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Fotografie, Interviews, Mitgemacht

Ich so…

28. September 2014

Im Interview

Noch was kleines für den Sonntag Nachmittag. Da hab ich doch gerade gesehen, das mein, also vielmehr das stilpiratische Interview mir mir seit vorgestern online ist. Das kann ich natürlich hier nicht unerwähnt lassen.

Es war vielmehr eine Überraschungsgeschichte und überhaupt nicht geplant. Einen der Bildbearbeitungskurse meiner Tour hatte ich im Heidestudio gegeben und im Anschluss fragte mich Steffen ob ich nicht Lust auf einer Interview hätte – Ich, Warum ich fragte ich zurück? Du hattest Paul Ripke, Calvin Hollywood und jetzt willste mich? Ein gleichzeitges Oh Shit und ein Ergefühl durchzuckte mich. Klar, logisch und wann willste das machen. Morgen antwortete er! Hmm, Grmppfff, Ok und schon saß ich einen Tag später bei spätherbstlichen Sonnenschein im Garten mit auf mich gerichteten Kameras. Eigentlich extrem Müde, da ich an diesem Tag aus dem 150KM entfernten Flensburg kam und noch weitere 5 Stunden Fahrt nach Amsterdam vor mich hatte. Ich glaube, dass sieht man mir auch an. Trotzdem vielen Dank lieber Steffen, war ne geile Sache!

Viel Spaß beim Ansehen… (Achja, war mein erstes Interview dieser Art)

Fotografie, Nachgedacht

Bilder online zu verkaufen ist verschwendete Zeit

18. Juli 2014

Ronny Ritschel - Prints

Eigentlich sollte die Artikelüberschrift heißen „Bilder online zu verkaufen ist absolute Scheiße“, denn das drückt genau das aus, was ich seit ich Anfang des Jahres empfinde. Allerdings kann man nicht alles als „Scheiße“ betrachten und so habe ich den Titel etwas relativiert. Es ist aber in meinen Augen absolute Zeitverschwendung und auch ich muss zugeben, dass ich in die Online Vermarktung meiner Aufnahmen bisher viel zu viel Zeit investiert habe. Runtergerechnet profitieren nur die Anbieter solcher Online Portale. Ich lassen jetzt mal Stock-Fotografie außen vor, wobei ich dem mittlerweile auch nichts abgewinnen kann. Es gibt einfach einen Überschuss an Bildern…

Was mich grundlegend stört ist, dass die Online-Anbieter den Markt kaputt machen, also den eigentlichen Wert des Bildes nahezu einstampfen. Schuld daran sind aber nicht nur die extrem niedrigen Preise, sondern auch die Fotografen selbst, die ihre Bilder dort einstellen und damit gerade mal 10 oder 15 Prozent Provision vom Netto-Verkaufspreis erzielen. Hey keine Frage, es ist schön seine eigenen Aufnahmen zu verkaufen, aber um jeden Preis? Ich weiß nicht!

Durch die steigende Anzahl der Fotografien in den Portalen wird es zukünftig noch schwieriger werden, seine Aufnahmen zu verkaufen. Selbst potenzielle Käufer haben keine Lust und auch nicht die Zeit sich durch tausende Bilder zu wühlen. Wer mit seinen Bilder nicht unter den ersten 10 Seiten ist, der hat nur extrem geringe Chancen gefunden zu werden – vom Kaufen gar zu schweigen.

Ich möchte euch nicht die Illusion nehmen, aber seit ich verstärkt an Ausstellungen und Kunstfestivals teilnehme haben sich meine Bildverkäufe verdreifacht. Ich würde sagen, das visuel-haptische Gefühl (wenn es die Wort-Kombi überhaupt gibt) – also das scheinbare Anfassen und Betrachten in der Realität ist für viele Interessenten definitiv ein Kaufgrund. Es ist einfach was anderes, wenn ich ein fertig gerahmtes Bild oder den Druck in den Händen halten kann. Zudem ist für viele der persönliche Kontakt zum Künstler wichtig. So kann man den Freunden, Bekannten oder Nachbarn erzählen, wie und warum man diese Aufnahme gekauft hat. Hinzu kommt, dass der Fotograf die „Story“ zum Bild erzählen kann. Der Käufer kann in meinen Augen so den Bildinhalt viel besser verstehen und reflektieren.

