Fotografie

Was haben Fotozeitschriften und aufgewärmtes Essen gemeinsam?

17. August 2010

Es schmeckt in den seltesten Fällen…. Warum ich zu diesem Schluss komme und was ich dagegen tue, findet Ihr in den nächsten Zeilen – basierend auf folgender Geschichte.

Vor ein paar Tagen war ich mal wieder mit dem Zug unterwegs. Um die vor mir liegende Reisezeit ein wenig unterhaltsamer zu gestalten, wollte ich eine der sogenannten Fotofachzeitschriften kaufen. Gesagt getan – dachte ich zumindest!

Bekanntlich sind ja die Bahnhofsbuchhandlungen in Sachen Fotozeitschriften bestens ausgestattet. Nun stand ich also vor einem großen Regal voller interessanter Fotozeitschriften und blätterte die eine nach der anderen durch um mir einen kurzen Überblick über die Themengebiete zu verschaffen. Die Zeit verging und als ich die letzte Zeitschrift ins Regel zurück legte, stand ich mit leeren Händen da. Was war passiert?

Ganz einfach, keine, aber wirklich keine (naja fast keine) Zeitschrift hat mich annähernd von den behandelten Themen interessiert. Die einen schreiben über die Top Ten der DSLRs und von getesteten Objektiven mit ihren kryptischen Diagrammen und Testcharts, welche im Gesamtfazit „nur“ 89 von möglichen 100 Punkte erreichen.  Die anderen schreiben über die besten Tipps zur Urlaubsfotografie oder  wie man mit ein paar wenigen Tipps und Tricks Porträtaufnahmen „like a Pro“ fotografiert, usw… Argh!!!

Das wäre ja alles kein Problem, sollen sie doch schreiben, aber bitte nicht zum tausendsten Mal. Gibt es denn nichts Neues, muss man denn alle paar Monate die selben Themen wieder und wieder neu publizieren? Ist ja wie aufgewärmtes Essen – das schmeckt auch nicht mehr, nachdem es x-Mal in der Mirco war!

Mit dem vorher Geschriebenen „fast keine Zeitschrift“ meinte ich das Magazin „fine art printer„, welches durchaus sehr interessante Themen dem Leser bietet. Dennoch habe ich auch diese Zeitschrift im Geschäft zurückgelassen. Warum? Weil ich es nicht einsehe für ein paar Seiten knapp 10 Euro (fast 20 Mark) zu investieren. Ich weiss, man soll nicht mehr umrechnen, mache ich in der Regel auch nicht. Doch bei einem Zeitschriftenpreis von fast 10 Euro überlege ich mir den Kauf dreimal.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass in der letzten Zeit die eine oder andere neue Zeitschrift aufgetaucht ist. Und, was machen die? Die schreiben das Gleiche! Manchmal hab ich echt das Gefühl, die Redakteure der Zeitschriften sitzen alle an einem großen Tisch zusammen und stimmen sich ab, wer was, wo, wie publizieren darf.

Mein Resümee ist, dass ich mir in Zukunft nicht mehr den Weg in die Kioske betreffend irgendwelcher Fotozeitschriften mache.

Das musste jetzt mal sein! So etwas regt mich auf!

Wie seht Ihr das? Was macht für Euch eine gute Fotozeitschrift aus? Oder, habt Ihr diese bereits gefunden? Ich würde mich über Eure Kommentare zu diesem Thema freuen.

PS: Einen Lichtblick gibt es dennoch, Fotozeitschriften aus dem Ausland – speziell die „Réponses Photo“ (ich hatte sie in Frankreich mal abonniert) bietet mir mehr als nur die Vorstellung irgendwelcher Neuheiten, sie bietet mir neben Buchveröffentlichungen, Fotoreportagen und Bildkritiken auch Ausstellungen und renommierte Fotowettbewerbe. Wer des französischen mächtig ist, hat mit dieser Zeitschrift viel Spass. In Deutschland habe ich sie noch nicht gefunden – muss man wohl aus Frankreich abonnieren.

