Analog, Fotografie, Nachgedacht

Warum analoge Fotografie im digitalen Zeitalter?

26. November 2012

Ich weiß, die Artikelüberschrift hört sich zwar ein wenig abgedroschen an, aber ich möchte auch mal meinen Senf darüber abgeben. Immer wieder lese ich davon, wie analoge Fotografie den gesamten Aufnahmeprozess verlangsamt und aus euch einen „besseren“ Fotografen usw macht. Auch wenn ich mich wiederhole, ich hasse übrigens den Begriff Entschleunigung. Ich weiß echt nicht, wer sich diesen Mist ausgedacht hat….lassen wird das.

So, Puls wieder normal. Mein Grund des Artikels ist eigentlich nicht der Aufnahmeprozess oder dergleichen, sondern die Analoge Fotografie in der heutigen Zeit. Macht es noch Sinn damit anzufangen? Bringt es einen fotografisch gesehen in Bezug auf Bildgestaltung, Wirkung und Darstellung überhaupt weiter? Diese oder ähnliche Fragen zu stellen macht durchaus Sinn. Warum? Nun, viele von euch sind „Kinder“ der digitalen Fotografie. Haben vielleicht mit einer Kompaktkamera angefangen, sich später die erste DSLR gekauft usw… quasi nie mit einer analogen Kamera fotografiert. Ehrlich gesagt, warum auch – es gab keinen Anlass dafür! Einige von euch sind aber mittlerweile an dem Punkt angekommen oder überlegen zumindest einen Schritt in Richtung analog zu gehen. Dickes WARUM? Weil andere Fotografen es tun? Weil ich dann ein „besseres“ Verständnis für die Fotografie entwickle? Weil ich faszinierende Aufnahmen mit analogen Equipment machen kann? Weil so die Rückbesinnung zur eigentlichen Fotografie unterstreicht wird? Weil analoge Fotografie aus mir einen „besseren“ Fotografen macht? Meine ehrliche Meinung dazu… alles totaler Quatsch. Was kann ich mit einer analogen Kamera, was ich nicht auch mit der Digitalen kann? Nichts kann ich besser! Beide nehmen „Licht“ auf – einziger Unterschied, die eine auf Film, die andere auf eine Pixelfläche. Herauskommen zwei Fotografien, die im Grunde identisch sind und doch würde vielen die analoge Aufnahme besser gefallen. Warum ist das so? Was ist denn nun so faszinierend an der analogen Fotografie, dass uns zum Nachdenken anregt in diese Richtung zu gehen…

Ich kann an dieser Stelle nur für mich sprechen, denn es würde anmaßend klingen, würde ich euch meine Überlegungen und Gedanken zur analogen Fotografie vorschreiben. Ich bin, sagen wir kein „Kind“ der digitalen Fotografie. Als ich 2006 begann mich mit der Fotografie zu beschäftigen, war meine erste Kamera eine analoge Nikon F3 HP. Aufgrund des Entwicklungsprozesses, denn jeder irgendwann durchmacht, habe auch ich meine Kamera gewechselt, nur dass ich sie zudem noch gegen eine digitale Ausgabe eingetauscht habe. Sagen wir grob, ich hatte keine Lust mehr auf Wasser, Chemie.  Dieser Entwicklungsprozess schritt nun soweit voran, dass ich mir wieder eine analoge Kamera gekauft habe. Den ersten Planfilm hatte ich letztens entwickeln lassen und als ich das eingescannte Negativ auf dem PC Monitor ansah wusste ich was die analoge Fotografie für mich bedeutet. Es ist ganz allein die Wirkung, dessen Dreidimensionalität, die mich als Betrachter einfach fesselt – also quasi das Endergebnis. Der Aufnahmeprozess, angefangen von der manuellen Belichtungsmesser über die Fokussierung bis hin zum manuellen aufziehen des Verschlusses ist mir dabei völlig egal. Sicherlich es macht Spaß so zu arbeiten, aber für mein eigentliches Endergebnis ist das nicht entscheidend. Auch dachte ich immer, dass Schärfe und super viele Details für mich gerade beim Großformat am wichtigsten wären. Nein, es ist das Bild an sich – die Gesamtwirkung. Man kann die analoge Fotografie einfach nicht auf bestimmte Bestandteile reduzieren.

Ich persönlich kann jedem empfehlen, wer sich mit dem Gedanken trägt in Richtung analoge Fotografie zu gehen, es auch zu machen. Wartet nicht endlos und überlegt, ob und wann der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ist die Welt der anlogen Fotografie ist. Mein ganz persönlicher Tipp sind Mittel- und Großformatkameras. Gerade vor letzterem braucht man überhaupt keine Angst haben. Das Negativ ist nur größer!!! Sobald sich dann das erste analoge Bild, sei es auf dem PC oder gar im Druck zeigt, dann werdet ihr sehen, was ich mit der Bildwirkung meine. Ich würde mich freuen, wenn ich sich auf BlogTimes weitere Analog-Fotografen finden…

Wer von euch fotografiert denn noch analog oder hat es zumindest vor – egal ob Kleinbild, Mittel- oder gar Großformat? Das Equipment würde mich natürlich auch interessieren…

Vielleicht interessiert dich das hier auch...

55 Kommentare

  • Antwort simonnickel 26. November 2012 um 08:58

    Ich würde sehr gerne analog fotografieren, mein größtes Problem ist allerdings die Divergenz zum Digitalen. Ich bin ein Mensch des Internets, so ein Foto außerhalb des Computers passt da irgendwie nicht ganz in mein Leben. Natürlich kann man sowas auch digitalisieren, aber etwas ohne Pixel in Pixel umformen? Fühlt sich irgendwie falsch an …

    Immerhin habe ich jetzt mal den ersten Schritt getan und versucht meine digitalen Fotos auf Papier zu bringen, vielleicht ist das ja der passende Zwischenschritt.

    • Antwort BlogTimes 26. November 2012 um 09:53

      Ich kann das zwar ein wenig nachvollziehen, finde die hybride Lösung, also die Bearbeitung der analogen Aufnahme aber ganz gut. Die Bildwirkung geht meiner Meiner nach dadurch nicht verloren. Analog fotografieren bedeutet für mich nicht gleichzeitig auch analog entwickeln zu müssen. Ich habe für mich gesehen genug Zeit in der Duka verbracht.

      Fotografie aufs Papier bringen ist schon mal ein guter Zwischenschritt. Lässt du sie ausbelichten?

  • Antwort Martin Hülle - Blog 26. November 2012 um 10:44

    Ich bin ja noch ein richtiges Kind der analogen Fotografie und habe da auch viel Zeit in der Dunkelkammer verbracht. Zwei analoge Kameras habe ich auch noch – die Nikon F100 und eine FM2. Allerdings habe ich sie seit meinem Umstieg zur Digitalfotografie 2006 nicht mehr benutzt. Mit Kleinbild nochmals analog zu fotografieren, reizt mich aktuell auch nicht so sehr, die Analogfotografie grundsätzlich aber schon. Dann aber wohl eher im Mittelformat (Großformat muss nicht sein …). Eine Mamiya 7 fände ich interessant! P.S.: Das mit der Entschleunigung ist übrigens auch nicht so meins 😉

    • Antwort BlogTimes 26. November 2012 um 13:29

      Habe die Mamiya 7 auch schon mal in den Händen gehabt – schönes Teil, keine Frage. Außerdem sind die Objektive der Hammer. Wenn Mittelformat, dann wahrscheinlich auch wie für Dich, die Königsklasse – also das 6×7 Format.