Ich kann euch leider keine allgemeingültige Anleitung geben, wie man seine Aufnahmen am besten vermarkten könnte. Es spielen sicherlich auch viele Zufälle eine große Rolle. Der Spruch zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein trifft auch hier für die Fotografie zu. Dennoch ist die Selbstvermarktung ein wichtiges Werkzeug. Soziale Medien, Foto-Wettbewerbe und natürlich auch der Online Auftritt – sei es eine Webseite und oder ein Blog. Ziel ist es, seine Aufnahmen mit dem eigenen Namen zu verbinden und sich dadurch bekannter machen. Das alles passiert natürlich nicht über Nacht. Es bedarf schon sehr viel Zeit, Geduld und natürlich auch Kohle. Festivals und sonstige Ausstellungsmöglichkeiten sind nicht umsonst, außer ihr seit in der glücklichen Lage gesponsert zu werden.

Dennoch ist das in meinen Augen die beste Möglichkeit herauszufinden, was ihr und eure Fotografien Wert sind. Die Besucher und natürlich auch die Käufer auf Festivals sind das beste Feedback was ihr erhalten könnt. Vieles passiert auch in den Wochen oder Monaten nach einer Ausstellung. So hatte ich rund 5 Monate nach meiner Teilnahme beim Artist Project in Toronto eine Mail erhalten, dass man sich jetzt entschieden hat, ein paar meiner größten und teuersten Aufnahmen zu kaufen. Das alles wäre mit einem Online Anbieter nicht möglich gewesen.

Eines solltet ihr euch immer merken. Ihr seit der Fotograf, Ihr habt das Bild gemacht, Ihr bestimmt den Wert des Bildes und nicht der Online Vermarkter, der euch im besten Fall gerade mal 10-15 Prozent gibt!!!

Dies und Das, Fotografie, Mitgemacht

OFFSET – Premium Stock-Fotografie und ein bisschen Stolz

3. Mai 2013

OFFSET ist der neue Premium-Service von einem der größten Stockagenturen weltweit. Noch ist er nur auf Einladung zugänglich, allerdings wird sich das in den kommenden Monaten ändern. Soviel dazu, aber warum schreibe ich das überhaupt hier, wo ich doch eigentlich mit Stockfotografie nichts am Hut habe.

Offset - Screenshot

Nun, wenn da nicht das Wörtchen „eigentlich“ wäre. Alles fing damit an, dass eine Managerin von Shutterstock ein Exemplar meiner Bücher in die Hände bekam… Daraufhin folgten Mails und Telefonate mit der in NYC residierenden Agentur. Daraufhin wurden Bilder ausgetauscht, selektiert, Vereinbarungen getroffen und plötzlich befand ich mich unter den derzeit 100 ausgesuchten Fotografen, dessen Aufnahmen nun zum Premium-Service von Shutterstock gehören. Als die ganze Geschichte anfing, gab es nur einen Screenshot vom zukünftigen Webauftritt der Seite. Ich durfte auch niemandem davon etwas erzählen.. bis jetzt – mehr auch auf The Next Web.

Obwohl die Seite sich immer noch im „Beta-Stadium“ befindet und nur wenigen ausgesuchten Personen zugänglich ist, wurde Sie im vergangenen Monat der Öffentlichkeit und wie es sich dafür gehört, in New York City vorgestellt. Da war ich nun, also vielmehr meine Aufnahmen in NYC einfach nur Krass… Ich schreibe eigentlich extrem selten über irgendwelche Awards, Presseveröffentlichungen usw…, die ich im Rahmen meiner eigenen Arbeiten erhalte, allerdings bin ich hier schon ein wenig Stolz, da ich mich laut der Berichterstattung über die neue Plattform zu den besten Fotografen in meinen Themengebieten zählen darf.

Da dies mein erster Kontakt zur Stockfotografie überhaupt ist, bin ich mal gespannt wie das ganze läuft und ob es überhaupt. Vielleicht rentiert sich die ganze Geschichte ja überhaupt nicht. Dann bleibt mir wenigstens die Tatsache, dass meine Aufnahmen auch Außerhalb der BlogTimes-Fangemeinde Anerkennung finden. Danke Shutterstock…

Apropos Stockfotografie – ist eigentlich einer von Euch mit seinen Bildern bei einer Stockfotografie vertreten??

PS: Na, wer hats gesehen. Eines meiner Bilder befindet sich auch auf der Startseite – Freu!

PSS: Danke Nils…

Fotografie, Nachgedacht

Die Provision – Komme mir leicht ver****** vor!

22. November 2011

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Fotografen oder vielmehr dessen Fotografien heute irgendwie weniger wert sind? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich vor ein paar Tagen eine Mail eines Unternehmens erhielt, dass sich für die Vermarktung meiner Aufnahmen interessierte.

