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Equipment, Fotografie, Testberichte

Eizo CX270 – Erster Eindruck

24. Juni 2013

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Vor kurzem wurde mir freundlicher Weise von Eizo der neue CX270* der ColorEdge Reihe für die Bildbearbeitung zu Verfügung gestellt. Über Eizo brauch ich ja wohl nicht viel zu erzählen. Dürfte ja jedem, der sich mit der Bildbearbeitung auseinandersetzt bekannt sein.

Ich ordne den CX270 etwas unterhalb der Spitzenmodelle (CG-Reihe) aber weit oberhalb der FlexScan SX-Reihe ein. Ich denke nach Einführung der CX-Modelle (gibts auch noch als 24er) wird für Eizo-Interessenten in Sachen Bildbearbeitung letztere, also die FlexScan Monitore, weniger in Betracht kommen. Grund ist meiner Meinung nach der geringe Preisunterschied zum neueren Modell. Apropos Unterschied, zum Spitzenmodell unterscheidet er sich eigentlich nur, dass er über keine LED-Hintergrundbeleuchtung und keinen integrierten Hardwarkalibrierungssensor verfügt. Der CX270 kommt zwar auch mit einem automatischen ausfahrbaren sensor, allerdings ist dieser nur für die Abstimmung und Korrektur Abstimmung zuständig und hat keine „richtige“ Hardwarekalibrierungsfunktion. Mit dem optionalen Zubehör ist aber eine Hardwarekalibrierung möglich.

Eizo-üblich kommt der Monitor in seinem schicksten Grau daher. Naja, designtechnisch war Eizo noch nie der Renner ähnlich eigentlich wie die Monitormodelle der Firma NEC. Man legt eben ein größeres Augenmerk auf die inneren Werte. Im Grunde ist es eigentlich auch das was zählt. Was bringt mir ein super designter Monitor, wenn das angezeigte Bild einfach nur sch… aussieht. Geliefert wurde er mit neben den üblichen Kabeln auch mit einer ColorNavigator-Elements CD. Vorsichtig ausgedrückt ist es eine Software um den Monitor abzustimmen. Dazu später noch mehr. Mein Lieferumfang viel allerdings deutlich höher aus. So habe ich neben den Lichtschutzhaube auch ein X-Rite Colorimeter* mit passendem ColorNavigator Licence Pack zur Hardwarekalibrierung des Monitor erhalten.

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Da sich nicht jeder gleich ein Colorimeter und die passenden Eizo-Software kaufe möchte, habe ich zunächst den Monitor nur mit dem mitgelieferten Elements-Paket abgestimmt. Es gibt hier auch eine PDF-Anleitung von Eizo zum Thema. Das Programm ist selbsterklärend und kinderleicht zu bedienen. Allerdings benötigt man einen Drucker um die Abstimmung mit Hilfe eines Vergleichs-Ausdrucks durchzuführen. Sicherlich kann man auch die voreingestellten Modi nutzen, die Eizo bereits ab Werk zur Verfügung stellt, aber ich möchte doch zumindest das Gefühl haben eine Abstimmung durchgeführt zu haben. Hat man das von Eizo oder sein eigenes Testbild (Ich empfehle letzteres) ausgedruckt soll man es mit Hilfe der Darstellung am Monitor vergleichen. Verschiedene Parameter (Helligkeit, Hauttöne, Gesamteindruck) lassen sich verstellen. Es ist also mehr eine visuelle Abstimmung, als eine tatsächliche Kalibrierung. Jetzt wisst ihr auch warum ich nicht von Kalibrierung sondern von Abstimmung spreche.

