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Dies und Das, Fotografie, Mitgemacht

Alles RESIN oder was?

29. April 2014

Resin - Geiler gehts kaum

Die letzten zwei Monate habe ich mehr oder weniger mit Recherche und den Kauf von Materialen verbracht. Zudem Rahmen und passende Unterbauten anfertigen lassen um das ganze Zeug auch vernünftig verarbeiten zu können usw… Es handelt sich um die Veredlung von Fotografien, wie es auch Whitewall anbietet. Bestellt man es hier muss man tief in die Tasche greifen. Mehr als das doppelte gegenüber einem Foto unter Arcylglas. Bis vor kurzem nannte es Whitewall noch mit dem richtigen Begriff „Resin“, jetzt Spezialharz. Hmm, vielleicht konnten sich die Kunden nichts darunter vorstellen.

Was ist eigentlich RESIN?
Resin ist ein Epoxidharz, also ein flüssiger Kunststoff, der nachdem er ausgehärtet ist eine glasklare Oberfläche hinterlässt. Hier im nordamerikanischen Kunstbereich existiert diese ganze Geschichte schon länger. Auf dem europäischen Markt schaut es dagegen, abgesehen von Whitewall, eher mau aus. Ich kann mich hier natürlich auch irren, aber meine Recherchen haben nichts vergleichbares zu Tage gefördert. Ich selbst wurde im Rahmen meiner Teilnahme beim Artist Projekt hier im kanadischen Toronto auf diese Veredeltungsmethode aufmerksam, bei dem sowohl Maler als auch Fotografen ihre Prints mit diesem Material überziehen. Ich fand es total spannend und musste unbedingt wissen wie das ganze funktioniert und ob ich selbst eine DIY Methode entwickeln kann.

Nach nun zwei Monaten Lesen, Lesen und noch mehr Lesen, hab ich den ersten Versuch gestartet und ich kann euch sagen, dass ist schon ziemlich geil. Zur Erstausstattung gehört zwar ne Menge Material und es erfordert ne gute Portion Konzentration während der Bearbeitung, aber wenn es fertig ist – Yep, Acrylglas ist ein Scheiß dagegen! Selbst das Wetter, also die relative Luftfeuchtigkeit spielt eine große Rolle. Liegt die relative Luftfeuchtigkeit weit über 50 Prozent braucht ihr es gar nicht erst versuchen. Das Endergebnis wird nicht glasklar ausschauen… Genauso ist es wichtig die richtige Arbeitstemperatur zu haben. Wärmer als Zimmertemperatur sollen die zwei Komponenten schon  haben, ansonsten werden Luftblasen eingeschlossen. Ach und die Umgebung sollte möglichst staubfrei sein.

Apropos Verarbeitung. Dazu könnte man einen weiteren oder sogar zwei Artikel schreiben. Ich werde in den kommenden Wochen noch ein wenig experimentieren, auch um einige meiner Aufnahmen für eine kommende Künstlermesse in Kanada vorzubereiten. Danach bin ich sicherlich schlauer und habe mehr zu erzählen.

Vielleicht fragt ihr euch, warum ich das ganze hier veranstalte. Ist doch bestimmt ein riesiger Aufwand. Nun, der Aufwand ist sicherlich größer, als ein Bild zu rahmen, aber es ist wie bei so vielen. Wenn du die anfänglichen Schritte hinter dir hast, ist der Rest nur noch Übung. Außerdem bin immer auf der Suche nach „besseren“ Präsentationsmethoden meiner Aufnahmen und zum anderen möchte ich das gerne alles selbst in die Hand nehmen. Vor allem geht’s mir um das Produktfinish. Den Druck oder die Ausbelichtung des Prints können andere besser und zeitsparender erledigen.

Hier gibt noch ein paar Making of Bilder und wenn ihr Interesse an der DIY Methode habt, dann sagt Bescheid. Vom aktuellen gießen des Kunstharzes habe ich leider keine Fotos, da aufgrund der geringen Bearbeitungszeit keine Zeit fürs Fotografieren bleibt. Solltet ihr das ganze mal selbst versuchen wollen, dann sagt mir Bescheid und ich schreibe mal einen Artikel. Falls ihr schon mal recherchieren wollt. Die Harzspezialisten wissen vielleicht welches Zeug das ist. Die originale Bezeichung lautet EX-74 oder wenn ihr nicht warten könnt – hier gibt es das Harz als ART RESIN auch für den internationalen Versand.

Resin - Die Qual der Wahl

Resin - Träger für die Holzrahmen

Handmade Holzrahmen

Resin - Handmade Holzrahmen

Resin - Bild anpassen

Resin - Bild auf Holzplatte kaschieren

Mit Buchbinder Kleber - Säurefrei um die Fotografie zu schonen

Bevor das Resin augetragen wird, noch alle Luftblasen enfernen

Resin - Überlaufen

Resin - Geiler gehts kaum

Resin - Geiler gehts kaum

Resin - Geiler gehts kaum

Fotografie

Es kommt immer anders , als man denkt…

11. Dezember 2011

Kennst du das – du hast eine genaue Vorstellung von dem, was du wie und wo fotografieren möchtest. Du hast sogar vorher den Wetterbericht gecheckt und fährst dann über 100km und bist dann am Ort des Geschehens und stellst dann fest – Scheiße!