      Kleinbild reizt mich auch absolut nicht mehr… Allerdings werde ich trotzdem meine F3 aufheben, einfach aus sentimentalen Gründen…

  • Antwort ruedi 26. November 2012 um 13:48

    mit meiner kontaktallergie habe ich eigentlich gar keine lust auf panschen und chemie. trotzdem ging der bezahlbare entwicklungsservice in den letzten jahren so zurueck, dass selbstentwickeln irgendwann unausweichlich wurde. erst sw, dann auch c41. dann das reinschnuppern in »edeldruckverfahren«, na gut, wenigstens cyanotypie. wieder was, wo man sich die haende schmutzig macht und nebenbei die ganze wg miteinbezieht, vom wannenbad bis zu den waeschestaender-trockenstrecken im flur. aber wenns an der wand haengt, ist es einfach noch etwas schoener als der hybrid-print. ganz digital? ja, habe ich oft genug versucht, weil ich das geld fuer filme sparen wollte. das war ein trugschluss. ich habe einige tausender in digiknipsen versenkt, die hier jetzt rumgammeln. ernstzunehmende bilder kann ich mit denen nicht machen, weil ich das bild so leider einfach nicht fuehle. aber wenn ich die 6×6 oder 6×7 zur hand nehme, wirds ernst. ein modell meinte mal: »wir fangen ja gar nicht richtig an, bevor die große an der reihe ist …«

  • Antwort Tobias 26. November 2012 um 15:34

    Hi,
    ich bin ganz klar ein digitales kind, wie du es schreibst, erst ne kompakte, dann ne dslr..
    bis ich mir letztes jahr so eine billige plastik-selbstzusammenbau-chinakamera gekauft hab, eigentlich nur aus spaß, zum basteln und mal probieren, zack, damit ein paar filme vollgeschossen und total verschossen 😀
    anfang des jahres folgten eine nikon fm aus dem wohnzimmerschrank der schwiegereltern, und später eine yashica mat.
    die beiden sind auch die mit denen ich die liebsten bilder im moment mache..
    die digitale hab ich eigentlich auch immer noch mit dabei, aber sie ist relativ oft nur noch ein besserer belichtungsmesser 🙂
    achja, ich find es toll das analog nur so wenig bilder rauskommen, digital kann ich mich nicht zurückhalten und erschlage mich jedes mal selber, auf film ist halt ne gute grenze gesetzt..

  • Antwort Tobias 26. November 2012 um 17:14

    Den zweiten Teil des Blogposts (Bildwirkung) kann ich nachvollziehen und bin da ganz bei Dir.

    Warum Du allerdings die (zugegebenermaßen etwas abgedroschenen) Argumente rund um die „Entschleunigung“ so verteufelst, ist mir nicht klar. Die zwangsläufig durchs Analoge auferlegten Einschränkungen, tragen meiner Meinung nach auf jeden Fall auch zum Endergebnis bei. Nur weil es mittlerweile etwas abgedroschen klingt, muss es ja nicht falsch sein…

    • Antwort BlogTimes 26. November 2012 um 19:54

      Wie du schon richtig schreibst… Die zwangsläufig durchs Analog auferlegten Einschränkungen…. Ganz genau zwangsläufig! Die meisten nutzen aber nur dieses Argument zur Fürsprache der analogen Fotografie und das mag ich einfach nicht. Ich kann mit einer digitalen Kamera genauso fotografieren. Ich muss nicht tausende Aufnahmen ein und des selben Motivs machen. Auch hier kann ich mich einschränken – zwar nicht zwangsläufig, aber es ist trotzdem möglich!

      • Antwort Tobias 27. November 2012 um 16:20

        Stimmt natürlich, man kann es digital alles genau so machen. Display zukleben. Anzahl der Shots einschränken. Vollmanuell ohne integrierten Beli arbeiten. Etc etc… Aber irgendwie passt das nicht. Zumindest für mich. Künstliche Einschränkungen sind und bleiben eben künstlich.

        Die Faszination Analogfotografie entsteht für mich aber aus dem kompletten Ablauf und dem daraus entstehenden Ergebnis. Und das ist beim analog fotografieren nicht künstlich, sondern liegt in der Natur des Mediums.

        Am Ende ists wohl einfach Bauchsache und für jeden anders 🙂

  • Antwort Manuela 26. November 2012 um 18:11

    Hi,

    analoge Kameras kannte ich eigentlich gar nicht, da meine Familie der Meinung war, dass man Klein-Manu keine Kamera anvertrauen kann, da sie eh alles kaputt macht. 🙂 So kam es, dass ich erst vor wenigen Jahren digital zu fotografieren begonnen habe und nun – nicht mal zwei Monate – ist es her – den Sprung ins Analoge gewagt habe. Mit einer Mamiya RB67, da mich das Mittelformat so sehr fasziniert. Und was soll ich sagen? Ich liebe meinen „Brummer“! Zwar will es freihand noch nicht ganz (unverwackelt) klappen, aber die Stativaufnahmen fesseln mich jedes Mal wieder. Klingt vielleicht blöd, aber irgendwie haben Filmaufnahmen einen Reiz, den Pixel nie erreichen können.

    Liebe Grüße,
    Manu

    • Antwort BlogTimes 26. November 2012 um 19:57

      Nach nur zwei Monaten… Respekt und dann auch noch die Königsklasse des Mittelformats. Stimmt, es ist schon ein „Brummer“, aber ein schöner!!

      Mich würde doch mal interessieren, warum du bereits nach zwei Monaten ins analoge Lager springst?

    • Antwort Manuela 26. November 2012 um 20:04

      Sorry, da war meine Zeichensetzung daneben, ein Gedankenstrich zuviel. 🙂
      Digital fotografiere ich jetzt etwas mehr als zwei Jahre. Vor ein paar Monaten bin ich dann über analoge Mittelformatfotos gestolpert. Die haben mich so fasziniert, dass ich das selbst probieren wollte und bei eBay fand ich dann ein super Angebot für ein komplettes Set, sodass ich nicht nein sagen konnte. Es war definitiv die richtige Entscheidung!

      • Antwort BlogTimes 26. November 2012 um 21:04

        Die passt schon… hab ich wohl überlesen. Steht ja da, dass du vor wenigen Jahren angefangen hast!! Merke: Aufmerksam lesen…

  • Antwort Marcel 27. November 2012 um 19:13

    hm. naja. angefangen habe ich in den neunzigern auch mit analogen kameras. schwerpunktmäßig waren (und sind das auch noch) eine canaon a1 und eine revue 400se rangefinder. ich denke, dass es dennoch einen gewaltigen unterschied zwischen digital und analog gibt. für mich ist das gar nicht so sehr der entwicklungsprozess, sondern vielmehr die entstehung an sich: wenn ich durch die straßen spaziere (mittlerweile aber auch nur noch digital), kann ich das motiv, das mir zusagt 1 mal, 3 mal 10 mal fotografieren, bis es mir passt. denn ich kann es ja immer am kamerabildschirm beurteilen.
    diese möglichkeit habe ich analog nicht. soll heißen, mein sinn für komposition, belichtung usw darf mich nicht verlassen. ein schuss, maximal 2, mehr ist nicht drin. sonst ist der film alle und ich kann nach 5 minuten wieder nach hause gehen.
    das finde ich nicht unwichtig und schult das auge für die gewisse art von ästhtik die man wünscht doch schon enorm.
    ich kann hier nur für kleinbildfotografie sprechen. ob sich das auch so für mittel- und großformat verhält, vermag ich nicht zu sagen.

    • Antwort Dieter Rommerskirchen 5. Mai 2014 um 11:27

      Hallo Marcel,

      ….sonst ist der film alle und ich kann nach 5 minuten wieder nach hause gehen.