Leider hinkt diese visuelle Abstimmung (Papierausdruck und Monitordarstellung) in meinen Augen ein wenig. In der Regel hat man keine Tageslichtleuchte mit exakter Farbtemperatur daheim rumstehen. Ich zumindest nicht. Ehrlich gesagt empfinde ich hier ein wenig Verbesserungsbedarf. Zudem hab ich noch etwas anderes vermisst. Die Möglichkeit die Farbtemperatur einzustellen und abzustimmen. (mit dem„richtigen“ ColorNavigator-License Pack möglich). Ich empfand die Anzeige als etwas zu warm. Natürlich kann ich hier ins Monitormenü gehen und die entsprechenden Regler bewegen, aber wenn es schon eine gut bedienbare Software gibt, dann sollte diese Funktion auch vorhanden sein.

Letztlich habe ich den Monitor nach meinem Empfinden und auch im Vergleich zu meinen persönlichen Empfinden abgestimmt und war mit der Anzeige der Bilder sehr zufrieden. Im Grunde hat alles gepasst. Ein wenig hat mich natürlich gewurmt, dass der Monitor nicht kalibriert war. Vielleicht sollte man auch die Kirche im Dorf lassen denn wer sich einen Monitor für die Bildbearbeitung kauft, der stimmt ihn nicht nur ab, sondern kalibriert ihn sowieso. Am besten natürlich hardware-seitig. Eizo hatte natürlich auch an das gedacht und mir auch die passende Software und das Messgerät geliefert. 5x schneller als vorhergehende Modelle soll die Kalibrierung nun. Daneben verfügt es noch um eine Umgebungslicht- und eine Papierweiß-Messung. Das betrifft mich eher weniger, da sich mein Umgebungslicht immer wieder mal ändert und ich selbst daheim auch nicht ausdrucke.

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Ausgepackt, installiert und den Colorimeter angeschlossen. Software gestartet, Helligkeit und Farbtemperatur festgelegt und nach 5 Minuten war alles kalibriert. Ich hätte auch die voreingestellten Profile auf den Monitor anwenden und ausführen können, allerdings ist mir 5500Kelvin und eine Helligkeit von 100cd/qm zu wenig. Ich bin daher auf D65 (6500 Kelvin) Gamma 2,2 (Windows) und 120cd/qm gegangen und habe den Monitor nach diesen Werten Kalibriert. Korrigiert mich, wenn ich jetzt total daneben liege, allerdings arbeite ich seit jeher mit diesen Werten und kann mich über die Darstellung nicht beklagen. Der Eizo CX270 gehört sicherlich nicht zu den günstigen Monitoren, wer sich aber ernsthaft mit der Bildbearbeitung und dem Druck auseinander setzten möchte, kommt an diese Art von Monitore (mit der Möglichkeit der Hardware-Kalibrierung) nicht vorbei. Übrigens konnte ich keinen Unterschied im Ergebnis zwischen Abstimmung mit der Elements-Software und der Hardware-Kalibrierung feststellen. Bedeutet im Umkehrschluss für mich, dass Eizo bereits ab Werk ein wirklich gute Vorkalibrierung liefert.

Ich werde jetzt die nächste Zeit diesen Monitor für meine kommenden Bildbearbeitungen intensiv nutzen um euch in geraumer Zeit noch einen Erfahrungsbericht geben zu können. Was mir schon mal aufgefallen ist, endlich keine Farbabrisse bei feinen Farabstufungen während der Bearbeitung mehr… Das ist schon mal extrem viel Wert. Preis des Eizo CX270 bei Amazon.de 1.356,95 Euro.

An dieser Stelle wieder die obligatorische Frage. Hat einer von euch schon dieses Modell (ist zwar erst seit kurzem erhältlich) oder zieht prinzipiell den Kauf eines neuen Monitors zukünftig in Erwägung? Was nutzt ihr eigentlich derzeit für die Bildbearbeiung (auch das Betriebsystem würde mich interessieren) und seit Ihr damit zufrieden?
PS: Sorry, für den Staub auf dem Display – hatte ich gerade frisch ausgepackt

*Amazon Link

Dies und Das, Equipment, Fotografie

Sensor selber reinigen – Ich habe es getan und es hat funktioniert!

