Fotografie

Welcher Farbraum für die Bildbearbeitung?

5. Juli 2011

Was ist der optimale Farbraum für die Bildbearbeitung? Gibt es ihn überhaupt? Das sind die Fragen, die ich mir irgendwann mal in Bezug auf meine Bildbearbeitung gestellt habe.

Eine All-in-one Antwort habe ich bisher leider nicht gefunden und ehrlich gesagt suche ich danach auch nicht mehr, denn ich bin zufrieden mit dem was ich benutzte. Genau darum geht es heute in diesem Beitrag.

Die meisten von euch haben schon etwas von den Bezeichnungen AdobeRGB, sRGB, ECI-RGB 2.0, CMYK usw… gehört. Ohne jetzt hier in Detail zu gehen, dass sind alles Farbräume, die jeweils über eine verschieden große Farbraumabdeckung (Anzahl der darstellbaren Farben) verfügen und werden je nach Bedarf bei der Bildbearbeitung und der Druckvorstufe eingesetzt.

Bevor ich jetzt zum Farbraum komme, den ich benutze, möchte ich noch darauf hinweisen, dass natürlich der Monitor eine ganz wesentliche Rolle bei den darzustellenden Farben spielt. Ich selber habe bereits verschiedene Monitore für die Bildbearbeitung eingesetzt. Angefangen vom billigen TN-Panel (bäh, wie kann man nur!), bis hin zu guten und sehr guten VA- und  IPS Panels.  Mit jedem bin ich zurecht gekommen – mal besser und mal schlechter. Obwohl natürlich das Arbeiten mit den High-End Panels, wie EIZOQUATONEC und teilweise HP sie bietet, viel leichter von der Hand ging, spielt für mich auch immer das finanzielle Budget ein große Rolle.

Wie dem auch sei, mein Arbeitsfarbraum in dem ich alle meinen Aufnahmen bearbeite ist der Adobe RGB 1998 Farbraum. Warum? Um es grob zu formulieren – der reicht mir dicke! Eine Zeit lang habe ich mit dem wesentlich größeren ECI-RGB Farbraum gearbeitet, der von der European Color Initiative (ECI) als Farbraum für die professionelle Bildbearbeitung empfohlen wird. Da ich keine Unterschiede zum Adobe RGB 1998 feststellen konnte, was vermutlich am Monitor lag, habe ich wieder zurück gewechselt. Hat es meinen Bilder geschadet – nein; weder bei der Bildbearbeitung noch beim Druck.

Als ich das erste mal von verschiedenen Farbräumen und Arbeitsdingens erfuhr, habe ich mir unzählige Webseiten, Bücher usw. angeschaut um für mich den optimalen Farbraum zu finden. Diese Zeit hätte ich mal lieber ins Fotografieren investieren sollen, denn letzten Endes nutze ich den Farbraum der mir von der Kamera für meine Bildbearbeitung zur Verfügung gestellt wird. Dieser wirkt sich natürlich in erster Linie nur auf Jpegs aus. Der Farbraum eines RAW-Bildes kann abhängig der Kamera sehr viel größer oder auch kleiner sein. Selbstverständlich möchte ich hier niemanden die Nutzung des ECI-Farbraums streitig machen, aber meiner Meinung nach sehe ich für mich hier keinen Vorteil. Was ich allerdings tunlichst vermeide, ist die Bearbeitung der Bilder im sRGB Farbraum – das nur als kleiner Tipp am Rande!

So und jetzt kommen wir zu euch. Welchen Farbraum nutzt ihr für die Bildbearbeitung und warum oder ist das euch egal? Auch wenn ihr anderer Meinung seit. Nur zu, ich bin gepannt.

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11 Kommentare

  • Antwort Reinhold Roppert 5. Juli 2011 um 21:43

    AdobeRGB 1998

  • Antwort Michael Jordan 5. Juli 2011 um 23:59

    ich nutze ProPhotoRGB oder selten sRGB

    Viele Grüße

    Michael

    • Antwort BlogTimes 6. Juli 2011 um 00:23

      Der ProPhotoRGB ist noch größer als der ECI-RGB Farbraum. Das setzt natürlich auch einen entsprechenden Monitor voraus!

  • Antwort Schelter 6. Juli 2011 um 00:16

    Dir ist aber schon klar, dass das was du in deiner Kamera einstellst, sich AUSSCHLIEßLICH auf die JPEGs auswirkt, die die Kamera anfertigt? Und das auch NUR dann, wenn du in JPEG fotografierst? Die RAWs heissen nicht umsonst RAW…die haben den nativen Farbraum der Kamera, und der enthällt alles was sie darstellen kann, was meist anders ist als Adobe RGB oder ECI. Erst der Raw-Konverter übersetzt es dir dann in Adobe RGB oder was auch immer du möchtest… und auch die Kamera gerantiert dir keine 100% Korrektheit bei der Aufnahme, deswegen kannst (und solltest) du sie profilieren und im Raw-Konverter dieses Profil einbinden (unter ACR im Reiter „Kamerakalibrierung“)
    Aber schön, dass du dich damit wenigstens ein bißchen befasst hast! 😉