      Man könnte auch mehr Filme mitnehmen auf einem Spazieragang… 😉

  • Antwort Werner 27. November 2012 um 20:15

    Hi,
    ich habe noch „analog“ gelernt. Gaaanz lange her auf einer Canon AE1 und später mit Nikon 801 und einer F90X. – Viele Jahre nicht mehr fotografiert (man hat ja so viele andere Dinge zu tun), und erst wieder im Herbst 2011 -nun aber Digital mit einer Nikon D7000 – begonnen. Mmh, ob es mich nochmal zur analogen zieht? Ich weiß es nicht. Momentan begeistern mich einfach die Möglichkeiten der digitalen Welt. – ABer ich hege große Symphatie für deine Ausführungen zur Bildwirkung.. Das kann ich gut verstehen.

    Der Begriff der „Entschleunigung“ hat ja zunächst nichts mit der Fotografie zu tun, sondern kommt ja aus einer ganz anderen Ecke. Da macht er wohl auch Sinn. – Aber bei allem im Leben: Sinnvoll dosiert und nicht ständig dauergelutscht. :lol

  • Antwort Lucky 28. November 2012 um 09:54

    Also ich seh das ähnlich… Ich hab auch noch analog fotografiert; oder sagen wir Kilometerweise Kleinbildfilm durchgejagt auf eben dieser Jagd nach ein paar guten Ergebnissen. Mit dem Umstieg auf die erste DSRL (damals D100) hat sich eine neue Welt eröffnet – und die hat mich auf jedenfall deutlich weiter gebracht.
    Den Hype am analogen Kleinbild verstehe ich auch nicht – den Zufall kann ich auch mitspielen (wie oben schon angesprochen) indem ich mein Display zuklebe und eine winzige Speicherkarte kaufen… Muß ich nicht haben.
    Das einzig Reizvolle am analogen wäre für mich auch das Mittelformat. Allerdings würde ich da auch nur analog arbeiten, weil ich mir ein digitales Rückteil einfach nicht leisten kann… Der Bildlook durch die große Filmdiagonale ist nach wie vor sensationell.

    Ich bin gespannt wo der Trend weiter hinführt; die „Entschleunigung“ ist mir dabei auch ziemlich Rille – ich (und die meisten meiner Kunden) finden’s sogar ziemlich gut, wenn ich wirklich schnell Bildergebnisse liefern kann. Wir leben nun mal in einer „beschleunigten“ Zeit, da kann man nix dran ändern, und mir macht das übrigens auch Spaß 🙂

  • Antwort Polichronis Moutevelidis 28. November 2012 um 17:37

    Ich bin, was die analoge Fotografie betrifft, auch immer wieder im Zwiespalt mit mir, denn auch ich habe vor mehr als 20 Jahren analoge Fotos gemacht. Wenn man in den 70ern geboren ist, kennt man es eben nicht anders und sieht auch anfangs im digitalen Zeitalter nicht wirkliche Vorteile. Aber durch meinen Beruf bin ich letztlich natürlich mehr oder weniger dazu gezwungen meinen Kunden das Ganze digital anzubieten, denn welcher Kunde möchte heute schon noch mehrere Wochen warten, um überhaupt erste Ergebnisse zu sehen. Dennoch liebe ich meine analogen Schätzchen und arbeite für mich selbst mehr oder weniger SELTEN 🙂 noch mit einer Adox, einer Rollei und meiner geliebten A1 von Canon. Die Zeit muss ich mir aber wirklich nehmen, denn sonst komme ich nicht zur analogen Fotografie. In den nächsten Wochen habe ich mir mal wieder einen Tag rausgenommen und bin schon wieder gespannt 🙂

  • Antwort Ralf 4. Dezember 2012 um 21:41

    ENTSCHLEUNIGUNG ;-)))))

    Egal wie bescheuert dieses Marketing(?)sprech ist, es passt. Bei 8 Fotos für rund 20 Euro in Form eines Impossible Films in einer alten Polaroid beschleunigst du negativ, du entschleunigst… Genug gestänkert 😉 

    Was habe ich zu Nikon F3/F4 Zeiten Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre bei der Produktion eines unbedeutenden Heftches (Auflage 200 – ZWEIHUNDERT 😉 für Nikon Hobby Fans von Scanner und Logi Fotoman geträumt. Und heute? 

    Den Traum von damals habe ich mir für nen Appel und n‘ Ei verwirklicht:

    http://www.photoscala.de/Artikel/Digitale-Fotografie-mit-01-Megapixeln

    Und sonst? Die monströseste „Mittelformat Nikon F2“, die je existierte – ich meine die großartige 6×7 Pentax wartet neben der Nikon D700/800 auf ihre Einsätze. Zunächst aus Faulheit übers Polaroidrückteil bevorzugt auf Fuji ISO 3000 SW Packfilm, dessen Negative sich bei guter Behandlung und Pflege scannen lassen, was neben dem Positiv weitere Möglichkeiten ergibt:

    http://www.youtube.com/watch?v=L2wE81dc0iQ&feature=youtube_gdata_player

    Und Scannen ist das Stichwort. SW-Rollfilm ist bereits eingelagert, wird demnächst – es wird wohl eher Sommer 2013 – selbst entwickelt (Dosen und Spiralen sind ebenfalls schon eingelagert) und dann gescannt. Mehr als 6×7 Mittelformat – OK, 6×9 in einer AGFA Clack aus den 1950er Jahren – werde ich nicht machen, und eine Dunkelkammer im Sinne Vergrößerer werde ich mir schon aus Platzgründen nicht (mehr) antun. Aber ich habe (wieder) Bock auf analog. Zumal ich nicht vergessen habe, wie Gelb-, Grün-, Orange- und Rotfilter bei SW wirken…

    Ralf aus Bonn

  • Antwort Michael 5. Dezember 2012 um 13:50

    Nach langen Jahren der analogen Fotografie (angefangen mit einer Minolta SR-T 100X und 2/45 mm Rokkor) und eigener Dunkelkammer weine ich dieser keine Träne nach.
    Die Lernkurve bei digital ist viel höher durch die sofortige Bildkontrolle, vorausgesetzt, man guckt sich das Bild auch genau an. Die Möglichkeiten der EBV sind phantastisch, ich muss nicht mehr vor der Aufnahme überlegen, ob’s den nun der Gelb- oder Orangefilter sein soll.

    LG
    Michael

  • Antwort Harald 9. Dezember 2012 um 15:34

    Bei der analogen Fotografie ist meines Erachtens das Problem der Filmentwicklung. Wenn ich digital fotografiere, dann sehe ich sofort das Ergebnis. Zudem kann ich die Fotos, vor allem, wenn sie im RAW Format gespeichert werden, manuell am PC nachbearbeiten.

  • Antwort Dieter Fröhling 11. Dezember 2012 um 11:37

    Ach was. Hab zum analogen Zeug irgendwann eine DSLR gekauft… Kommt drauf an was man will und machen möchte.

    Manchen Look bekommt man „analog“ einfach „besser“ hin als stundenlang vor dem PC zu hocken.

    Und manches andere wird digital gemacht. Fertig.

