viel geringer als Negativfilm und weit von aktuellen digitale Kameras entfernt.

Der geringe Dynamikumfang ist genau das, was ich aber auch für meine persönliche Weiterentwicklung in der digitalen Fotografie verwenden konnte. Ich mach mir nichts vor, meine D800 hat mehr als 14 Blendenstufen. Extreme Schatten und Lichter in einer Aufnahme zu kombinieren ist kein Problem. Nachträgliches Aufhellen oder Abdunkeln ist easy going! Doch wirklich verbessert hat das mein Aufnahmeprozess nicht. Eher im Gegenteil. Der Gedanke alles nachträglich zu „verbessern“ hat mich bei der Aufnahme eher schlampen lassen. Das kann ich mir bei Diafilm nicht erlauben. Hier muss alles stimmen! Ich mache mir seit Nutzung der Großformatkamera mehr Gedanken vor der Aufnahme, schaue die Szenerien an, lasse das Licht, die Schatten auf mich wirken und überlege ob sich diese Aufnahme wirklich lohnt! Erst dann drücke ich auf den Auslöser… auch, wenn ich digital fotografiere!

Ja, die Nutzung der analogen Fotografie beeinflusst(e) vor allem die Herangehensweise meiner digitalen Fotografie. Das wiederum bringt mich zu der Frage. Was beeinflusst euch bei euren Aufnahmen oder drückt ihr einfach auf den Auslöser und schaut obs was geworden ist?

Analog, Fotografie, Großformat

Es ist mal wieder Zeit für Analog….

27. Juni 2013

Update: 09.07.2013 – Neue Fotos hinzugefügt!
Der letzte Analog-Content (ja, ich weiß blöde englische Begriffe) ist schon ein Weilchen her. Aus diesem Grund hab ich mir gedacht, ich könnte ja mal wieder ein bisschen analoges Zeug durch Netz pusten.

Auf meinen letzten zwei Reisen hatte ich nebem dem üblichen D800-Reisegepäck immer auch die Großformatkamera dabei. Auch wenn das hölzerne-Alu-Carbon Ungetüm zu einen der leichtesten 4x5inch Fachkameras gehört, so muss man doch nen Haufen Zubehör zusätzlich mitsich rumschleppen. Angefangen von den Filmkassetten über das Einstelltuch bis hin zur Fokussier-Lupe. Hinzu kommen dann noch Objektive, Filter, Filterringe und Kleinkram. Alles in allem ist das schon ne Menge. Und wofür das alles? Na, lassen wir das – Erklärungen führen hier eh zu nichts.

Wie ich schon in einem meiner letzten Beiträge über die vergangen Reise geschrieben habe, hatte ich einen großen Teil des Filmmaterials bereits vor Ort entwickeln lassen. Kann ich nur allen raten, die ebenfalls im Urlaub/Reisen mit analogem Equipment unterwegs sind. Zum einen ist der entwickelte Film unempfindlich gegen Röntgenstrahlung und zum anderen könnt ich euch gleich ans Scannen machen, wenn ihr zu Hause seit und müsst nicht erst umständlich zum Labor rennen oder das Selbstentwickeln anfangen. Auch wenn letzteres sicherlich immer wieder eine interessante Geschichte ist.

Ich war dieses Mal erstmals mit einem Dia-Film unterwegs, genauer gesagt mit dem „neuen“ Fuji Velvia 100. Am Ende quasi das „Positiv“ in den Händen zu halten und zu sehen man hat alles richtig gemacht, ist schon ein sehr geiles ähm erhabenes Gefühl. Es ist doch immer wieder faszinierend was für eine Anziehungskraft so ein großes „Negativ“ hat. Selbst Till Müller, mein digitaler Foto-Reisepartner war nicht nur für einen Augenblick lang gefesselt von der Bildwirkung, die davon ausgeht. Ich selbst hatte die entwickelten Dia-Filme and diesem Tag noch unendlich weitere Male gegen das Licht gehalten…Konnte einfach nicht anders!

Mittlerweile habe ich ein paar der analogen Aufnahmen bearbeitet und ins Netz gestellt. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie klein doch die Akzeptanz (vielleicht ist das auch nicht das richtige Wort) vom analogen Material ist. Poste ich eine digitale Aufnahme mit all ihrer Feinheit, Klarheit und absoluten Schärfe, dann dauert es nicht lange bis sich mein Mail-Postfach mit Benachrichtigungen füllt, wie toll doch diese oder jene Aufnahme ist. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass viele die digitalen mit den analogen Aufnahmen vergleichen und dann das digitale Pendant favorieren. Ist nur so ein Gedanke – mag mich vielleicht auch irren.