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24 Kommentare

  • Antwort Michael 17. August 2010 um 21:09

    Ja, so ist eben einfach die Realität: Die etablierten Foto-Zeitschriften bieten vor allem den Mainstream und viel Werbung. Hast Du Colorfoto und ähnliche einmal für 6 Monate gelesen, bringt jede weitere Ausgabe eigentlich wenig neues.

    Und die anspruchsvollen Magazine kosten eben ein wenig mehr Geld, weil sie sich nicht so stark verkaufen und auch über Werbung nicht viel herein bekommen.

    Mein Fazit:
    1. Lieber mal ein gutes Fachbuch zur Fotografie kaufen.
    2. Fotografieblogs und Magazine im Internet lesen.

    Gruß Michael

    • Antwort Ronny (BlogTimes) 17. August 2010 um 21:32

      Vielleicht wachen die Zeitschriften-Verlage einmal irgendwann auf!?

  • Antwort Ingo 17. August 2010 um 21:19

    Ich habe schon vor ungefähr 10 Jahren meine Abos für Color Foto und Fotomagazin gekündigt. Ungefähr zu der Zeit ging es nämlich mit den ewigen Wiederholungen los und mir auf den Zeiger.

    Ich halte es heute genau so wie @Michael.

    Und der Preis für die „Fine Art Printer“ ist mir auch zu hoch. Davon abgesehen ist für mich ein „Fine Art Print“ immer noch kein Ausdruck aus dem Tintenstrahldrucker, sondern immer noch ein analoger Baryt-Abzug. So war der Begriff „Fine Art Print“ seit Ewigkeiten definiert. Da es aber bald kaum noch Analog-Fotografen gibt (ich fotografiere analog und digital) wird bald auch keinem mehr auffallen, dass hier Etikettenschwindel betrieben wird…

    • Antwort Ronny (BlogTimes) 17. August 2010 um 21:26

      Aus meiner analogen Sichtweise muss ich Dir recht geben, aber als ich letztens einen schwarzweiss Druck eines neuen Printers (Epson oder Canon – weiß nicht mehr genau) in den Händen hielt, war ich vom Ergebnis doch sehr positiv überrascht. War ein sehr schöner und feiner SW-Druck!

      Die Sache mit den Zeitschriften habe ich jetzt gelernt….

  • Antwort Ulli 17. August 2010 um 22:17

    Ich denke mal, dass auch in diversen Kleingärtnerzeitschriften ein ähnlich zyklischer Mainstream anzutreffen ist. Aber ich muss ja nicht kaufen, was mir nicht gefällt!

    Die ‚fine art printer‘ ist nicht billig, ist aber auch nicht billig gemacht – daher kaufe ich mir gelegentlich die eine oder andere Ausgabe. Indes regelmäßig kaufe ich mir die ‚Photonews‘. Oft etwas zu hochschullastig, aber fernab flacher Fotothemen. Ganz, ganz selten kaufe ich noch die ‚Photographie‘ (wie derzeit Heft 9-2010 – denn jenes Heft ist ausnahmsweise mal sein Geld wert).

    Den interessantesten Input bekommt man heute eh über Blogs.

  • Antwort Daniel 17. August 2010 um 22:20

    Kommt mir alles sehr bekannt vor : http://blog.sag-cheese.de/2009/12/fotozeitschriften-einheitsbrei/

    • Antwort Ronny (BlogTimes) 18. August 2010 um 06:06

      Da sieht man mal, dass sich seither nichts geändert hat! Danke für Deine Einschätzung!

  • Antwort Bernd 17. August 2010 um 22:32

    Ich halte das schon seit längerem so, dass ich mir die Informationen aus Blogs oder Online einsehe. Es kommt immer das gleiche vor in den Fotozeitschriften und für die wenigen Artikel, für die es sich lohnen würde ist es mir einfach zuviel Geld.