  • Antwort Hanns-Jaochim Köhler 13. Dezember 2012 um 21:52

    Habe ein ganz wunderbares Seminar bei der Firma Linhof in München besucht und wurde dabei von einem der „Altmeister“, Walter E. Schön, in das Arbeiten mit verstellbaren (analogen) Kameras eingeführt. Der Ausgleich von stürzenden Linien und die Schärfenebenenverlagerung nach Scheimplug – das sind meines Erachtens nicht zu unterschätzende gestalterische Elemente, die man gerade mit bezahlbarem analogen Equipment realisieren kann. Und wer z. B. im Format 4×5 unbedingt schon vor dem Entwickeln sehen möchte, wie das Foto denn ausschaut, der mache eine Probeaufnahme auf Polaroid (ja gibt es auch noch)!
    Und dann ist da noch das wunderbare Format 6×17 (cm!) für Panoramaaufnahmen. Das alles kann ich mit meiner Linhof Technorama 4×5 mit entsprechenden Rückteilen realisieren. Und wenn digitale Rückteile erschwinglicher werden, dann kann man mit einer unglaublichen Auflösung auch digital fotografieren – hurra! :love

    • Antwort BlogTimes 14. Dezember 2012 um 00:10

      Genau diese Verstellmöglichkeiten machen Großformat so interessant und vielseitig. Genau mein Reden…

  • Antwort Ehrhardt Petter 26. Dezember 2012 um 23:20

    Da ich Jahrgang 62 bin, habe ich zwangsläufig in meiner Jugend analog angefangen (da gabe es noch nicht einmal PCs). Dazu gehört auch die „Ausbildung“ im Schullabor. Und die Ausrüstung war spatanisch: Rollei 35. An der war nichts automatisch.

    Habe ich dabei etwas gelernt, dass es heute nicht mehr gibt? Durchaus!
    Ich stare nicht sofort auf jedes geschossene Bild. Das bremst den Ablauf. Es „entschleunigt“ mich zu sehr. Der alte analoge Weg ist schneller – ich weiß: Ein Widerspruch zur allgemeinen Lehrmeinung.

    Möchte ich auf die Digitaltechnik verzichten? Um nichts in der Welt!
    Vieles wurde für mich damit erst möglich – die Bildbearbeitung als Beispiel. Ich bleibe im allgemeinen bei dem, was Lightroom bietet. Dennoch ergeben sich hier Möglichkeiten, die ich früher nur mit einer Dunkelkammer hatte. Und genau die hatte ich – wie viele andere Amateure – nicht.
    Und da ich mittlerweile gelegentlich auf kleinen Laufveranstaltungen fotografiere, weiß ich die Vorzüge einen digitalen Worklflows sehr zu schätzen. Das bezieht sich nicht nur auf die Kamera.

    Kann ich irgendetwas analog erreichen, dass digital nicht geht? Nein!
    Und digital komme ich „künstlerisch“ in der Fotografie viel weiter als früher.

    Dennoch habe ich letztes Jahr die alte Rolleiflex meines Vaters für ein Projekt ausgegraben – eine Mittelformatkamera. Es ging noch, war aber zugegeben ein langsames Arbeiten. Das lag aber an der 50er-Jahre-Technik. Die Tatsache, dass ein Film in der Kamera war, hatte damit nichts zu tun. Mit digitalem Senor wäre es wahrscheinlich langsamer gewesen, weil ich das Bild jedesmal auf dem Display überprüft hätte. Ich musste ausch genauer sein, da ich immer noch keine Dunkelkammer besitze. Und das Bild sollte nicht hybrid bearbeitet werden. Sonst hätte ich mich bei der Ausrichtung des Horizonts nicht so viel Mühe gegeben. Mit analog versus digital hatte das aber immer noch nichts zu tun. Nur mit dem Mangel an Gelegenheit.

    Und wie sagte schon der römische Komödienschreiber Terenz (ca 160 v.Chr.): „Rechnen wir uns nichts als Tugend an, dass wir aus Mangel an Möglichkeiten nicht taten.“ (meine freie Übersetzung)

    P.S: Ich vermisse ein digitales Gegenstück zur Rollei 35: Klein, kompakt, voll manuell und mit großem Sensor. Aber meine Nikon D300 ist ein guter Trost…

    • Antwort BlogTimes 26. Dezember 2012 um 23:38

      Es gibt doch die neue Fuji X-e1. Klein, Kompakt, super verarbeitet und ein großer Sensor (DX-Format)

      • Antwort Ehrhardt Petter 27. Dezember 2012 um 23:19

        Danke für den Tip. Aber auch die Kamera hat dasselbe Problem aller modernen Kameras: Viel Automatik, die man bewusst abschalten muss.
        Der Rollei 35-Stil wäre: Ein Rad für die ISO, ein Rad für die Zeit, ein Rad für die Blende und ein Rad für die manuelle Scharfeinstellung. Der Nachführungsbelichtungsmesser war da schon der pure Luxus. Mehr gibt es nicht.
        Das war schon in den 80ern sehr spartanisch – hilft aber beim lernen (müssen).

  • Antwort DonPaolo 28. Dezember 2012 um 14:17

    Da mein Kommentar etwas länger ausgefallen ist, habe ich einen Blogbeitrag daraus gemacht 🙂

    http://donpaolo.zenfolio.com/blog/2012/12/lob-der-digitalfotografie

  • Antwort Jürgen 16. April 2013 um 17:44

    Hi,

    dank deinem „provozierenden“ Titel haben sich ja sehr viele in die Diskussion eingeklinkt.
    Erst mal ein großes Lob, ein schöner Artikel zum Thema analoge Fotografie und den Grund warum dieser Stress eigentlich.
    Ich bin selber wieder auf die analoge Fotografie zurück gekommen. Der begriff Entschleunigung oder lernpotential durch analog ist meines Erachtens kein Grund für jemanden analog zu fotografieren. Auch glaube ich nicht, dass man mal analog fotografieren muss um das Fotografieren zu erlernen. Ich glaube, wer das Analoge ausprobiert und dann dabei bleibt habt einfach ein Faible für das alte oder die besondere Ausstrahlung die ein analoges Bild hat.
    Ich selber bin dem analogen Virus seit ca. 1 Jahr verfallen. Warum?
    – Ich liebe die Technik die dahinter steckt. Das bedeutet, ich liebe alte Kameras und freue mich immer wieder ein Wunderwerk der Technik in den Händen zu halten, das mehrere Jahrzehnte alt ist. Auch liebe ich es, meine Erfahrungen mit den alten Technikwundern in meinem Blog aufzuschreiben und so noch mal nachzufühlen
    – Ich liebe den Blick durch einen Sucher, egal ob digital oder analog und ich liebe eine Schnittbild-Mattscheibe
    – Meine Tasche für die analogen Kameras ist viel kleiner und somit handlicher zum immer dabei haben.
    – Ich habe immer eine kleine „immer-dabei-kamera“ zur Hand, die auch noch sensationelle Objektive dran hat
    – Wo sonst, als analog bekommt man eine Festbrennweite mit einer Offenblende von 1.7 mit zugehöriger Kamera (ohne Crop) für ca. 20,00 €?
    – Ich liebe es immer wieder andere Kameras aus zu führen, deren Technik und Besonderheiten und auch Macken kennen zu lernen.
    – Auch liebe ich den besonderen Ausdruck, den jede meiner einzelnen Kameras in ihren Bildern vermittelt.
    – Auch liebe ich es, vergessen zu haben, was ich denn auf dem Film fotografiert habe, was erst nach der Entwicklung wieder deutlich wird.
    – Der Entwicklungsprozess nervt mich zwar manchmal (denn pro Film ist dann doch ca. 45 Min. Arbeit angesagt), aber es ist ein wirklich (immer noch) wunderbares Gefühl, den Film zum trocknen auf die Leine zu hängen und die Negative das erste mal zu betrachten um fest zu stellen: „ja, da könnten einige Bilder dabei sein.“
    – Die Umwandlung (ich fotografiere meine negative ab und arbeite dann am Computer weiter) bringt dann oft wunderbare Ergebnisse oder die Ernüchterung.
    – Zum Schluss noch, die analoge Fotografie hat so viele Herausforderungen und Erfahrungen zu bieten und das ganze auch noch bezahlbar.

