Fotografie, Testberichte

Test – Ricoh CX1

3. Juni 2009

Die neue Digicam verfügt über einen CMOS-Sensor mit 9,2 Megapixel, der beweglich aufgehängt ist. Dieser Mechanismus wird zur Bildstabilisation eingesetzt. Des weiteren ist es möglich Serienbildaufnahmen mit 4 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung und bis zu 120 Bilder pro Sekunde bei niedriger Auflösung. Die CX1 ist mit einem 7,1fach-Objektiv ausgerüstet, dessen Brennweite von 28 bis 200 mm (Kleinbildformat) reicht. Die Anfangsblendenöffnungen liegen bei F3,3 und F5,2. Auf der Rückseite der Ricoh CX1 sitzt ein 3 Zoll großes Display mit 920.000 Bildpunkten. Mit einer elektronischen Wasserwaage (Quer- und Hochformat) kann der Fotograf überprüfen, ob er die Kamera gerade hält.

Design und Mechanik:

Die Ricoh CX1 macht augrund ihres Metallgehäuses einen sehr hochwertigen Eindruck. Um diesen noch zu verstärken wurde zusätzlich die Zoomstärke auf der Oberseite der Kamera eingraviert. Wahrscheinlich hätte der Platz sonst leer gewirkt, denn die kleine Digicam verfügt nur über wenige, aber sehr gut zugängliche Tasten. Auf der cx1-finishOberseite findet man neben dem Einschaltknopf, noch denn Auslöser und ein Scrollrad. Dieses sehr gut gerasterte Scrollrad hat 8 verschiedene Einstellungen – Bildaufnahme, Serienbildfunktion, Kameraaufnahme, Doppelbelichtung zur Erhöhung des Dynamikumfangs, Easy-Funktion, Motivprogramme und 2 Möglichkeiten für personalisierte Aufnahmeeinstellungen. Auf der Rückseite der Kamera befindet sich eine Art Mini-Joystick und 4 Knöpfe, unter anderem für das Kamermenü. Die Fächer für Akku und Speicherkarte befinden sich unter einer Metallklappe an der Unterseite der Kamera und sind sehr leicht zugänglich. Die CX1 arbeitet mit SD-Karten für niedrige Kapazitäten und SDHC-Karten für höhere Kapazitäten zusammen.

Handhabung – Steuerung der Funktionen:

Aufgrund des hervorragenden Bildschirms, ist es wirklich eine Freude durch das sehr übersichtliche Menü zu navigieren. Die Menüstruktur passt sich automatisch dem Modus „Aufnahme“ und „Wiedergabe“ an. Wenn der Modus für die Motivprogramme benutzt wirdcx1-5 erscheint zusätzlich ein Menüunterpunkt, der je nach Motivwahl, diesen kurz erklärt. Auf der Rückseite befindet sich der schon erwähnte Mini-Joystick zur Steuerung der Makro- und Blitzfunktion. Durch drücken dieses Joysticks gelangt Ihr in die Soforteinstellung für ISO-Werte, Belichtungssteuerung, Weissabgleich, Bildformat und wählen der Autofokuspunkte. Im Wiedergabemodus  könnte Ihr damit durch die eigenen Aufnahmen blättern. Der Knopf unter dem grünen Play-Symbol ruft den Wiedergabemodus auf, der ohne Verzögerung auf dem Display erscheint. Ebenfalls auf der Rückseite findet Ihr die 4 Tasten für das Kameramenü, eine programmierbare Funktionstaste, den Selbstauslöser (der auch 2 Aufnahmen hintereinander selbständig aufnehmen kann), und die Displaysteuerung.

Fotomodus:

Im Fotomodus habt Ihr, wie bei allen Kompaktkameras, die Möglichkeit die Auflösung und die Bildqualität zu bestimmen. Des Weiteren gibt es eine Funktion, die ich nur bei Ricoh kenne. Das Einstellen des Seitenverhältnis. Dies ist gerade für Liebhaber der 1:1 Fotografie besonders interessant. So kann man anhand des Bildausschnitts die Bildkomposition gestalten und muss nicht, wie bei herkömmlichen Kameras, sich diesen Ausschnitt vorstellen. Um den Dynamikumfang einer Aufnahme zu erhöhen, stellt man das Scrollrad auf DR wobei die Kamera dann automatisch 2 Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten macht. Diese werden dann Kameraintern umgerechnet und zusammengefügt.  Das klappt je nach eingestellter Funktionsstärke ganz gut. Nun kann man nicht erwarten, dass man einen Dynamikumfang vergleichbar mit dem eines Negativfilms erhält, dennoch kann man eine  Steigerung der Tonwerte in den Schatten finden.

