Fotografie, Unterwegs

Tröllaskagi – Reisetagebuch Island Tag 3

9. Mai 2011

Nach zwei Tagen im wunderschönen Ensku húsin haben wir uns nach einem deftigen Frühstück auf den Weg in unsere 340 km entfernte Unterkunft gemacht.

Es regnete und die grauen Wolken hingen tief, doch die Farben der Landschaft erschienen uns kräftiger als in den letzten Tagen. Wir durchquerten kurz hinter Borganes wieder eine Mondlandschaft, voll mit grünem, moosüberwachsenem Lavagestein. So unwirklich wie die Umgebung vorkam, so unwirklich erschien uns auch das Wetter. Nach etwas Regen kam langsam die Sonne hervor und gab den blauen Himmel frei – für eine kurze Zeit. Weitere dicke, graue Wolken zogen auf, aber dies sollte unserer Laune keinen Abbruch tun. Fotomotive lockten hinter jeder Kurve und hinter jedem Berg.

Kurz hinter Bifröst trauten wir unseren Augen kaum, als die Straße durch eine dichte Wolkendecke führte. Die Sichtweite betrug gerade mal 15 m und ich befahl Ronny sofort anzuhalten um dieses Schauspiel festzuhalten. Vor ein paar Minuten fuhren wir nichts ahnend durch eine sonnige Landschaft mit etlichen Wasserfällen und kurz darauf findet man sich inmitten von Schnee und Nebel wieder und sieht die Hand vor Augen kaum. Soetwas gibt es wohl nur in Island.

Als es uns zu kalt wurde und sich einige gute Fotomotive gefunden hatten fuhren wir weiter in Richtung Norden zu den großen Fjorden. Faszinierend war, dass die Umgebungen sich ständig verändert. So vielfältige Landschaftsbilder wie in Island  habe ich noch nirgends gesehen.

Angekommen auf der Halbinsel Tröllaskagi, im äußersten Norden Islands, geschah schließlich das, wovor wir Angst hatten. Wir nahmen die falsche Straße in Richtung Dalvík, wussten es in diesem Augenblick jedoch noch nicht. Wir fuhren immer höher in die Berge bis uns ein Schild mitten auf der Straße entgegen kam. Leider war es uns nicht möglich das geschriebene Wort zu entziffern, so dass wir uns entschlossen weiter zu fahren. Der Schnee wurde mehr und mehr bis er schließlich die komplette Straße einnahm und uns den Weg versperrte. Rechts ein tiefer Abgrund und links steile Felswände –  was tun? Entlohnt wurden wir durch den See Skeiðsfosstöd, der die Berge wunderschön widerspiegelte und uns ein einzigartiges Panorama bot.

Wir fuhren also zurück und erfuhren von dem einzigen Bewohner in diesem Tal, dass die Straße gesperrt sei und wir es nördlich durch die Tunnel Richtung Dalvík versuchen sollten. Wir befolgten seinem Rat und fanden im nördlichsten Zipfel der Halbinsel den ersten Tunnel, der sich tief in den Berg fraß. Ein einspuriger Tunnel mit Gegenverkehr – scheinbar aus alten Zeiten.

Aus dem Tunnel heraus sahen wir in weiter Ferne die Insel Grímsey, die sich auf dem Polarkreis befindet.  Auch Grönland ist nur einen Steinwurf entfernt. Kurz darauf folgten zwei lange Tunnel, die sich mit 4 km und 7 km durch die dicken Berge schlängelten und kurz darauf erreichten wir das idyllische Fischerdorf Dalvík. Wir fanden uns zwischen hohen, mit Schnee bedeckten Bergen wieder und freuten uns auf unsere dritte Unterkunft mit Namen Skeið.

Nach ein paar Kilometern Fahrt erreichten wir  das an einem breiten Flusslauf gelegene Gelände der Unterkunft, in der wir schon freudig von einer deutschen Auswanderin erwartet wurden und genießen nun die Ruhe zwischen den hohen zweitausender Bergen Islands. Nach diesen landschaftlichen und wetterbedingten Eindrücken wird uns immer bewusster weshalb die Menschen hier, im hohen Norden, an Wesen aus vergangen Zeiten glauben. Und so langsam beginnen auch wir zu denken, dass es mehr geben könnte, als uns unser Auge weis machen will.

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5 Kommentare

  • Antwort Luiza 10. Mai 2011 um 08:36

    …beneidenswert der, der das sehen durfte!

  • Antwort tina 10. Mai 2011 um 10:02

    Hallo Ronny, das sind isländische Abenteuer 🙂 Tröllaskagi ist eine meiner Lieblingsgegenden in Island – grüße mir den Norden (und womöglich seid ihr in Skeid bei Myriam?) Weiterhin gute Reise und besten Dank für deine Berichte! bless bless, tina

    • Antwort BlogTimes 10. Mai 2011 um 11:19

      Hallo Tina,

      richtig, wie sind gerade bei Myriam und geniessen unser Frühstück!

      • Antwort tina 10. Mai 2011 um 11:33

        Dann sagt ihr liebste Grüße und lasst es euch schmecken im wunderbaren Tal!!!

  • Antwort chris ruiz 10. Mai 2011 um 16:18

    hört sich ja echt toll an! Viel Spaß euch beiden! ;

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