Fotografie

Wireless/Tethered Shooting mit dem Apple iPad

23. Juli 2010

Wer als Fotograf das neue iPad von Apple sein eigen nennen darf, der kommt sehr schnell zu dem Punkt das Gerät irgendwie mit einer DSLR zu verbinden um das sogenannte tethered Shooting einzusetzen.

Für die Anfänger unter uns erkläre ich kurz was das genau bedeutet. Tethered Shooting steht eigentlich für kabelgebundenes Fotografieren. Man kann so via USB-Kabel die Aufnahmen mit Hilfe spezieller Programme sofort auf einen Computer übertragen.

Die iPad-Besitzer sagen jetzt natürlich – geht noch gar nicht -! Der Grund ist, dass das iPad über keinen USB-Anschluss verfügt und somit für die kabelgebundene Übertragung nicht in Frage kommt. Abhilfe könnte das Camera Connection Kit von Apple schaffen.  Doch eigentlich wollen wir ja die Aufnahmen direkt in das iPad laden. 

Was ist denn mit WLAN? Selbst das günstigste iPad hat WLAN integriert, also warum nicht irgendwie damit die Kamera verbinden. Einfacher gesagt, als getan. Das  „irgendwie“ muss also geklärt werden. Das einfachste ist der Kauf eines WLAN-Transmitters für die DSLR und das App ShutterSnitch für das iPad. Ersteres ist allerdings alles andere als günstig und nicht für jede Kamera zu haben. Hmm, mal überlegen – was könnte denn noch funktionieren?

Wie wäre es denn mit einer WLAN-Speicherkarte. Die gibt es zum Beispiel von Eye-Fi bis 8GB. Verschlüsselte Übertragung im Freien bis 27 Meter sind nach Herstellerangaben möglich. Na wenn das nicht die Lösung für unser Wireless/Tethered Shooting wäre. Nicht ganz, denn die WLAN-Speicherkarten gibt es leider nur als SD-Karte. Viele DSLR verfügen aber nur über CompactFlash-Kartenslots. Hier kommt nun der SDtoCF Kartenadapter zum Einsatz.

Man kann also die WLAN-SD Speicherkarte in den Adapter stecken und anschließend in die Kamera und Voila, Willkommen beim Wireless tethered Shooting. Der große Vorteil ist, dass man ein riesiges Kamerdisplay – nämlich das iPad –  und nicht das kleine 3 Zoll Display der Kamera für die Bildüberprüfung nutzen kann…

Wichtig ist hierbei allerdings, dass die Wifi-SD Karte in Verbindung mit einem iPad nur in einem bestehenden Wlan-Netzwerk funktioniert. Hintergrund ist, dass das iPad kein Ad-hoc Netzwerk aufbauen kann.

Was haltet Ihr von dieser Möglichkeit des tethered Shooting mit dem Apple iPad?

Apple, das Apple Logo, iPod, and iTunes sind eingetragene Marken der Apple Inc.,  registriert in U.S. und weiteren Ländern. iPhone is a trademark of Apple Inc.

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16 Kommentare

  • Antwort Ralla 24. Juli 2010 um 10:33

    Moin Ronny,

    da würde mich dann aber interessieren, wie lange die Bilder von der Aufnahme bis auf das Display brauchen. Kannst Du dazu was sagen ?

    • Antwort Ronny (BlogTimes) 24. Juli 2010 um 18:17

      Moin Ralla,

      die Übertragungsgeschwindigkeit hängt von dem verwendeten Standard der WLAN-Transmitter ab. Wenn Du z.B. den Nikon WLAN-Transmitter nimmst, der funkt mit dem 802.11 b/g. Die Eye-Fi Speicherkarten dagegen mit dem 802.11 b/g/n Standard. Der „n“ gewährleistet zurzeit die schnellste Datenübertragung. Nach den genauen Zahlen darfst Du mich jetzt nicht Fragen. Das hängt immer von der verwendeten Technik. Man geht aber von durchschnittlich 100Mbit/s gegenüber dem „g“ Standard von 54 Mbit/s aus.

      Berichtigt mich, wenn ich mit dem Übertragungsdaten falsch liege….

  • Antwort Alex L 24. Juli 2010 um 19:21

    Hallo,
    das hört sich interessant an und soeben schaute ich nach, dass meine Canon Kamera sowohl SD-als auch-SDHC-Speicherkarten unterstützt. Es ist gut zu wissen, da ich weiter googelte und eine Eye-Fi-SDHC Speicherkarte mit 8 GB entdeckt habe. Ich hätte gerne gewusst, ob man mit dieser WiFi-Möglichkeit(Eye-Fi-Card) auch Geomapping betreiben kann. Da soll dann wohl WPS herangezogen werden. Technisch gesehen, ist es doch schon beeindruckend. Ich bin oft mit dem Velo unterwegs und eine genaue Standort-Bestimmung, da man auch nebenbei Fotos macht, wäre um so praktischer.

    Was diese Wlan-Transmitter angeht, kann ich es nach einer kleinen Webrecherche bestätigen. Das Vergnügen ist nicht unbedingt kostengünstig, wenn so ein Transmitter für eine Canon-Kamera um die 800 CHF kostet. Ob ein Transmitter besser als eine Eye-Fi-Speicherkarte ist, kann ich leider nicht nachweisen. Bisher konnte ich es selbst nicht ausprobieren.