Leider sieht man nicht wieviel Arbeit hinter einer Großformat-Aufnahme steckt. Die Fehlerquellen sind extrem hoch und eine Gewissheit, dass die Aufnahme etwas geworden ist, hat man auch nicht. Mit einer digitalen Kamera kann ich unendliche Male hintereinander auslösen, was es gerade bei schwierigen Fotosituationen einfacher macht. Ich kann mich noch gut an die Aufnahme am „Trinidad Beach“ erinnern. Neben den üblichen Aufnahme-Fehlerquellen kam hier die steigende Flut, das realtive kurze Zeitfenster nach Sonnenuntergang, das Warten auf die richtige Welle und schließlich das Auslösen der Kamera im richtigen Moment, wenn sich das Wasser wieder zurückzieht usw… zum Tragen. Ach, und die Belichtungszeit musste ja auch noch beachtet werden. Naja, ich will hier ja auch nicht rumjammern – hab ich doch selbst so gewollt.

Das, was die anderen nicht sehen können, also die Arbeit – genaus das zählt für mich am Meisten. Zu wissen, dass ich wirklich etwas fotografiert und nicht nur einfach x-mal den Auslöser betätigt habe. Ich denke ihr versteht was ich damit meine. Ich möchte damit auch nicht die digitale Fotografie schlecht machen, nutze ich sie doch selbst. Dennoch sehe ich die analogen Aufnahmen mit einem anderen Auge, wahrscheinlich vor dem Hintergrund weil es tatsächlich Handwerk ist.

Ich weiß, dass auch unter den BlogTimes Lesern etliche dabei sind, die wie ich entweder zusätzlich oder ausschließlich analog unterwegs sind. Wie seht ihr das eigentlich mit den analogen Aufnahmen. Habt ihr das Gefühl, dass diese oft mit der digitalen Welt verglichen werden und anders beurteilt werden? Genauso gut könnte man auch folgende Frage an die Digitalfotografen stellen. Wie seht ihr das Medium „Film“ – Für euch interessant oder kommt es gar nicht in Frage?

So genug geschwaffelt… hier ein paar Aufnahmen. Die meisten von euch werden sie wahrscheinlich schon kennen und es sind auch nicht viele. Die Bearbeitung dauert ungefähr doppelt solange wie bei einer digitalen Aufnahme. Grund sind die ganzen Staubfussel, die entfernt werden müssen und das benötigt Zeit.

Astoria - Oregon,*4x5 - USA

Telegraph Hill - San Francisco,*4x5 - USA

Surfer Trinidad Beach - California,*4x5 USA

Racetrack - Death Valley,*4x5 - USA

[Joshua Tree - Death Valley,*4x5 - USA

[Freemont - Vegas]*,4x5 - USA

[The Wave - Coyote Buttes],4x5 - USA

[Zion National Park],4x5 - USA

China State Park - California,*4x5 - USA

Two Cars - San Francisco,*4x5 - USA

Fotografie, Unterwegs

San Francisco – Ende gut, alles gut…

9. Juni 2013

Golden Gate - study - Ronny Ritschel Photography

So, der letzte Tag in Frisco ist angebrochen, den wir wohl teilweise mit Shopping und Fotografieren verbringen werden. Während es für Till wieder zurück ins hoffentlich sonnige Deutschland geht, werde ich mit einem relativ kurzen Flug wieder zurück an die kanadische Ostküste aufbrechen.

Die letzten Tage haben wir quasi einen Fotomarathon hingelegt. Sind etliche Meilen ähmm Kilometer zu Fuß durch verschiedenste Stadtteile nach brauchbaren Fotomotiven geeiert und haben unseren Mietwagen über die 2000 Meilen-Marke gewuchtet. Zu guter letzt war es die richtige Entscheidung den Reiseverlauf zu ändern und mehrere Tage hier in der pazifischen Küstenstadt zu verbringen. Das rote Monster, also die Golden Gate hat es eigentlich ganz gut mir uns gemeint. War mal komplett im Nebel, mal nur Teilweise und mal gar nicht. So oft wie wir die Brücke aufgesucht haben, finden wir den Weg wahrscheinlich auch mit geschlossenen Augen. Die elektronische Mautstelle und die knapp 9 Dollar (inkl. Gebühr von Mietwagenanbieter) wird es gefreut haben.

Aber auch Abseits von Golden Gate und Co haben wir die Stadt auf Speicherkarte, respektive Film bannen können. Ursprünglich waren ja nur zwei volle Tage in SFO geplant. Die hätten allerdings bei weitem nicht ausgereicht. Ich würde auf jeden Fall fünf volle Tage veranschlagen um sie fotografisch gut ergründen zu können. Das Wetter spielt hier nämlich eine sehr große Rolle und kann sich schlagartig ändern. Dann ist es gut möglich, dass man von der San Francisco Bay nämlich nichts mehr sieht außer weißen Dunst!!!

