Fotografie, Unterwegs

The Wave und Antelope Canyon – was für Staubfresser…

9. April 2013

Diejenigen unter euch, die mir auf Facebook folgen haben ja schon mitbekommen, dass wir (BlogTimes Leser Andreas) und meine Wenigkeit saumässiges Glück in der Lotterie im Visitors Center in Kanab hatten. Dort muss man nämlich hin um eine der begehrten „Permits Coyote Buttes North“ für „The Wave“  zu erhalten. Man kann natürlich auch per Online Verfahren an der Platzverlosung teilnehmen, allerdings gibt es hier eine Deadline von 3 Monate bevor man plant diese einmalige Felsformation zu besichtigen.

Die Online-Verlosung kam für uns nicht mehr in Frage, da wir diese Phase um ein paar Tage Anfang Januar verpasst hatten. Für uns hieß es daher auf nach Kanab zum Visitors Center um direkt an der Verlosung für zwei Plätze teilzunehmen. Unser Motel hatten wir in Page gebucht, da dieser Ort für Antelope Canyon und Horseshoe Bend besser gelegen ist. Das bedeutete aber auch, dass wir um 5 Uhr morgens aufstehen mussten um anschließend noch ca. 75 Meilen (ca 120km) zum Visitors Center zu fahren. Auf dem Weg dahin überquerten wir nicht nur eine Staatengrenze sondern fuhren auch in einer andere Zeitzone. Als wir uns um 5 Uhr aus dem Bett quälten war es in Kanab bereits 6:00 Uhr morgens. Die Zeit drängte…

Dort angekommen, trafen wir auf Ähmm (Namen vergessen) einen Deutschen, der wie wir super überpünktlich am Eingang wartete. Die Einschreibephase für die anschließende Verlosung geht exakt von 8:30 bis Punkt 9:00 Uhr. Wer danach kommt, hat Pech gehabt. Im Internet hatte ich immer wieder davon gelesen, dass um die 100 Personen täglich an der Verlosung teilnehmen um einen der begehrten Plätze für den darauffolgenden Tag zu erhalten. Naja, hab ich mir gedacht, wahrscheinlich ist diese Aussage so übertrieben wie die amerikanischen Essensportionen in den Diners – ich sollte mich täuschen. Um Punkt 8:59 und 50 Sekunden wurde die letzte Einschreibung abgegeben. Innerlich hätte ich gerne „Achtung Bombe“ geschrien, habe es aber bei einem leichten Seufzer belassen, als feststand das mehr als 106 Personen in 40 Gruppen um 10 Plätze kämpfen werden.

Punkt 9.00 Uhr war es also Zeit für die Lotterie – kam mir vor also würde ich live die Samstags Abend Lottoziehung anschauen. Die erste Nummer wurde gezogen – Nummer 3 (zwei Plätze weg), dann Nummer 35 (wieder zwei Plätze weg) und dann nach einer doch ewig gefühlten Pause wurde doch tatsächlich die Nummer 12 gezogen – unsere Zahl!!! Wie geil ist das denn… Es wurden noch zwei weitere Zahlen mit jeweils zwei Personen gezogen und weg waren die 10 Plätze. 96 lange Gesichter mussten wieder gehen, doch wir hatten unsere „Permit“! Es war ein unbeschreibliches Glücksgefühl, da es nur wenig Menschen vorbehalten ist, diese Felsformationen zu sehen. Es wurde allerdings auch immer wieder darauf hingewiesen, dass der knapp vier bis – fünfstündige Roundtrip nichts für fitnesschwache und unerfahrene Wanderer ist. Die Felsformation liegt in einer extrem abgelegenen Berggegend, bei der man ganz auf sich alleine gestellt ist. Kein Handyempfang und die nächste Rangerstation liegt knapp 3-4 Stunden zu Fuss entfernt. Eine gewissenhafte Planung ist hier auf jeden Fall erforderlich. Menschen sind schon 1-2 Meilen vor Stadtgrenze gestorben, weil Sie sich verlaufen hatten.

Bestens ausgerüstet, mit ausreichend Wasser (mindestens 1 Gallone pro Person) und Proviant, Erste Hilfe Packet usw… marschierten wir mit Hilfe einer fotografischen Karte, welche ausschließlich die Ticket-Gewinner erhalten. Für den Rückweg hatte ich den Standpunkt unseres Auto mit einem GPS-Marker versehen. Um es an dieser Stelle kurz zu machen. Wir erreichten die Wave nach einem zweistündigen Marsch durch unwegsame und Mars ähnliche Landschaften. Ich weiß nicht, ob man es auf meinen zukünftigen Fotos sehen wird, aber die Wave ist so unglaublich faszinierend und ein fotografisches Highlight, was es so sicherlich kein zweites Mal gibt. Als wir uns nach mehreren Stunden Aufenthalt auf den Rückweg machten, dachten wir immer daran vielleicht nicht genügend Fotos gemacht zu haben. Immerhin werden wir hier höchstwahrscheinlich kein zweites Mal die Chance auf einen der wenigen Plätze bekommen. An diesem Tag waren ca. 20 Personen über den Tag verteilt an diesem Ort. So erfuhren wir, dass eine Gruppe seit knapp 2 Jahren versucht einen Platz zu bekommen. Zwei Jahre…Wahnsinn! Das Online Verhältnis auf einen Platz beträgt übrigens 1:355. Im Nachhinein gesehen hatten wir also wirklich extremes Glück.

Doch bevor es tags darauf zur Wave ging, machten wir noch einen kurzen Abstecher zum „Lower Antelope Canyon“. Mit 26 Dollar und dem Photopass um den Hals, welcher uns zweieinhalb Stunden in diesem Slot Canyon gewährt, waren wir dabei. Ich kann euch sagen, sowohl die Wave als auch die Canyons sind nicht gerade Streicheleinheiten fürs Equipment. Es ist der leichte, feine Sand, der sich in die Millimeter kleinen Spalten von Objektiv und Kamera festsetzt und nur schwer wieder zu entfernen ist. Ein Wechsel der Objektive kann man sich hier abschminken. Die Kamera wird hier quasi zum Sandfresser. Obwohl wir mit dem „Lower Antelope“ schon einen Canyon in der Tasche hatten, haben wir trotzdem noch den „Upper Antelope“ – Doch das ist eine andere Geschichte…

Wie immer ein paar fotografische Eindrücke der letzten Tage. Im Moment sitze in meinem Hotelzimmer in Bryce City – aus 30 Grad und Sonnenschein wurden -3 Grad und Schneefall…

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1 Kommentar

  • Antwort BlogTimes 9. April 2013 um 15:53

    So, die Kommentarfunktion ist wieder aktiv… Die hatte sich wohl irgendwie deaktiviert 🙂

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