So ist es mir kürzlich bei einem Ausflug mit zwei meiner Foto-Buddys hier im hohen Norden ergangen. Geplant waren Langzeitbelichtungen in Sankt Peter Ording (SPO) und das Wetter sollte eigentlich „schlecht“ sein, also perfekt für Langzeitbelichtungen. Auf der Fahrt wurden wir von super geilen Nebenschwaden begleitet, doch als wir am Zielort ankamen, trauten wir unseren Augen nicht. Der Hochnebel verschwand und es kam strahlendblauer Himmel zum Vorschein, der mir sogar nicht passte. Scheiße, hab ich geflucht. Da komm ich mal zum Fotografieren unddann habe ich auch noch schönes Wetter. Nicht nur das, es war auch noch einer der warmen Herbsttage, welche unzählige Menschenmassen und Sonntagspaziergänger angelockte. Doppelt-Scheiße! Gut hab ich mir gedacht, SPO ist ja eigentlich immer bekannt für seine Herbstsürme. Doch ausgerechnet an diesem Tag herrschte absolute Windstille. Das Meer war spiegelglatt und nur vereinzelte, kleine Wellen verirrten in Richtung Strand. Dreifach ……!

Da dieser Foto-Tag schon langer im Voraus geplant war, wollten wir nicht einfach die Flinte ins Korn werfen und wieder zurück fahren. Nachdem wir uns erst mal ein schönes Mittagessen beim Italiener gegönnt und über Fotozeugs gequatscht haben, sind wir dann doch nochmal losgezogen. Die drei im Beitrag befindlichen Aufnahmen sind meine Ausbeute an diesem Tag. Eine Vierte hätte ich noch, bin mir allerdings der Bildwirkung nicht ganzsicher – draum belasse ich es erst einmal bei diesen hier. Wer sich jetzt fragt, nur drei Aufnahmen für einen ganzen Tag? Ja, viele sind es nicht, aber ich hab sowieso nur von jedem Motiv drei Aufnahmen gemacht. Als eine Bilder-Serie kann man sie aber nicht betrachten, denn allein der Bearbeitungstil macht das zunichte. Es sind und bleiben Einzelaufnahmen, auch wenn mir eine Serie lieber gewesen wäre. Bis auf die S/W Aufnahme, find ich, dass Farbe den beiden anderen Fotos gut tut. S/W hätte hier die Bildwirkung versaut.

Auch wenn ich mich zunächst noch über das Wetter geärgert habe und nicht mehr geplanten Aufnahmen machen konnte, war es letzten Endes doch ein super schöner Tag unter Freunden und Bekannten. Vielleicht war das auch der Sinn der ganze Sache, als immer auf der Jagd nach dem ganz bestimmten Foto zu sein…

Ein paar Infos zu den Aufnahmen:

Das erste Bild zeigt den Westerhever Leuchturm, auch bekannt aus der Jever-Werbung. Oh man, ich kann euch sagen, was wir durch Schafscheiße gelatscht und über Wassergräben gesprungen sind um diese Aufnahme zu machen. Durch den Hochnebel war es gleißend hell und so musste ich für diese Aufnahme einen Grauverlaufsfilter nehmen, um möglichst eine gleichmäßig Belichtung zu erreichen. Es gibt zwar auch eine Farbversion, weil ich mich zu Anfangs für die Bearbeitung nicht entscheiden konnte – die Wirkung in S/W gefällt mir hier deutlich besser, sodass ich diese Version hier zeige.

Die zweite Aufnahme zeigt eines der Stelzen-Toiletten-Häuschen in SPO. Wie schon oben geschrieben, waren super viele Sonntagsspaziergänger unterwegs. Um diese aus dem Bild zu entfernen, hab ich alle verjagt und wie blöd durch die Gegen geschrien. Nee, hab ich natürlich nicht, ein ND3 Graufilter hat mir diese Arbeit ganz still und leise abgenommen. Die dritte Aufnahme zeigt die Hafeneinfahrt des Eidersperrwerk und wurde kurz vor Sonnenuntergang aufgenommen. Das war das letzte Foto, bevor es wieder nach Hause ging. Dieses Bild gibt es übrigens auch in einer S/W Version. Allerdings finde ich gerade hier die zarten Pastellfarben sehr schön. Es war übrigens eine Langzeitbelichtung mit knapp 1 Minute Belichtungszeit.

 Hier noch die Original-Bilddateien (unbearbeitet) zum Vergleich.