Fotografie

Vivian Maier – Eindrücke der Fotoausstellung in Hamburg

29. Januar 2011

Seit Tagen taucht hierzulande der Name Vivian Maier in den Zeitungen und Fotografie Blogs (stilpirat.de visuellegedanken.de) im Zusammenhang mit einer unglaublichen Geschichte über das verborgene fotografische Talent des ehemaligen Kindermädchens auf.

Die faszinierende Geschichte der Vivian Maier ließt sich wie ein Märchen in der heutigen Zeit. Es handelt von einem Menschen, der sich zeitlebens der Fotografie widmete, sich aber aufgrund des zurückgezogenen Lebensstils nie der Öffentlichkeit zeigte und über die Jahre ein sagenhaftes fotografisches Werk aufbaute. Die Hamburger Galerie Hilaneh von Kories ist derzeit Deutschlands einzige Ausstellung, die noch bis zum 28.04.2011 über 80 Werke der Fotografin zeigt.

Seit jeher interessiere ich mich für die Fotografie der 40er, 50er und 60er Jahr. Im besonderen für Aufnahmen, die die US-Amerikanische Lebensweise und -verhältnisse der damaligen Zeit zeigen. Demnach habe ich mir gestern die Ausstellung angeschaut und war von der ersten bis zur letzten Aufnahme beeindruckt. Die Fotos zeigen überwiegend Straßenszenen, die allerdings den Betrachter nicht nur auf eine kurze Reise in diese Zeit mitnehmen, sondern die ihn förmlich aufsaugen. Selten habe ich bei einem Fotografen ein so großes Gefühl für den richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, verspürt. Sie zeigen bisweilen auch sehr tiefe Einblicke in die verschiedenen Gesellschaftsstrukturen dieser Zeit. Nicht umsonst wird sie derzeit mit den Größen der Fotografie verglichen, zu Recht wie ich finde.

Wann immer ich solche Aufnahmen sehe, würde ich mir selbst wünschen mit einer Kamera um den Hals in diese Zeit zu reisen…

Die Ausstellung ist auf jeden Fall ein Besuch wert und ein absolutes Muss für Alle, die sich mit der Fotografie beschäftigen. Nachfolgend ein paar persönlich visuelle Eindrücke der Ausstellung mit freundlicher Genehmigung der Galerie Hilaneh von Kories.

Vivian Maier. „Twinkle, Twinkle, Little Star“, Vernissage am 27.1., 19 Uhr. Bis 28.4. Galerie Hilaneh von Kories, Stresemannstraße 384a, geöffnet Di-Fr, 14.00-19.00 und nach Vereinbarung, Telefon 040-42 32 01 12

Weitere Informationen zur Entdeckungsgeschichte und Aufnahmen findet ihr auf dem Blog von John Maloof (http://vivianmaier.blogspot.com/) und in diesem Video.

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3 Kommentare

  • Antwort Jo 29. Januar 2011 um 14:50

    Deine Sympathie für diese Art von Fotografie und noch mehr für das Flair und Lebensgefühl dieser Zeit kann ich absolut nachempfinden!

    Leider ist für mich das Hamburg der Jetztzeit gefühlsmäßig genauso weit weg für Dich das New York und Chicago der 50er/60er/70er Jahre.

    😉

  • Antwort VoThoGrafie.de » Interessantes im Netz 3. Februar 2011 um 23:39

    […] den Berichten von Stephan und Ronny scheint sich der Besuch zu lohnen. Leider liegt Hamburg hier nicht gleich um die Ecke, weshalb ich […]

  • Antwort Dr. Ingrid Faber 27. April 2011 um 14:37

    Unter dem Titel „Twinkle, twinkle, littel star“ sind die beeindruckenden Arbeiten der bislang unbekannten amerikanischen Fotografin Vivian Maier in der Hamburger Galerie Hilaneh von Kories zu sehen.
    Der Titel, ein Kindervers, nimmt Bezug auf das Leben der Vivian Maier, die zu Lebzeiten ihre Bilder nie ausgestellt, ihren Lebensunterhalt als Kindermädchen verdient hat und verarmt starb.
    Die einfühlsamen Impressionen aus den Städten Chicago und New York zeigen auch wunderbare Portraits von lebhaften Kindern.
    Diese Lebhaftigkeit ist allerdings stumm und hinter Glas gebannt.
    Wer mit lebendigen Kindern in die Galerie kommt, hat Pech gehabt.
    Kinder, die sich wie die Mädchen auf den Fotos kreiselnd durch den Raum bewegen oder gar lachen, sind dort unerwünscht. Die Galeristin, die es durchaus versteht, die Vita der Fotografin als Zugpferd fürs Marketing zu benutzen, verwies uns mit unserer Zweijährigen der Galerie, da sie sich in einem Vortrag gestört fühlte, den sie einer Gruppe von fünf gerade eingetroffenen Studenten hielt.
    Doppelt arme Vivian.

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