Knapp seit zwei Wochen wohne ich nun im beschaulichen Ottawa, der Hauptstadt Kanadas und übers Wochenende war ich nun das erste Mal mit der Kamera unterwegs.

Unterwegs wäre vielleicht doch übertrieben, ein kurzer Ausflugs trifft es wohl eher. Beim ersten Mal war es so sackkalt, dass ich alles wieder eingepackt habe und beim zweiten Mal habe ich meinen Filter vergessen. Ergo, ich muss mich besser vorbereiten. Aber von Anfang an…

… am Samstag sowie am Sonntag war hier strahlend blauer Himmel und Sonnenschein über Sonnenschein. Ich hatte mir also am Samstag Abend vorgenommen ein wenig durch Downtown Ottawa zu schlendern und ein paar coole Nachtaufnahmen zu machen. Ich Trottel bin natürlich zu spät losgefahren und konnte leider nur noch an einer Location fotografieren. Also Stativ aufgebaut und für meine neue “Road Series” auf den Bus gewartet…. Klar, dass die am Samstag Abend in der Büro-Innenstadt nicht so wie unter der Woche verkehren. Grrr! Aber bekanntlich ist man hier ja auch in Kanada immer freundlich und nett und so gesellte sich ein Reisender zu mir und erzählte mir, dass ich bei Nachtaufnahmen ja lange belichten muss…. usw! So kamen wir irgendwie ins Gespräch und die Zeit bis zum nächsten Bus verging wie im Flug. Allerdings wurde es dann zunehmend kälter und kälter und ich hatte leider nicht die passenden Klamotten dabei, sodass ich mich wieder auf dem Heimweg gemacht habe – Ergebnis des Tages = 1 Foto!

Der Sonntag sollte vielversprechender sein. Zunächst hatte sich erneut ein Techniker für die TV-Installation angemeldet. Die kommen hier sogar am Sonntag morgen – verrückt! Nachdem ich jetzt ne riesige HDTV Set-Top Box mit Festplatte inkl. Millarden von Sendern habe, bin ich nun digital voll vernetzt. Naja, wie dem auch sei. Auf der gestrigen Heimfahrt habe gesehen, dass mein potentieller Fotostandort nur mit dem Fahrrad oder zu Fuss zu erreichen ist. Also mein Drahtesel fit gemacht, Helm auf (ist hier sicherer – so wie die fahren), Fotorucksack und mein neues Togopod Reisestativ mit. Wunderbar hab ich mir gedacht. Schnell noch die Graufilter aus der anderen Tasche eingepackt und ab gehts.

Wenn man bedenkt, dass ich früher mal aktiv Rennrad gefahren bin, haben sich die ersten KM auf dem Bike angefühlt, als würde ich gerade Fahrrad fahren lernen und mein Hintern wirds mir die nächsten Tage noch danken… Angekommen am ersten Fotopunkt, Kamera ausgepackt, schwachen Graufilter für die Bewegungsunschärfe drauf und fertig ist die Laube. So weiter gehts…

Nach ein paar Minuten, ich fahre immer schön am Fluss entlang, sehe ich schon von weiten – ein dicken fetten Schwarm Mücken. Kurz überlegt, wie die überhaupt bei der Kälte überleben können… Naja, da musst du jetzt durch. Die Luft angehalten, Mund zu…. Oh man, ich kann euch sagen, das war vielleicht widerlich. Das waren so verdammt viele auf eine Stelle, dass ich kein Abendessen mehr gebraucht hätte. Nach weiteren 10 Minuten fahren kam ich endlich zu meinem eigenen Fotostandort. Wieder die Kamera rausgeholt, das Stativ vom Rucksack abgenommen und die Kamera ausgerichtet – Hmm, ok sieht doch nicht ganz so gut aus, wie ich dachte. Aber egal, ich versuchs trotzdem. Wo sind den die Filter? Den schwachen ND 0,9 hatte ich gleich wieder gefunden, doch wo ist der 3er hin. Ganzen Rucksack durchsucht -Nichts, nur ein Pol-Filter! Scheiße, dann kann doch nicht sein. Also, erst mal ne Runde geflucht und in Anbetracht des fehlenden Filters alles wieder eingepackt.

Gerade als ich mein Equipment wieder verstaut hatte, sah ich knapp vor mir den Anflug einiger Wildgänse, die versuchten in Ufernähe zu landen. Das sah wirklich cool aus, weil sie quasi im Armreichweite an mir vorbeigflogen sind. Obwohl ich eigentlich weniger der Tierfotografie zugetan bin, hätte ich mich hier über ein paar Fotos gefreut. Tja, ging ja nicht. War ja alles schon eingepackt. Also wieder geflucht! Zurück auf den Drahtesel geschwungen und die Heimfahrt angetreten – natürlich wieder im Gegenwind. Beinahe hätte ich dann noch so ne Wildgans überfahren…. Ergebnis des Tages = 1 Foto!

Was sagt mir das für nächste Mal. Besser vorbereiten……

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8 Antworten : “Von Wildgänsen über vergessene Filter und ne handvoll Mücken…”

  1. :lol

    Wenn es mal beschissen läuft, dann läuft es richtig beschissen.

    Gute Besserung und ich bin schon auf deine nächste Story gespannt.

  2. Ronny, Du bist noch nicht ganz angekommen. ;-) Aber tröste Dich, Equipment vergessen und fluchen kenne ich ebenfalls. Bei mir war es sogar schon ein SD-Card. Da ging leider überhaupt nichts, nicht mal ein Bild.. ;-)

  3. Wie sagt man? Das wichtigste Foto, ist das nie gemachte ;)

  4. Servus,

    cooler Beitrag,
    ne Geschichte, die glaube ist schon jedem passiert.

    Bin mal nach Leipzig gefahren, und wollte auch fotografieren, meinen Fotorucksack mit der ganzen Ausrüstung dabei – und die Kamera zu hause gelassen :cry :cry :cry :-( kein Foto.

    Grüße
    Anton

  5. *schmunzel* Blöd gelaufen ;-), Aber das obere Bild gefällt mir super. Wer weiss, ob du es gezeigt hättest, wenn du die anderen geplanten im Kasten gehabt hättest, hat also auch einen Vorteil ;-)

  6. Uh aller Anfang ist schwer:) bald kommt der Sommer dann kann man sowieso erst wieder richtig schöne Bilder machen

    LG
    Sarah

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