22. November 2012

Es wurde aber auch Zeit, sich diesem Bereich der Fotografie anzunehmen. Lange habe ich gezögert, hatte es bis dato immer vom freundlichen Kamerageschäft machen lassen, bis es mir nun einfach zu teuer wurde. Ich glaube, dass ich mittlerweile das Geld für eine kleine DSLR für die Sensorreinigung ausgegeben habe. Damit ist nun Schluss – Ich mache es jetzt selbst!

Nachdem die eher dünnbesiedelte Fotoladen-Landschaft hier wirklich Unsummen für die Sensorreinigung verlangt. Unterschieden wird zudem zwischen in zwei/drei Tagen warten, wiederkommen und abholen für umgerechnet 50 Euro oder die Expressbehandlung für schlappe 70 Euros. Ich glaube damit macht so ein Fotoladen mittlerweile die Kohle, weil sich viele an die Reinigung des „Herzstücks“ nicht trauen – mich eingeschlossen. Letztens hatte ich einen kurzen Abstecher zu einer kleinen Fotomesse unternommen, die eigentlich mehr eine Verkaufs- als eine Vorstellungsmesse war. Hingezogen hatte mich ein kostenloser Eintritt und die Möglichkeit einer kostenlosen Sensorreinigung. Wie immer bei solchen Gelegenheiten ist die Schlange riesig. Ich hatte aber nun wirklich besseres zu tun als mich an diesem sonnigen Novembertag in ein stickige Halle in die Schlange zu stellen, nur weil ich mal wieder Schiss hatte den Sensor selber zu reinigen. Zufällig habe ich dann gesehen, dass die „Reiniger“ ein herkömmliches „Das kannst du bei uns kaufen Reinigungs-Kit“ verwendeten. Frech wie ich bin hab ich mich erst mal vorgedrängelt um mich schlau zu machen, was die denn da so schönes nutzen. Gegangen bin ich dann mit einen SensorKlear Loupe Kit* von Lenspen welches in Deutschland zusätzlich von Hama vertrieben wird, alledings in einer leicht veränderten Version. Bis dato hatte ich von Lenspen, wie der Name schon sagt, nur in Verbindung mit der Reinigung von Objektiven gehört. Hier reicht mit aber auch ein herkömmliches Mircofaser Tuch. Am Besten von Fielmann, denn die kosten nur knapp 2 Euro (fragt nach den großen Tüchern).

Nun, zurück zum Thema. Das originale SensorKlear Loupe Kit* kostet knapp 85 Euro und beinhaltet einen großen Blasebalg, eine Lupe und einen wiederverwendbaren SensorKlear-Stift, während die Hama Version knapp 60 Euro kostet. Hier fehlt allerdings der Blasebalg und auch die Loupe verfügt nur über 2 statt 8 LEDs. Vorteil des Originals ist die Verwendung von AAA Batterien gegenüber der Hama Version mit Knopfzellen. Es kann auch sein, dass die AAA Version die Nachfolge-Lupe ist. Wie dem auch sei, der freundliche Herr auf der Messe meinte noch zu mir, dass auch die Nasa diese Technologie zur Reinigung ihrer Teleskope -whatever- einsetzt. Ich habe freundlich gesagt, Oha, toll, super usw… aber eigentlich war mir das völlig wurscht. Hier geht es um meinen Sensor einer knapp 3000 Euro teueren Kamera. Das dieser bei der Reinigung heil bleibt ist mir wichtiger also der Nasa *****…

Bevor ich nun ein paar Zeilen über meinen Reinigungserfolg schreibe, möchte ich euch noch sagen, dass es sich bei dieser Sensorreinigung um eine Trockenreinigung handelt. Für leichten und nicht extrem hartnäckigen Schmutz ist dieser völlig ausreichend. Sollte doch mal eine Naßreinigung nötig sein, dann werde ich wohl wieder einen Fotoladen aufsuchen. Denn kann ich dann immerhin zur Minna machen, wenn ich Schlieren auf dem Sensor habe. Ich denke aber, dass eine Trockenreinigung in den meisten Fällen ersteinmal ausreicht. Zudem kann man das Kit auch auf Fotoreisen mitnehmen. Das Kit ist übrigens für FX, DX und FourThird verwendbar. Die Lupe besitzt 8 hellweise LED, die den Spiegelkasten sehr schön ausleuchten und man wirklich in alle Sensorecken schauen kann. Ach, falls ihr es noch nicht gewusst habt, aber bei der Sensorreinigung reinigt man eigentlich nur die Glasscheibe vor dem Sensor!!! Trotzdem sollte man natürlich vorsichtig sein.

