Fotografie, Nachgedacht

Teil 3 – Die eigenen Fotografien vermarkten – keine Stockfotos!

8. August 2011

Im dritten und letzen Teil der Beitragsreihe „Die eigenen Fotografien vermarkten – keine Stockfotos“ geht es um die Online-Kunstgalerie artflakes.com. Nach dem aktuellen Portfolio zu urteilen, geht artflakes.com noch einen Schritt weiter. Neben der klassischen, zeitgenössischen Fotografie, finden sich auch Grafiken und Illustrationen in der Online-Galerie. Das macht die Anmeldung nicht nur für Fotografen interessant…

Artflakes ist im Übrigen eine Marke der myGall GmbH, einem sehr bekannten Online-Druckdienstleister. Im Gegensatz zu den bereits vorgestellten Online-Kunstgalerien beschäftigt artflakes keine Bildredaktion/Jury, die hochgeladene Werke des Künstlers ablehnen könnte. Um es vorweg zu nehmen, eine Anmeldung als Künstler ist derzeit nur eingeschränkt möglich. Entweder ihr werdet von artflakes eingeladen oder aber ihr könnt auf der Webseite eure Mailadresse hinterlassen und wandert auf eine Warteliste. Zwar gibt es keine Bildredaktion für einzeln hochgeladene Aufnahmen, dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass euer Portfolio/Fotografiestil vor der Freischaltung des Accounts geprüft wird.

Während ihr bei den anderen Anbietern nur eine limitierte Anzahl von Werken zum Verkauf anbieten könnt (außer bei fineartprint), begrenzt artflakes den Bilderupload nicht – zumindest noch nicht. Ihr könnt also eure gesammelten Werke zum Verkauf anbieten. Dennoch würde ich hierbei auf die Qualität des eigenen Portfolios achten. Nach dem Hochladen der Fotos, steht die Zuordnung und Verschlagwortung des Werkes an. Abgesehen vom Werktitel empfehle ich euch die Schlagworte sinnvoll auszuwählen, denn diese wirken sich bei artflakes auch auf die Suchmaschinenergebnisse aus. Euer Name sollte auf keinen Fall fehlen.

Während ihr diese Zuordnung und Verschlagwortung durchführt, besteht die Möglichkeit den Verkaufspreis zu bestimmen. Das solltet ihr auch machen, denn der prozentuale Aufschlag zum Grundpreis ist eure Provision. Hier sind der Preisgestaltung natürlich keine Grenzen gesetzt. Angefangen von einem bis zu 1000 Prozent und darüber ist alles möglich. Allerdings würde ich es mit Festlegung der Provisionshöhe nicht übertreiben. Das bedeutet aber nicht, dass ihr eure Bilder und somit auch euch unter Wert verkaufen solltet – ganz nach dem Motto „Was nix kostet, ist auch nichts Wert“ würde ich die Provision moderat gestalten. Die Abrechung der verkauften Aufnahmen erfolgt monatlich.

Mein Fazit zu diesem Anbietern:
Sehr gut gefällt mir, neben dem unbegrenzten Upload, die freie Preisgestaltung der eigenen Werke die zum Verkauf angeboten werden. Hier genießt der Anbieter eindeutig eine Vormachtstellung. Natürlich ist die Festlegung des Verkaufspreis keine leichte Sache und sollte wohlüberlegt sein. Die Zuordnung und Verschlagwortung geht zwar nicht so einfach von der Hand wie bei seenby, ist aber dennoch übersichtlich und verständlich gestaltet. Da artflakes noch ein recht junger Anbieter ist, lassen sich derzeit keine verlässlichen Informationen über Verkäufe, Marketing usw. finden. Ein wenig negativ finde ich, dass auch Bildagenturen auf artflakes ihre Werke anbieten können. Diese haben meist mehre tausende Fotos im Portfolio und verdrängen eventuell den „kleinen“ Fotografen vom Markplatz. Für den Letzteren sollte eben Qualität statt Quantität im Vordergrund stehen.