Ich hatte mich ja beklagt, dass ich meinen neu erworbenen Großformat Film (Fuji Velvia 100) bisher nur spärlich verwenden konnte. Frisco hat das geändert und nicht nur das. Ich habe die gemachten Aufnahmen, sofern dies zeitlich möglich war, auch gleich hier entwickelt. Zum einen umgehe ich die lästigen Probleme des Handgepäck-scanners und zum anderen habe ich so die Möglichkeit eine Motiv ein zweites Mal abzulichten. Vorallem aber  sind die Entwicklungskosten hier extrem niedrig und super schnell. Meine Aufnahmen waren innerhalb von 24 Std. entwickelt und abholbereit. Sollte also einer von euch mit ner Filmkamera in San Francisco unterwegs sein – Meine Empfehlung lautet hier Light Waves Imaging. Für analoges Zubehör (Film usw…) kann ich euch Key Glass Photo empfehlen. Hier hatte ich mir kurzerhand einen neuen Fernauslöser für eines meiner Großformat Objektive gegönnt. Cooler Laden in einer noch cooleren Gegend. Ach, und wirklich ansprechende Fotografien kann man hier auch kaufen.

Die Zeitintensivste Phase steht mir noch bevor – Die Bildbearbeitung. Wie immer lasse ich mir mit der Bearbeitung meiner Aufnahmen Zeit. Nicht, weil ich Stunden mit einem Bild beschäftigt bin, sondern weil es auch noch genügend anderen Dinge zu tun gibt – abseits der Fotografie. Selbst die letzte Reise ist noch nicht komplett abgearbeitet. Hier gibt es auch noch einiges zu tun. Dennoch werde ich so schnell wie möglich versuchen euch erste brauchbare Ergebnisse zu zeigen. Doch bevor es soweit ist, muss ich erstmal den neuen  Eizo CX270*(Bericht folgt) kalibrieren. Dieser ist drei Tage vor meiner Reise bei mir eingetroffen und steht noch ganz jungfreulich auf dem Schreibtisch. Eizo hatte ihn mir kurzerhand für einen ausgiebigen Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt.

Apropos Neuigkeiten. Wie ihr wisst nutze ich zur Zeit ausgiebig meinen Instagram Account auf Reisen. Dieser hat jetzt quasi Verstärkung bekommen und zwar in Sachen Bearbeitung. Die Filter-Plugin Schmiede VSCO hat eine kostenlose Photoapp mit wirklichen sehr geilen Features rausgebracht. Die Funktionen hier alles zu beschreiben, würde den Beitrag sprengen. Mittlerweile nutze ich mein iPhone im Gegensatz zu früher wirklich häufig für das schnelle Foto für zwischendurch. Ich glaube auch, dass ich Till damit ein wenig angesteckt habe. Gerade sitzt er nämlich wieder auf seinem Hotelzimmerbett und Instagrammt wieder herum – Ein paar neue Follower kann er natürlich noch gebrauchen – Till Müller

Wie immer ein paar fotografische Eindrücke – alle Aufgenommen mit dem iPhone!

Velvia 100 - Seattle Pier

*Amazon Link

Fotografie, Unterwegs

Oregon – eine Enttäuschung!?

5. Juni 2013

Westcoast - Oregon

Der Titel mag zwar auf den ersten Blick ein wenig übertrieben klingen, aber ehrlich gesagt hatten wir uns mehr von der restlichen Küste Oregons abseits der Küstenstadt Astoria, welche ganz im Norden kurz vor der Grenze zu Washington liegt, erhofft.

Für viele (Landschafts) Fotografen ist Oregon ein heiß-begehrtes Reiseziel, gerade wegen der Küstenlinie. Hey, keine Frage die Küste ist wirklich atemberaubend und immer wieder faszinierend anzuschauen aber das wars dann auch schon. Anschauen ist meistens alles, was wann man südlich bis runter nach Kalifornien machen kann. Natürlich gibt es hier und da ein paar Ecken, die sich fotografisch gelohnt haben aber jaaa, das wars auch schon.