Um zu Überprüfen ob wirklich eine Reinigung des Sensor notwendig ist, fotografiert man bei stark geschlossener Blende eine helle Fläche oder aber es zeigt sich bereits unter realen Fotobedingungen auf der Aufnahme. Gerade Langzeitbelichtungen zeigen in den meisten Fällen den Sensorschmutz, da durch die stark geschlossenen Blende und der damit zusammenhängenden großen Schärfentiefe der „Dreck“ auf dem Bild sichtbar wird. Zur Vorher-Nachher Kontrolle und zur Lokalisierung des Schmutz empfielt sich vor Reingung besagte helle Fläche mit stark geschlossender Blende zu fotografieren. Im Kameramenü aktiviert man die Inspektion und folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm. In der Aktivierungsweise unterscheiden sich die Kameramodelle ein wenig, führen aber letzten Endes zum gleichen Ergebnis  – der freie Blick auf den Sensor, ähm auf das Sensorglas. Die Lupe verfügt über eine seitliche Öffnung über die ihr den Reinigungstift gut einführen könnte. Diesen lasst ihr vorsichtig in den Spiegelkasten auf die zu reinigende Stelle hinein. Der Stift verfügt über ein Gelenk, mit der er sich abwinkeln lässt um genauer platziert werden zu können. Durch drehen der Lupe und somit der Öffnung erreicht ihr alle erdenklichen Stellen, auch die Kanten. Durch leichte Wischbewegungen des Stiftes lässt sich der Dreck wunderbar „aufsaugen“…

Auf dem „Vorher“ Bild sieht man eindeutig den Schmutz der natürlich weg muss (auch wenn es nur ein paar Pünktchen sind). Das Ergebnis der zweiminütigen Reinigen seht ihr auf der nächsten Aufnahme.

Ich finde das hat sich doch gelohnt und bei der nächsten fälligen Reinigung haben sich die Anschaffungskosten bereits amortisiert. Ich möchte aber an dieser Stelle sagen, dass ich für etwaige Reinigungsversuche von euch keine Gewähr übernehmen kann…Ist ja logisch!
Amazon Link zum Original SensorKlear Loupe Kit* von Lenspen.

Wie reinigt Ihr eigentlich euren Sensor oder lasst Ihr es besser vom Fachbetrieb machen? Habt Ihr schon Erfahrung mit so einem Teil?

*Amazon Link – Wenn Ihr darüber etwas bestellt, bekommt BlogTimes eine kleine Provision. Ihr zahlt allerdings nichts drauf…

Fotografie, Nachgedacht

Leica hats getan – M MONOCHROM

11. Mai 2012

Der deutsche Kamerahersteller Leica hat es gestern getan… er hat die neue Leica M MONOCHROM vorgestellt. Eine Kamera, die ausschließlich schwarzweiss Fotos aufnehmen kann. Der Vorteil ist, dass die Pixel sich quasi nur um die Helligkeitsunterschiede kümmern müssen. Die Folge ist, ein Detailreichtum und eine ISO-Leistung, die in der Farbfotografie ihresgleichen sucht, so auch der Preis von 6.800 Euro. Reicht das allein aus um auf Farbe zu verzichten und ist es das nonplusultra für die S/W Fotografie?