Meine Empfehlung:
Ehrlich gesagt, hat jeder Anbieter seine Vorteile sowie Nachteile. Daher ist es schwierig nur einen einzigen Online-Galerie Anbieter zu präferieren. Den maximalen finanziellen Output erreicht ihr natürlich, wenn ihr bei Allen eure Werke anbietet. Ich empfehle euch allerdings grundsätzlich vorher genau die AGBs durchzulesen, um ungewollten Überraschungen betreffend der Verkaufslizenzen (Dauer, Limitierung, Provision, usw…) vorzubeugen.  Den Neuen unter euch würde ich zu seenby.de, whitewall.com oder artflakes.com. Warum? Weil diese Anbieter auch eine Rubrik „neue Bilder“ anbieten. Das ist in meinen Augen die beste Chance, die Aufmerksamkeit auf eure Werke zu lenken.

Kennt ihr artflakes und welche Erfahrungen habt ihr mit diesem Anbieter gemacht? Auch würde mich grundsätzlich eure Meinung zum Thema Bilder verkaufen interessieren? Kennt ihr noch andere Anbieter?

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5 Kommentare

  • Antwort Online Vermarkter 13. März 2012 um 09:55

    Ich denke, wie du schon richtig sagst, dass man da nicht pauschalisieren sollte, es gibt ausreichend Anbieter. Und man sollte sich eben auch bei jedem Anbieter mal umschauen, ob dort die Fotografien ein ähnliches Genre haben. Ich denke, das ist einerseits eine Frage der AGBs, andererseits des Bauchgefühls, wenn man sich die Seite der Anbieter ansieht.

  • Antwort Michael Adamczyk 15. Februar 2014 um 17:58

    Hallo !

    Habe gerade gelesen, dass WhiteWall keine neuen Bilder mehr in den Kunstmarkt aufnimmt.
    Benutzt du noch WhiteWall oder hast du schon Alternativen gefunden?

    Gruß
    Michael

    • Antwort BlogTimes 17. Februar 2014 um 16:10

      Achso, das ist interessant. Sind vielleicht übersättigt mit Bildern. Finde ich aber gut. Potenzielle Käufer können sich ja sowieso kaum für etwas entscheiden. Es gibt einfach zu viele Bilder.

      Alternativen sehe ich derzeit keine, da diese einfach zu wenig an Provision bezahlen. Es wird aber dieses Jahr etwas neues auf dem Markt geben, was ich mit einem befreundeten Fotografen in Kooperation entwickle… 🙂

  • Antwort Wolfgang 12. März 2014 um 19:54

    Naja, Whitewall – ich hatte da mal ein paar Bilder hochgeladen, einige hatten es sogar in die Galerie geschafft – aber insgesamt null/NULL/0 Verkäufe – dann die E-Mail, dass Platz geschaffen werden soll – und der dezente Hinweis, dass Bilder, die nicht bestellt werden der Löschung anheim fallen. Also soll ich eigenes Material bestellen, um nicht gelöscht zu werden… und drei Monate später würde die Geschichte wieder von vorne losgehen.

    Ich habe meine Bilder da gelöscht und den Account gekündigt. Ich wüsste auch nicht, wie da Bilder gefunden werden.

    • Antwort BlogTimes 12. März 2014 um 21:02

      Ja, leider nimmt whitewall keine neuen Werke mehr auf. Das mit der Löschung ist ärgerlich, kann ich aber verstehen. Man will wohl keine Ladenhüter auf der Seite haben. Blöd ist es dennoch. Ich selbst habe auch nur der Bilder im Kunstmarkt. Die Provision ist es leider nicht wert, mehr anzubieten.

      Bald kommt was neues zum Thema Bilder verkaufen. Das dauert allerdings noch wenig. Wird eine Eigen-Entwicklung werden…

      Über den Kunstmarkt wird man in der Regel gefunden!

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