  • Antwort Alex L 24. Juli 2010 um 20:01

    Hi Ronny,
    Danke für die schnelle und hilfreiche Antwort.

  • Antwort Jan M. 26. Juli 2010 um 00:23

    Aber beachte: es ist kein GPS Chip eingebaut, der erkennt nur die Wlans in der Nähe und ordnet dir den Ort so zu – wenn also weit und breit kein Wlan in der Nähe ist wird’s schwierig mit der Ortung… Ist also zwar eine einfache, aber keinesfalls so präzise Variante des Geotaggings…

  • Antwort Alex L 27. Juli 2010 um 19:22

    @Jan M.,
    aha OK, die Eye-Fi-Card habe ich bereits bestellt und ja gut, bin sowohl in ländlichen als auch städtischen Gebieten mit der Kamera unterwegs. In einer Stadt, derzeit schweizweit, hoffe ich doch mal auf einen einigermassen ausgebauten W-LAN-Zugang. Bin aber sehr gespannt wie das Ganze dann funktioniert.

    Gibt es derzeit überhaupt DSLR-Cams mit einem GPS-Empfänger?

    • Antwort Ronny (BlogTimes) 27. Juli 2010 um 19:36

      Direkt Kameras mit GPS-Empfänger gibt es nach meinem Wissen derzeit nicht. Ich hatte mal etwas von Kompaktkameras mit eingebautem GPS Empfänger gehört. Habe diese Sache aber weiter nicht verfolgt. Grundsätzlich gibt es GPS Adapter, die auf die Kamera gesteckt werden. Diese funktionieren natürlich auch ohne ein WLAN-Netz. Die Frage ist, will man alle Aufnahmen taggen, oder ist es nur mal für ab und zu gedacht. In den Städten dürfte das kein Problem sein, aber auf ländlichem Gebiet – gerade in der Schweiz hmmm, da bin ich ja mal gespannt.

      Wie Du schreibst, hast Du die Eye-Fi Speicherkarte bestellt. Über einen Kurzbericht zwecks Handhabung/Bedienung usw. würde ich mich freuen – nur falls Du Interesse auf einen Gastartikel auf BlogTimes hast.

      Viele Grüße
      Ronny

      • Antwort Christof 1. September 2010 um 12:40

        Kamera mit integriertem GPS gibt es, die Leica V-Lux 20 und von Ricoh gibts auch noch ein Modell.

        Ich habe mal eine Zeit lang einen Datenlogger mitgeschleppt und die Fotos mit den GPS-Daten hinterher zusammengeführt; ausser für Reisen ist mir aber kein sinnvoller Verwendungszweck eingefallen.

        • Antwort Ronny (BlogTimes) 1. September 2010 um 18:24

          Mit dem Gedanken stehst Du nicht alleine da. Mir erschließt sich die GPS Funktion an einer Kamera auch nicht so richtig!

  • Antwort mac_beth 28. Juli 2010 um 10:16

    Hallo zusammen,
    interessante Geschichte. Aber für mich als Naturfotograph macht das System leider keinen Sinn. Wobei ich das finden von WLAN als Problem sehe. 😉

    schönen Gruß
    Matthias

    • Antwort Ronny (BlogTimes) 28. Juli 2010 um 19:06

      Das hast Du recht. Für die Natur -Geotagging- ist die WLAN SD-Karte eher nicht geeignet.

  • Antwort Alex L 28. Juli 2010 um 21:00

    Hallo @Ronny, all,
    also ich habe es hier bei dir über die Vorzüge von Eye-Fi gelesen und hätte es schon gerne ausprobiert, da ich an den Wochenenden andere Städte besuche. Die Verfügbarkeit von W-LAN oder WPS in den Dörfern kann man wohl vergessen, aber in den Städten wird bestimmt hier und da etwas vorhanden sein.

    Also bestellt habe ich eine Eye-Fi Explore X2 8GB SDHC + Wi-Fi und ich würde mich über die Gelegenheit eines Gastartikels natürlich freuen. Sobald es soweit ist, melde ich mich bei dir. Wie das mit dem Geotagging vonstatten geht, konnte ich bisher ebenso noch nicht in Erfahrung bringen.

    Es leuchtet ein, dass man nur mit GPS eine genaue Standortbestimmung an den Tag bringt.

    @mac_beth,
    den Aspekt sollte man nicht vergessen und in ländlichen Regionen ist es mit den HotSpots wahrscheinlich nichts. Aber auch das könnte ich hierzulande testen, indem ich mich in der Nähe von Einkaufcentern, Tankstellen oder Hotels, SBB-Bahnhofs aufhalte und ein paar Test-Aufnahmen machen. Könnte vll. funktionieren!?

  • Antwort Emmerich 5. August 2010 um 09:19

    Hallo Ronny !
    gibt es auch eine Möglichkeit das iPad mit einer Nikon als Liveview zu verwenden – damit ich vor dem Ablichten genau das Bild platzieren kann?

    Grüße Emmerich

    • Antwort Ronny (BlogTimes) 5. August 2010 um 18:52

      Hallo Emmerich,

      bis jetzt leider noch nicht. Nach den derzeitigen Stimmen im Netz ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis solche Apps entwickelt sind. Miniprogramme, die bereits auf dem Laptop laufen, gibt es ja schon. Zum Beispiel Sofortbild für Nikon Kameras.

      Hätte das iPad passende Anschlüsse, wäre sicher das eine oder andere App schon längst drausen.

      Gruß
      Ronny

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