    Das sind derzeit all meine Gründe für das Fotografieren mit meinen analogen Schätzchen. Ich glaube ich bin ein bisserl verrückt und ich glaube auch, dass jeder Einzelne seinen Grund hat analog, digital, mit Canon, Nikon, Olympus, mit Messsucher, mit Festbrennweite, mit Reisezoom, mit Klein-, Mittel-, oder Großformat zu arbeiten.

    Vielen Dank für den Gedankenanstoß, ich werde jetzt einfach meine Diva, die Bessamatic aus dem Schrank holen und sie für morgen mit einem schönen 400 TX zu laden.
    Viele Grüße

    Jürgen

  • Antwort Wolfgang 21. April 2013 um 11:31

    Hi, habe mit Interesse diesen Blog gelesen. Bin heute 62 und habe mit 20 mit meiner Minolta Spiegelreflex das analoge Fotografierten angefangen. Damals vorwiegend mit SW und eigener Dunkelkammer. Hat riesigen Spass gemacht. Vorallem die Makrofotografie. Mit 30 war ich beruflich so angespannt, das die Fotografie eingeschlafen ist. Die Ausrüstung ging dann irgendwann an meine Tochter. Seit Weihnachten habe ich nun eine Sony Alpha 37 mit entsprechendem Zubehör und ich muß sagen, jetzt tun sich da ganz neue Dimensionen auf. Ich habe den Schritt nicht bereut und vermisse die analoge Kamera überhaupt nicht, zumal ich Jahre zuvor schon eine digitale DV Kamera hatte, mit der ich aber nur Filme gemachtr habe. Mit der digitalen Kamera tun sich mir jetzt neben der Makrofotografie auch die Langzeitfotografie auf, an die ich mich damals noch nicht herangewagt hatte. Auch die Nachbearbeitung am PC ist mit der Dunkelkammer wohl nicht zu vergleichen, besonders wenn man im RAW Modus fotografiert. Werde hier mit Interesse weiter auf der Internetseite stöbern, wenn ich das Buch „Langzeitbelichtung und Nachtfotografie“ durchgearbeitet habe.
    Wolfgang

    • Antwort BlogTimes 21. April 2013 um 18:01

      Die Möglichkeiten der digitalen Fotografie sind gerade in der Nachbearbeitung fast endlos und ist der Dunkelkammer deutlich überlegen. Ich denke, wer sich gerade im (vorsichtig ausgedrückt) Hobbybereich mit Fotografie beschäftigt – für den hat die digitale Fotografie einfach Vorteile gegenüber der Analogen….. Hinzu kommt noch, dass analoges KB sich heute nicht mehr mit den digitalen Pendants messen kann. Bei Großformat sehe ich das anders!

  • Antwort Jörg 10. Mai 2013 um 16:20

    Ich habe für mich die analoge Fotografie neu entdeckt. Nach 10 Jahren der Digitalfotografie habe ich jetzt begonnen meine zahlreichen und teilweise 30 Jahre alten Dias zu digitalisieren. Ich bin fasziniert darüber welche Qualität diese Bilder auch heute noch haben und was für tolle Bokeheffekte diese Bilder aufgrund des Filmformates im Vergleich zu APS-C oder kleiner besitzen.

    Die alten Dias (im Vergleich zu neueren Negativfilmen) bringen tatsächlich erst mit 16 MP alle Details zum Vorschein. Selbst damalige Aufnahmen mit einer Minolta Hi-Matic Kompaktkamera sind hervorragend und mir ist aufgefallen, dass ich zu rein analogen Zeiten deutlich mehr Mühe in die Bildgestaltung vor der Aufnahme gesteckt habe. Dies ist mir zu Zeiten der schnellen Digitalaufnahme etwas abhanden gekommen.

    Trotz des doch deutlich übersichtlich gewordenen Marktes an Filmen (insbes. im Diafilmbereich) und fähigen Laboren, mache ich seit einiger Zeit wieder mehr im analogen Bereich. Auch habe ich einiges an früher voreilig abgegebenem analogem Equipment für kleines Geld neu erworben. Es macht einfach Spaß und in hybrider Technik sind zudem viele neue Wege offen.

    Noch eine Bemerkung zum Schluss, so lange sich technisch tadelose 12-14 Megapixel Aufnahmen von APS-C oder sogar Vollformatsensoren nicht annäherungsweise angemessen auf erschwinglichen Beamern wiedergeben lassen, ist auch der Diaprojektor für mich noch (wieder) ein aktuelles Ausgabeinstrument! Die wenigsten machen sich Gedanken darüber, dass 12-24 Megapixel auf 10×15-Abzügen, PC-Bildschirm oder Beamer so ist, wie guter Wein in modrigen und löchrigen Fässern! Mal davon abgesehen, dass sich dies bei Hochformataufnahmen noch extremer darstellt.

    Viele Grüße aus NRW
    Jörg

    • Antwort BlogTimes 10. Mai 2013 um 18:55

      Ich kann nur hoffen, dass die analoge Fotografie uns noch ein wenig länger erhalten bleibt… Auch aus deinen genannten Gründen.

  • Antwort Kai 27. August 2013 um 20:35

    Ich bin gerade mitten in einem Umbruch: Canon geht/ging mir ganz schön auf die Nerven…
    Da sich schon seit einiger Zeit alte Nikkore in meinem Arsenal befinden, die ich mittels Novoflex-Adapter an meiner 5D benutzt habe, und mir eine F100 schon seit „unserer ersten Begegnung“ nicht aus dem Kopf ging, habe ich mir nun eine zugelegt. Sie ist nicht meine erste analoge Kamera: Mein Kühlschrank hat eine eigene Schublade für Filme, eine nun außer Dienst gestellte EOS-1N RS (eine meiner zwei Hasslieben) steht neben der F100, und irgendwo liegt hier noch eine Seagull 6×6…

    Mein absolutes Lieblingsobjektiv ist ein 2.0/50mm-Nikkor aus dem Zeitraum 1971-74. Gleich bei den ersten Bildern hat mich die plastische Abbildung begeistert: Alles sah so anfassbar dreidimensional aus. Das gab es vorher noch nie, und ich habe hier so einige optische Leckerlis stehen!
    Inzwischen habe ich es noch Mal komplett neu fetten lassen, was sich absolut gelohnt hat, es fokussiert nun wieder butterweich.

    Cheers
    Kai

  • Antwort ralf B 17. Januar 2014 um 14:55

    wie viele meiner Vorschreiber auch habe ich 2006 meine ersten Schritte mit einer digitalen Kamera gemacht. Die Kamera war eine D70, die ich mangels Raw Konverter nur im jpeg Modus nutzen konnte.
    Dann irgendwann in 2008 habe ich aus purer Neugier während eines USA Urlaubs bei BH Photo eine F100 gekauft, weil ich einfach wissen wollte wie das so funktioniert, das mit dem „Analogen“. Mit der F100 und einem Delta 100, einer D300 und der D3 bin ich durch New York gelaufen und habe fotografiert. Zuhause dann das AHA Erlebnis !! Die Bilder die später aus dem Scanner kamen, waren das was ich wollte.
    Danach folgten ziemlich schnell eine Mamiya 645, die heute noch immer besitze, eine Fuji GA 645 und noch mehr Kameras im Mittelformat. Aus der puren Neugier über das was analog geht und anfänglich der erhofften besseren Auflösung wegen, bin ich dann schlussendlich wegen des Bildeindrucks als solchem bei der analogen Technik geblieben.

    Seit ein paar Jahren bin ich nun auch im Grossformat, von 4×5 bis zu 8×10 mit diversen Kameras unterwegs. Jede Menge Schlepperei, alles andere als bequem, aber ich tue das, weil das Ergebnis ist, so wie es ist. Weil es mir so gefällt.