Natürlich freut man sich als Fotograf, wenn die ersten Zeilen damit beginnen, dass man über eine Recherche nach „Fotokünstlern“ auf die eigene Webseite gekommen ist und sich für die dort gezeigten Motive sehr interessiert und sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnte, aber…. Soweit so gut!

Nachdem sich das Unternehmen ausführlich vorgestellt hat, geht’s ans Eingemachte. So plant man die Vermarktung exklusiver Fotografien diverser Künstler und übernimmt vom Druck über den Versand bis hin zum Marketing alles. Der Fotograf muss sich um nichts kümmern, außer eben die Bilder zu liefern. Man möchte den zukünftigen Kunden entsprechende Kunst für alle Wohnbereiche anbieten. Soweit so gut!

Nein, nicht gut! Hab ich da gerade etwas von exklusiv gelesen. Hmm, also exklusiv bedeutet ja, dass man das Recht zum Verkauf der Aufnahmen über einen einzigen Verkaufspartner abwickelt. Da ich aus der Mail nicht genau herauslesen konnte, was das Unternehmen mit „exklusiv“ genau meinte, habe ich eine Mail zurückgeschrieben.

Bevor ich euch die Antwort präsentiere, geht’s erst einmal weiter im Text. …..Sie erhalten eine attraktive Umsatzbeteiligung ab dem ersten Verkauf. Ach, dass ist ja schön – eine attraktive Umsatzbeteiligung ab dem ersten Verkauf. Da freue ich mich aber, dass ich nicht ab dem 10. Verkauf erst die entsprechende Kohle sehe. Da die Höhe dieser besagten Umsatzbeteiligung nicht genannt wurde, veranlasste mich dies meine erste Rückfrage dahingehend neu zu formulieren.

Die Antwort auf meine Fragen folgte prompt. „Vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung…bla bla bla bla bla…. wir sind letzten Endes nur an solchen Bildern interessiert, die wir auch wirklich exklusiv anbieten könnten, also solche Bilder die sonst nirgends zum Verkauf angeboten werden. Auf ihrer eigenen Webseite könnten Sie sie auch weiterhin zeigen…..bla bla bla…. aufgrund unseres besonderen Geschäftsmodells können wir generell nicht mit wettbewerbsüblichen Provisionen mithalten…. bla bla bla…“ WTF!!!

Ok, gut – mit der Vermarktung einzelner exklusiven Aufnahmen könnte ich noch leben, aber zu lesen, dass man aufgrund eines besonderen Geschäftsmodells nicht mit wettbewerbsüblichen Provisionen mithalten kann und dann immer noch nicht die Höhe nennt, finde ich schon dreist. Wer ein bisschen informiert ist, der weiß, dass die durchschnittliche Provision bei Online-Galerien (und dieses Projekt wäre so ähnlich) nur bei rund 15 Prozent liegt und das ist meiner Meinung nach eh schon grenzwertig.

Obwohl ich bereits jetzt schon weiß, dass ich dort sicherlich meine Aufnahmen nicht vermarkten werden, habe ich dennoch eine Mail zurückgeschrieben um endlich die Höhe der Provision zu erfahren. Bis jetzt leider noch ohne Antwort.

Ehrlich gesagt finde ich diese Entwicklung traurig. Sind Fotografen, oder vielmehr dessen Fotografien in der heutigen Zeit tatsächlich weniger wert, nur weil vielleicht die Digitalkamera den Markt revolutioniert hat und es eine große Anzahl an sehr guten Fotografen gibt? Mir ist schon klar, dass die Vermarktung komplett übernommen wird und dies Geld kostet, doch es ist letzten Endes der Künstler, der die Aufnahmen erstellt. Müsste man hier nicht dem Künstler einen höheren Stellenwert einäumen und ja, ich bin mir sicher, dass es durchaus möglich ist. Man dürfte nur eben die Fotografien nicht zum Spotpreis anbieten. Erstens würden die Fotografen angemessen bezahlt, das Unternehmen macht auch noch Gewinn und der Kunde freut sich über eine exklusive Aufnahme, die nicht noch 10.000 Mal irgendwo anders hängt, oder nicht?

Update:
Gegen meinen Erwartungen habe ich heute nun doch die Antwort auf meine Frage nach der Höhe der Provision/Umsatzbeteiligung erhalten. So liegt diese zwischen 7-8 Prozent für exklusive Nutungsrechte!!! Echt, ich könnte kotzen – das darf doch nicht war sein Von mir jedenfalls werden sie keine Bilder bekommen… Danke fürs Gespräch