Vor einiger Zeit habe ich von Tobias Weil, Inhaber von xtrem+ und togopod eines seinen neuen Reisestative bekommen. Das Togopod Survival Pat. Ehrlich gesagt bin ich ja kein Fan von Reisestativen. Natürlich sind diese leicht, aber sind sie genauso stabil wie ihre großen Brüder?? Nun, der Frage möchte ich mal auf den Grund gehen.

Noch wartet es zwar auf seinen Einsatz, der mit höchster Wahrscheinlichkeit in Kanada statt finden wird, aber das hindert mich jetzt natürlich nicht, euch meine ersten Eindrücke zu schildern. Um das Packmaß gering zu halten, muss man solche Stative in der Regel mit mehr als zwei Auszügen ausstatten. Das ist in meinen Augen leider auch das große Problem. Je mehr Auszüge das Stativ hat, umso instabiler wird die ganze Geschichte. Der letzte Auszug ist meistens nicht gerade dicker als ein fetter Kugelschreiber und auftretenden Schwingungen werden zwar nicht unbedingt verstärkt, aber auch nicht reduziert.

Auch das Togopod ist am unteren Ende mit diesen dünnen “Auszügchen” ausgestattet. Ist ja auch logisch, dann man möchte ja das Packmaß nicht erhöhen. Zumal ist es dann auch kein Reisestativ mehr. Sobald man aber den letzten Auszug wieder einfährt und somit nicht benutzt, erhöht sich die Stabilität beachtlich. Ich hatte das Gefühl, dass es in Sachen Stabilität durchaus mit den “Großen” mithalten kann. Wie auch bei den großen Stativen ist es besser, die Mittelsäule im eingefahrenen Zustand zu belassen. Die Stabilität wird es euch danken.

Das Togopod Survival Pat wird übrigens mit Kugelkopf geliefert und dieser ist nach meinem Empfinden für seine Größe beachtlich stabil. Ich habe bereits genügend Kugelköpfe getestet und auch selbst besessen. Ein Kugelkopf von FLM beispielsweise, der in meinen Augen beim Kauf überzeugte, hat mir letzten Endes echt meine Nerven gekostet. Nachdem ich den Bildausschnitt eingestellt und den Kopf arretiert hatte, wippte dieser noch ein paar Millimeter nach. Das war echt zum abgewöhnen. Meine Nikon D300 mit 17-55mm Objektiv und angeschlossenem Batteriegriff dagegen hält der kleine Kugelkopf von Togopod ohne nachzuwippen. Das hat mich wirklich erstaunt.

Wer schon einmal einen Kugelkopf benutzt hat, der weiß, dass es in der Regel mindestens zwei Einstellmöglichkeiten gibt. Einmal die Kugel selbst zu bewegen und einmal den gesamten Kopf um die horizontal Achse. Der Togopod Kugelkopf verfügt nur über eine Einstellmöglichkeit, diese hat quasi eine Doppelfunktion. Einmal die Kugel zu lösen und gleichzeitig die Horizontalrotation zu aktivieren. Auf dem ersten Blick ist es etwas ungewöhnlich und bedarf etwas an Übung. Neueinsteiger wird das egal sein, da diese in der Regel noch nicht mit anderen Kugelköpfen gearbeitet haben. Den Fortgeschrittenen unter Euch wird das ein wenig komisch vorkommen. Man gewöhnt sich aber daran und das ist auch gut so, denn der Kopf ist ohne Übertreibung wirklich eine stabile Geschichte. Angegeben wird eine Tragkraft von 5KG. Das kann ich mir durchaus vorstellen, allerdings verfüge ich selbst über keine dieser schweren Kamera-Objektiv Kombinationen und kann es daher nicht testen. Selbst wenn das Stativ tatsächlich nur 3-4KG schafft, dann ist das immer noch eine ordentliche Leistung.

Mein hier vorgestelltes Togopod lässt sich übrigens auch als Einbeinstativ verwenden. Dafür müßt ihr nur das entsprechend, markierte Stativbein abschrauben und den Kugelkopf drauf schrauben und fertig ist die Laube. Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt und so hinterläßt das Stativ, oder vielmehr der Kopf einen kleinen Wermutstropfen. Die Stativplatte ist eine Eigenentwicklung und somit nicht passend für die ARCA SWISS Platten. Ich werde Tobias mal fragen, ob er in diese Richtung eine Änderung plant.  Der Grund ist ganz einfach. ARCA SWISS stellt unter anderem die meisten Stativplatten her und ist auf diesem Gebiet führend. Wer allerdings nur eine Stativplatte nutzt, dem kann es wiederum auch egal sein. Diejenigen mit mehreren, werden es ihm aber danken.

Lange Rede, kurzer Sinn. Das Togopod Survival Pat macht, obwohl es über mehr als zwei Auszüge verfügt, auf den ersten Blick einen stabilen Eindruck. Sobald ich die Zeit habe, werde ich es einem Outdoor-Test unterziehen. Bin gespannt, ob es auch weiterhin stabil bleibt und man es beispielsweise auch für Langzeitbelichtungen nutzen kann.

Amazon Link zum Stativ: Togopod Survival Pat - Preis: knapp 120 Euro.

Auf der Webseite findet ihr noch weitere Bilder und auch die technischen Spezifikationen: togopod.de

Kennt einer von Euch das Stativ oder hatte es schon mal im Einsatz. Was sagt ihr dazu??

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2 Antworten : “Togopod Survival Pat – mein erster Eindruck vom Reisestativ”

  1. Dieter Fröhling sagt:

    Also sinnvoll liest es sich ja schon.

    ArcaSwiss komp. Platten ist ein Kaufargument. Weil ein L-Winkel unter der Kamera und passende Platten an den Objektiven wollen befestigt werden. Und ich wechsel die Platten nicht (mehr).

    • Für viele spielt die Arca Swiss Kompatibilität eine Rolle, allerdings auch nicht für jeden. Gerade für diejenigen, die eh nur selten ein Stativ benutzen, ist es meiner Meinung egal.

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  2. Handliches Reisestativ – Togopod Lina | BlogTimes - Fotografieblog - [...] und halb so teuer…Bin gespannt, ob es den kritischen Blicken von Nils bestanden hat. Das Survival Pat hatte bei …

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