    Ich fotografiere auch noch digital, aber deutlich seltener und meistens nur dann, wenn es schnell und oder bequem sein muss. Manchmal auch, weil ich ein „sauberes“ Bild bei 3200 ASA möchte. Ansonsten habe ich im Kleinbild und Mittelformat neben Schwarz Weiss das Dia Material entdeckt. Während Farbnegativ erst ab Mittelformat so richtig Spass gemacht hat, geht Dia auch schon im KB Format ab und der hybride Workflow ermöglicht Bilder, die ich früher so nicht machen konnte. Dafür bin ich der digitalen Kameratechnik sehr dankbar.

    Für mich ist die analoge Technik auch eine Möglichkeit sich vom Mainstream abzusetzen. Mittlerweile kommen viele Sensoren unterschiedlicher Kameras aus ein- und derselben Sensorfabrik und die Ergebnisse sehen durch die Kamerasoftware demzufolge mehr und mehr konform / gleich aus. Viele Fotografen investieren deshalb mittlerweile in digitale Filter um sich zu differenzieren, aber die Basis für das Bild bleibt gleich.
    In der analogen Fotografie hingegen habe ich eine fast unendliche Möglichekeiten über Crossing, Homebrewentwickler und anderes mehr, die ein anderes Basisbild erzeugen. Mit den Möglichkeiten von Scannern, Photoshop kann ich auf dieser Basis variieren und habe für noch mehr Spielraum.
    Kommt das Basisbild hingegen aus der digitalen Kamera, dann bleibt ein Teil des digitalen Charakters erhalten. Kleinste Bildinformationen die der Aufnahmealgorithmus wegdigitalisiert, während der Film alles bis aufs Korn aufnimmt. Da reicht es dann auch nicht mehr später wieder Korn hinzuzufügen. Das wäre so, als wenn ich einer CD das Knacksen und Knistern einer Schallplatte zumische. Igitt :ahh Wenn ich aber einen SW Negativscan mit den Möglichkeiten von Silver Efx 2 bearbeite, dann kann ich das Bild bin in das Feinste ausarbeiten, was in der Dunkelkammer dann nicht mehr geht. Der digitalen Technik sei Dank.

    Analoge Fotografie ist viel Aufwand, alles andere als schnell und bequem wenn man selbst entwickelt, aber ich liebe es. Und am Ende ist es das Bild. Weil es mir so gefällt.

    • Antwort BlogTimes 17. Januar 2014 um 15:46

      Danke für deinen Kommentar zum Thema….. Weil es mir auch gefällt!!!

  • Antwort A. Gun 27. Januar 2014 um 00:22

    Meine digitale Leidensgeschichte fing mit einer Lumix G10 an.
    In den letzten 2 1/2 Jahren habe ich dann 3 mal das komplette System gewechselt, ganz abgesehen von den ständigen Objektivwechsel zwischendurch. Erst ein paar Zooms, dann FB, ein paar Euro Lehrgeld verbrannt, zwischendurch eine AE1 gekauft, damit Fotos gemacht, den Film entwickeln lassen, mit den digitalen verglichen und siehe da, so war es doch eigentlich, wie ich mir fotografieren und die Bildwirkung vorgestellt hatte. Trotzdem zuletzt noch eine 7d gekauft, um noch ein paar Objektivwechsel später dann alles komplett zu verkaufen und mir eine 500CM zu besorgen. Jetzt ist fotografieren so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte und so, wie ich es eigentlich immer haben wollte. Alleine schon aus dem digitalen Technik Wettrennen aussteigen zu können, wäre es wert gewesen, wenn ich es nur vorher gewusst hätte. Von oben durch den HB Sucher schauen und aus der Hüfte Kinderfotos machen zu können ist unersetzlich. Diese überbordende Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit oder Faulheit, oder eine Mischung aus allen drei, die sich wie ein roter Fäden durch fast alle Bereiche zieht, geht mir inzwischen so auf den Keks. Ich schau mich nicht nach anderen Kameras um.

    • Antwort Kai 31. Januar 2014 um 00:22

      „… Diese überbordende Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit oder Faulheit, oder eine Mischung aus allen drei, die sich wie ein roter Fäden durch fast alle Bereiche zieht, geht mir inzwischen so auf den Keks.“

      Danke, das spricht mir so aus der Seele! :xx

  • Antwort Spiral 17. März 2014 um 15:57

    Interessanter Blog… Früher, als ich noch analog fotografiert habe, wurde alles auf Automatik gestellt, „geknipst“ und anschließend zum Entwickeln abgegeben. Heraus kamen Dias oder 10x15er Abzüge. In all den Jahren hatte ich zwei Kameras, zuletzt eine Nikon F601.
    Dann fing zu Beginn der 2000er Jahre die digitale Zeit für mich an. Seither habe ich bereits die neunte Karmera. 2008 habe ich mich ernsthafter mit Fotografie auseinandergesetzt. Inzwischen nutze ich den gesamten „digitalen Workflow“ vom Fotografieren bis zum Ausdruck in A2, iklusive Farbmanagement.
    Anfang des Jahres habe ich ein Studium Fotodesign begonnen wo im ersten Semester nur anlaog gearbeitet wird. Wesentliche Ergebnisse bisher: Ich achte wesentlich genauer auf die Einstellungen und den Bildausschnitt und drücke erheblich weniger auf den Auslöser.
    Aber ich bin auch verunsicherter, weil ich die Wirkung bzw. das Ergebnis nicht sofort einschätzen kann. Ich kann keine eigene Dunkelkammer einrichten. Also muss ich einen erheblichen Aufwand in Kauf nehmen, um meine Ergebnisse zu kontrollieren. Immer unter Zeitdruck (von wegen Ruhe), weil ich hin- und zurückkommen muss und Andere das Labor auch nutzen wollen. Da wünsche ich mir schon, mich ohne Druck Zuhause an den Rechner setzen zu können…
    Mein Eindruck ist auch, dass es sehr viel zu lernen gibt: Unterschiedliches Filmmaterial, Fotopapier, qualität des Entwicklers. Einstellungen am Vergrößerer usw.. Ein breites Feld für Versuch und Irrtum, das – im wahrsten Sinne des Wortes – seinen Preis hat. Bei mir sind schon einige Hunderter über den Tisch gegangen.
    Ich gönnen jedem seine Freude an der analogen Arbeit, bin selbst aber froh, wenn dieses Kapitel im Studium endlich abgeschlossen ist (und das hat bestimmt nichts mit Gleichgültigkeit oder Faulheit zutun!). Allerdings werde ich bei digitalen Aufnahmen zukünftig schon beim Fotografieren genauer hinsehen. Hier ist weniger wirklich mehr.