Vor vier Tagen haben wir Astoria verlassen, nachdem wir am Abend zuvor noch das Schiffswrack von Peter Iredale fotografiert haben. Danach sollte eigentlich Cape Kiwanda, Yaquina Head Lighthouse und Thor’s Well folgen. Als Alternativprogramm waren noch ein paar Wasserfälle östlich von Portland vorgesehen, bedeuteten aber im Zweifelsfall eine sehr lange Fahrt. Cape Kiwanda war einfach nur Sch…. also vom fotografischen Standpunkt her gesehen. Es gab für Surfer und Bootsfreunde ein breites Angebot aber für Landschaftsfotografen – Nope, es war nach unseren Vorstellungen nicht fotografierbar. Also gings noch auf der Fahrt nach Newport zum nächsten Ziel – Dem Leuchtturm. Hier wollte einfach nicht das Wetter mitspielen und auch die Lage des Turm hätte nur ein „Urlaubsfoto“ zu Tage gebracht. Auf zum nächsten Fotopunkt. Noch während der Fahrt dahin dachten wir an unsere kommenden Übernachtungen in einem der langweiligsten Orte an der Westküste. Wir beschlossen daher einen kurzen Abstecher zum Hotel zu machen und nur eine Nacht zu bleiben und die weiteren zu stornieren.

Thor’s Well bot uns an diesem Tag ein positives Kontrastprogramm zum eher mauen fotografischen Vor- und Nachmittag. Wir können gut und gerne behaupten, dass wir zum richtigen Zeitpunkt dort waren, vorallem vor den später hinzukommenden Fotografen, die dieses relativ unspektakuläre „Loch“ an der Küste quasi tot fotografierten… Einer aus der Nähe stammende Fotograf erzählte uns wie er beim letzten Mal seine 5D MKII hier versenkt hatte. Es kam wohl plötzlich ne Springflut und hatte Ihn und die Kamera total aus seinen Gummistiefeln gehauen. Er nahm es offensichtlich ganz gelassen, denn er hatte sich gerade eine neue MarkIII gegönnt. Ich wäre im Dreieck gesprungen…. Wie dem auch sei, Thor’s Well war an diesem Tag das einzige Motiv, welches wir tatsächlich auch fotografierten.

Bereits am nächsten Tag ging es nach Bandon Beach. Auch hier wollten wir ursprünglich zwei Tage verbringen, doch haben uns letzten Endes dagegen entschieden. Schuld war hier nicht unser vermeintliches Unvermögen, sondern die Gezeiten. Die haben einfach nicht gepasst. Bei Bandon Beach hätten wir Abends gerne Ebbe gehabt und bei Cape Arago Flut am Mittag/Nachmittag. Es war natürlich – logisch wie sollte es auch sein, anders herum. Seit wir Astoria verlassen hatten, haben wir gerade mal eine Handvoll Aufnahmen gemacht, die aber auch nur notgedrungen…

Auf unserem weiteren Weg nach San Francisco hatten wir noch eine Übernachtung im Trinidad State Park eingelegt und verbringen anschließend nun ca. 30KM vor San Francisco die letzte Nacht bevor wir uns für restliche Reisezeit in einer der schönsten Städte Kaliforniens aufhalten werden. Immerhin können wir nun durch die neu gewonnene Zeit fast 6 Tage SF unsicher machen. Ich glaube hier gibt es so einiges an Motiven…. Doch nicht nur das, hier gönne wir uns auch etwas Ruhe – nach fast 1800 Meilen haben wir uns das verdient.

Morgen gehts daher erst mal zum Film-Entwicklungsdienst. Ich habe heute beschlossen, dass ich in SF meine bisher gemachten Großformat-Aufnahmen entwickeln werde. Die kann ich dann beruhigt durch den Scanner der Sicherheitskontrolle am Flughafen laufen lassen. Sind ja schon entwickelt. Außerdem bekomme ich so schon einmal die ersten Dia-Aufnahmen zu Gesicht und kann berurteilen ob ich bei der Aufnahme alles richtig gemacht habe. Daumen drück!!

Also mit diesem Beitrag wollte ich euch nicht zwangsläufig einen Trip an den nördlichen Teil des Pazifiks versauen aber darauf hinweisen, dass es keine Leichtigkeit ist hier zu fotografieren. Das Wetter muss mitspielen, die Gezeiten müssen passen und es darf nicht zu viel Publikums-Verkehr an den fotografischen Hotspots herrschen. Wir wurden beispielsweise am Bandon Beach von einer Horde Wildlife-Aktivsten und Enthusiasten überrascht. Infos über Fische, Vögel, Natur usw…. wollten wir uns eigentlich nicht anhören. Unser Equipment haben wir wieder eingepackt.

Die meisten (guten) Aufnahmen, die ihr in Fotocommunities oder bei der Google Suche von Oregon finden könnt, wurden von Ortsansässigen gemacht. Diese haben es natürlich einfacher und können sich raussuchen, wann es auf Tour geht.

Mein Fazit – nein unser Fazit lautet. Versprecht euch nicht zuviel (fotografisch gesehen) von Oregon.