    Es macht übrigens generell nur Sinn den Farbraum zu nehmen, den das Ausgabemedium (bei der Bearbeitung der Monitor, bei der Druckvorstufe das Papier) darstellen kann. Wenn dein Monitor nur sRGB anzeigen kann, dann bringt es dir gar nix Adobe oder ECI zu nehmen, du siehst dann nur sRGB, den Rest kann dein Monitor dann nämlich nicht darstellen…ist ja auch logisch…sonst hätte er erweiterten Farbraum.
    Es kann unter Umständen sogar von Nachteil sein, weil du auf dem schlechteren Monitor nicht alle Farben sehen kannst, die im Bild enthalten sind.
    Mir ist das mal passiert… hatte die ganze zeit in Adobe RGB auf einem sRGB Monitor gearbeitet, und es sah alles gut aus… als ich dann ein Monitor mit erweitertem Farbraum hatte, stellte ich einen leichten Farbstich in den Aufnahmen fest – dieser Farbstich war auf meinem alten Monitor einfach nicht sichtbar!
    Bilder in sRGB konvertiert -> Farbstich weg!

    Daher kann ich nur sagen: vorsicht mit den Farbräumen! nehmt nur das, was ihr auch sehen könnt 😉

    • Antwort BlogTimes 6. Juli 2011 um 00:59

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar. In Bezug auf Die RAWs hast du natürlich vollkommen recht. Hatte ich wohl ein wenig zu kurz gehalten. Die Geschichte mit der Kamerakalibrierung kenne ich, ist mir allerdings zu aufwendig.

      Das Problem mit dem Farbstich ist mir nicht bekannt. Ich kann mir natürlich vorstellen, dass die Farben unterschiedlich stark dargestellt werden.

  • Antwort Hochzeitsfotograf Düsseldorf 6. Juli 2011 um 16:26

    Obwohl ich einen Monitor besitze, der AdobeRGB darstellen kann, fotografiere und bearbeite ich nur in sRGB.

    Grund:
    Weder Drucker noch Ausbleichter können mehr als sRGB zu Papier bringen. Adobe RGB und ECI RGB sind Arbeitsfarbräume für die Druckvorstufe und den Offsetdruck – und das sind nicht meine Ausgabemedien.

    • Antwort BlogTimes 6. Juli 2011 um 17:32

      Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass du im Jpeg-Modus fotografierst, weil im RAW ja kein Farbprofil eingebettet wird.

      Im Übrigen würde ich nicht die Bilder im sRGB-Farbraum bearbeiten, wenn man später einmal plant die Bilder zu drucken. Der Grund ist, dass die sRGB-Bilder im CMYK (Druckfarbraum) neben dem Rot/Blau- vorallem im Grün-Bereich an „Farbe und Leuchtkraft“ verlieren. Bilder, die hingegen im Adobe1998 Farbraum bearbeitet wurden und anschließend in den Druck gehen, werden deutlich besser dargestellt, weil quasi alle Farben im CMYK-Druck dargestellt werden. Wenn du schon einen Monitor hast, der AdobeRGB darstellen kann, dann würde ich den auch als Arbeitsfarbraum nutzen.

      • Antwort Hochzeitsfotograf Düsseldorf 6. Juli 2011 um 18:34

        Das was du sagst, trifft auf den Offsetdruck zu. Aber meine Bilder werden nicht offsetgedruckt – also macht Adobe RGb als Arbeitsfarbraum keinen Sinn.

        Warum Sachen bearbeiten, die ich nachher nicht zu Papier bekomme?

        Noch schlimmer: Eine gute Bearbeitung machen, die aufgrund eines flschen Rendering Intents (z.B. absolut) beim Empfänger nachher schlimm aussieht?

        Schau die mal Colorthink von Chromix an, die Software kann Farbräume und(!) die Farbwerte eines Bildes dreidimensonal visualisieren. Damit kannst du ja mal auf die Suche nach einem Drucker (für den Heimbereich) gehen, der Adobe RGB auch nur annähernd abbildet.

        • Antwort BlogTimes 6. Juli 2011 um 18:59

          Da gebe ich Dir recht – Warum Sachen bearbeiten, die nacher nicht zu Papier gebracht werden! Allerdings finde ich das sehr schade. Ich muss ehrlich sagen, dass wenn ich eine Aufnahme bearbeite – dann habe ich früher oder später auch die Absicht diese in den Druck zu geben…

  • Antwort Nils 10. Juli 2011 um 22:58

    Also wer auch mal Dateien fürs Internet speichert sollte aufpassen mit dem ECI-RGB. Da können ziemliche Farbabweichungen auftreten. Meiner Meinung nach ist für das Internet sRGB immer noch das Beste.

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