  • Antwort Aus dem Archiv: Ich hasse übrigens den Begriff Entschleunigung | Absolut Analog 29. Oktober 2014 um 20:53

    […] bin ich diesmal an einem Artikel von Ronny auf seinem Blog BlogTimes ”Warum analoge Fotografie im digitalen Zeitalter?“. Irgendjemand in meiner Twitter-Timeline hatte den Link gepostet. Ich wollte nur kurz […]

  • Antwort Hajo 8. Januar 2015 um 16:48

    Ich bin zufällig auf diesen Blog gestoßen und habe mit viel Spaß die unterschiedlichen Kommentare gelesen und dabei entdeckt, das es vielen so ziemlich gleich geht. Ich bin auch ein Kind der analogen Fotografie und habe lange damit gewartet bis die digitale Welt einen technischen Stand erreichte, der meinen Ansprüchen entsprach. Auf meinen Reisen um die Welt auf Kreuzfahrtschiffen nehme ich gerne meine Fuji X100s mit. Eine digitale APS C Sucherkamera, bei der bis auf den Speicherchip alles wie in der analogen Kamerawelt ist. Oft bleibt bei den Ausflügen wenig Zeit für Filmwechsel und daher ist es schon praktisch mit einer Digi zu arbeiten. Aber dennoch komme ich ohne die Analogfotografie nicht aus. Zuhause und auf kleinen Reisen wird analog fotografiert. Und wer wie ich mit einer Großformatkamera, Marke Linhof im Negativformat 13×18 cm !! gearbeitet hat, weiß was ich mit Qualität und Bildtiefe meine. Wer jemals ein Farbdia im Format 13×18 auf ein Leuchtpult gelegt und die Brillanz erlebt hat, möchte am liebsten nichts anderes mehr verwenden. Heute arbeite ich mit einer Laufbodenkamera im Format 4×5 Inch (10,2 x 12,2 cm), fotografiere auf Planfilm und Rollfilm . Beim Rollfilm im Format 6×9 cm. Mein Farbmaterial lasse ich im Labor entwickeln, SW entwickle ich selbst. Bei SW und Planfilm nach dem Zonensystem. Hiermit lassen sich Ergebnisse, vor allem auch bei Langzeitbelichtungen erreichen, von dem ein Digifotograf nur erahnen kann, was möglich ist. Ich liebe bei der analogen Grlßformatfotografie die Entschleunigung, die genaue Bildkontrolle von der Belichtung bis zum entwickelten Ergebnis. Ich kann nur jedem mal den Versuch empfehlen es mal analog zu probieren.

    • Antwort BlogTimes 9. Januar 2015 um 05:04

      Was für ne 4×5 haste denn?

      • Antwort Hans 3. März 2015 um 21:18

        Ich arbeite mit einer Toyo Field 45 II.

  • Antwort Wil 17. April 2015 um 17:54

    Hallo,

    Super Artikel!

    Habe in den 90ern mit einer Kompaktkamera zu fotografieren begonnen, dann 35mm SLR, später Mittelformat
    und dann eine DSLR und vor zwei Jahren eine 4×5 Linhof Technika. Fotografiere für mich auf Reisen und für Erinnerungszwecke
    analog auf 35mm und 4×5. Entwickeln und Abzüge in der eigenen Dunkelkammer. Für alles andere digital.

    Habe auch gerade auf meiner bescheiden entstehenden Homepage über Analog vs Digital geschrieben und wollte mal schauen, was andere darüber
    schreiben/denken. Mir scheint es, dass das Interesse in die analoge Fotografie in den letzten Jahren wieder gestiegen ist.

  • Antwort Hendrik 2. September 2015 um 13:25

    …ist eigentlich alles schon gesagt, mir macht es einfach sehr viel Spaß, mit den Geräten zu arbeiten:
    Zeiss Ikon Super Ikonta, Canon A-1, new F-1, T90
    CLub: Photoart67, Ludwigshafen/Rh (website entsteht gerade),
    wir veranstalten in Kürze einen Kurs in der VHS für Neu- und Wiedereinsteiger in die analoge Fotografie,
    das Programm ist online: https://www.vhs-lu.de/kurse/webbasys/kursdetails.php?knr=JDA21111
    Im begrenzten Umfang stehen auch analoge Kameras leihweise zur Verfügung,.

  • Antwort Merten Riesner 29. März 2016 um 11:06

    Hallo

    Ich liebe die analoge Fotografie, denn Kunst kommt von Können und gerade in der Fotografie kann analog heut nun mal nicht jeder. Jeder könnte es, aber wenige tun es.
    Schließlich malt ein Maler ja auch noch mit richtigen Farben und nicht mit Photoshop.
    Ich übrigens arbeite mit beiden Medien, ich fotografiere digital und analog.
    Analog stehen mir mehrere Kameras zur Verfügung:
    – Polaroid SX 70
    -Polaroid Image Elite Pro
    -Polaroid Landcamera 103
    -Exa Ia
    -Exa IIa
    – Voigtländer Compur Brillant 6×6
    -Mamiya C33 Professionell 6×6
    -Pentax 645

    Verarbeitet wird hybrid und Labor, je nachdem wie es mir gefällt.

    Es kommt zu einem großen Teil darauf an was man selber für einen Anspruch hat, was man erreichen will. Beide Arten der Fotografie haben ihre Daseinsberechtigung die eine mehr in der Erwerbsfotografie, die andere mehr in der Kunst. da wo Bilder schnell zur Verfügung stehen müßen ist die digitale Fotografie daheim und da wo es mehr auf den Wert der Bilder ankommt wird halt noch analog Fotografiert. Mit beiden Arten der Fotografie kann man entsprechende Ergebnisse erzielen, es ist eine Frage des eigenen Anspruches.
    Es ist oft auch eine wenig Gefühl etwas besonderes zu machen.

    Grüße

  • Antwort Thomas 1. September 2016 um 08:44

    Hallo zusammen. Ich hab zuletzt beim Essen mit meinem Ex-Chef überschlagen, wie viele Kameras (analog/digital) ich bisher ausprobiert habe. Wir sind auf ca. 50 gekommen (Canon Eos 50, 3, Nikon F2AS, F3HP, F3HP Press, F4s, F4E, FM2n, FE2, F90X, Leica R4s, R6, R8, M3, M6, Voigtländer Bessa R,L, Zenza Bronica RTSII, Mamiya RB67, Leica Digilux I, II, Nikon D2H, D2Xs, D200, D300, D300s, D700, D3, D600, D610, Fuji S5 Pro, Fuji XPro 1, XT1, Olympus Pen EP1, EP2, Pl1, Pl3, Zeiss Ikon Contaflex, Kiev 88, Pentacon Six usw…
    Die Liste ist endlos.
    Ich kann für mich nicht behaupten, dass analog noch irgendeinen tieferen Sinn macht. Ja, du gehst sparsamer mit Film um als mit dem Chip, zumal Entwicklung (hatte ich früher selbst für S/W im Haus) schön ins Geld geht (derzeit Film-Negativentwicklung plus digitalisiert für 13×18 Prints: 20 Euro).
    Aber es ist ein Genuss. Ich habe festgestellt, dass die Zahl jener, die sich Fotografen nennen mit der Digitalfotografie unglaublich gestiegen ist. Viele drücken nach dem System Schrotflinte ab und ein paar Bilder passen schon. Das war früher anders. Wer analog arbeitete, musste wissen, was er tut. Denn das Bild ließ sich nicht rasch kontrollieren und korrigieren. Verpfuscht war verpfuscht.
    Deshalb, und weil ich mit einer mechanischen Analogen verhältnismäßig stromunabhängig bin, habe ich mir wieder eine Nikon FM2n geholt.
    Da bin ich beim großen Drama von digital: ohne Saft geht gar nix. Natürlich kann (und muss) man ein paar Reserveakkus zur Kamera anschaffen (analog braucht man dafür noch Filme verschiedener ISO-Empfindlichkeit, Dia, Negativ und/oder SW). Dafür kommen bei digital Speichertanks oder ein Laptop und gute Bildbearbeitungssoftware dazu.

    Für mich hatte analog immer ein wenig von leben und leben lassen an sich. Da gab’s noch die Notwendigkeit (wenn man nicht beruflich ohnehin eine Dunkelkammer hatte), den Film beim Fotografen entwickeln zu lassen. Digital wird nach Lust und Laune selbst aufgehellt, entzerrt, weggestempelt usw.
    Wie ich persönlich fotografiere? Analog, wenn ich privat unterwegs bin, im Urlaub. Da ist es egal, wenn ein Film eine Woche entwickelt werden muss.
    Digital für die Zeitung. Da führt kein Weg vorbei.
    Eine Kleinigkeit trübt mir auch die Freude an digital: Kaufte man vor Jahren eine F3 oder FM2 hatte man das Gefühl, etwas Wertiges in Händen zu halten. So nach dem Motto „besser geht’s nicht“. Digital kauft man den Body heute und steht im nächsten Jahr mit dem veralteten, „untauglichen“ Gerät da. Ist natürlich nicht ganz richtig, dass das ein Jahr alte Gerät keine guten Fotos schießen kann – aber wir wollen’s halt glauben, um das Auf- und Wettrüsten um Pixel und ISO-Höchstwerte vor der besseren Hälfte rechtfertigen zu können 😉 Schade, dass wir Sklaven der Foto-Industrie wurden.