Wie ihr wisst bin ich selbst der S/W Fotografie zugetan. Mein eigenen Fotografien bestehen zu 95% aus schwarzweiß Aufnahmen – natürlich in Farbe aufgenommen und anschließend konvertiert und bearbeitet. Durch diverse Projekte bin ich nun auch in den Genuss des digitalen Mittelformats gekommen und war überwältigt vom Kontrastumfang und den schier unendlichen Reserven in der Bildbearbeitung. Die neue Nikon D800, sowie die D4 setzten nun auch im FX-Format in Sachen Auflösung (D800) und Rauschverhalten (D4) neue Maßstäbe. Das alles natürlich in Farbe und Schwarzweiss. Da frag ich mich, ob man wirklich eine reine digitale S/W Kamera braucht?

Leica wirbt mit „echten“ S/W Aufnahmen, mit einer höheren Detailreichtum und einem besseren ISO-Verhalten. Das ist ja alles gut und schön, aber ehrlich gesagt, will ich überhaupt diese „krasse“ Schärfe haben, die mit dem Detailreichtum einhergeht? Auch wenn die Kamera mit Lightroom (CS6 hätte es bei dem Preis schon sein können) und einer kostenlosen Silver Efex Version von Nik Software ausgeliefert wird, so wird sie meiner Meinung dennoch nicht den Charme analoger Aufnahmen erreichen. Selbst dann nicht, wenn man die ach so tollen „Ich-erzeuge-mal-ein-Filmkorn-Filter“ benutzt. Im Übrigen erziele ich auch mit Farbaufnahmen unter der Verwendung von Silver Efex wirklich hervorragende Ergebnisse. Hier stellt sich mir dann die Frage, ob ich qualitativ überhaupt einen Unterschied nach erfolgter Bearbeitung zwischen einem Foto welches mit der neuen M MONOCHROM und einer sagen wir Nikon D800 aufgenommen wurde, sehen kann? Achja, und wer jetzt glaubt mit der Kamera bessere S/W Bilder zu machen, der irrt sich meiner Meinung gewaltig. Auch hier muss man sich mit der Bildbearbeitung beschäftigen. Nicht umsonst erhält man mit dem Kauf eine kostenlose Nik Silver Efex Version dazu!!!

Ich würde zu gern mal eine der neuen M MONOCHROM Kameras testen um mich vielleicht eines besseren belehren zu lassen. Ich werde einfach mal Leica anschreiben, wobei ich ja nicht daran glaube, dass man mir antwortet…. Ich will zwar niemanden zu Nahe treten, aber die passenden Ergebnisse werden schon in diversen S/W-Magazinen stehen und die Kamera in den Himmel loben, auch wenn dem vielleicht nicht so ist.

Bereits einen Tag nach der offiziellen Vorstellung mehren sich die Stimmen, dass so eine Kamera die fotografische Welt sicherlich nicht braucht und Leica sich mit solch speziellen Produkten immer weiter in eine Nische begibt, aus der sie eines Tages vielleicht nicht mehr herauskommen wird. Natürlich gibt es immer wieder den einen oder anderen, der sich auch diese Kamera zum Preis eines schönen Gebrauchten kaufen kann, aber ist Exklusivität wirklich alles?

Hier findet ihr übrigens ein paar nicht geschönte Testaufnahmen

Auch wenn ich selbst vorwiegend S/W Fotos erstelle, würde ich mich dennoch nicht soweit einschränken wollen und schon gar nicht zu diesem Preis!!

Fotografie

Monitorkalibrierung – Welcher „Sensor“ ist der Richtige?

5. Juni 2011

Heute dreht sich alles um das Farbmessgerät zur Monitorkalibrierung, denn nicht jedes Gerät ist für jeden Monitor geeignet.

Früher dachte ich, dass es zwischen den einzelnen Farbmessgeräten zwar Unterschiede in Sachen Software, Ausstattung usw. gibt, allerdings nicht was die Messung an sich angeht. Nachdem ich durch die verschiedenen Monitortests eines Besseren belehrt wurde, möchte ich euch meiner Meinung darüber mitteilen.

Vielleicht plant der eine oder andere den Kauf eines Messgerätes oder gar eines neuen Monitor, dann hilft euch dieser Beitrag eventuell weiter.