    Ich halte es ebenso wie Michael. Lieber spare ich mir das Geld für die Zeitschriften und kaufe mir davon dann ein Fotobuch, woraus ich mehr Informationen oder Inspiration ziehen kann.

    Gruß, Bernd

  • Antwort erwin seiler 17. August 2010 um 23:10

    stimme allen soweit zu. das mit dem fotobuch ist spannender und anhaltender, kostet aber auch dementsprechend. sollte es doch auch in der aufmache etwas darstellen.
    was ich immer gerne lese ist das pdf von http://www.fotoespresso.de

    gruess erwin

    • Antwort Ronny (BlogTimes) 18. August 2010 um 06:08

      Interessant, kannte ich bis jetzt nocht gar nicht. Werde ich mir mal genauer anschauen…

    • Antwort Vera 18. August 2010 um 08:07

      Danke für den Link, sieht interessant aus. Die Bücher aus dem Verlag können sich ja meist auch sehen lassen.

    • Antwort Nils 18. August 2010 um 09:07

      Möchte mich auch für den Link bedanken 🙂
      Das aktuelle PDF ist sehr interessant und auf Seite 42 habe ich einen schönen Buchtipp gefunden!

  • Antwort Bodo 18. August 2010 um 08:05

    Hallo,
    10€ sind für mich auch deutlich zuviel auch wenn der Inhalt stimmt.
    Für 20€ bekomme ich schon gute Fotobücher mit mehreren hundert Seiten Inhalt.
    Mich würde interessieren wie der Herausgeber einen Preis von 10€ rechtfertigen. Ausserdem verkaufe ich doch eine Zeitschrift lieber 10.000 mal für sagen wir 6.50€ anstatt 4.000 mal für 10€ 🙂

    Gruss

  • Antwort Vera 18. August 2010 um 08:06

    Die Zeitschrift, die für mich ein wenig aus dem Einheitsbrei heraussticht ist „Photographie“. Da gibt es häufiger mal Portfolios von interessanten Fotografen und nicht ganz so viel Technikgedöns. Ab und zu kaufe ich die CT Sonderhefte Digitale Fotografie, die kommen mir immer noch etwas seriöser vor als so manch anderes Heft. Bin allerdings auch jahrelang Abonnent der „normalen“ CT gewesen und von daher vorbelastet.

    Ich vermute, die ganzen tollen Testchartswiederkäuer werden in erster Linie für Menschen produziert, die gerade vor einer Kaufentscheidung stehen. Und das tut (oder sollte) man ja als moderner Fotograf quasi immer 😉

    Ansonsten lese ich zwar auch viel blogs, gehöre aber zu den altmodischen Menschen, die zum intensiveren Lesen lieber was Gedrucktes in den Händen halten. Weswegen ich dann mir auch lieber häufiger mal ein (Foto)buch gönne.

  • Antwort Nils 18. August 2010 um 09:12

    Was mich an den vielen Zeitschriften stört, sind die ganzen Tests neuer Kameras und Objektive.
    Das mag für einen Einsteiger oder jemandem, der auf der Suche nach etwas Neuem ist, praktisch sein.
    Ich habe meine Ausrüstung aber schon und möchte nicht ständig lesen, was es wieder für neue tolle Sachen gibt, die ich mir eh nicht leisten kann/will.

    • Antwort Ronny (BlogTimes) 18. August 2010 um 09:33

      Hallo Nils,
      dass sehe ich genauso! Ich bin auch der Meinung, dass der Einsteiger mit diesen ganzen Tests überfordert wird.

