Fotografie, Unterwegs

Þingvellir/Glymur – Reisetagebuch Island Tag 2

8. Mai 2011

Obwohl bereits am ersten Tag die Wasserfälle bei Þingvellir auf unserem fotografischen Programm standen, haben wir sie am zweiten Tag noch einmal besucht.

Der Grund dafür war der Sonnenstand und der damit verbundene Einfallswinkel, der uns in Sachen Motivkontrast das fotografische Leben schwer machte.

Frei nach dem Motto, Morgenstund‘ hat Gold im Mund sind wir am Tag 2 unser Islandreise gegen 7 Uhr in den Frühstücksraum eingerückt. Da hatten wir uns wohl zu früh gefreut – scheinbar schliefen die Hausbesitzer noch. Vom Tag zuvor wussten wir, dass wir die Küche auch als Kochgelegenheit nutzen können. Voller Tatendrang haben wir uns darauf das Frühstück selbst vorbereitet. Von unserem „Lärm“ wachgeworden, kam die Hausherrin samt Kind in den Frühstückraum und fragte, ob alles bei uns in Ordnung wäre. Wir bejahten dies natürlich und kümmerten uns weiter um unser Frühstück. Ganz so recht war es dann doch nicht, denn wie wir im nach hinein erfahren haben, gibt es Frühstück erst ab acht Uhr. Isländer sind allerdings unheimlich gastfreundlich und nach einem kurzen Gespräch war alles wieder in Butter.

Auf der Fahrt nach Þingvelli konnten wir bereits anhand des Sonnenstandes und des Wetters (Heiter und Schleierwolken) erkennen, dass dieser Tag besser zum fotografieren geeignet ist. So war es dann auch. Apropos Sonnenstand! Obwohl wir die längsten Tage in Island offiziell natürlich erst im Sommer haben, scheint es auch bereits im Mai nicht so richtig dunkel zu werden. Einerseits faszinierend, andererseits doch etwas störend, wenn man von einem gefüllten 100 Km Marsch nach Hause kommt und nur noch schlafen möchte. Die Freunde der Blauen Stunde kommen hier übrigens voll auf ihre Kosten. Hier gilt nämlich eher die Devise der Blauen Stunden…

Hauptziel des zweiten Tages war Glymur, der höchste Wasserfall Islands. Um allerdings diesen Anblick geniessen zu können, bedarf es einer kleinen Wanderung. (so ist es zumindest in den Reiseführern beschrieben). Wanderung ist gelinde gesagt – ein wenig untertrieben! Es war vielmehr eine Bergsteigertour und die hatte es in sich. Angefangen hat alles mit einem harmlos aussehenden Weg und ein paar Wandermarkierungen. Der Weg wurde allerdings später mehr zum Klettersteig und die Markierungen hörten irgendwann plötzlich auf. Die angebliche Zeitdauer betrug laut Ausschilderung vor Ort zwischen 30min und einer Stunde. Ich weiß zwar nicht wer sich diese Zeiten ausgedacht hat, aber die Realität sah anders aus. Gefühlt waren es ungefähr 10 Stunden, tatsächlich betrug der Aufstieg 2 Stunden mit kleinen Pausen. Es ging vorbei an Geröllfeldern, moosbedeckten Wasserunterspülungen, bei denen man das Gefühl hatte plötzlich zu versinken. Faszinierend war zum Beispiel, dass der Weg direkt durch eine kleine Höhle ging. Insgesamt war der Aufstieg zwar beschwerlich und der Abstieg gefährlich, aber die „Wanderung“ und auch die Landschaft waren einfach überwältigend.

Morgen geht es weiter und der Norden Islands wird uns für weitere Tage beherbergen. Die ersten zwei Tage haben uns bereits mit faszinierenden Eindrücken überwältigt. Bin gespannt wie es weiter geht…. Ihr hoffentlich auch?

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6 Kommentare

  • Antwort Thomas Brotzler 9. Mai 2011 um 10:14

    „Bin gespannt wie es weiter geht … Ihr hoffentlich auch?“

    Lieber Ronny,

    damit es hier nicht ganz still zugeht und Du das Gefühl bekommen müßtest, in einen dunklen Zuschauerraum zu sprechen, will ich mich an dieser Stelle einmal melden: ich finde es toll, wie Du uns Anteil an Deiner Reise nehmen läßt und Dir die Mühe eines solchen Reisetagebuchs auferlegst.

    Die Bilder, die Du bisher zeigst, sind – da magst Du mir ein offenes Wort zubilligen – durchaus schön und beeindruckend, aber sie laufen doch auf der Spur konventioneller Urlaubsfotografie und damit aus meiner Sicht Gefahr, die „3784. Abbildung eines tollen Motivs“ zu sein – und darin eben nicht die Schöpfungshöhe der Fine-Art-Fotografie im Sinne einer künstlerischen Verdichtung und Übersetzung zu erreichen.

    Gruß von zuhause
    Thomas

    • Antwort BlogTimes 10. Mai 2011 um 01:25

      Danke Thomas für Deinen Kommentar. Die hier gezeigten Aufnahmen sollen in erster Linie unsere Eindrücke zeigen…

  • Antwort Bernhard 16. Juni 2011 um 11:07

    Hallöchen!

    Bin im Juli auch auf der Insel und wollte ansich mit 3 Freunden auch zum Glymur wandern – aber deine beschreibung macht mir doch etwas angst. Ist es wirklich so „schwierig“? Habe bis dato auch immer gelesen „leite bis mittelschwere wanderung“ – aber du machst mich etwas unsicher 🙂

    Beste Grüße,
    Bernhard

    • Antwort BlogTimes 16. Juni 2011 um 11:23

      Ohne zu Übertreiben war die Wanderung echt keine Leichtigkeit. Sie ist natürlich zu bewerkstelligen, aber man sollte schon aufpassen, wohin man tritt. Im oberen Teil wird es zudem sehr Steil. Die Aussicht belohnt allerdings jeden, der es nach oben schafft. Wir haben uns auf dem Rückweg verlaufen, was aber kein Problem war. Die grobe Richtung reicht hier aus. Das wichtigste sind gute Wanderschuhe, möglichst knöchelhoch. Das hat mich zumindest einige Male vor schmerzhaften Erfahrungen geschützt.

      Hoffe, ich konnte dir hier weiterhelfen.

  • Antwort PZ 3. Februar 2013 um 22:17

    Mir hat sie die Route aus dem Text nicht ganz erschlossen…

    Wie weit ist es ungefähr vom Camp(ingplatz) in Thinvellir bis zum Botnsulur bzw. dann schließlich auch bis zum Glymur?

    Seid ihr direkt über den Berg drüber oder eher die höchsten Stellen umgangen?

    Wie lang braucht man so bei moderatem Tempo hin und zurück?

    Liebe Grüße,

    Patrick

    • Antwort BlogTimes 4. Februar 2013 um 02:52

      Hallo Patrick,

      keine Ahnung, wir sind ja nicht von einem Campingplatz gestartet. Unserer Unterkunft war in Borganes, das sind 70km nach Pingvellir. Von dort ging es dann nach Glymur. Das waren glaub ich nochmal 60KM. Das brauch man schon mindestens 1 Stunde, wenn nicht mehr. Wir sind über keinen Berg gefahren.

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