Wichtig beim Kauf eines Farbmessgerätes ist der Verwendungszweck. Während die relativ günstigen Modelle (bis 160 Euro) nur den Monitor kalibrieren können, erlauben die wesentlich teueren Farbmessgeräte (ab 360 Euro) auch eine Druckerkalibrierung. Der Unterschied liegt aber nicht nur in der Ausstattung und im Preis, sondern auch in der Funktionweise der Geräte. Während die „günstigen“ Geräte (Colorimeter) vereinfacht erklärt, durch interne Farbfilter die RGB-Farben von einem Monitor ausmessen, erfassen und messen die teuren Geräte (Spektralfotometer) die gesamten Bereich des sichtbaren Licht, welches von der Oberfläche (Monitor, Papier) emittiert und reflektiert wird. Sie erlauben ein wesentlich besseres Ergebnis.

Ich selbst verwende auch „nur“ einen Colorimeter (EyeOne Display 2) für meine Monitorkalibrierung und bin bis jetzt mit dem Ergebnis zufrieden. Das hat allerdings auch etwas mit dem Monitor und der verwendeten Hintergrundbeleuchtung zu tun. Zum einen verfügt er weder über eine LED-Hintergrundbeleuchtung und zum anderen besitzt er keinen erweiterten Farbraum (Wide Color Gamut).

Wer einen Monitor mit normaler CCFL (Kaltkathodenröhren) Hintergrundbeleuchtung, aber mit erweiterten Farbraum sein eigen nennt oder die Anschaffung plant, dem empfehle ich den DTP94. Das ist meiner Meinung nach das beste Gerät unter den erhältlichen  Colorimetern.

LED-Hintergrundbeleuchtung ist mehr und mehr auf dem Vormarsch. Wer sich über die Vorteile/Nachteile informieren möchte, der findet diesem Beitrag “ Monitor für die Bildbearbeitung Teil 2“ ein paar Informationen. Eine Kalibrierung, welche auch bei farbkritschen Arbeiten verwendet werden kann, ist allerdings mit einem „Standard“ Colorimeter nur in sehr geringem Maße zu erreichen. Der Grund ist die Wellenlänge der LEDs, welche nicht oder nur stark eingeschränkt mit den Colorimetern zurecht kommen. Gleiches gilt für LED-Monitore mit erweitertem Farbraum. Abhilfe schafft hier nur die Verwendung eines Spektralfotometer (z. B. ColorMunki Photo oder i1basic pro (früher EyeOne Pro)). Diese kalibrieren unabhängig vom eingesetzten Monitor/Hintergrundbeleuchtung das Display. Eine Alternative bieten zum Beispiel auch die Monitorhersteller Eizo und Quato an, die eigene Messgeräte für ihre Displays anbieten oder diese gleich in den Monitor integrieren. Quato versucht zudem, mit Hilfe von Korrekturen in der iColor Kalibrierungssoftware Korrekturen vorzunehmen, die auch für andere Monitore verwendet werden können.

Der Kauf des richtigen Farbmessgerätes steht und fällt demnach mit dem Verwendungszweck, dem Farbraum und vor allem mit der Hintergrundbeleuchtung des Monitors. Wer nur eine Monitorkalibrierung (bei normalem Farbraum) vornehmen möchte, dem empfehle ich den Einsatz eines Colorimeters (z.B EyeOne Display 2 ). Bei erweitertem Farbraum, den DTP94. Bei einer Monitor- und Druckerkalibrierung, empfehle ich generell den Einsatz eines Spektralfotometers, da nur dieser eine genaue Druckerkalibrierung gewährleistet.

Bei Verwendung einer LED-Hintergrundbeleuchtung tendiere ich unabhänig vom Farbraum den Einsatz eines Spektralfotometers. Eine Alternative dazu wäre eventuell auch der Silver Haze Pro (Colorimeter) von Quato, welcher über eine White-LED (Apple Cinema Display, iMac usw…) und Wide Gamut Untersützung verfügt.