  • Antwort Oliver 18. August 2010 um 09:48

    Meiner Meinung nach gibt es auch keine „vernünftige“ Fotozeitschrift. Es kommt eben an, zu welcher Zielgruppe man gehört. Als Newbi in der Fotografie hatte ich auch damals viele Zeitschriften gelesen und hatte auch viel Infos rausziehen können. Denn woher sollte sich sonst ein Einsteiger Infos besorgen? Im Netz? ….zu viel Infos auf einmal…..
    Heute lese ich nur noch Blogs 🙂 und kaufe mir keine Zeitschrift mehr…nur eine Ausnahme: „Fine Art Foto“. Die kostet zwar 15€, kommt aber nur 2x im Jahr heraus. Das kann ich mir dann gerade so leisten. In dieser Zeitrschrift sind zwar weniger Berichte drin, aber dafür erstklassige Fotos, wo man sich sehr viel Anregungen holen kann.
    Grüße Oliver

    • Antwort Andreas Jell 15. Dezember 2011 um 15:54

      Leider ist gerade in Fine Art Foto der übliche „Massengeschmack“ drin. fand ich früher auch gut, heute einfach nur motivisch eintönig.

  • Antwort Michael 18. August 2010 um 20:13

    Bei dem Artikel kann ich dir ohne weiteres zustimmen. Ich für meinen Teil kaufe mir jeden Monat die CHIP FOTO VIDEO und halte diese immer noch für eine der besseren Zeitschriften. Die C’t hat auch immer wieder mal eine interessante Ausgabe dabei. FotoHITS war eine Zeitlang auch mal sehr lesenswert, da hatte ich sogar ein Abo gehabt. Alles andere kannst du aber mehr oder weniger vergessen. Vollgespickt von Testberichten über neue Kameras oder Objektiven, die vielleicht ein Bruchteil der Leute nur interessiert. Was mich aber besonders ankotzt, wenn ein Heft an die 10,-€ kostet, aber die Hälfte vom Heft mit Werbung vollgespickt ist. Das finde ich schon eine Frechheit. Bei Preisen von 2 bis 4,-€ würde ich das verstehen, dass sich der Verlag so drüber finanzieren muss. Aber bei 10,-€! Wie du schon sagtest, dass sind 20,-DM. Die hätte früher nie einer ausgegeben für so ein Heft.

    Ständige Wiederholungen in den Heften nerven mich. Keiner hat mal neue Ideen oder Inspirationen. Da greife ich lieber auf Blogs im Netz zurück. Die Infos gibt es umsonst und oftmals hat man einen interessanten Erfahrungsaustausch mit den Leuten.

  • Antwort Ralla 18. August 2010 um 20:55

    genau das habe ich heute auch gedacht. die krönung war eine mac zeitschrift, die sich mit fotobearbeitung beschäftigt. die sollte dann auch gleich 14.95€ kosten. die mac-user habens ja …
    wahnsinn !
    ich lese jetzt noch die photografie, die kostet 5,00€ und beschäftigt sich auch mit „ausgefallenem“

  • Antwort Matthias 19. August 2010 um 12:01

    Ich freu mich jeden Monat auf die Zeitschrift Photograpie (http://www.photographie.de) wegen der tollen Bilder und der interessanten Interviews und Reportagen.
    Die teuren techniklastigen Mags kauf ich gar nicht mehr, ausnahme ist das Magazine „FotoHits“ das für 2,50€ sehr viele Infos bietet…
    Diese beiden Magazine kauf ich eigentlich immer. Ansosnter nur noch die CT Specials

  • Antwort Wolfgang 22. August 2010 um 01:05

    Meine Empfehlung:

    http://www.aargh.at

    :-)))

    • Antwort Andreas Jell 15. Dezember 2011 um 15:50

      Schade, wurde wohl eingestellt. Aber es war wohl nicht massenkompatibel… 99% aller Fotografen sind haltgeschmacksfrei.

  • Antwort Andreas Jell 15. Dezember 2011 um 15:48

    Fine Art Printer ist jetzt auch nicht viel besser… einen guten Einblick auf künstlerische Fotografie und erfrischend wenig Technikram bietet die PHOTO NEWS, die jeden Monat für faire 3€ rauskommt. Alles andere lese ich nicht mehr, da meine Systemausstattung perfekt ist… Ein schöner Lesestoff, wenn man die ansonsten ewig gleichen Fashion- und Aktbildchen aus den üblichen Gazetten anöden.

    Hier der Link zur Homepage:

    http://www.photonews.de

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