Videomodus:

Die Kamerafunktion  zeichnet Videos mit 640×480 Pixel und 30 Bildern pro Sekunde auf. Da ich nicht zu den Hobby-Kompaktkamera-Filmern gehöre, ist mein Wissen über Aufnahmequalität von Bild und Ton und Funktionsmöglichkeiten begrenzt. Ich kann nur soviel sagen, dass die CX1 im Videomodus eine ordentliche Figur macht und die Videos ohne Bildaussetzer wiedergibt. Die Bild- und Tonqualität finde ich für eine Kamera dieser Klasse sehr  gut.

Die Testaufnahme soll Euch nur einen kleinen Vorgeschmack auf die Videofunktion geben. Diese Aufnahme wurde stark komprimiert. (Original ca 60Mb – Webversion 6MB)

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Bildqualität:

Die Bildqualität ist eines der wichtigsten Kameramerkmale beim Kauf und darf auch hier nicht fehlen. Leider gibt es von mir nur ein gutes bis befriedigendes Ergebnis. Warum? Wie viele von Euch wissen, neigen CMOS-Sensoren in Kompaktkameras zu stärkerem Rauschen. Bei diesen Sensoren ist zu jeder Fotozelle ein Kondensator parallel geschaltet. So kann jedes Signal direkt erfasst werden. Nachteil ist, dass diese Elektronik viel Platz benötigt, wodurch bisher weniger lichtempfindliche Sensorzellen pro cm² des Sensors möglich waren. Wenig aktive Sensorfläche bedeutete rel. starkes Rauschen. Andererseits benötigen CMOS-Sensoren nur ein Zehntel so viel Strom wie die CCDs, sind schneller (erlauben kürzere Bildfolgezeiten), neigen weniger zum Blooming.

Auf den nachfolgenden Aufnahmen könnt Ihr sehen, wie sich das Rauschen bei unterschiedlichen ISO-Zahlen bemerkbar macht. Getestet wurde alle ISOWerte von ISO 80 – ISO 1600.

Die Aufnahmen erheben natürlich keinen künstlerischen Anspruch, sondern dienen nur zur Veranschaulichung.

Ricoh CX1 ISO80

ricoh80

Ricoh CX1 ISO 100

ricoh100

Ricoh CX1 ISO 200

ricoh200

Ricoh CX1 ISO 400

ricoh400

Ricoh CX1 ISO 800

ricoh800

Ricoh CX1 ISO 1600

ricoh1600

Gute Ergebnisse lassen sich meiner Meinung nach, nur bis ISO 200 erzielen. Ab ISO 400 ist das Rauschen schon sichtbar. ISO800 ist nur bedingt geeignet, sofern es nicht um ein dunkles Motiv handelt. Während ISO1600 überhaupt nicht nutztbar ist. Hier ist das Bildrauschen und die Artefaktbildung am stärksten ausgeprägt.

 

Fazit:

Die Ricoh CX1 meistert die Verwendung eines CMOS-Sensor in einer Kompaktkamera recht ordentlich.   Der Funktionsumfang der  Kamera ist  gut, das Display hervorragend und durch die klare Menüstruktur werden  die Aufnahmeeinstellungen  zum Kinderspiel. Einzig die Möglichkeit der manuellen Blendenwahl vermisse ich in den Einstellungen. Diese werden aber aus Erfahrung von den meisten Kompaktkamerabenutzern nicht benötigt. Die schnelle Arbeitsgeschwindigkeit ist auf jeden Fall erwähnenswert.

Manko: Die Bildqualität! Während sie im Videomodus überzeugte, macht sie im Kameramodus keine gute Figur. Mit ISO 400 setzt das Bildrauschen ein und man sieht leichte Bildartefakte, dennoch erhält man auch noch mit dieser Einstellung brauchbare Ergebnisse. Ab  ISO 800 sind die Aufnahmen, meiner Meinung,  nicht mehr für größere Ausdrucke zu  gebrauchen.  Hier gilt; wenn möglich nur mit ISO 80 bis max ISO 200 zu fotografieren. Hier noch eine kleine Bildergalerie von dpreview.com. Wie Ihr sehen könnt, wurden alle gezeigten Bilder mit ISO 80 aufgenommen!

Firmware update der Ricoh CX1: Version 1.19 vom 30. April 2009

Edit vom 05.08.2009:
Neues Firmware update der Ricoh CX1: Version Firmware v1.24vom 30.Juni 2009

  • Behoben: Mit einigen PictBridge-kompatiblen Druckern konnte es Probleme beim Bilderdruck geben.
  • Behoben: Bei Langzeitbelichtungen wurde die Information zur Bildausrichtung (horizontal oder vertikal) u.U. nicht richtig aufgezeichnet.

Weitere Ansichten der Kamera

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