    • Antwort BlogTimes 2. September 2016 um 03:07

      Super, Vielen Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Der triffts genau :))

  • Antwort Thorsson 31. Januar 2017 um 13:00

    Hallo,
    interessante Seite, spannendes Thema.
    Analoge Fotografie? Habe ich irgendwann Anfang der 80er Jahre mit einer Fujica AX-1, die mir ein Freund schenkte. Bis dahin hatte ich nicht viel mit Fotografie am Hut. Ein Motorradurlaub auf Korsika und die Fujica haben mich dann aber doch in ihren Bann gezogen.
    Schnell fand ich heraus, dass meine Möglichkeiten aber doch arg eingeschränkt waren. Es musste eine neue Spiegelreflex her. Als Lehrling (so hieß das damals noch) war mein Budget allerdings sehr überschaubar und daher konnte es nichts professionelles sein.
    Nach vielem Prospekte lesen wurde es dann die Nikon F-301. Warum die? Warum nicht die T50 von Canon oder die X700 von Minolta? Ausschlaggebend war das Nikon-System und das F-Bajonett. Einfach auch das Gefühl der Wertigkeit.
    Mit der Kleinen hatte ich dann mehrere Jahre Spass am fotografieren, bis das kleine „Ich-bin-nie-zufrieden-Männchen“ in meinem Kopf mir sagte: „Da muss noch mehr her!“ Also legte ich mir als Zweitgehäuse eine FG-20 zu und kam mir echt wichtig vor, weil ich ja jetzt zwei Kameras hatte.
    Aber auch hier war ich ein wenig limitiert, außerdem hatte die Fotowelt den Autofokus entdeckt.
    Wow, war das ein Fortschritt. Also kam die F-501 hinzu, weil sie quasi die 301 + Autofokus war.
    Dann hatte ich die Möglichkeit, für einen lächerlich kleinen Betrag eine der besten Kameras aller Zeiten zu bekommen und schlug zu: Die Nikon F4s. Ein Hammer! Möglichkeiten ohne Ende (die ich nie wirklich alle ausnutzen konnte) und ein Gehäuse, welches für mich gemacht zu sein schien. Sie fühlte sich sofort perfekt an und die Ergebnisse waren wirklich toll.
    Leider mustte ich mich, wegen Arbeitslosigkeit und Geldmangel, von meiner kompletten Fotoausrüstung trennen. Es gab Wichtigeres. Aber in dem Moment auch nichts Traurigeres…
    Aber bald war wieder alles gut und mein Fotografenherz verlangte nach Fotogerät. Ich gab dem nach und erstand eine nagelneue Nikon F90x professional und einige Objektive. Es hatte mich wieder voll gepackt und die Kamera tat ihren Teil, mir den Spaß zu versüßen. Die F90 habe ich heute noch.
    Als ich dann aber Produktfotos unserer Artikel für meinen Web-Shop machen musste, musste eine digitale Kamera her.
    Ich konnte ein Testobjekt der Stiftung Warentest für einen günstigen Kurs bekommen und brauchte auch nicht lange überlegen. So kam ich zu meiner D90 und bin auch von ihr bis heute begeistert. Zwar nutzte ich sie tatsächlich im Wesentlichen als Arbeitsgerät, aber sie lieferte wirklich sehr brauchbare Bilder und Geschwindigkeit war noch nie ihr Problem.
    Nach einiger Zeit der Arbeitsfotografie bekam ich auch wieder ein starkes Verlangen die Fotografie um der Fotografie willen auszuüben und schaffte mir noch eine D7000 an. Nun, mit 2 Kameras und entsprechendem Zubehör war ich wieder unterwegs und fotografierte alles, was ich dafür als wert erachtete.
    Und dann, irgendwann im vergangenen Jahr, ich musste Platz schaffen für ein paar Nikons (F60, F401, F601M, EM, F801, F70) die ich sehr, sehr günstig angeboten bekam, als mir meine gute, ate F90x wieder in die Hände fiel. Nostalgische Gefühle überkamen mich. Und als ich dann auch noch ein paar Filme fand, war es beschlossen: Ich werde das gute Stück wieder reanimieren.
    Was war das plötzlich seltsam. Man macht ein Foto und schaut auf die Kamera-Rückseite und sieht: Nichts! Hat ein paar Bilder gedauert und die Erkenntnis, dass man sich doch etwas mehr Mühe geben muss brach sich schließlich Bahn. Bildausschnitt, Belichtung, Blende, all das war wieder von essenzieller Bedeutung. Die Zeit des Wartens, bis man die entwickelten Bilder wieder abholen kann und die Spannung, wenn man sie schließlich betrachtet. Großartig!
    Hatte ich mich beinahe zum bequemen Knipser entwickelt, half mir mein altes Mädchen, die Fotografie wieder zu entdecken. Und dafür bin ich sehr dankbar.
    Ich werde natürlich auch weiterhin digital fotografieren. Aber meine Analoge wird immer dabei sein und zu ihrem Recht kommen. das hat sie verdient, denn schließlich hat sie mich wieder zum Fotografen gemacht.

    • Antwort BlogTimes 5. Februar 2017 um 15:09

      Danke für deinen ausführlichen Beitrag :))

  • Antwort Analoge Fotografie 16. Februar 2017 um 23:41

    Abgesehen von Schnittbildindikator und ggf. Mikroprismenring finde ich die schiere Größe des Sucherbildes einfach hammer. Habe aber auch mit der Pentax MX besonders viel Glück gehabt, die hatte selbst für damalige Verhältnisse nen riesen Sucherbild 🙂

    Und für meine DSLR habe ich mir selbst ne Mattscheibe aus na alten analogen passend zureckgefeilt und sie in die digitale eingesetzt.

  • Antwort Barbara Bühler 27. März 2017 um 15:42

    Lieber Ronny,
    das sind meine Worte!!!
    ich mache noch alles analog Grossformat..tatsächlich meine ganzen Jobs.. hadre Zweifle und sehe dann das Bild und weiss nicht wie in aller Welt ich dieses digital machen soll…
    leider habe ich keine Polas mehr und noch keinen Ersatz..wenn du da was weisst bin ich um Hinweise dankbar.
    herzlich bb

  • Antwort Thomas 11. November 2017 um 17:54

    Ich fotografiere mit der Contaflex bc und es gibt zwei Gruende dafuer. Erstens habe ich durch einen Festplattenfehler ein 2005 digital gemachtes Makrobild einer mich bzw den Verschluss anblickenden Eidechse verloren (das geschieht mir beim Negativ nicht) und zweitens muss ich im Gegensatz zu meinem Beruf, in dem ich Entscheidungen treffen muss, „nachdem“ etwas geschehen ist, bei meinem Hobby Entscheidungen der Filmwahl und Ausrüstung trotz der Wechselmagazine treffen bevor!! ich losziehe. Ich fotografiere SW und Farbe Amphibien und Reptilien sowie Industrieruinen / Fabrikruinen. Zeiss Contaflex bc und s in zweifacher Vollausstattung mit Wechselmagazinen.

  • Schreibe einen Kommentar zu ruedi Abbrechen :(